FRÜHLING
Ich werde geschwängert
Von der Luft eines
Flaumig grünen Feldes
In mir grünt
Wieder die Erwartung
Wenn der Frühling mir
Von der Geburt erzählt
FRÜHLING
WENN FARBEN VERSCHIEßEN
Farben verschießen
Wenn Träume dürftiger werden
Gleich der Sonne, die
Sich verlangsamt absenkt,
Um dem Schatten abzuholen
Nicht, daß die Kälte
Dann zugreifen würde
Oder Sicht sich verengt
Nein, die Stunden
Schreiten fort
Tag und Nacht
Vermischen sich,
Allmählich,
Damit das Leben
Wieder dem
Alltäglichen gehört
WIESEN WIESEN WIESENKERBEL
DER GRAF VON MERODE
EIN AUGENBLICK
Ich suche noch immer
In langen Zeiten von Verlangen
Den Weg zu gehen
Zu entlastenden Gesängen
Auf der kultivierten Heide
Wo ein sanfter Nebel
Die Felder bekleidet
Streift die verschwommene Sonne
Die neugeborene Erde
Wo alle können wissen
Von meinem inneren Wert
Ich suche noch immer
Die ewige Verbindung
Zu sich erholender Vollkommenheit
Verloren in meinem Menschsein:
Geschaffene Zerbrechlichkeit
In kommen, sein und gehen
Wer bin ich noch, so denke ich
In meinem Bestehen
**
Das Glänzen inDeinen kleinen Augen
Tief und voll Vertrauen
Hat mich ohne nachzudenken
Einfach in meinen
Wesentlichen Kern gesogen
Du brauchtest nur spontan
Mit deinen Ärmchen zu winken
Ich fühlte mich kurz nicht
Vom Leben enttäuscht
EINE GRAUE OASE
Wenn die Wüste nur die Hitze erträgt
Mit dürre und stachligen Sträuchern
Kann ich noch so hart gefordert werden
Und gerufen aus einer nahen Ferne
Ich würde keinen einzigen Fuß versetzen
Oder Worte formen bis zur fruchtbaren Saat
Dein flimmerndes schwarz wird es verwehren
In dem Schatten einer grauen Oase spiele ich
Ein Lied auf einer Gitarre ohne Saiten
Sie kennt keinen Rhythmuss oder erkennbare Noten
Ich singe dann von entthronten Maschen
Oder sterbenden Bäumen ohne Sprösslinge
In meiner Brust hallen nur
Die Schläge meines Herzens
Keiner wird sie je hören
Also wirst auch du nicht
Dabei zuhören
SIE KOMMT NICHT NÄHER
Wo selbst die Erde flieht
In dem sanft ansteigenden Horizont
Und der Schatten leicht zurückprallt
Gegen das jungfräuliche Reitgras
Dort ruft sie mich näher
Eine Fee in blau gehüllt
Komm, scheinen ihre
Lippen zu sagen
Ich, ja ich bin an dir erfreut
So sehr ich auch meine Schritte
Beschleunigen möchte
Und meine Arme strecke
Ich komme nicht heran
Und scheine festgenagelt am Boden
Als ob das nie gekannte
Mich quälen möchte
Ein Verlust von schweigender Sehnsucht
Ein Mensch, auch mir nicht unbekannt
Hält die Seele in meinem Leib gefangen
Ich bin gebrochen und
Doch bleibe ich stetig hoffend
Auf rufende Gesänge
DIE SCHÖNHEIT EINES SCHATTEN
Verwehr mir nicht
Die Schönheit
Eines Schatten
Wenn mein Auge
Eine blanke Schulter
Gewahr wird
Es offenbart sich in
Einem unhaltbaren
Gedankenfluss
Das unsichtbare
Linienspiel deiner Figur
Woraus das staunen
Meiner Sinne
Erregt wird
Und worin mein
Herz sich verliert
EIN VORBOTE
GLAUBE
