J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 5
Teil 5
11-11-2008
Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Du, der du kommst
 
 
 
ich warte auf dich
während du reist
unterwegs nach
deinem Namen
 
eine Weile
treibst du unter
einem klopfenden,
eroberten Frauenherz
 
wo du,
wie federleichtes Gewicht,
nach Anerkennung
in einer geborgenen Finsternis,
zusammen
im Singular startest
 
so zähle ich meine Stunden
zurück in den Boden
und deine Tage
welche bald geboren
werden
 
wenn du dann der Sonne
begegnest,
wirst du einem
ewigen Wert
angehören
 
 

11-11-2008 om 15:07 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Der Ferne nahe....
 
 
im zehnten Monat
wird mein Boden                       
unter den Füßen dunkel                                                                      
 
es kann sein,
dass der Geist                                        
beim Fallen der Blätter
eine andere Route wählt                                 
 
oder Absätze
kleben an der Erde
und Schönheit versagt in ihrem
eigentlichen Wert
 
es ist Gehen über eine Brücke
ebenso schwer wie das Erklimmen
des losen Dünensandes
 
um oben auf der blanken Spitze zu sehen
dass der Gesichtskreis verpackt scheint
in eine dunkle Ferne
 

11-11-2008 om 15:07 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Ich liebe die Stille
 
 
wenn ich meinen Atem
besinnlich verteil
habe ich die Stille lieb,
so lieb
 
doch bin an Zeit gebunden
wo fortschreitende Zeiger,
vergangene Erwartungen
verwinden
 
und sehe in der Jugend
dass ich immer öfter
ältere Früchte anbaue
in Erwartung der Nacht,
welche endgültig
auf mich wartet
 
trotzdem ruhe ich
in meinem Abend
und fühle mich erwärmt
von dem Lächeln
deines Kindes
 
und wenn ich meinen Atem
besinnlich verteil
habe ich die Stille lieb,
so lieb
 
 
 

11-11-2008 om 15:05 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Zeitvertreib
 
 
was hast du
noch zu tun,
fragt das Heute
die Zukunft
 
ich fühle mich alt,
warte nicht mehr
auf das Später
flüstert sie gegen
den ungeborenen Tag
von Morgen
 
und Gestern
ist sterbensmüde
es möchte nicht mehr
für mich sorgen

11-11-2008 om 15:05 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Lebe wohl Sommerernte

 
Wenn  das Verfärben
der Blätter
noch vor dem Fall
seinen Anfang nimmt
 
und das Herbstgrau
die Ruhe einläutet
um sich an Tod
und Auferstehung
zu gewöhnen
 
entfremdet der Mensch
sich oft schnell
der Sommerernte
und wird den Verfall
plötzlich erkennen
 
morgen besteht
nur noch in Hoffnung,
in Worten und Träumen
 
*
 
wird er, lediglich, so durch
das Stillwerden gelotst?
 
 
 

11-11-2008 om 15:04 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Schattendüfte
 
 
wenn  der Tag  sich
allmählich eher verdüstert
 
scheint es, als färbe sich
das  Licht anders in mir
 
und wo der Sommerpracht
von Natur aus der Glanz
genommen wird
 
rieche ich auch wieder
Schattendüfte,
die vom Herbst zu erben sind

11-11-2008 om 00:00 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


21-09-2008
Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Blinde Sehnsucht
 

immerfort
erwarten
 
ist versuchen
eine losgelöste Vergangenheit,
wohl oder nicht gewollt,
in Schmerz wieder zu finden
 
und erscheint
Einsamkeit aufs neue
 
wenn das Sterben sich dann herlebt
und meine Seele sich spiegelt
an der blinden Linde
 
wird  niemals
das irrende Echo vergehen
welches die Sehnsucht
in der Zukunft webt
 
 
 
 
 

21-09-2008 om 20:00 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Zwischen weiten Lidern
 
 
 
zwischen weiten Lidern
sehe ich klares Blau                                        
sie sind etwas runder als normal
 
doch sind sie wie üblich umrändert
von einer dünnen haarigen Hecke
noch beschützend, aber grau
 
es sagt etwas von meinen Augen
und dem sprechenden Klang
wovon ich erzähle
 
pass auf, sie betreten nicht nur so
einen willkürlichen Weg
ohne Anspannung werden sie zugleich:
 
gewogen, bewundert,
oder zentrifugal
zu meiner Ferne gesogen
 
die Falten, breit gefüttert,
sowohl oben wie unten
die sichtgebärende Fähigkeit  
 
sind  himmlisch tief gerunzelt                   
und irdisch ebenso, aber
mit Hängesäcken besetzt
 
die Blickfänger
stellen Spiegel im Sand
und laden das Heute
besonders bei tagendem Licht
 
manchmal, ja dann und wann
werden sie getrübt von
unvermeidbarem Seelengewicht
 
 
 
