KARFREITAG
Der Tod
Mit voller
Hingabe
Auf Holz,
Kerzengerade
Der Mensch
Kann seinen
Durst wieder
Laben
KARFREITAG
ICH TRAGE DEINE GEDANKEN
In meinen Armen
Trage ich deine Gedanken
Von zu hause fühlen
Von ewiger Zartheit
Und immensem Erwarten
Wenn meine Hand
Deine Haare streichelt
Langsam und voraussagbar
Sehe ich dein reines Gesicht
Welches mit einem Lachen
Meine Bewegung teilt
Und ich spüre
Wie sich kurz deine
Schwere Aufhellt
Ich berühre deine Wangen
Die während der
Steichelnden Gebärde sich
Für einen Augenblick entspannen
So nehme ich es jedenfalls wahr
Fühle doch meine Augen wachen
Um die Umwelt zu beschwören
Du kannst dann,
Wenn du möchtest
In meine Seele kommen,
Ganz mir zugehören
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KLEINER SPAZIERGANG
Mache mit mir
Einen kleinen
Spaziergang
Durch schweigende
Straßen
Ich werde stille sein
Wenn ich mit dir
Mich selber finde
Du darfst reden
Und ich
Ich kann mich
Auf mein Inneres
Verlassen
EINE BRÜCHIGE BRÜCKE
NOTRE DAME DE VALDEUR
Ich stütze mich gegen
Den schweren Pfeiler
Straff wie die der Mauer
Und gestreckt wie sie
Bis zur Spitze
So weit ich sehen kann
Wie gemauert fühle ich mich
Aufgenommen von der Vergangenheit
Denke an die kraftvollen Erbauer
Welche waghalsig
Die Höhe bestritten haben
Selbst mein Geist
Am Anfang irdisch gerichtet
Gibt langsam zu kennen
Diese Stelle kennt Glorie
Dies ist eindrucksvoll
Doch zeigt es mir ebenfalls
Wie gering ich bin
Das muß ich es
Aufs neue begreifen
FRÜHLING
WENN FARBEN VERSCHIEßEN
Farben verschießen
Wenn Träume dürftiger werden
Gleich der Sonne, die
Sich verlangsamt absenkt,
Um dem Schatten abzuholen
Nicht, daß die Kälte
Dann zugreifen würde
Oder Sicht sich verengt
Nein, die Stunden
Schreiten fort
Tag und Nacht
Vermischen sich,
Allmählich,
Damit das Leben
Wieder dem
Alltäglichen gehört
WIESEN WIESEN WIESENKERBEL
DER GRAF VON MERODE
EIN AUGENBLICK
Ich suche noch immer
In langen Zeiten von Verlangen
Den Weg zu gehen
Zu entlastenden Gesängen
Auf der kultivierten Heide
Wo ein sanfter Nebel
Die Felder bekleidet
Streift die verschwommene Sonne
Die neugeborene Erde
Wo alle können wissen
Von meinem inneren Wert
Ich suche noch immer
Die ewige Verbindung
Zu sich erholender Vollkommenheit
Verloren in meinem Menschsein:
Geschaffene Zerbrechlichkeit
In kommen, sein und gehen
Wer bin ich noch, so denke ich
In meinem Bestehen
**
Das Glänzen inDeinen kleinen Augen
Tief und voll Vertrauen
Hat mich ohne nachzudenken
Einfach in meinen
Wesentlichen Kern gesogen
Du brauchtest nur spontan
Mit deinen Ärmchen zu winken
Ich fühlte mich kurz nicht
Vom Leben enttäuscht
EINE GRAUE OASE
Wenn die Wüste nur die Hitze erträgt
Mit dürre und stachligen Sträuchern
Kann ich noch so hart gefordert werden
Und gerufen aus einer nahen Ferne
Ich würde keinen einzigen Fuß versetzen
Oder Worte formen bis zur fruchtbaren Saat
Dein flimmerndes schwarz wird es verwehren
In dem Schatten einer grauen Oase spiele ich
Ein Lied auf einer Gitarre ohne Saiten
