Schicksalsgenossin

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kerima ellouise : auf weißer Düne
Schicksalsgenossin
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Statio
Statio
hänge
über meine Schulter, das Tuch
das mir zugehört
und aufs Neue ein Tag
würdig
so dass ich mich niederlegen kann
in der Morgendämmerung vom
Gewissen
der Raum den ich suche
die Schuppen der Seele entlang
schiebe Meere
nach mir zu, das Gehör von
Flüssen
im Licht und aufgehobenen Händen
und schenke dem Horizont
das Wasser der Wälder
mit im Innern
einem ungenagelten Frieden
kerima ellouise ©
Ein unbekannter Morgen
Ein unbekannter Morgen
was, wenn nichts passiert
und geschlossene Wolken schwarz gekleidet bleibenweil sie alles wissen
und ich selten schlaf im Weißoder dass ich die Länge
von meinen Finger maß
in einer zu kurzen Nacktheitdie abgebissenen Nägel
einschließlichmeine Augen sind
trotzdem zu klein und deine blicken
weltaltwas wenn ich sterbe
in einem nicht einladendem Wortauf einem Frühlingsmorgen
nur so im Blau
kerima ellouise ©
In einem der Gräber
in einem der Gräber
es ist kalt
meine Hände schneien Vögel
und Nächte, ohne aufzuhören
aussätzig über das Land
dürrer Körperich lege die Erde still
wie Steine auf meine Schulter
und wiederhole den Winter
immerfortvergebe meine Nacktheit,
sterben ist liebhaben, ohne Augen
kerima ellouise ©
Streunworte
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kunstenaar: Lebuïn D'Haese
ich will das Schweigen bewahren, mich darinbewegen
wie die Schatten des Windes
die Arme halten in einer schaukelnden Trägkeit
während ich das Standbild ansehe
von vergeblichen Worten
die Luft geht durchhin
auch durch den kältesten Tagen
und wenn Ergebenheit mit Flügeln schlägt
traume ich noch einmal davon
heimwärts zu kehren
kerima ellouise ©
tief und dunkel
tief und dunkel
atmen
im Einzelbett
des Todes
ein Angesicht ohne Gesicht
zur Verfügung
des Entbehrens
in der Wahl entschlossen
weiß ich
die Antwort
von Leichtgewicht und
Schimmerzone
wie schmal die Linie ist
im ersten und letzten Wort
der Empfänglichkeit
kerima ellouise ©
Aber Still
Aber still
Das Kind zeigt
auf die Bäume die langsam
mit Winter antworten
jemand schweigt, jeder
schneit
und die Haare vom Kind
werden weiß
wenn aus dem Schlaf
Gebete starren, still zu folgen
auf ihre Haut
eine Frau zeigt
auf den Winter, am Morgen
Jahre später
und fragt ihren Namen
an Smetterlingsbäumen
jeder schweigt, jemand
schneitdie Antwort in ihre Augen
kerima ellouise ©
Mondangst
foto: http://www.imageafter.com/
Mondangst
es wird dunkel
jeden Tag
entkleide ich die Puppen
und ihre Gesichter, gleich dem Meinen
aus ihnen bin ich geboren
so wünsch ich es mir
und aus der Nacht des gerechtfertigten
Schattens
wenige Worter sind notwendig
wenn ich zum Körper
zurückkehre
und das was mich krank machte, kindlich
betäubt durch das erbeteneLächeln
ich lege die Kleidchen unter das Fenster
mit der Zunge zwischen meinen Zähnen
zerreiße das Licht
des blutroten
Monds
kerima ellouise ©
versus Kind
versus Kind
ich liebte sie
auch wenn ihr Atemin schmalen Linien auf den Grund fiel
ihre Augen hatte ich lieb
wie sie durch das Fenster betrachten
konnten
wenn Spaziergänger
die Sicht nach Hause
erlernten
es war Durst
es war Hunger ohne Schuld
und es war Winter
ich habe keine Fenster mehr
durchsichtig im Herbst
kerima ellouise ©
Der Morgen hat keine Augen

