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kerima ellouise : auf weißer Düne

Deutsche Gedichte ©
seniorennet.beseniorennet.be

Statio






Statio

 

 

 

hänge

über meine Schulter, das Tuch

das mir zugehört

 

und aufs Neue ein Tag

würdig

 

so dass ich mich niederlegen kann

in der Morgendämmerung vom

Gewissen

 

der Raum den ich suche

die Schuppen der Seele entlang

 

schiebe Meere

nach mir zu, das Gehör von

Flüssen

 

im Licht und aufgehobenen Händen

 

und schenke dem Horizont

das Wasser der Wälder

 

mit im Innern

einem ungenagelten Frieden


kerima ellouise ©






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Ein unbekannter Morgen

 



Ein unbekannter Morgen



was, wenn nichts passiert
und geschlossene Wolken schwarz gekleidet bleiben

weil sie alles wissen
und ich selten schlaf im Weiß

oder dass ich die Länge
von meinen Finger maß
in einer zu kurzen Nacktheit

die abgebissenen Nägel
einschließlich

meine Augen sind
trotzdem zu klein und deine blicken
weltalt

was wenn ich sterbe
in einem nicht einladendem Wort 

auf einem Frühlingsmorgen
nur so im Blau



kerima ellouise ©

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In einem der Gräber

 

 

in einem der Gräber


es ist kalt
meine Hände schneien Vögel
und Nächte, ohne aufzuhören

aussätzig  über das Land
dürrer Körper          

ich lege die Erde still
wie Steine auf meine Schulter
und wiederhole den Winter
immerfort

vergebe meine Nacktheit,
sterben ist liebhaben, ohne Augen



kerima ellouise ©







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Streunworte

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kunstenaar: Lebuïn D'Haese
locatie: beeldentuin Dehullu 2007
























Streunworte

 





ich will das Schweigen bewahren, mich darin

bewegen

 

wie die Schatten des Windes

 

die Arme halten in einer schaukelnden Trägkeit

während ich das Standbild ansehe

von vergeblichen Worten

 

die Luft geht durchhin

auch durch den kältesten Tagen

 

und wenn Ergebenheit mit Flügeln schlägt

traume ich noch einmal davon

heimwärts zu kehren


kerima ellouise ©





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Aber Still







Aber still
           

 

 

 

 

 

Das Kind zeigt

auf die Bäume die langsam
mit Winter antworten

 

jemand schweigt, jeder

schneit

 

und die Haare vom Kind

werden weiß

 

wenn aus dem Schlaf

Gebete starren, still zu folgen

auf ihre Haut

 

eine Frau zeigt

auf den Winter, am Morgen

Jahre später

 

und fragt ihren Namen

an Smetterlingsbäumen

 

jeder schweigt, jemand
schneit

 

die Antwort in ihre Augen



kerima ellouise ©




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Mondangst





foto: http://www.imageafter.com/

schrijver








Mondangst

 

 

 

es wird dunkel

 

jeden Tag
entkleide ich die Puppen
und ihre Gesichter, gleich dem Meinen

 

aus ihnen bin ich geboren
so wünsch ich es mir

 

und aus der Nacht des gerechtfertigten
Schattens

 

wenige Worter sind notwendig
wenn ich zum Körper
zurückkehre

und das was mich krank machte, kindlich
betäubt durch das erbetene

Lächeln

 

ich lege die Kleidchen unter das Fenster

mit der Zunge zwischen meinen Zähnen

zerreiße das Licht
des blutroten
Monds



kerima ellouise ©





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versus Kind




versus Kind

 

 

 

 

ich liebte sie
auch wenn ihr Atem

in schmalen Linien auf den Grund fiel

 

ihre Augen hatte ich lieb

wie sie durch das Fenster betrachten

konnten

 

wenn Spaziergänger

die Sicht nach Hause

erlernten

 

es war Durst

es war Hunger ohne Schuld

 

und es war Winter

 

ich habe keine Fenster mehr

durchsichtig im Herbst



kerima ellouise ©




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Der Morgen hat keine Augen


















Der Morgen hat keine Augen

 

 

 

 

 

wenn eine Mutter schweigt
und ihr Kind zusammen faltet, das von nirgendwo
zu kommen scheint

in  das Nichts des leeren Zimmer's
der Gleichgültigkeit

fragt sich das Kind dann
ob sein Name besteht

 in Gedichten, zerstört von mangelnder
Ähnlichkeit

und wird die Stille dann ein Ende finden
in verwilderten Träumen

im Wissen, dass die Wirklichkeit
die darauf folgt

stirbt in fremder, unerweckter
Liebe



kerima ellouise ©




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Ein Schrei











Ein Schrei 

 