 

21-09-2008 om 20:00 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Der Geruch des Widerhalls
 
 
die Lippen
pressen sich
noch einmal zusammen
 

versuchen hinter
meiner geschlossenen Tür
zum Abzug zu blasen
 

ich möchte noch,
noch eine letzte Ehre
planen
 

aber der tiefe Ton,
quälend langsam steigend,
scheint schon schwarz von Farbe
 

in der Ferne höre ich dich
auf den Widerhall lauern
mit "Amen" in seinem Geruch
 
 
 

21-09-2008 om 19:59 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Meine Ungeduld
 
 
die Zeit steht still
so bemerke ich nebenbei
 
doch mein stimmlicher Ton
verrät einigen Ärger,
überträgt deshalb die Unruhe
einer anschwellenden
inneren Unbequemlichkeit
 
ähnlich dem
quengeligen Gedröhne
einer Horde anstürmender
Pferde im Galopp
 
meine eigene Ungeduld
brennt mir,
für Kennerblicke merkbar,
unter den Füßen
 
gewiss, wenn Warten
mich irritiert
gleich der schleppenden
Gangart einer noch
lebendigen Schnecke
 
 

21-09-2008 om 19:57 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Tausend Zigaretten weiter
 
 
ich fühle sie noch
in rechter Hand
zwischen zwei
braungebrannten Fingern,
 
versuche
zu rauchen
ohne Zigaretten
 
mein Verstand
hat beschlossen
mich zu befreien
aus Nikotinland
 
mich von einer
Sucht zu erretten
 
 
 

21-09-2008 om 19:56 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Der Mythos von Fatuma
 
 
Sie, Fatuma, versucht
hinter ihrem Gazeschleier
gleich einer fahrenden Pagode
sich stützend auf ihre Flöte
wie eine reizende nützliche Braut
die Götter zu verführen
wenn sie von ihren
finsteren äußersten
Sehnsüchten erzählt
 
um damit die himmlischen Heerscharen
in eine irdische Verlockung zu bitten
so daß sie, Fatuma, ihre Saat
im sprechenden Staub gebären würde
wo jede willkürliche Macht
umgeschaltet werden kann in ihre Gebote
die erschöpften Götter sie                           
als alleinige Allmächtige
erklären würden
 
also geschah...
mit weiblicher Geduld
dass nicht nur die Bärte
aber auch die Mitgöttinnen
mit seligen Brüsten,                           
unbeschwert von befruchtenden Säften
umhüllt wurden mit ewiger Schuld;
ihre Grossartigkeit zu akzeptieren
 
 
 
 

21-09-2008 om 19:55 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Der schwangere Schatten
 
 
stellst du dich mit mir unter,
möchtest du?
hier,
unter meinem Schmetterlingsbusch
welcher rosa verziert ist
 
die Zweige hängen
etwas schwer
mit  himmlischer
Feuchtigkeit  bedeckt
 
sie schenken uns
den schwangeren Schatten
wo ein leichter Duft 
seine Blüte feiert
 
und wirklich,
eine aufgehende Passion
erweckt wird
 
ich lecke den roten
süßlichen Geschmack
deiner Lippen
 
wenn dem Mund entlang
das Grün einige Tropfen
nach unten gleiten lässt
 
von diesem Saft möchten
unsere Zungen
rhythmisch nippen
 
wird es uns
in flüchtige
Höhen führen?
 

