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kerima ellouise : auf weißer Düne

Deutsche Gedichte ©
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Elisabeth

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warum bin ich so nahe, so weit entfernt

von Türen die er schließen

möchte

 

der Duft von Leichen, an denen

er entlangging und alle Geräusche wie Fäuste

in einer Vornacht

 

von Luftschutzkellern voller Kinder

die das ängstliche Weinen schrieben auf

jungen und alten Rasereien

 

auf den toten Mund

des Vaters und der Mutter und rundum verzweifelten Baümen

schweigsam bei einander

 

neben Waffen, Wunden und Luft voll Blei

in einer überschrittenen, bewohnten

Geste

 

warum ist er so weit entfernt, so nahe

meinen traurigen Augen

 

wie eine Funke von bewusster

Ewigkeit


kerima ellouise    ©








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das Fenster aus


Klik op de afbeelding om de link te volgen foto: Oliver Weber
bron: http://o-pad.blogspot.com/2007/05/out-window.html
















                  


                   das Fenster aus

 

 

 

weil mehr
denn meinen Name habe ich verloren

als ich noch lebte in den Trauerzweigen

von Wörtern

 

meine Augen trugen das Herumtreiben hoch

hindurch das Flüstern eines naiven Schlafes;

verweigert

 

und zu jung im Zimmer gewusst

 

ohne Zuhören versank Hoffnung so oft
und das was in mir entnommen wurde

 

die Nacht band sich dreimal an lebenslänglich

und schleuderte mich fort aus einer dünngedrehten Existenz

 

weit weg

nach dem gefangenen Schweigen

und dem geschlossenen Feld der

Einsamkeit

 

nie wurde ich aufs Neue geboren


kerima ellouise ©





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quer durch die Grenze


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foto: kerima ellouise ©

                                                  





                                                 quer durch die Grenze

 

 

 

 



manchmal Stunden, manchmal für Tage

warte ich um die Stille

zu erreichen

 

und ganz der Zeit

schieben Wolken über

meine Finger

 

nach dem Salzmund

des Meeres

 

ich versuche seine Wörter zu verstehen

wie sie kriechen und wirbeln

über meinen Körper

 

Stürme beruhigen möchten

 

mondfließend, innerlich,

lichtfremd wie die Handfläche

des Seins

 

worin ich bin, atme,

schreibe:

 

ein Vogel hinter

farblosen Tagen

 

so traumverloren



kerima ellouise ©








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blaue Brandung



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                                                                  blaue Brandung

 

 

 

 

 

ich laufe durch die Tage

barfuß

und lerne

den Laut des Meeres

 

es ähnelt Liebhaben

wie Flügel und blaues kostbares

Porzellan

 

es bringt die Wellen her und so ich bin

beabsichtigt

auch die Einsamkeit

 

der Strand ist abgesetzt

mit Regen und einem Fenster

im Wind

 

ich klebe an einer Muschel

wie in einem Spiegel

im Innern


kerima ellouise ©





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Es gibt Poesie im Klatschmohn





Es gibt Poesie im Klatschmohn

 

 

 



ein Holzboden

treibt vorbei am Land

das ich in mir trage

 

aus der Ferne schieben sich

leere Stühle  kleinen Booten gleich

in meinen Schoß

 

 es ist Ebbe, denke ich mir dann

 

wenn meine Lungen

Nester bauen, zu groß
für
 den Klatschmohn und für

die kahle Bäume

die in die Fläche

deiner Hand fallen

 

der Mohn schließen
rund
um deinem Mund
purpurnrot

 

als ob

das Schlafen das Vergessen

trocknet

 

in meinem Land, meinem verschwundenen

durchgeschnittenen

Land




kerima ellouise ©




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verzeihen Sie mir, Engel




verzeihen Sie mir, Engel

 

 


wie kann ein Wort

dem Weg zum Leben folgen

 

wenn ein Kind in die Nacht hinein geht

hilflos hinter dem einzigen Fenster

von Ewigkeit

 

in dem alles verschwindet und vertraut

wird an dem Wind

 

wie kann er das Sterben begreifen
wenn der Tag noch kaum geatmet

hat

 

seine Augen noch nie das Licht

gefangen haben

 

oder einen Schmetterling auf einem losen Stein

 

wie kann ich sagen: weine doch nicht

wenn die Stille der Stunde immer größer

wird

 

im Weinen eines nie gehörten

Kinderlachens



kerima ellouise ©




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ausgewohnt





ausgewohnt

 



wenn ich wegfalle
nur so
aus der Zeit

würde ich dich bitten
mir mein Leben zu verzeihen

nein, ich würde dich anflehen
mit einer Augebewegung
aus dem Weltall gepflückt

an einem Moment des
Zweifels denl Rausch ausschlafen

sich wieder bereit zu finden
die Welt anzustarren

leer und unverändert

wie betrunkene Liebhaber
die ihre Wollust ausstrecken in meinen langsamen Todeskampf

weil sie wissen, wer ich bin



kerima ellouise ©



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Herz-nötig

levensgolf2.jpg  bron foto : http://members.lycos.nl/thura1954/levensgolf2.jpg




Herz-nötig




Wie töricht ist der Verrückte
der malt in mir
ein Dünenland von Träumen
in dem sich angestaute Haut

dehnt auf unwirklichen Mauern
um mit beherrschten Pinselstrichen
das Unruhige in Worte zu fassen.

