DA SEI LICHT (2)
Da sei Licht
Dachte ich kurz,
Ohne Sicht
Und schloß
Meinen Mund
Die erlösenden
Worte,
Sie kamen nicht
DA SEI LICHT (2)
Da sei Licht
Dachte ich kurz,
Ohne Sicht
Und schloß
Meinen Mund
Die erlösenden
Worte,
Sie kamen nicht
DA SEI LICHT (1)
Tief sinken
Ist Absteigen zur Leere
Stufen überspringen
Blindlings zaudern
Auf einem Bein hüpfen
Noch weniger dann das
Wird wie sich verirren sein
In was schon verborgen ist
Rufen nach
Geschlossenen Ohren
Mit mindestens einer
Dicken Lage Firnis
Den schwarzen Widerhall verführen
Geräusche welche zurückwerfen
Gegen verbeulte Träume
In dem Atem eilen
Der ein pochendes Herz
Einfassen soll
Da sei Licht
Dachte ich kurz,
Ohne Sicht
LUCIANO PAVAROTTI (1935-2007)
HINTER IHRER FLACHEN HANDvlakke hand,
een collectie slanke vingers
Hinter ihrer flachen Hand,
Eine Menge schlanker Finger
Mit vielem Silber geschient
In verschiedenen Lagen und Dicken
Bedeckt sie ihren Mund;
Sanfte schwüle Lippen
Wie Wächter einer feurigen
Muskulösen Zungenlunte
Wird da ein Lächeln versteckt
Wegen meiner verfeinerten Witze
Oder bedeckt sie die Langeweile
Um nicht aus einem anderen,
Abweisenden Loch zu pfeifen zu müssen
Und mich nicht zu quälen wünscht
Wenn ich ihr, grenzenlos verblendet,
Meine saugenden Augen schenke
Unkundig meiner Passion
Hinter dem Schweigen zu verbergen
Damit ich meine Sucht
Lediglich in Speichel tränke
DIE GRILLEN DES WETTERS
LETZTER WUNSCHMeine Hand spiegelt
Meine Seele
Und berührt nur kurz
Diesen Menschen
Der Blick in ihre Augen
Lässt mich sehen:
Ja, dies war mein
Letzter Wunsch
IMMER WIEDER
Tropfen gleiten langsam abwärts
An beiden Seiten meiner
Glastüre entlang
Es ist der Weg hin zum Raum
Wo das frische Grün
Mir begegnen möchte
Begleitet von einem Frühlingduft
Und von beifall begleitetem Gesang
Jeden neuen Tag baue ich
Eine Brücke nach draußen
Wo die Natur eigensinnig
Ihre Welt öffnet für mich
Einfach das Schloss in einem
Handumdrehn aufschließen
Und in Stille meine
Erste Aussicht genießen
Selbst in dem regnerischen Sein
Bei aufsteigendem Licht
Lassen die wilden Tauben
Sich willig nieder
Sie wissen wer ich bin
Achtend auf meine Geste
So schaffe ich ein Band
Erfahre die Gegenseitigkeit
Immer wieder
KARFREITAG
ICH TRAGE DEINE GEDANKEN
In meinen Armen
Trage ich deine Gedanken
Von zu hause fühlen
Von ewiger Zartheit
Und immensem Erwarten
Wenn meine Hand
Deine Haare streichelt
Langsam und voraussagbar
Sehe ich dein reines Gesicht
Welches mit einem Lachen
Meine Bewegung teilt
Und ich spüre
Wie sich kurz deine
Schwere Aufhellt
Ich berühre deine Wangen
Die während der
Steichelnden Gebärde sich
Für einen Augenblick entspannen
So nehme ich es jedenfalls wahr
Fühle doch meine Augen wachen
Um die Umwelt zu beschwören
Du kannst dann,
Wenn du möchtest
In meine Seele kommen,
Ganz mir zugehören
foto
KLEINER SPAZIERGANG
Mache mit mir
Einen kleinen
Spaziergang
Durch schweigende
Straßen
Ich werde stille sein
Wenn ich mit dir
Mich selber finde
Du darfst reden