 

wie oft
hat Sünde
ihren Namen schon berührt

mit Verzweiflung in den Augen,
klein und in die Richtung
des Todes

morgen
würde er lassen
und sie würde aufstehen, ohne
wiederzuerkennen, dass er sich bog
über den Tisch; halb Mann,
halb Vater

sie warf Scheiben ein, kletterte
auf Dächer und in die höchsten Bäume,
tat alles um anders an zu klingen

sie änderte nichts
auch er nicht, es sei denn beim Sterben



kerima ellouise ©




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Souvenir















foto : kerima ellouise ©








Souvenir





Das Meer wird
mein Körper

 

wenn ich Dünen

in Handflächen verwandele; 


blutunterlaufen
vom Abendsand
und festgeklebter Scham. 

Wind
spiegelt mein Schwanken wider;
nur noch Haut und Knochen

verwehend
zwischen dicken Schattenschichten
und Möwen welche flüchten.

Morgen bleibt
ohne Widerspruch

wenn mein Mund sich
gehorsam schließt

unverändert vom Salz

als ob nirgendwo zugehörig sein
mich hinterlässt

unter Einfluß von Spaziergängern
und dem Weinen.



kerima ellouise ©









 

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Gelbe Flecken

Wheatfield under a Cloudy Sky, 1890 Reproduction artistique par Vincent van Gogh



Gelbe Flecken



die Stille
aus der eine Schwalbe fliegt
trägt gewöllbte Bäuche

Silberfische blinken, Äcker bewegen sich
und mit einem weitblickenden Auge
winkt die Meeresalbe über meine Schulter

das Haus, leer vom Sommer
sammelt die Schmetterlinge aus dem Tag

ich wähne mich Van Gogh
und zeichne Sonnenblumen mit blinden
Händen

aus dem Licht


kerima ellouise ©






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in Bewegungen des Lebens









in Bewegungen des Lebens



 

 

 

es atmet
wenn der Winter
die Bäume abtastet

gleich wie du die Tage
auf dem gläsernen Kalender

langsam geboren
und weiter tragend, weit
entfernt

von Kartenrändern
mit einem gleichen Weltmeer

welche in den Wellen
und erklärten Wasserwohnungen
die Luft aufrecht hängen

es atmet, du atmest

auf den blauen Wipfeln
und selbst an einem ausgelöschten Tage
wie diesem

 




kerima ellouise ©

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warten










warten


 

du gibst
und ich höre zu
-ferner-

nach sich selbst
Worte

oder die Möglichkeit von
Versprechungen im Innern

eilig
triefend auf
meiner Mondwohnung

und salziger dann ich mich
erinnere

du gibst
und ich höre zu
-von Nahem-

Obenwind gegen Sterne
klatschen

unruhig durch die hohle Fahrt
und doppelhäutiger
Liebe


transparent für  mich                           
durch die Trägheit meiner Stille



kerima ellouise ©






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zum dichten









zum dichten



 

 

 

ich erkannte es nicht, es hatte keinen Name 
es war leicht und windstill
voll von Gesang und Tage

und es blieb liegen
auf meiner Wange

es gab keinen Regen
auch keinen Schatten, es war so etwas      
wie Ewigkeit in einem Gedicht                   

ich konnte es nicht aufheben
nicht in Worten oder mit Händen
atemwarm und so nahe                  

du gabst es mir, gerade vor dem Abschied
Liebe, sagtest du

augenblau
    



kerima ellouise ©







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darüber der Wind
















foto : Robin ©




darüber der Wind

 
 
 


jedesmal aufs Neue das Meer
nachts, träge                                          
an meinem Auge vorbei
 
schon dieses Wort
bewegt meine Arme 

zum Horizont
 
gebaut in Schalen;
Purpurrot
 
ich habe mein Haus
nie gekannt noch                          
das Drehen der Fläche
 
ich weiß nur dass ich treiben soll
mit dem Meer wie ein Wimpel
am Ruder



kerima ellouise ©




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bis zum Schluß







bis zum Schluß

 
 
 
 
 
sage nichts. mein Schlaf bleibt anonym
neben den anderen, viel näher
dann mein lautlos Warten

ich nehme ja eine Minute in acht
wegen all den gefallenen Worten, welche
gar nicht ausgesprochen sind

mein Haar wird grau, ich gehe nach Hause
erwachen kann ich morgen noch, auch wenn
das schlafen unerreichbar sein wird



kerima ellouise ©



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Meer van kerima ellouise : auf weißer Düne

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