ES FEHLT MIR NICHTS
DER ANGLER
Ich rede heute mit dir,
Ja du, der dies liest
Hattest du es gut heute
Warst du umgeben
Von gut Gelaunten
Oder trafst du wieder das Biest
Bei denjenigen, welche du liebst
Brach aufs neue dein Herz
Flüchtetest du wieder in
Nichts sagende Worte
Wobei dein Gefühl
Eine Betonmauer hochzog
So daß der Schmerz dich
Nicht durchbohrte
Oder trafst du das wirbelnde Glück
In einer Schönheit oder
Einer süßen Blüte
Naschtest du unmäßig
Von der Sahne
Wurdest du fertig auf einsamer Höhe
Und führtest die Glückseligkeit herbei
Möchtest du das hier mit mir teilen
Oder läßt du dein Gefühl nicht bestehlen
Von einem anmaßenden Mensch
Der hier zum anglen sitzt
Nach deinem tiefsten Geheimnis
Komm, richte deinen Rücken auf
Ich möchte deine Geschichte
Nicht entbehren
SCHLIEßE DIE AUGEN NACH DEM LESEN
In diesem Moment
Von ewiger Stille
Wo Vögel schweigen
Und meine Herzschläge
Sich ruhig aneinanderreihen
Halte ich mich auf in dem
Land der Zärtlichkeit
Mit dem sanften Tone
Eines flüsternden Windes
Erfahre den warmen Sand
Unter meinen bloßen Füßen
Und Ruhe fällt mir zu
Alles müssen verschwindet
Diese fortschreitende Freude
Von Glück und Seligkeit
Durchtränkt alle meine Fasern
Ohne mühe
Möchte es teilen
Mit jenen
Welche mich finden
Mich sehen und sich mit
Mir verbinden möchten
ICH UND MEIN FINGER
Ich rühre mit meinem Finger
Durch den Schaum
Vom Cappuccino
Der bleibt immer zurück
Da ich zu schnell meinen
Kaffee trinke
Etwas ungeduldig;
Eine unerklärbare Eile
Schade denke ich oft,
Dieser weiße Schaum
Und lecke meine Finger ab
Mit dem Nachgeschmack
Von Kakao
Welch ein Genuß
Erst schlürfen
Und dann das abtasten
Einer Tasse
Als ob ich
Einen Frauenleib
Befühl
Und vergnügt verspeise
Noch einen bitte,
Herr Ober
RUINE
Wenn meine Hand
Fast klebt am
Rostigen Gitter
Saugt die Erde
Und belastet meinen Leib
Nagelt mich fest an dieser Stelle
Ich blicke fast entgeistert zu den
Unausgeglichenen Fragmenten
Von moosbedeckten Mauern
Geschlagen von Wetter und Zeit
Welche an der Pracht schonungslos
Und fortschreitend nagten
Ich schaue zurück in die
Vergangenheit
In einem Traum welcher
Meine Jugendzeit
Langsam vorbeiziehen läßt
Wehmütig trachte ich,
Die Erinnerung sinnlos
Zu dehnen
Ich fühle ein Zittern
Die Haut ist klamm
Vor mir
Am ende der Allee
Schwindet in aller Stille
Das schloss zu schlamm
MEINE SILHOUETTE
Vor mir gewahre ich
Auf Gehwegplatten
In quadratischer Form,
Eine gerundete Silhouette
Von der Sonne projektiert
Mein gedrungener Leib
Da läßt sich nichts machen,
So bin ich wahrnehmbar
Offensichtlich etwas steif,
Dick und trivial
Laufend bewegen
Wir uns fort
Und ich stelle fest
Er sieht etwas plump aus,
Mein Schatten
Habe ihn nie begehrt
Nur mein Bauch
Gibt einigen Trost
Ansonsten hat
Meine Schönheit sich
Schon verringert
Ich spreche einen Toast
Aus auf mich
ES REGNETE
MEIN SCHWEIGEN
FERNE
SIE IST NICHT MEHR