21-09-2008 om 19:54 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Du, der du mich Überlebst
 
 
 
es ist nicht anders
wie das Nachfolgen
eines Baumes
 
welcher das Färben
seiner Blätter
auf eigene Weise erfährt
 
gleich so natürlich
wie mein Tod
den du in einem
Frühling überleben
wirst
 
 
 
 
 
 
 
 

21-09-2008 om 00:00 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Den Sehkreis Überschreiten
 
 
laufe wieder verloren  
im eigenen Land
rückwärts schauend
oder im Kreis laufend
nach vorn
 
oder sitze ich
hinter Schloss und Riegel
wo keiner mich kennt
und auch ich mich
selber nicht verstehe
 
gewöhne ich mich je an das
 
es scheint
zielloses Fischen
mit Köder ohne Angel
wo ein Fremder
meine Gedanken lenkt
 
es ist herumirren
in Gewölben
überfüllt oder von
Leere erschöpft
ich werde gezwungen
Finsternis auszuheben
 
*
hinter Gittern
von Übermacht
höre ich das
Orakel sprechen:
 
"erkenn dich selber"
 
ach, könnte ich doch atmen
unter einer bleischweren Decke
*

21-09-2008 om 00:00 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Mein Spiegelbild (Einakter für zwei Personen)
 
 
Mein Spiegelbild
 
jouw spiegelbeeld
 
meine matten Augen
starren durch das Fenster
wo nichts
und alles zu sehen ist
hier schein ich
offensichtlich
im luftleeren Raum
aufgestiegen
 

je fletse ogen
staren door het raam
waar achter niets
en alles is te zien
hier, lijk je,
ogenschijnlijk,
in het luchtledige
opgegaan
 

vor mir steht Kaffee,
auf einem Tisch:
eine große braune
quadratische Fläche
in einem verkommenen
Herrenlokal mit
altmodischem Ornament
wo alle Menschen sind
aber einander nicht erkennen
 
voor je staat koffie,
op een tafel,
een groot bruin
vierkant vlak
in een verlopen
herencafé met
ouderwets ornament
waar iedereen is
maar elkaar niet kent
 

in diesem Lokal, braungeraucht
sehe ich im Glanz eines Fensters:
ein reflektierendes Selbstbild
es ist das einzige,
das ich, unabsichtlich,
mit dir teil
 
in dit lokaal, bruin gerookt
kijk jij in de
glans van een ruit:
een weerkaatsend eigenbeeld
het is het enige
dat jij, onbedoeld,
met mij deelt
 
 
 

21-09-2008 om 00:00 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Cecile, Komtesse von Brugge
 

ich tanze mit Ihnen
würdige Komtesse
des Abends
 
es klingt die Melodie
welche uns bewegen lässt
 
dem Rhythmus folgend
eines mir in diesem Moment
entsprießenden Liedes 
 
so können
unsere beiden Leiber
gezeichnet von der Zeit
 
kurz 
 
in einem frohen
Weitergehen
verweben
 

21-09-2008 om 00:00 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Der süße Wind
 
 
 
der süße Wind streicht
mit Genuss die Wangen
während einer
betastenden Sehnsucht
 
er streichelt die Haut
mit sanfter Hand
und ich, winkend nach Möwen,
werde gebadet getragen
im warmen Sand
 
über  mir spreizt sich
in Azur
die himmlische Weide,
weit und sprachlos rein
 
in mir treiben
noch gelegentlich,
einzelne Wolken
 
bis auch sie vergessen,
das irdische Denken
darzustellen
 
es darf so sein
 
 

21-09-2008 om 00:00 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


02-07-2008
Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.GEHE DOCH

Gehe doch
Flüstert
Meine innere
Stimme

Ich will den Ruf
Nicht vernehmen

Du bist durch
Die verstrichene Zeit
Gekrochen

Dauernd eine Mischung
Atmend
Von Abstoßen und Hoffen

Meine Hände rühren
Noch kurz an deiner Haut

Die Seele empfindet
Mit Abneigung
Eines abwesenden Tones

Gehe doch
Schweigen meine Lippen

*

Ich habe nicht gelernt
Eine Nabelschnur
Durchzuschneiden

02-07-2008 om 22:37 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm


26-06-2008
Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.UMNEBELTE LEINWAND
 
 
Das Grün sieht
Mich fragend an
Aus einer Palette
Mit Gras, Bäumen
Und Sträuchern
 
Oder werde ich
Zutiefst beeindruckt
Da der Regen mich vom
Lebendigen Saft riechen lässt
 
Wenn die umnebelte Leinwand
Mühelos eine Komposition
Skizziert im stillem Morgen
 
Und der Zusammenhang
Von Tönen
Worte verstummen lässt
Wo alles sich selber
Von sich aus lieb hat
 
Und natürlicherweise
In geräuschlosem Wachsen
Geborgen scheint
 
 
 
 
 

26-06-2008 om 16:37 geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm




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