Sie kennt keinen Rhythmuss oder erkennbare Noten
Ich singe dann von entthronten Maschen
Oder sterbenden Bäumen ohne Sprösslinge
In meiner Brust hallen nur
Die Schläge meines Herzens
Keiner wird sie je hören
Also wirst auch du nicht
Dabei zuhören
SIE KOMMT NICHT NÄHER
Wo selbst die Erde flieht
In dem sanft ansteigenden Horizont
Und der Schatten leicht zurückprallt
Gegen das jungfräuliche Reitgras
Dort ruft sie mich näher
Eine Fee in blau gehüllt
Komm, scheinen ihre
Lippen zu sagen
Ich, ja ich bin an dir erfreut
So sehr ich auch meine Schritte
Beschleunigen möchte
Und meine Arme strecke
Ich komme nicht heran
Und scheine festgenagelt am Boden
Als ob das nie gekannte
Mich quälen möchte
Ein Verlust von schweigender Sehnsucht
Ein Mensch, auch mir nicht unbekannt
Hält die Seele in meinem Leib gefangen
Ich bin gebrochen und
Doch bleibe ich stetig hoffend
Auf rufende Gesänge
DIE SCHÖNHEIT EINES SCHATTEN
Verwehr mir nicht
Die Schönheit
Eines Schatten
Wenn mein Auge
Eine blanke Schulter
Gewahr wird
Es offenbart sich in
Einem unhaltbaren
Gedankenfluss
Das unsichtbare
Linienspiel deiner Figur
Woraus das staunen
Meiner Sinne
Erregt wird
Und worin mein
Herz sich verliert
EIN VORBOTE
GLAUBE
ES FEHLT MIR NICHTS
DER ANGLER
Ich rede heute mit dir,
Ja du, der dies liest
Hattest du es gut heute
Warst du umgeben
Von gut Gelaunten
Oder trafst du wieder das Biest
Bei denjenigen, welche du liebst
Brach aufs neue dein Herz
Flüchtetest du wieder in
Nichts sagende Worte
Wobei dein Gefühl
Eine Betonmauer hochzog
So daß der Schmerz dich
Nicht durchbohrte
Oder trafst du das wirbelnde Glück
In einer Schönheit oder
Einer süßen Blüte
Naschtest du unmäßig
Von der Sahne
Wurdest du fertig auf einsamer Höhe
Und führtest die Glückseligkeit herbei
Möchtest du das hier mit mir teilen
Oder läßt du dein Gefühl nicht bestehlen
Von einem anmaßenden Mensch
Der hier zum anglen sitzt
Nach deinem tiefsten Geheimnis
Komm, richte deinen Rücken auf
Ich möchte deine Geschichte
Nicht entbehren
SCHLIEßE DIE AUGEN NACH DEM LESEN
In diesem Moment
Von ewiger Stille
Wo Vögel schweigen
Und meine Herzschläge
Sich ruhig aneinanderreihen
Halte ich mich auf in dem
Land der Zärtlichkeit
Mit dem sanften Tone
Eines flüsternden Windes
Erfahre den warmen Sand
Unter meinen bloßen Füßen
Und Ruhe fällt mir zu
Alles müssen verschwindet
Diese fortschreitende Freude
Von Glück und Seligkeit
Durchtränkt alle meine Fasern
Ohne mühe
Möchte es teilen
Mit jenen
Welche mich finden
Mich sehen und sich mit
Mir verbinden möchten
ICH UND MEIN FINGER
Ich rühre mit meinem Finger
Durch den Schaum
Vom Cappuccino
Der bleibt immer zurück
Da ich zu schnell meinen
Kaffee trinke
Etwas ungeduldig;
Eine unerklärbare Eile
Schade denke ich oft,
Dieser weiße Schaum
Und lecke meine Finger ab
Mit dem Nachgeschmack
Von Kakao
Welch ein Genuß
Erst schlürfen
Und dann das abtasten
Einer Tasse
Als ob ich
Einen Frauenleib
Befühl
Und vergnügt verspeise
Noch einen bitte,
Herr Ober