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Julius Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Lyrik

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STEINE
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Linn-Krefeld : Burg mit Fenstern
Kettwig-Essen : Türen
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 14:37

Der Mensch Allein




ich bin auch nur ein Mensch 
so stark und empfindlich
empfindlich stark 

balancierend auf der Grenze 
zwischen Geben und Empfangen
empfangend einstecken 
von Herzen bejahend

manchmal tot oder halbtot
oft bin ich getrieben
von etwas Schwammigem

er welcher sagt du bist schön
oder hallo, ja du, dieser du

es wird in mein Herz gewebt 
wenn dein Kopf ruht in
einem ewigen Moment
gegen meine Flanke 

es macht mich kurz heil

es schafft aus dem Allein ein Wir
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Du, der ich bin





noch einmal blicke ich mich um
und sehe mich selbst dort stehen
unauffällig gleich jedermann
sichtbar aufgegangen in Gedanken

denke ich da wirklich
fragt mein Bewußtsein sich

schließe ja die Augen
und höre nur Töne
eines frühen Vogels
aber mein Rücken ist gebogen
als ob ein Baum mich erschwert

denke ich da wirklich
oder wird mein Leib
erhalten in der Vergangenheit

ich stehe auf
suche meinen Weg
noch weiter zurück

und grüße den Eindruck
welchen ich auf die Zukunft lege        


Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Litaneien

 
ich möchte dich nicht 
brüllt
der ewige Lautsprecher
fortwährend sich wiederholend
der taubstumm gewordenen
Seele
eines Kindes zu

du bist nichts oder
gleich geschlossenen Augen

du wirst in einem leeren
schwarzen Haus sein
dass langsam wächst

voll Hunger
nach links und rechts
aber ohne Licht
und Rosen im Haar

atmen für dich
ist Litaneien anhören
von falsch über schlecht
nach gewissenlos

auf dem Stapel der 
verkohlten Hände
welche zwischen Spalten 
herübergereicht werden

sie werden sein 
wie tote Worte:

ungeborene Früchte
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

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