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Deutsche Gedichte von J. Dreyfsandt zu Schlamm 1

TEIL 1
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EIGENE WEGE

 
 

Die Leere, deine Leere
Kann ich nicht füllen
Diese ist  tief und zu alt
Ich kann dich nur mit
Einer warmen Decke umhüllen
Aber der Schmerz bleibt
Echt und kalt
 

Rechne mir nicht an,
Wenn ich einen Augenblick
Nicht da bin
Ich kann sagen
Ich liebe dich oder
Dich in ein Rosenbeet legen     
 

Ich bin nicht das Wunder,
Welches alles für dich lindert,
Sondern auch ein Mensch
Mit seinen eigenen Wegen





Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

VON LIEBE ERWÄRMT

 
 
Ich trage  nicht
Fortwährend deine Hand
Und du schaust  wenig
Mein Angesicht an
 
Doch ich verbleibe
In meinem Land                                           
Wo Zuneigung zueinander
Gezeigt werden kann
 
Höre die Worte an, welche
Ich rufe von weit entfernt
Sieh nur in meine Augen
Sie sind von Liebe erwärmt
 
Ein Gefühl ist
Schwierig zu greifen
Aber will sehnsüchtig
Im Inneren reifen





Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

UNTERWEGS NACH NOVGOROD

 

Der Eisenhammer besiegelt
Das letzte Schicksal
Und sinkt wie Donnerschlag
In Wiederholung
Nieder im Totenzimmer;
Sechs Holzbretter,
Überzogen mit einem blauen Fetzen
 

Sie verschließen
Das fortgegangene Leben
Von einem Mann
Mit einer Vergangenheit;
Nun von Nägeln
Ins Dunkle getrieben
 

Der Priester singt in
Einem Nebel von Weihrauch
Über ein jüngstes Gericht,
Das saugt an unserem
Winzigen Dasein
 

Träger beladen, nur kurz,
Die Schultern mit ihm,
Der in die Ewigkeit
Eingegangen ist
 
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

KOMM DOCH, KOMM



Einst werde ich dir
Winken und rufen  
Komm doch, komm
 
Ich werde da sein
Um mich selber zu geben        
Und dich schweigend
Auf  Händen zu  tragen
 
Ich reich dir meine
Gebrochenen Finger
Zugleich beherrscht
Von einer Leidenschaft
 
Doch kein einziger Missklang
Flieht fort zwischen
Meinen Lippen
 
Erzähle mir dann
An wem das Leben
Eigentlich nicht frisst
 
Und welche Adern
Nichts wissen
Von Verschlammung




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

ICH REDE VON LICHT UND DUNKEL

 
 
Mein Lachen beherbergt
Die Tiefe vom schwarz
Verblümt sozusagen
Die Lebensweise vom Leid
 
Meine Stimme spricht nicht
Von zerfetztem Selbstgefühl
Oder Vergänglichkeit
 
Ja, wie sind die
Verdorrten Worte
Meiner Existenz
Zu fassen
 
Wer ist eigentlich in der Lage,
Das Eigensterben zu begreifen
Oder ohnmächtig neues Leben
Reifen zu lassen
 
Ich greife noch immer
Nach täglichen Halmen
Aus menschlichen Gebärden
 
Keiner sieht mich trödeln
Wenn ich in meinen Augen
Noch etwas Licht und Luft
Sammeln darf
Auf dieser Erde
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

MEINE GELIEBTE

 

Meine Geliebte
Schließe deine Augen
Und sieh mich an
 
Beobachte
Den farbigen Regenbogen
Welcher uns verbindet
Und  scheinbar
Unsere Herzen findet

Dein zärtlicher Leib
Berührt in mir
Den zurückbleibenden
Raum 
Des Seite an Seite
 
Ich fühle
Die Distanz kaum
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

HERBSTGEFÜHL

(duo-gedicht met " littledolphin")




Ich fange an, dir zu erzählen,
der Herbst hat mich überfallen,
obwohl das jedes Jahr passiert.
 
Ist es nur das Wissen, das
der Baum seine Blätter verliert
und meine Sommerfreude
in die Seele wiederkehrt, da
der Herbst vielleicht das Sterben verehrt.
 
Und im Sterben dieser Jahreszeit
lebe ich auf, so wie
der ewige Frühling unter deinen
zärtlichen Blicken, da
blühe ich im eigenen Lebenslauf.
 
Nur du allein schenkst mir
diese Herbstgefühle, mit
denen ich mich,
im kalten Novemberwind,
nur zu gerne umspüle.





Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

ERZÄHLE MIR WER ICH WAR


Wenn ich versuche
Das Sterben zu meiden
Kann ich mich nicht
Auf meine Vergangenheit
Vorbereiten

"Es hat mich gegeben"
Werde ich nicht sagen können
"Das ich bin"
Ist auch nicht auf der Rede

Mein Tod macht
Meine geschaffene Vergangenheit
Ein aufgerichtetes Monument
Für hinterlassene:
Der Club von was nicht immer bleibt



Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

HAB MICH LIEB



Hab mich lieb
Vertrau mir doch
Ich weiss
Es sind nur Worte

Tief und weit verborgen
Weint dein Kind
Sie wollten es
Ermorden

Der Mangel
Ist deine Lebensgeschichte
Ewig suchend
Nach dem 
Befreiungslichte

Immer aufs neue
Der ungleiche Streit
Und immer wieder
Die Unterlegenheit




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

PARADIS



Meine Gedanken sind so oft
Durch erwarten befangen
Ob du ob du noch kommen wirst
Warum bleibt doch meine Seele
So fortwährend nach seinem Ideal verlangen
Warum bleib, ich, Mensch träume

Will ich so gern vergessen
Was immer gewesen ist
Und durch meinen Verdruß 
Schon viele Male ist aufgegessen
Damit ich flüchte vor dem was gewesen ist
Und mir nur Hoffnung anmißt

Ich lebe den Traum von Eden
Quelle der strömende Liebe
Er läßt mich im Heute leben
Sehe die unverkennbare Schönheit
Komm folge mir
Zu der lächelnden Fröhlichkeit




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

SARAH, MEIN FEUER UND RAUCH



Von grünen Hecken umringt
Auf einem hügeligen Feld
Während die
Dämmerung  naht

Laufen ihre Träger
Die sie geliebt hat
Durch feingemahlenen
Knirschenden Kies
Um ihre zarten Gebeine
Nieder zu legen
Auf gebrochenem Reisig
Ihr letzter irdischer Verbleib

Ich trage mit
Was sie trug
In aller Stille
Da sie niemals
Danach fragte
Unsere tragische Kälte

Ein schwüler Wind
Beweihraucht ihren nackten Leib
Schon steif
Befreit von äusserlichem Schein

Doch ist sie so,
Die schöner stille Tote
Die aufgeht in Feuer und Rauch
Die Himmel und Erde
Mit einander verbindet
Ein Band von ewigen Schmerzen



Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

WEISSER TRAUM



Ich werde auf einem weissen
Ausgebreiteten Kleid von Satin fortgetragen
Von sechs jungfräulichen Engeln
In azurblauer Luft entlang

Sie spannen ein durchlässiges Feld
Von Glück
Mit einer erstreckten graziösen Geste

Mir Gnade spendend
Mit verführerischen Augen
Welche mir unterdessen
Mit betäubenden
Blumendüften zuseufzen

Kein einziger irdischer Genuß
Kann sich dessen rühmen

Von ihren Zerbrechlichen
Göttlichen Weichen aus
Erschallt eine verletzbare
Mahler Sinfonie
Mich saugend zur höchsten Aufregung

Das Herz durchdrungen
Mit erlöstem Schallen



Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

FLÜSTER ! ICH FLÜSTER DIE LIEBE

     

 

Morgen , o ja, Morgen

Werde ich wieder schreiben

                                                                 Über, über ..

                                                        Über die Flucht der Liebe



                                                             Dichtet es mich an
                                                   Vielleicht kann ich dann noch
                                                      Einen Wortenschwall malen..

                                                       Über den Fluch der Liebe



                                                    Was kann ich noch nachtragen

                                              Alles klingt wie dumpf hallende Schritte
                                                      Und noch mehr verschwiegen
                                                   Auch soviel scheint schon gesagt..

                                                          Über den Fluß der Liebe




                                                    Dichtest  du  mich dann an,
                                                                    Flüster
                                                    Dasjenige was ich noch nicht 
                                                       In deine Seele gelegt habe..

                                                           Ich flüster die Liebe
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

LEERE



Ich kam heute zu nichts
Machen sie sich keine Sorgen
Es soll wahrhaftig wieder
Besser gehen Morgen

Es gibt so eine Art von Tagen
Heute mehr als jemals hier
Die keine Antwort erfragen
Und mich machen zu einem
Nutzlosen Arbeitstier

Der Mut sinkt mir
In die Schuhe
Ein bestürzter Märtyrer
Von geisttötendem Bestand

Brütet hier dann
Doch noch das Leid
Worüber ich Morgen
Kann schreiben
Aber das nun noch
An mir frißt
Ich bin nicht zu beneiden 




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

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