EIN VORBOTE
Ich erschaue
Den Toten;
Ein Mensch
Wie ein Vorbote
Plötzlich
Ein Denkmal
Des Lebens
Sein kurzes
Leben nur
Ein Moment
Der Ewigkeit
EIN VORBOTE
GLAUBE
ES FEHLT MIR NICHTS
DER ANGLER
Ich rede heute mit dir,
Ja du, der dies liest
Hattest du es gut heute
Warst du umgeben
Von gut Gelaunten
Oder trafst du wieder das Biest
Bei denjenigen, welche du liebst
Brach aufs neue dein Herz
Flüchtetest du wieder in
Nichts sagende Worte
Wobei dein Gefühl
Eine Betonmauer hochzog
So daß der Schmerz dich
Nicht durchbohrte
Oder trafst du das wirbelnde Glück
In einer Schönheit oder
Einer süßen Blüte
Naschtest du unmäßig
Von der Sahne
Wurdest du fertig auf einsamer Höhe
Und führtest die Glückseligkeit herbei
Möchtest du das hier mit mir teilen
Oder läßt du dein Gefühl nicht bestehlen
Von einem anmaßenden Mensch
Der hier zum anglen sitzt
Nach deinem tiefsten Geheimnis
Komm, richte deinen Rücken auf
Ich möchte deine Geschichte
Nicht entbehren
SCHLIEßE DIE AUGEN NACH DEM LESEN
In diesem Moment
Von ewiger Stille
Wo Vögel schweigen
Und meine Herzschläge
Sich ruhig aneinanderreihen
Halte ich mich auf in dem
Land der Zärtlichkeit
Mit dem sanften Tone
Eines flüsternden Windes
Erfahre den warmen Sand
Unter meinen bloßen Füßen
Und Ruhe fällt mir zu
Alles müssen verschwindet
Diese fortschreitende Freude
Von Glück und Seligkeit
Durchtränkt alle meine Fasern
Ohne mühe
Möchte es teilen
Mit jenen
Welche mich finden
Mich sehen und sich mit
Mir verbinden möchten
ICH UND MEIN FINGER
Ich rühre mit meinem Finger
Durch den Schaum
Vom Cappuccino
Der bleibt immer zurück
Da ich zu schnell meinen
Kaffee trinke
Etwas ungeduldig;
Eine unerklärbare Eile
Schade denke ich oft,
Dieser weiße Schaum
Und lecke meine Finger ab
Mit dem Nachgeschmack
Von Kakao
Welch ein Genuß
Erst schlürfen
Und dann das abtasten
Einer Tasse
Als ob ich
Einen Frauenleib
Befühl
Und vergnügt verspeise
Noch einen bitte,
Herr Ober
RUINE
Wenn meine Hand
Fast klebt am
Rostigen Gitter
Saugt die Erde
Und belastet meinen Leib
Nagelt mich fest an dieser Stelle
Ich blicke fast entgeistert zu den
Unausgeglichenen Fragmenten
Von moosbedeckten Mauern
Geschlagen von Wetter und Zeit
Welche an der Pracht schonungslos
Und fortschreitend nagten
Ich schaue zurück in die
Vergangenheit
In einem Traum welcher
Meine Jugendzeit
Langsam vorbeiziehen läßt
Wehmütig trachte ich,
Die Erinnerung sinnlos
Zu dehnen
Ich fühle ein Zittern
Die Haut ist klamm
Vor mir
Am ende der Allee
Schwindet in aller Stille
Das schloss zu schlamm
MEINE SILHOUETTE
Vor mir gewahre ich
Auf Gehwegplatten
In quadratischer Form,
Eine gerundete Silhouette
Von der Sonne projektiert
Mein gedrungener Leib
Da läßt sich nichts machen,
So bin ich wahrnehmbar
Offensichtlich etwas steif,
Dick und trivial
Laufend bewegen
Wir uns fort
Und ich stelle fest
Er sieht etwas plump aus,
Mein Schatten
Habe ihn nie begehrt
Nur mein Bauch
Gibt einigen Trost
Ansonsten hat
Meine Schönheit sich
Schon verringert
Ich spreche einen Toast
Aus auf mich
ES REGNETE
MEIN SCHWEIGEN
FERNE
SIE IST NICHT MEHR
DER GEIGENSPIELER
FERNE EULEN
DAS GEDICHT UNTER DEN GEDICHTEN