Der Morgen hat keine Augen
wenn eine Mutter schweigt
und ihr Kind zusammen faltet, das von nirgendwo
zu kommen scheintin das Nichts des leeren Zimmer's
der Gleichgültigkeitfragt sich das Kind dann
ob sein Name bestehtin Gedichten, zerstört von mangelnder
Ähnlichkeitund wird die Stille dann ein Ende finden
in verwilderten Träumenim Wissen, dass die Wirklichkeit
die darauf folgtstirbt in fremder, unerweckter
Liebe
kerima ellouise ©
Ein Schrei
Ein Schrei
wie oft
hat Sünde
ihren Namen schon berührt
mit Verzweiflung in den Augen,
klein und in die Richtung
des Todesmorgen
würde er lassen
und sie würde aufstehen, ohne
wiederzuerkennen, dass er sich bog
über den Tisch; halb Mann,
halb Vatersie warf Scheiben ein, kletterte
auf Dächer und in die höchsten Bäume,
tat alles um anders an zu klingensie änderte nichts
auch er nicht, es sei denn beim Sterben
kerima ellouise ©
Seeschmetterling
Seeschmetterling
könnte es sein
dass ich eine Trauerweide bin
am Rande eines Flußes
worin ich meine Arme
ruhen lassen
kann
als ob
Regen am Ende
vom Wasser
begreift das der Schmetterling
der darauf treibt
ein Naturgedicht ist
mit offenen Grenzen
kerima ellouise ©
Souvenir
foto : kerima ellouise ©
Souvenir
Das Meer wird
mein Körper
wenn ich Dünen
in Handflächen verwandele;
blutunterlaufen
vom Abendsand
und festgeklebter Scham.
Wind
spiegelt mein Schwanken wider;
nur noch Haut und Knochen
verwehend
zwischen dicken Schattenschichten
und Möwen welche flüchten.
Morgen bleibt
ohne Widerspruch
wenn mein Mund sich
gehorsam schließt
unverändert vom Salz
als ob nirgendwo zugehörig sein
mich hinterlässt
unter Einfluß von Spaziergängern
und dem Weinen.
kerima ellouise ©
Gelbe Flecken
Gelbe Flecken
die Stille
aus der eine Schwalbe fliegt
trägt gewöllbte Bäuche
Silberfische blinken, Äcker bewegen sich
und mit einem weitblickenden Auge
winkt die Meeresalbe über meine Schulter
das Haus, leer vom Sommer
sammelt die Schmetterlinge aus dem Tag
ich wähne mich Van Gogh
und zeichne Sonnenblumen mit blinden
Händen
aus dem Licht
kerima ellouise ©
in Bewegungen des Lebens
in Bewegungen des Lebens
es atmet
wenn der Winter
die Bäume abtastet
gleich wie du die Tage
auf dem gläsernen Kalender
langsam geboren
und weiter tragend, weit
entfernt
von Kartenrändern
mit einem gleichen Weltmeer
welche in den Wellen
und erklärten Wasserwohnungen
die Luft aufrecht hängen
es atmet, du atmest
auf den blauen Wipfeln
und selbst an einem ausgelöschten Tage
wie diesem
kerima ellouise ©
warten
warten
du gibst
und ich höre zu
-ferner-
nach sich selbst
Worte
oder die Möglichkeit von
Versprechungen im Innern
eilig
triefend auf
meiner Mondwohnung
und salziger dann ich mich
erinnere
du gibst
und ich höre zu
-von Nahem-
Obenwind gegen Sterne
klatschen
unruhig durch die hohle Fahrt
und doppelhäutiger
Liebe
transparent für mich
durch die Trägheit meiner Stille
kerima ellouise ©
zum dichten
zum dichten
ich erkannte es nicht, es hatte keinen Name
es war leicht und windstill
voll von Gesang und Tage
und es blieb liegen
auf meiner Wange
es gab keinen Regen
auch keinen Schatten, es war so etwas
wie Ewigkeit in einem Gedicht
ich konnte es nicht aufheben
nicht in Worten oder mit Händen
atemwarm und so nahe
du gabst es mir, gerade vor dem Abschied
Liebe, sagtest du
augenblau
kerima ellouise ©
darüber der Wind

zum Horizont
foto : Robin ©
darüber der Wind
jedesmal aufs Neue das Meer
nachts, träge
an meinem Auge vorbei
schon dieses Wort
bewegt meine Arme
gebaut in Schalen;
Purpurrot
ich habe mein Haus
nie gekannt noch
das Drehen der Fläche
ich weiß nur dass ich treiben soll
mit dem Meer wie ein Wimpel
am Ruder
kerima ellouise ©
bis zum Schluß
bis zum Schluß
sage nichts. mein Schlaf bleibt anonym
neben den anderen, viel näher
dann mein lautlos Warten
ich nehme ja eine Minute in acht
wegen all den gefallenen Worten, welche
gar nicht ausgesprochen sind
mein Haar wird grau, ich gehe nach Hause
erwachen kann ich morgen noch, auch wenn
das schlafen unerreichbar sein wird
kerima ellouise ©