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J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 4

Teil 4
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EIN STILLEBEN

 
 
Gebogen
Stütze ich mich
Auf den Armlehnen
Meiner Würde
 

Eine Ruhestätte
Abseits des offenen Kamins;
Ein Denkmal von Dignität
 
Ein hoher Stuhl mit Leder
Aus dunklem Eichenholz
 

Die Jahre sind uns anzusehen
Wenn die zierliche Schreinerarbeit
Verschossen trauert
 

Das Ofenfeuer erlöscht
Gleich meiner Zukunft
Welche allmählich abflaut


 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 19:21

KOMM DOCH

Meine Hände strecke ich dir entgegen
Getragen von fragenden Armen
 
Komm doch,
Flüstert meine Stimme
 
Ich hebe dich zu meinem Rosenbett
Werde deine zarte Haut erwärmen
 
 
Ich streiche deinen verletzbaren Leib entlang
Meine Augen auf dich gerichtet
Verlegen siehst du ins Innere
Das  Verrät dein lächelndes Gesicht
 
Komm doch,
Flüstert meine Stimme
 
Fühle die Stille in uns sinken
Schaue auch meine Runzeln an
Sie zeigen die Weichheit
Geboren aus sprachlosen Erzählungen
 
 
 
Komm......
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

DEM STERBEN ZUGETAN

 
 
 
Wenn dem Jahr das Ende naht
Verbleibe ich etwas tiefer im Inneren
Der Himmel taucht dann ungefragt
In meine Seele
 
Ich ziehe mich in
Mich selbst zurück
Als ob ich die
Hinwendung zum
Sterben erlernen muss
 
Das hängende Grau
Zwingt sich durch meine Haut
Um die Machbarkeit
Und den Winterschlaf vorzuziehen
Wie meine allerletzte Braut
 
Wenn Hoffnung weiter reicht
Als die Einsicht und
Das Gebirge sich  ausweitet
Bis in den Sehkreis
Der letzten schwelenden Tage                           
Kann ich nur warten auf etwas Licht                   
Um mich der Natur gegenüber                           
Demutsvoll zu geben                                         
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 13:27

ICH GEBE EUCH EINEN LESEFREIEN TAG (IRONIE)

Ein einziges Wort ist genug
Schweigen noch besser
Ich komme dann zur Ruhe
Und du wirst nicht gestört
Während deiner täglichen Schufterei
 
Nicht, dass du darum fragst
Und ich weiß, wie es sich gehört,
Bin dann schnell ausgequengelt
 
Ich, ein großer Schriftsteller,
Falle dir heute nicht zur Last
Mit erbaulichem Getue
Oder poetischem Geschwätz
 
Manchmal werde ich echt müde
Von meinem eigenen Gedrängel
Du kennst das doch auch
Jeder hat einmal
Seinen schwachen Augenblick    
 
Also, ich gehe nun
Du hast heute von mir
Nichts zu befürchten
 

 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 13:24

MEINE GRACHT

 
Ich schlendere die tiefe Gracht entlang
Betrachte stets, was mir begegnet
Nicht alles kommt dann herein
So ich gerne möchte
Die Wirklichkeit hat eingebüßt
Das Große würde mich schwer tun lassen
 
So gehe ich oft hier meinen Weg
Manchmal irrend in Gedanken
Eine Stelle von Nachsinnen
Von imaginären Kräften
Welche mich erstaunen
Von der Palette des Wassers
 
Grün und Kopfstein
Hier so überreichlich anwesend
Und mein Gemüt mildern
Bis entsteht Zuneigung
Für mich selber und Manchen
 
Im Wasser widerspiegelt  meine Welt
Endlos blau mit leichten Schatten
Durchkreuzt von trägen Enten
Welche wegtreiben zum Stauwerk
 
So, denke ich nun
Auch ich führe mit dem Wasser,
Eine intensive Lebensgestik,
Wodurch ich werde mitgeschleppt
 
Nun, morgen oder später
 
 
 

 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 14:27

DIE UNSICHTBARE ANDERE SEITE

 
 
Wenn die Sonne
Sich verkroch in
Meiner Hand
Und das Gesicht
Von Blättern
Bedeckt war
 
Fühlte ich mich
Überwältigt
Von Freude
Welche strömte durch
Unendliche Adern
 
Es war nahe einem Feld,
Das sich an den
Weiträumigen Waldrand
Anschmiegte
Wo der Tag, so schien es,
Sich fast nahezu
Erschöpft zeigte
 
Der Abend hing
Über voll gesäten
Rinnen des flachen Landes,
Das wartete auf die
Feuchtigkeit der Dunkelheit
 
Ich war dort kurz
Mit meinen Gedanken
Sie änderten sich in
Träume der unsichtbaren
Anderen Seite
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

BEI VERSCHWINDENDEM LICHT

 
 
 
Wenn die Dunkelheit
Des Abends
Ihr Maul öffnet
Und das Licht uns
Noch kurz die Hand
Reichen mag
 
Empfinde ich
Eine sich nähernde Stille
Als würde der Tod mich
Beim Schlafittchen
Fassen wollen
 
Oder wird es
Mein Verjähren sein,
Dass Gedanken
Im Dämmerlicht
Sich mehr reflektieren
An meinem Sterben
 
Aber auch der Tag
Von morgen                       
Ist nur eine Idee
Noch etwas von der Zukunft
Erben zu dürfen
 

 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 22:22

EIN KALEIDOSKOP

 
 
Erste Version:
 
Ein Gedicht ist
Wie ein Kaleidoskop
Für die
Individuelle Seele
 
Wo Worte,
Sprachlos,
Nach dem Gefühl
Wehen
 

Zweite Version:
 
Ein Gedicht ist
Wie ein Kaleidoskop
Für die
Individuelle Seele
 
Wo Worte,
Sprachlos,
Nach dem Gefühl
Sehnen
 
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

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