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J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 5

Teil 5
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Archief

Dämmerung

mein Schlaf war kurz letzte Nacht
die Gedanken waren verwirrt
und blieben dunkel hängen
in einer unbekannten Ferne

sie sind schwer zu verstehen;
es gab singende Engel
oder zischende Giftschlangen
welche sich in das Bewusstsein zwangen?


sicher ist, dass ein schweres Pendel
die sechste Stunde nun besiegt
und während ein Zebrafink erwacht
neigt der Himmel zur Knospung blau

wieder zaubert eine Morgendämmerung ,
Gott sei Dank, mit neuem Licht
durch meine beschlagenen Fenster
ein Lächelen auf mein Gesicht

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 12:11

Ein Spalt Breit offen

sie ist an meiner Tür

ihre Finger bewegen sanft;

das Tor zur Zukunft

wird leicht verschoben

 

einen Schlüssel hat sie in der Hand,

hätte sie nicht mehr erwartet

verlängert sie die Hoffnung

oder kommt sie mir erzählen ,

dass meine Jugend verstrichen ist

 

"ja, flüstert sie

rund um Sie stapeln sich

zu viele Zahlen

Sie werden nach und nach

weiter gefangen

in die Vergangenheit "

 

"aber ich werde weder die Tür noch

die hölzernen Fensterläden schließen

das verspreche ich Ihnen, mein Lieber,

denn Ihr Blick ist noch lange nicht tot "

 

"Ich sehe Sie immer mehr starren,

aber das hält Sie nicht zurück

reife Früchte zu sammeln

auch sind Sie etwas außer der Reihe; ,

das kann das Leben erklären ".

(Beratung: Heidi.)

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 10:38

Damals



sie nimmt Schalen
in Gedanken von damals
fühlt die Rundung
einen feuchten Kuss

die Zunge schmeckt das Salz
das der Wind ihr gibt 
auch wenn die Strömung kühl ist
ist es Wärme, die noch winkt

die Liebe streichelt 
ihre Finger
in wechselnder Bewegung,
hin und her,

fast aufreizend
von Zeit zu Zeit
zu einer Aufregung

Beratung : Heidi

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:09

Sein,,,,(1)



manchmal ist man allein 
niemand um dich herum
jedoch oft ein Gefühl
Jeder weiß, was ich meine
als wäre man in der Wüste
unkenntlicher tragender Schmerz
oder von Reden verlassen
mit fragenden Augen
die Niemanden nach Innen lassen
ein Wort, das nicht gehört wird
Taubheit, die manchmal zieht
leere Straßen
Hohlgefäße
tote Kameraden
offene Löcher mit einer Vergangenheit
erleben einer Erinnerung
der Leben spendenden Mutter
manchmal ja, auch tief eindringend
im unbewussten Heute 
oder Verlust, der den Atem bändigt


Beratung : Heidi.

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:08

Horizont



das Glas, durch das ich sehe
spiegelt meine Seele
am Abend manchmal aufgeregt
durch den Staub des Tages

da wird auch viel angeführt
wo für ich knie in den Gedanken

ich bin dann klein,
der andere oft stark oder groß,
verletzlich bin ich
nein,
nicht vollständig verabschiedet

auch gibt es Tage,
an denen ich ohne zu fragen,
von süßen Trauben schmecke
zahlreich, sagt man

noch in voller Blüte und 
an himmlischen Zweigen,
die Wärme verdampft 
dann von meiner Haut, 
für andere unsichtbar
manchmal vibriert es sogar 
von meinen Flanken

jedoch was wesentlich ist
entweicht meinen Augen
oder löscht sogar meine Ohren
manchmal sind Regenbögen zu groß
zu weit, die ich will verzaubern

das Glas. durch das ich sehe
spiegelt das Bild
in dem ich bin 
und ja, 
großzügig gefüllt
mit dem man, sich verträgt

Beratung " Heidi

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:07

Plötzlich



so plötzlich
endet das fest 
Stille, welche durch 
die Seele schneidet

das Denken verwirrt
und tief verbunden ist
mit deinem Herz

und spazierst du, 
neben ihm entlang,
der kein einziges Wort sagt

du bringst auch etwas weg
das dich im Laufe vieler Jahre
begleitet hat

das Leben ist manchmal 
so hastig
dass du das Sprechen oft
bei Tageslicht vergisst

Beratung : Heidi.

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:06

Liebe



Liebe hört sich
altmodisch an

sie ist wesentlich
in Unverständlichkeit,
irdisch aufgebläht

wie ein Echo
in jeder Rhetorik
auf trockenen Lippen

wo ist die Zeit
daß wir einfach
in Augen lesen
und man Worte vermeidet

oder nur die Hand greift
und Wärme gibt
in Weckselseitigkeit

*
“Ich habe dich also lieb” : 
wenn ein Schmetterling
mit all der Zärtlichkeit
auf Büschen sich niederläßt


Beratung : Heidi

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:06

Die Verlassenheit



manchmal ist meine Welt
nicht größer als zwei Füße
und mein Kopf das Universum 

die anderen sind Phantome
die unantastbar wühlen:
innere Teufel die die Schatten
in mir lieben wollen
und so das Licht abblenden 

dann weiß ich wieder genau
wie ich auf nackte Träume starre;
und ich nur durch das Sterben
zu dir, dem unsichtbaren
anderen Mensch kommen kann

daß ich die Morgenröte
wieder erben
und sprießende Hoffnung
auf’s neu bei mir wohne darf

*
ich rieche dann deinen Duft 
und schmecke die Lippen 
des weichen Wortes
sehe mich in meiner eigenen Farbe:
die Seele, die zu mir gehört


Beratung : Heidi.

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:05

VERWEILEN



wenn ich so in der Nacht verweile
und kurz umsehen möchte
empfinde ich das Licht 
vor und hinter mir,
der Atem, der mich betreut
erlaubt eine klare Sicht
aber auch die Schwere
wovor ein Mensch fast weicht

ich möchte so gerne,
auch durch michselbst 
verstummend, dich erlösen 
von schweigender, 
quälender Last
die das Herz erkaltet
und die Sonne in Schmerz

ich sehe mein Lächeln
durch den Nebel und 
meine Seele ihnen erschauen
es legt die Bindung
wie bei Getreuern
in einem geschütztem Land
auf der man Liebe züchten darf

ach, 
ich, Mensch aus Fleisch und Blut
schwierig ist das Beugen
Früchte auf zu heben,
sich mit sanftem Gemüt zu lutschen,
auf’s Sterben zu beschränken

doch weiss ich genau,
frage nicht wie es ist,
was der Himmel meint;
die Ergebung erweist 
gepaart mit Verlust
der jedem zufällt

mit dir pflücke ich Blümen,
der Jahreszeit eigen,
es wird die Zeiten reihen
worauf ein Morgen aufdämmern wird
und ich dich tragen darf
damit ich den Schritt 
nach anderem Uffer, zärtlich 
und in aller Ruhe wage

dann, meine Liebe
öffne die Augen
und höre das Sanfte 
im Herz getragen 

rieche dann die roten Rosen
welche immer von Warten wissen

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:04

Die vergangene Nacht



diese Nacht warst du sanft
und so zärtlich
deine Daunen haben mich
umhüllt
du streichelst mich mit Federn
ich dich mit meinem alten Fell

das Mondlicht berührte
die leichten runden Linien
und meine Hände fühlten
intime Wärme
ich möchte uns bewegen,
wiegen wie in der Natur

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 17:03

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