Und ich
Ich kann mich
Auf mein Inneres
Verlassen
EINE BRÜCHIGE BRÜCKE
NOTRE DAME DE VALDEUR
Ich stütze mich gegen
Den schweren Pfeiler
Straff wie die der Mauer
Und gestreckt wie sie
Bis zur Spitze
So weit ich sehen kann
Wie gemauert fühle ich mich
Aufgenommen von der Vergangenheit
Denke an die kraftvollen Erbauer
Welche waghalsig
Die Höhe bestritten haben
Selbst mein Geist
Am Anfang irdisch gerichtet
Gibt langsam zu kennen
Diese Stelle kennt Glorie
Dies ist eindrucksvoll
Doch zeigt es mir ebenfalls
Wie gering ich bin
Das muß ich es
Aufs neue begreifen
FRÜHLING
WENN FARBEN VERSCHIEßEN
Farben verschießen
Wenn Träume dürftiger werden
Gleich der Sonne, die
Sich verlangsamt absenkt,
Um dem Schatten abzuholen
Nicht, daß die Kälte
Dann zugreifen würde
Oder Sicht sich verengt
Nein, die Stunden
Schreiten fort
Tag und Nacht
Vermischen sich,
Allmählich,
Damit das Leben
Wieder dem
Alltäglichen gehört
WIESEN WIESEN WIESENKERBEL
DER GRAF VON MERODE
EIN AUGENBLICK
Ich suche noch immer
In langen Zeiten von Verlangen
Den Weg zu gehen
Zu entlastenden Gesängen
Auf der kultivierten Heide
Wo ein sanfter Nebel
Die Felder bekleidet
Streift die verschwommene Sonne
Die neugeborene Erde
Wo alle können wissen
Von meinem inneren Wert
Ich suche noch immer
Die ewige Verbindung
Zu sich erholender Vollkommenheit
Verloren in meinem Menschsein:
Geschaffene Zerbrechlichkeit
In kommen, sein und gehen
Wer bin ich noch, so denke ich
In meinem Bestehen
**
Das Glänzen inDeinen kleinen Augen
Tief und voll Vertrauen
Hat mich ohne nachzudenken
Einfach in meinen
Wesentlichen Kern gesogen
Du brauchtest nur spontan
Mit deinen Ärmchen zu winken
Ich fühlte mich kurz nicht
Vom Leben enttäuscht
EINE GRAUE OASE
Wenn die Wüste nur die Hitze erträgt
Mit dürre und stachligen Sträuchern
Kann ich noch so hart gefordert werden
Und gerufen aus einer nahen Ferne
Ich würde keinen einzigen Fuß versetzen
Oder Worte formen bis zur fruchtbaren Saat
Dein flimmerndes schwarz wird es verwehren
In dem Schatten einer grauen Oase spiele ich
Ein Lied auf einer Gitarre ohne Saiten
Sie kennt keinen Rhythmuss oder erkennbare Noten
Ich singe dann von entthronten Maschen
Oder sterbenden Bäumen ohne Sprösslinge
In meiner Brust hallen nur
Die Schläge meines Herzens
Keiner wird sie je hören
Also wirst auch du nicht
Dabei zuhören
SIE KOMMT NICHT NÄHER
Wo selbst die Erde flieht
In dem sanft ansteigenden Horizont
Und der Schatten leicht zurückprallt
Gegen das jungfräuliche Reitgras
Dort ruft sie mich näher
Eine Fee in blau gehüllt
Komm, scheinen ihre
Lippen zu sagen
Ich, ja ich bin an dir erfreut
So sehr ich auch meine Schritte
Beschleunigen möchte
Und meine Arme strecke
Ich komme nicht heran
Und scheine festgenagelt am Boden
Als ob das nie gekannte
Mich quälen möchte
Ein Verlust von schweigender Sehnsucht
Ein Mensch, auch mir nicht unbekannt
Hält die Seele in meinem Leib gefangen
Ich bin gebrochen und
Doch bleibe ich stetig hoffend
Auf rufende Gesänge