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Julius Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Lyrik

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Archief

Den Kai hinter mir lassen

 
möchte ich dich wohl
beim Namen nennen
oder brüllen
über den Kai
wo Eisenschuhe 
von Holzkarren
klirren in einem Ozean
von Lärm

ich fahre aus dem Hafen hinaus
unter einer aufgezogenen Brücke
Hände wie vernietet
am Drehzeug
dessen Herz nicht pulsiert
da die Richtung
von Fäusten entschieden wird

mein Rücken schirmt
das Stechen ab
während weißenTücher
auf den Bootsstegen das Wasser 
zum Abschied tupfen
jedoch verdampfen
sobald der Rauch aufgestiegen ist


nein, ich rufe keine Namen mehr

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Wenn Licht und Dunkel lauern


 
es ist entweder
morgen früh
oder nächtlich spät
wenn ich dir schreibe
von leeren Gedanken
 
ausgesponnen
oder noch hausend
in Rammpfählen
auf Brackgrund
 
es ist auf der
Grenze einer
Zeitidee
 
dass das Denken
die Gangschaltung vergißt,
sich weigert oder gerade nicht
zu  schalten in seinen ersten.........
oder sogar in den Rückwärtsgang
 
jedenfalls
ist handeln
nun  noch Tod
 
es ist zwar wissen
dass ein Rad beginnt zu drehen
da das Einatmen
dem Ausblasen folgt
 
so ist es
wenn das Ei
während des Tages bricht
oder das Dunkel
versinkt hinter
dem Horizont



Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Wo ist Liebe

 
ich glaube nicht mehr
an himmlische Liebe
es ist Wolken streicheln
auf einer ausziebaren Leiter  
 
so auch zweifele ich an
der Sanftheit des Diesseits
sie ist zu gebunden an Blut
und blinde Flecken
 
wenn ich mich selbst ansah
sagte ich im Stillen
ja, ich bin wie Zuneigung
aber angeschlagen
von Kriegen und Nächten,
nur durch Mensch zu sein

meine Hände reichen dauernd,
denn das stelle ich über alles
doch die Glasglocke 
schiebt sich ab und zu,
so durchsichtig  Glas ist,
über mich
 
wenn auf dem Sarg
die Deckelschauben
angeschraubt werden
und wo der Verstorbene         
ahnungslos ist           
 
ach, ich sehe zwar 
wer du bist
aber höre den Widerhall
meiner Stimme
herum wehen
 
gleich dem Goldfisch
Luftatmend
in seinem Fischglas

tue ich, wie Mensch,
anders?

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Bedrängt vom Wind




suche den eigenen Weg
sagte ich noch
gegen dich oder mich selber

(es ist doch egal
von wem man redet)

Straßen laufen alle auseinander
den Platz hinterlassend
im Sog der Selbstzufriedenheit

bis der Sturm
verstört weist
in verirrte Richtungen

Osten wird Norden
Süden ist um die Ecke

ich denke nicht dass
die Ferne mich kennt
obendrein ob
der Gesichtskreis
fühlt wo du wohnst

suche den eigenen Weg
rief ich mir selber laut zu


der Wind legte sich
die Stille entstand





Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

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