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Deutsche Gedichte von J. Dreyfsandt zu Schlamm 2

TEIL 2
akke.beakke.be

DA SEI LICHT (1)

 

 

 

Tief sinken           

Ist Absteigen zur Leere

Stufen überspringen

Blindlings zaudern

Auf einem Bein hüpfen

 

Noch weniger dann das

Wird wie sich verirren sein

In was schon verborgen ist

 

Rufen nach

Geschlossenen Ohren

Mit mindestens einer

Dicken Lage Firnis

Den schwarzen Widerhall verführen

 

Geräusche welche zurückwerfen

Gegen verbeulte Träume

In dem Atem eilen

Der ein pochendes Herz

Einfassen soll

 

Da sei Licht

Dachte ich kurz,

 

Ohne Sicht

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

LUCIANO PAVAROTTI (1935-2007)

Er war
Der große Meister
Versteckte sich in
Einem Harnisch
Von menschlichem Genuß

Teilte sein hohes C
Mit Passion und Elan
War versessen auf Ruhm

Wurde bewundert
Von mir,
Von seinem Publikum   
 
Kein Tenor hat mich
So tief gerührt
Meine Saiten so angeschlagen

Und die Seele
Mit Wiedererkennung bewogen
Wie ein Schöpfer es lieben möchte;
Von himmlischen Klängen getragen

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 19:40

HINTER IHRER FLACHEN HAND

vlakke hand,

een collectie slanke vingers

 

Hinter ihrer flachen Hand,

Eine Menge schlanker Finger

Mit vielem Silber geschient

In verschiedenen Lagen und Dicken

 

Bedeckt sie ihren Mund;

Sanfte schwüle Lippen

Wie Wächter einer feurigen

Muskulösen Zungenlunte

 

Wird da ein Lächeln versteckt

Wegen meiner verfeinerten Witze

Oder bedeckt sie die Langeweile

Um nicht aus einem anderen,

Abweisenden Loch zu pfeifen zu müssen

 

Und mich nicht zu quälen wünscht

Wenn ich ihr, grenzenlos verblendet,

Meine saugenden Augen schenke

Unkundig meiner Passion
Hinter d
em Schweigen zu verbergen

Damit ich meine Sucht

Lediglich in Speichel tränke



 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 15:19

DIE GRILLEN DES WETTERS

 
 
 
Zwei Bretter, zwei Meter lang
Auf Rückenhöhe und vertikal
Zwei, durchgebogen auf Sitzhöhe, horizontal
Ohne Ahnung, angeheftet an zwei Betonstücke
Tragen mich in der vorhandenen Sonne
 

Ich setzte mich dort nur kurz
Kann natürlich anfangen sie zu bekritteln
Es führt aber dieses Mal nicht bis zur Sommerhitze
Sie kommt, wenn es vorausgesagt wird
Und das ist diese Woche schnell an einer Hand abgezählt
 

Die Feuchtigkeit dringt durch meine Kleidung
Es zieht langsam nach oben
Das "Geniessen" kennt deshalb zwei Seiten
Wie die Erfahrung von nassen Backen
Und das Steigen einer klammen Wärme
Dieser Augenblick zeigt die zwei Seiten
Der Grillen des Wetters
 

Es sei mal  gesagt, allmählich fange ich an mit Zittern
Ich sehe die dunklen Wolken schon heraufziehen,
Ein sich näherndes Unheil
Ich beginne zu frieren durch die aufsteigende Feuchte
Die Stimmung sinkt nach einem dementsprechenden Maße
 
 
 

 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 22:39

IMMER WIEDER



Tropfen gleiten langsam abwärts

An beiden Seiten meiner

Glastüre entlang

Es ist der Weg hin zum Raum

Wo das frische Grün

Mir begegnen möchte

Begleitet von einem Frühlingduft

Und von beifall begleitetem Gesang

 

