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kerima ellouise : auf weißer Düne

Deutsche Gedichte ©
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warum bin ich so nahe, so weit entfernt

von Türen die er schließen

möchte

 

der Duft von Leichen, an denen

er entlangging und alle Geräusche wie Fäuste

in einer Vornacht

 

von Luftschutzkellern voller Kinder

die das ängstliche Weinen schrieben auf

jungen und alten Rasereien

 

auf den toten Mund

des Vaters und der Mutter und rundum verzweifelten Baümen

schweigsam bei einander

 

neben Waffen, Wunden und Luft voll Blei

in einer überschrittenen, bewohnten

Geste

 

warum ist er so weit entfernt, so nahe

meinen traurigen Augen

 

wie eine Funke von bewusster

Ewigkeit


kerima ellouise    ©








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das Fenster aus


Klik op de afbeelding om de link te volgen foto: Oliver Weber
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                   das Fenster aus

 

 

 

weil mehr
denn meinen Name habe ich verloren

als ich noch lebte in den Trauerzweigen

von Wörtern

 

meine Augen trugen das Herumtreiben hoch

hindurch das Flüstern eines naiven Schlafes;

verweigert

 

und zu jung im Zimmer gewusst

 

ohne Zuhören versank Hoffnung so oft
und das was in mir entnommen wurde

 

die Nacht band sich dreimal an lebenslänglich

und schleuderte mich fort aus einer dünngedrehten Existenz

 

weit weg

nach dem gefangenen Schweigen

und dem geschlossenen Feld der

Einsamkeit

 

nie wurde ich aufs Neue geboren


kerima ellouise ©





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quer durch die Grenze


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foto: kerima ellouise ©

                                                  





                                                 quer durch die Grenze

 

 

 

 



manchmal Stunden, manchmal für Tage

warte ich um die Stille

zu erreichen

 

und ganz der Zeit

schieben Wolken über

meine Finger

 

nach dem Salzmund

des Meeres

 

ich versuche seine Wörter zu verstehen

wie sie kriechen und wirbeln

über meinen Körper

 

Stürme beruhigen möchten

 

mondfließend, innerlich,

lichtfremd wie die Handfläche

des Seins

 

worin ich bin, atme,

schreibe:

 

ein Vogel hinter

farblosen Tagen

 

so traumverloren



kerima ellouise ©








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blaue Brandung



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                                                                  blaue Brandung

 

 

 

 

 

ich laufe durch die Tage

barfuß

und lerne

den Laut des Meeres

 

es ähnelt Liebhaben

wie Flügel und blaues kostbares

Porzellan

 

es bringt die Wellen her und so ich bin

beabsichtigt

auch die Einsamkeit

 

der Strand ist abgesetzt

mit Regen und einem Fenster

im Wind

 

ich klebe an einer Muschel

wie in einem Spiegel

im Innern


kerima ellouise ©





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Es gibt Poesie im Klatschmohn





Es gibt Poesie im Klatschmohn

 

 

 



ein Holzboden

treibt vorbei am Land

das ich in mir trage

 

aus der Ferne schieben sich

leere Stühle  kleinen Booten gleich

in meinen Schoß

 

 es ist Ebbe, denke ich mir dann

 

wenn meine Lungen

Nester bauen, zu groß
für
 den Klatschmohn und für

die kahle Bäume

die in die Fläche

deiner Hand fallen

 

der Mohn schließen
rund
um deinem Mund
purpurnrot

 

als ob

das Schlafen das Vergessen

trocknet

 

in meinem Land, meinem verschwundenen

durchgeschnittenen

Land




kerima ellouise ©




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verzeihen Sie mir, Engel




verzeihen Sie mir, Engel

 

 


wie kann ein Wort

dem Weg zum Leben folgen

 

wenn ein Kind in die Nacht hinein geht

hilflos hinter dem einzigen Fenster

von Ewigkeit

 

in dem alles verschwindet und vertraut

wird an dem Wind

 

wie kann er das Sterben begreifen
wenn der Tag noch kaum geatmet

hat

 

seine Augen noch nie das Licht

gefangen haben

 

oder einen Schmetterling auf einem losen Stein

 

wie kann ich sagen: weine doch nicht

wenn die Stille der Stunde immer größer

wird

 

im Weinen eines nie gehörten

Kinderlachens



kerima ellouise ©




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