Wer  wird behaupten dass
das Ringen auf meinem Gesicht
nicht auf den Lippen derer liegt,
die mit zögernder Brust
Schmetterlinge töten in einem stillen
Gebiet blinder Einfachheit

Wer, o wer wird das Streitgefühl
meines Wahnsinns begreifen und die törichten
Sprünge die in der Höhe der kriechenden Stunden
die Leere schwanken lassen. 






kerima ellouise ©





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Der Maler







Der Maler


die Schmetterlinge die der Verrückte benennt
in wortgemalter Umrahmung
stiller wacher Nächte

schneiden das Webnetz gefangener Träume
kreisend unter dem doppelköpfigen Leib
verkrampft von Wehen des Gebärens

der Tölpel löst seine Flügel
staut das Blut
triumphiert und lässt nach
unter dem Briefbeschwerer
angestrichener Fenster

die er leckt und firnisst
nach fließender Flut
in einem gefärbten Spiegel
unstillbarer Erwartungen





kerima ellouise ©




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Schicksalsgenossin

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Schicksalsgenossin

 

 

 

er macht ihr die Nacht

hinter der Stille

des Fensters

 

und sie hat nicht

zu sprechen oder

gegen

 

wie die Hure die schweigt

über ihren Erbteil und höher;

als Ganzes vom

Busen

 

weil es so sein muss

hinter seinen Worten; die Träger

der Macht

 

als ob sie nur zu prüfen ist

mit seinem Mantel, täglich

an




kerima ellouise ©








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Statio






Statio

 

 

 

hänge

über meine Schulter, das Tuch

das mir zugehört

 

und aufs Neue ein Tag

würdig

 

so dass ich mich niederlegen kann

in der Morgendämmerung vom

Gewissen

 

der Raum den ich suche

die Schuppen der Seele entlang

 

schiebe Meere

nach mir zu, das Gehör von

Flüssen

 

im Licht und aufgehobenen Händen

 

und schenke dem Horizont

das Wasser der Wälder

 

mit im Innern

einem ungenagelten Frieden


kerima ellouise ©






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Ein unbekannter Morgen

 



Ein unbekannter Morgen



was, wenn nichts passiert
und geschlossene Wolken schwarz gekleidet bleiben

weil sie alles wissen
und ich selten schlaf im Weiß

oder dass ich die Länge
von meinen Finger maß
in einer zu kurzen Nacktheit

die abgebissenen Nägel
einschließlich

meine Augen sind
trotzdem zu klein und deine blicken
weltalt

was wenn ich sterbe
in einem nicht einladendem Wort 

auf einem Frühlingsmorgen
nur so im Blau



kerima ellouise ©

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In einem der Gräber

 

 

in einem der Gräber


es ist kalt
meine Hände schneien Vögel
und Nächte, ohne aufzuhören

aussätzig  über das Land
dürrer Körper          

ich lege die Erde still
wie Steine auf meine Schulter
und wiederhole den Winter
immerfort

vergebe meine Nacktheit,
sterben ist liebhaben, ohne Augen



kerima ellouise ©







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Streunworte

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kunstenaar: Lebuïn D'Haese
locatie: beeldentuin Dehullu 2007
























Streunworte

 





ich will das Schweigen bewahren, mich darin

bewegen

 

wie die Schatten des Windes

 

die Arme halten in einer schaukelnden Trägkeit

während ich das Standbild ansehe

von vergeblichen Worten

 

die Luft geht durchhin

auch durch den kältesten Tagen

 

und wenn Ergebenheit mit Flügeln schlägt

traume ich noch einmal davon

heimwärts zu kehren


kerima ellouise ©





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Aber Still







Aber still
           

 

 

 

 

 

Das Kind zeigt

auf die Bäume die langsam
mit Winter antworten

 

jemand schweigt, jeder

schneit

 

und die Haare vom Kind

werden weiß

 

wenn aus dem Schlaf

Gebete starren, still zu folgen

auf ihre Haut

 

eine Frau zeigt

auf den Winter, am Morgen

Jahre später

 

und fragt ihren Namen

an Smetterlingsbäumen

 

jeder schweigt, jemand
schneit

 

die Antwort in ihre Augen



kerima ellouise ©




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