Naar de inhoud

Julius Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Lyrik

seniorennet.beseniorennet.be

......



...Steine......
.......Dichten.
...Gesichte....            
.......Einer...           
,..Geschichte..


GEDICHTE
.....DICHTEN
...........GESICHTE

STEINE
.............GESICHTE
...............................EINER GESCHICHTE




Linn-Krefeld : Burg mit Fenstern
Kettwig-Essen : Türen
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 14:37

Der Mensch Allein




ich bin auch nur ein Mensch 
so stark und empfindlich
empfindlich stark 

balancierend auf der Grenze 
zwischen Geben und Empfangen
empfangend einstecken 
von Herzen bejahend

manchmal tot oder halbtot
oft bin ich getrieben
von etwas Schwammigem

er welcher sagt du bist schön
oder hallo, ja du, dieser du

es wird in mein Herz gewebt 
wenn dein Kopf ruht in
einem ewigen Moment
gegen meine Flanke 

es macht mich kurz heil

es schafft aus dem Allein ein Wir
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Du, der ich bin





noch einmal blicke ich mich um
und sehe mich selbst dort stehen
unauffällig gleich jedermann
sichtbar aufgegangen in Gedanken

denke ich da wirklich
fragt mein Bewußtsein sich

schließe ja die Augen
und höre nur Töne
eines frühen Vogels
aber mein Rücken ist gebogen
als ob ein Baum mich erschwert

denke ich da wirklich
oder wird mein Leib
erhalten in der Vergangenheit

ich stehe auf
suche meinen Weg
noch weiter zurück

und grüße den Eindruck
welchen ich auf die Zukunft lege        


Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Litaneien

 
ich möchte dich nicht 
brüllt
der ewige Lautsprecher
fortwährend sich wiederholend
der taubstumm gewordenen
Seele
eines Kindes zu

du bist nichts oder
gleich geschlossenen Augen

du wirst in einem leeren
schwarzen Haus sein
dass langsam wächst

voll Hunger
nach links und rechts
aber ohne Licht
und Rosen im Haar

atmen für dich
ist Litaneien anhören
von falsch über schlecht
nach gewissenlos

auf dem Stapel der 
verkohlten Hände
welche zwischen Spalten 
herübergereicht werden

sie werden sein 
wie tote Worte:

ungeborene Früchte
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Ein wahrhaftiges Gedicht




heute versuche ich gewiß
aufrichtige Lyrik zu schreiben

es liegt nicht wirklich
in meinen Händen
nur Götter entscheiden
ob meine Verse am Ende
in lyrischem Sinn

in Ihrer überragenden Seele
haften werden welche so
von Werten und Normen der
Literaturordnung geführt wird

und sie, strophisch,
wie gesagt,
in Ihrem edlen Gemüt
zu landen wünschen

ich rede nunmehr von
unberührtem Grieß
getragen vom alten Pfad
welcher entlang der
Buchenhecke schlängert

und schweige deshalb:

der Rollsplitt kennt
beim Betreten noch
sein eigenes Rauschen

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Frühlingstränen

 

ich tupfte Frühlingstränen
mit einem weichem Tuch

sie suchten einen Weg
nach draußen
Regen und Sonne
mein Geleit waren

es war kurz lüften
nach einer  düsteren Nacht  
und mein Gefühl nur eintönig
die Partitur beherrschen konnte

es war verkapselt
in einer Klangfarbe
vom distanzierten Dröhnen 

ich tupfte
ausstehende Tränen

bis das zarte Moos
meine Füße streifte
und der Saft der Erde
mir erzählte von Farben
aus alten Zeiten


Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

ich gebe dir zu essen





ich gebe dir zu essen  
doch bleibst du so hungrig  
 
zu trinken  
aber durstig suchst du  
immerfort  
in tiefen Brunnen  
 
wenn die Seele  
und der Leib  
nackt gescheuernd sind  
tut jede  
Befruchtung weh  
 
sie spiegelt  
die Liebe wie  
unerreichbar  
 
aber ist auch oft  
verzerrt von  
Erwartung  
 
allein sein  
heißt:  
ich bin  
 
 
die Brücke nach draußen  
kennt keine Stützen  
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Mein fahler Mantel


 
es war mein fahler Mantel
möglicherweise noch gemacht vom Vater
von Kleidung in Ruhe
oder im Übergang
zu einer zweiten Chance
 
ja, so war damals die Zeit
und ich stand einmal für Kodak          
nicht mehr wissend
wer der Späher war
 
ich war mein fahler Mantel
mit großen Herrenknöpfen
auf einer Kindertracht
wo mein Kopf,
blaß getönt, ragte
über erwachsene Revers
 
was Augen genannt wurde
sah im Foto
an mir entlang oder
mich einsam denkend
 
es war vor einem Strauch
irgendwo bei einer Allee
benannt nach dem Paradies
 
ich weiß nicht
ob ich davon zurück kam
oder nach dort unterwegs war
 
*
 
neben der Kirche blühte auch
der Garten
der Vergänglichkeit    






        
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Milde Vertröstung

 
 
manchmal ist Licht weiter
als der Tag von Morgen
und scheint Hoffnung 
eingegraben in losem Sand

das Glücksrad
dreht sich nur in

ängstlicher Erwartung,
kann nicht anhalten
ist dauernd heiß wie Feuer

nochmals entbunden
aufs neue geboren werden
lässt Ewigkeit fühlen

auch wenn du dann  
nicht allein stehst
oft ist nichts schwieriger
zu verstehen

als was die Heiligen
mit Einblick und
Hingabe meinen
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Meer van Julius Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Lyrik

↑ Terug naar de berichten