Jeden neuen Tag baue ich

Eine Brücke nach draußen

Wo die Natur eigensinnig

Ihre Welt öffnet für mich

Einfach das Schloss in einem

Handumdrehn aufschließen

Und  in Stille meine

Erste Aussicht genießen

 

Selbst in dem regnerischen Sein

Bei aufsteigendem Licht

Lassen die wilden Tauben

Sich willig nieder

Sie wissen wer ich bin

Achtend auf meine Geste

So schaffe ich ein Band

Erfahre die Gegenseitigkeit

Immer wieder


Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

ICH TRAGE DEINE GEDANKEN

 

 

In meinen Armen

Trage ich deine Gedanken

Von zu hause fühlen

Von ewiger Zartheit

Und immensem Erwarten

 


Wenn meine Hand

Deine Haare streichelt

Langsam und voraussagbar

Sehe ich dein reines Gesicht

Welches mit einem Lachen

Meine Bewegung teilt

Und  ich spüre

Wie sich kurz deine

Schwere Aufhellt

 


Ich berühre deine Wangen

Die während der

Steichelnden Gebärde sich

Für einen Augenblick entspannen

So nehme ich es jedenfalls wahr

 


Fühle doch meine Augen wachen

Um die Umwelt zu beschwören

 


Du kannst dann,

Wenn du möchtest

In meine Seele kommen,

Ganz mir zugehören




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

EINE BRÜCHIGE BRÜCKE

 

 
Ich baue eine Brücke
Über einem flüchtigen Tal
Unterstützt von
Brüchigem Gestein
Eine Verbindung schaffend
Zwischen diesem und jenem Ufer
 
Neblig ist noch
Die gegenüberliegende Seite
Zögernd gehe ich vorwärts
Nicht wissend, was zu erwarten:
Eine menschliche Belagerung,
Ausstreckende Hände
Oder dunkle Kräfte

Schwankend
Ist mein Tritt
Hat es sinn
Diesen Weg zu gehen
Zweifel ist mein Kompass
Wo es doch erst
Eine Herausforderung war







 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

NOTRE DAME DE VALDEUR





Ich stütze mich gegen

Den schweren Pfeiler

Straff wie die der Mauer

Und gestreckt wie sie

Bis zur Spitze

So weit ich sehen kann  


Wie gemauert fühle ich mich

Aufgenommen von der  Vergangenheit

Denke an die kraftvollen Erbauer

Welche waghalsig

Die Höhe bestritten haben

 

Selbst mein Geist

Am Anfang irdisch gerichtet

Gibt langsam zu kennen

 

Diese Stelle kennt Glorie

Dies ist eindrucksvoll

Doch zeigt es mir ebenfalls

Wie gering ich bin

 

Das muß ich es

Aufs neue begreifen

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

WENN FARBEN VERSCHIEßEN





Farben verschießen

Wenn Träume dürftiger werden

Gleich der Sonne, die

Sich verlangsamt absenkt,

Um dem Schatten abzuholen

 

Nicht, daß die Kälte

Dann zugreifen würde

Oder Sicht sich verengt

Nein, die Stunden

Schreiten fort

 

Tag und Nacht

Vermischen sich,

Allmählich,

Damit das Leben

Wieder dem

Alltäglichen gehört




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

WIESEN WIESEN WIESENKERBEL





Wiesen wiesen Wiesenkerbel
 
Du spielst rundum und
Wucherst mit deiner Braut
In üppig blühenden Weiden
 
Ich sehe deine Pracht
Die Sonne begleiten
Und mich, den schauenden Mensch,
Mit Glückseligkeit beglücken
 
Wiesen wiesen Wiesenkerbel
 
Du singst von Freude
Mit farbenfreudigem Blatt
Ich möchte dich pflücken
Stehlen aus dem Feld
 
Ich lasse dich unberührt
Keine Stängel werde ich knicken
Oder reißen an einer Wurzel
Ich mag dich so gerne
Ich erlege, bin von dir berührt
 
