Naar de inhoud

Deutsche Gedichte von J. Dreyfsandt zu Schlamm 1

TEIL 1
akke.beakke.be

PRÃLUDIUM



 

 

 

Wenn Wörter gehörten

Zu abgelegenen Orten

Und Stille der Raum

Von diesen wäre

Würden dann meine Gedanken

Noch lange warten

Um wie eine Melodie zu erklingen

Wie ein Präludium von Vergnügen

 

Die Töne würden tanzen

In einem erholsamen Rhythmus

Von schaffenden Chancen,

Klänge spielerisch und schiebend

In dem offenen Spielplatz

Von meinem inneren Weltall

Mit unsäglich lachender Freude

Und schenkenden Liebestugenden

So reichlich und schön an Zahl

 

Wenn Wörter gehörten

Zu unsichtbaren Orten

Würde meine leichtherzige Phantasie

Sanft  berührt singen

Auf leichtfüßigen Akkorden

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

EIN DICHTER IM HERBST




Ich spreche mir selber zu
Während ein inneres Geflüster
Meine Worte schon fühlt
Ehe sie gesprochen wurden

Meine Worte waren noch nicht kalt
Oder waren bereits gestorben
In der glanz nehmenden Schönheit
Entfliehend zum Engelswald

Worte, Worte

Das schaffende Sterben
Kriechend über den Regenbogen
Nach mir von anderen
Zu tragen, zu erben

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

DER PHILOSOPH



Über den Rand seiner
Heruntergerutschten alten Brille
Mit nebligen Gläsern
Blickt er mich entgeistert an
 
Der Zeigefinger,
Gerade an seiner Nase
Als ob er zum Himmel
Weist und sagen will:
 
Mich haben sie noch
Nicht reingelegt
Oder ich bin belegt
Mit dem Bann
 
Die Stelle, von Rauch umwölkt,
Umfasst sein denkendes Dasein
So viel geschwiegen
So nahe am tiefsten           
Gestanden,  ganz allein
 
Ach, sagt er flüsternd
Höre mich nicht an
Ich war ein Denker
Aber das Glück, nein
Dass kam nicht vorbei
 
Ich  bleibe ein einsamer Mann




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

FÜHLST DU MICH NOCH



Liegt meine Schwäche für dich
In den letzten nebligen Zügen

Flüchtest du wieder
In unruhige innere Orte
Wo schmerzhafte Klagelaute sich lenken
Und zarte Weichheit ermorden


Fühlst du mich noch
Mein ferner Liebling


So gehe ich wieder auf dem stillen Weg
Und suche meine verlorene Liebe
Strauchelnd über trockenen Tränen
Erstickend wie in einem Schlangenschlund


Ich schlendere durch endlose Alleen
Weidenbäume trauern mir zu im Chor
Wo jeder Ast den Schmerz verstärkt
Es macht mich so Lebensmüde


Fühlst du mich noch
Mein ferner Liebling





Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

MASKENBALL

 

 

Ich schabe

Meine Maske ab

Während dieser Tage

 

Sie umfasst

Viele menschliche Flächen

Welche manchmal mir selber

Ein Lächeln schenken

Oder verkrampft

Meinen Verdruß tragen

 

Aber auch Furchen,

So sagt man, vom Denken                          

 

Wenn ich mich schließlich                          

Für den anderen verletzbar weiß,                

Kommt auch das Wissen

Um die Verkleidung der anderen

 

Um  dann wieder

In die unantastbare

Dunkelheit zu sinken



Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

GALERIE MIT SELBSTPORTRÄT 1

 
 
Ich skizziere hier
Ein Porträt
Eines großartigen Mannes
 
Obwohl mein Wesenswuchs
Ufert in Gedrungenheit                         
Und meine Finger ähnlich
Klein und dick
Entgeht keiner meine Grossartigkeit
In unschöpferischem Unsinn               
Worin ich nahezu ersticke
 
Meine Liebe, vom Magen gelenkt
Ist basal und primitiv
Sie verübeln mir das nicht
Manchmal drehe ich mich
In glückseligem Komfort
So unendlich tief
 
So schaffe ich mein Universum
Ja, sie sehen nach meinem Porträt
Ich bin eine großartiger Mann
In einem unsichtbaren Lichtchen
Für sie niedergesetzt




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

GALERIE MIT SELBSTPORTRÄT 2

 
 
Ich skizziere es hier
Ein Porträt
Eines intelligenten Mannes

Ich suche nach dem Wesen
Anwesend in allem und jedem
Und entdecke die Wahrheit:
Ein gang während
Meines ganzen irdischen Lebens

