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J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 5

Teil 5
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Plötzlich



so plötzlich
endet das fest 
Stille, welche durch 
die Seele schneidet

das Denken verwirrt
und tief verbunden ist
mit deinem Herz

und spazierst du, 
neben ihm entlang,
der kein einziges Wort sagt

du bringst auch etwas weg
das dich im Laufe vieler Jahre
begleitet hat

das Leben ist manchmal 
so hastig
dass du das Sprechen oft
bei Tageslicht vergisst

Beratung : Heidi.

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:06

Liebe



Liebe hört sich
altmodisch an

sie ist wesentlich
in Unverständlichkeit,
irdisch aufgebläht

wie ein Echo
in jeder Rhetorik
auf trockenen Lippen

wo ist die Zeit
daß wir einfach
in Augen lesen
und man Worte vermeidet

oder nur die Hand greift
und Wärme gibt
in Weckselseitigkeit

*
“Ich habe dich also lieb” : 
wenn ein Schmetterling
mit all der Zärtlichkeit
auf Büschen sich niederläßt


Beratung : Heidi

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:06

Die Verlassenheit



manchmal ist meine Welt
nicht größer als zwei Füße
und mein Kopf das Universum 

die anderen sind Phantome
die unantastbar wühlen:
innere Teufel die die Schatten
in mir lieben wollen
und so das Licht abblenden 

dann weiß ich wieder genau
wie ich auf nackte Träume starre;
und ich nur durch das Sterben
zu dir, dem unsichtbaren
anderen Mensch kommen kann

daß ich die Morgenröte
wieder erben
und sprießende Hoffnung
auf’s neu bei mir wohne darf

*
ich rieche dann deinen Duft 
und schmecke die Lippen 
des weichen Wortes
sehe mich in meiner eigenen Farbe:
die Seele, die zu mir gehört


Beratung : Heidi.

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:05

VERWEILEN



wenn ich so in der Nacht verweile
und kurz umsehen möchte
empfinde ich das Licht 
vor und hinter mir,
der Atem, der mich betreut
erlaubt eine klare Sicht
aber auch die Schwere
wovor ein Mensch fast weicht

ich möchte so gerne,
auch durch michselbst 
verstummend, dich erlösen 
von schweigender, 
quälender Last
die das Herz erkaltet
und die Sonne in Schmerz

ich sehe mein Lächeln
durch den Nebel und 
meine Seele ihnen erschauen
es legt die Bindung
wie bei Getreuern
in einem geschütztem Land
auf der man Liebe züchten darf

ach, 
ich, Mensch aus Fleisch und Blut
schwierig ist das Beugen
Früchte auf zu heben,
sich mit sanftem Gemüt zu lutschen,
auf’s Sterben zu beschränken

doch weiss ich genau,
frage nicht wie es ist,
was der Himmel meint;
die Ergebung erweist 
gepaart mit Verlust
der jedem zufällt

mit dir pflücke ich Blümen,
der Jahreszeit eigen,
es wird die Zeiten reihen
worauf ein Morgen aufdämmern wird
und ich dich tragen darf
damit ich den Schritt 
nach anderem Uffer, zärtlich 
und in aller Ruhe wage

dann, meine Liebe
öffne die Augen
und höre das Sanfte 
im Herz getragen 

rieche dann die roten Rosen
welche immer von Warten wissen

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:04

Die vergangene Nacht



diese Nacht warst du sanft
und so zärtlich
deine Daunen haben mich
umhüllt
du streichelst mich mit Federn
ich dich mit meinem alten Fell

das Mondlicht berührte
die leichten runden Linien
und meine Hände fühlten
intime Wärme
ich möchte uns bewegen,
wiegen wie in der Natur

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:03

Saubere Fenster

Ich lebe im Park
Einer geistlichten Arglosigkeit
Mir kann nichts
Und alles entgehen.
…

Aber ich werde geleitet
Oder vielleicht
...
Hinters Licht geführt.

Überfluss
Vor meinen Augen.
Werde ich kunstvoll von
Wirklichkeit betrogen.

Ich fülle also keine
Taschen mit Sand.
Und fließe fort. Einfach
Mit dem atmenden Strom.
Ich lasse mir den Rücklauf rauben.

Dort schließe ich die Augenlider
Träge geworden
Dort so, beim Sonnenverwöhnten
Badestrand.

Ich denke nur so:
Träumen ist feineres
Als Fensterputzen
Ein Wort sozusagen und werde
Von glückseligkeit übermannt
Fassungslos von Sauberkeit.

...
-Gedicht von Julius DZS
-übertragen von Manfred H. Freude, Lyriker
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 09:53

Tausend Tropfen

 

ich treibe nach süßen Gewässern auf

vom verdörrten Land aus

wo die angeschlagene See

noch immer salzgefärbt ist

umgeben mit vergänglichem Ried

 

meine Zeit scheint dort verwirkt

die Strömung singt küssend

sowohl zur linken als rechten Seite

die streichelnde Überseite

 

flüstert sanft über dem Grün

das wartet in weiter Ferne

Kühle verliert eine

undurchschaubare Membran

es ist das Sonnenlicht

welches ertragreiche Wärme

mir nun anreichen kann

 

unzählbare flatternde Flügel

verbreiten die Düfte

welche immer mehr nach der Weite riechen

und wo die Morgenstund auf mich wartet

mit hellblauen Lüften

 

morgen, morgen so hoffe ich

wirst du mich mit zärtlichen Blicken

aus Tausend Tropfen hochheben

und ohne viele Worte

für mich ein neues Leben weben

 

 

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 18:01

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Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Das Glück



Glück ist unterworfen
durch Raum, Licht und Zeit
ist selten überreichlich
wird getragen von
Zerbrechlichkeit
 
ich denke noch an 
die vergangene Jugendzeit
wo Zukunft stand für Morgen
blind auf der Suche
nach unbekannter Freude;
 
 
die immerwährende Liebe
ohne Sorgen
 
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Le paradis du coeur (Das Paradies des Herzes)

 
 
 
noch schlimmer
als das Sterben
ist während des Lebens
Verlassenheit erben
 
und Chaos 
dich saugt in einen Kolk
wo die Seele leckt
an einem scharfen Dolch

*dans le paradis du coeur*

die Leine in
den Himmel scheint entbunden
der Oberhirte ist,
nicht angekündigt,
verschwunden
 
es ist nicht nötig jemand
zu erzählen
wie Menschen
Menschen schälen

*dans le paradis du coeur*
 
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Der Leidensweg




an mir ziehen oft Züge vorbei
ich möchte eher reden
von Schweigemärschen
mit verbundenen Augen 
gehen verdrängene Monster vorüber
einander festhaltend in einer Reihe,
Seite an Seite,
 
gewöhnlich sind sie auch gehüllt in Schatten
kaum sichtbar für meine Augen,
da die Seele sicher nicht betrogen wird
denn diese ist schon mit
zu vielen Spagaten gefüllt

 
sie singen das alt bekannte Lied
und wahrhaftig noch auf die eine Weise;
wie gebe ich noch Gefühle preis
so daß der bekannte Fremde es nicht genießt

 
ich selbst pfeife einige Noten aus einer Sonate;
es hat einen Gang wie theatralisches Vergnügen;
 
ich will nicht daß den letzten Läufer, der Drachen
lyrisch wird von zuschauenden Straßen
 
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Meer van J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 5

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