Wiesen wiesen Wiesenkerbel
 
 
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

DER GRAF VON MERODE



Der Graf von Merode
Ist fein gebaut
Aber vermisst den Stolz,
Der vonnöten
Er reitet mit dem Pferd
Nach Goethe, durchs Holz
 
Um dort eine Schönheit zu finden
Er kann das Frauliche
In keiner Weise entbehren
Aber keine einzige Dame
Möchte sich mit ihm verbinden
 
Wie er auch
Frisieren lässt
Wie auch kleiden
Nach dem letzten Schnitt
Es fehlt ihm der Schwung
Den Tanzboden zu betreten
Und findet seine Liebe nicht




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

EIN AUGENBLICK

 

 

Ich suche noch immer

In langen Zeiten von Verlangen

Den Weg zu gehen

Zu entlastenden Gesängen

 

Auf der kultivierten Heide

Wo ein sanfter Nebel

Die Felder bekleidet

Streift die verschwommene Sonne

Die neugeborene Erde

Wo alle können wissen   

Von meinem inneren Wert

 

Ich suche noch immer

Die ewige Verbindung

Zu sich erholender Vollkommenheit 

Verloren in meinem Menschsein:

Geschaffene Zerbrechlichkeit

In kommen, sein und gehen

Wer bin ich noch, so denke ich

In meinem Bestehen

 


**


Das Glänzen in      

Deinen kleinen Augen

Tief und voll Vertrauen

Hat mich ohne nachzudenken

Einfach  in meinen

Wesentlichen Kern gesogen

Du brauchtest nur spontan

Mit deinen Ärmchen zu winken  

Ich fühlte mich kurz nicht

Vom Leben enttäuscht




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

EINE GRAUE OASE

    

 

Wenn die Wüste nur die Hitze erträgt

Mit dürre und stachligen Sträuchern

Kann ich noch so hart gefordert werden

Und gerufen aus einer nahen Ferne

Ich würde keinen einzigen Fuß versetzen

Oder Worte formen bis zur fruchtbaren Saat

Dein flimmerndes schwarz wird es verwehren   

 


In dem Schatten einer grauen Oase spiele ich

Ein Lied auf einer Gitarre ohne Saiten

Sie kennt keinen Rhythmuss oder erkennbare Noten

Ich singe dann von entthronten Maschen  

Oder sterbenden Bäumen ohne Sprösslinge 

 


In meiner Brust hallen nur

Die Schläge meines Herzens

Keiner wird  sie je hören

Also wirst auch du  nicht

Dabei zuhören 



Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

SIE KOMMT NICHT NÄHER

 

 

Wo selbst die Erde flieht

In dem sanft ansteigenden Horizont

Und der Schatten leicht zurückprallt

Gegen das jungfräuliche Reitgras

 

Dort ruft sie mich näher

Eine Fee in blau gehüllt

Komm, scheinen ihre

Lippen zu sagen

Ich,  ja ich bin an dir erfreut

 

So sehr ich auch meine Schritte

Beschleunigen möchte

Und meine Arme strecke

Ich komme nicht heran

Und scheine festgenagelt am Boden

Als ob das nie gekannte

Mich quälen möchte

 

Ein Verlust von schweigender Sehnsucht

Ein Mensch, auch mir nicht unbekannt

Hält die Seele in meinem Leib gefangen

 

Ich bin gebrochen und

Doch bleibe ich  stetig  hoffend

Auf rufende Gesänge





 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

DIE SCHÖNHEIT EINES SCHATTEN

 

 

 

Verwehr mir nicht

Die Schönheit

Eines Schatten

Wenn mein Auge

Eine blanke Schulter

Gewahr wird

 

Es offenbart sich in

Einem unhaltbaren

Gedankenfluss

Das unsichtbare

Linienspiel deiner Figur

 

Woraus das staunen

Meiner Sinne

Erregt wird

Und worin mein

Herz sich verliert

 








 

 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

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