Manchmal überfallen von einem Stolz,
Kämpfend im Buch und Verstand,
Den Einblick gefunden zu haben
Und der Menschheit ein neuer Kant

Genießend diese Leistung
Lese ich in der Zeitung 
von gestern
Und erschaue mit bedauern,
Dass viele  Leute        

Meine Entdeckung  schon
Vor Jahrhunderten
Abgetan haben wie
Ein unbedeutendes Märchen

So schaffe ich mein Universum
Ja, sie sehen nach meinem Porträt
Ich bin ein intelligenter Mann
In einem unsichtbaren Lichtchen
Für sie niedergesetzt

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

IHR VERGESSENES ICH



Sie geht
Aber dann so langsam
Mit wechselnder Bewußtheit
In immer größere Leere im Heute:
Ein fortschreitendes Leid

Wo Zukunft
Nur eine abnehmende
Vergangenheit kennt
Und ein ungefragtes
Gnadenbrot sendet

Wie verwaist
Geht sie fort in
Nacktes Elend
Wenn auch das Kind
In ihr nichts mehr
Weiß von der Liebe
Oder wie es ist
Geliebt zu werden

Sie sieht, so scheint es
Noch tief in sich selber
Hungert nur und zehrt
Von dem gefühlten Nichts

So ist ihr ich gegangen
Noch wartend
Auf Atemnot
Im nackten Dasein

Die Natur
Nimmt "ihre"Zeit:
Ein Mensch
Wird schon im Leben
In die Ewigkeit gefuehrt


 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

GERADE ERST



Gerade erst
Also
Noch nahe dem Heute
Wurde ich in eine Zeile
Von Schweigen gesogen

Es war eine Übermacht
Von außen oder
Möglicherweise
Unbewußten Gedanken,
Von fast gestorbener Art,
Die mich bis
Vor kurzem belogen

Jedenfalls
Irgendwo wartete
Ein betäubendes Licht:
Ein Gott oder ein Teufel
Lockten mich

Die Ansicht ist mir
Deswegen entzogen
Und es konnte
Nur versucht werden,
Im Schatten,
Einen einzigen Einblick
Zu gewähren

Ich wurde gezwungen
Das Innere zu befragen



Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

MORGENDÄMMERUNG

 
 
Die Vögel singen,
So erwartet mein Ohr,
Wenn ich die Türe
Meines Gartenzimmers öffne
Die Welt kommt dann
Nackt herein
So denke ich jedenfalls
 
Es ist eine Henne
Welche ihre rauhen Laute
Hören läßT
Sie weiß wie es ist,
Unbewust,
Aufzustehen bei
Aufgehendem Licht
 
In der Ferne etwas von Lärm
Des frühes Verkehrs
Noch friedfertig ohne Gedröhne
 
Ach ja, dort gibt es einen Spatz
Könnte auch eine Amsel sein
Es macht nichts
Nun in aller Frühe
In einem noch
Schlafenden Garten
 
Es ist solch ein  unbefleckter Augenblick
Im beginn eines Tages
Du kennst ihn auch vom Abend
Aber dann, um die Seele zu reinigen
Und das müssen abzulegen



Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

ICH, DER NICHTNUTZ

 
Ich bin ein Nichtnutz
Mit einem
Gemeinnützigen Ziel
Mühelos geht mir
Das von der  Hand
 
Wirkliche eine
Anlage und keine Strafe
Denn ich bin
Gewünscht unnötig     
In dem Land
 
Und das gibt Ruhe
Für alle Streber
Mit ihrem
Zügellosen müssen
 
Ohne mich
Wären sie verloren
Es gibt ein großen
Bedarf
Sich an mir
Zu stören


Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

SINGE MEIN GEDICHT




Singe mein Gedicht
Mit kräuselnden Lippen
Wie ein 
wellenförmiger Strom
An milden Ufern entlang
Mit sprießendem Gras

Der mit sich führt
Wasserreiche Buchstaben
Gefangen in Noten
Und finde die Melodie
In einem
drehenden Strudel

Dort formen sie,
Abwärts gerichtet,
Einen Klangboden
Wo das Echo lauscht,
Fast unhörbar,
Den frühen Worten

So findet mein Gedicht
Das Lied von Zungen                         
Es werden neue Sätze
Ins Herz geboren
Welche emporsteigen
Aus dem tragenden Leib

Lasse dich dann gleiten 
Auf den Atem
Des Gefühls
Wie in das fließende  blau
Von sanften  Wellen

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

Meer van Deutsche Gedichte von J. Dreyfsandt zu Schlamm 1

↑ Terug naar de berichten