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J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 5

Teil 5
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Saubere Fenster

Ich lebe im Park
Einer geistlichten Arglosigkeit
Mir kann nichts
Und alles entgehen.
…

Aber ich werde geleitet
Oder vielleicht
...
Hinters Licht geführt.

Überfluss
Vor meinen Augen.
Werde ich kunstvoll von
Wirklichkeit betrogen.

Ich fülle also keine
Taschen mit Sand.
Und fließe fort. Einfach
Mit dem atmenden Strom.
Ich lasse mir den Rücklauf rauben.

Dort schließe ich die Augenlider
Träge geworden
Dort so, beim Sonnenverwöhnten
Badestrand.

Ich denke nur so:
Träumen ist feineres
Als Fensterputzen
Ein Wort sozusagen und werde
Von glückseligkeit übermannt
Fassungslos von Sauberkeit.

...
-Gedicht von Julius DZS
-übertragen von Manfred H. Freude, Lyriker
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 09:53

Tausend Tropfen

 

ich treibe nach süßen Gewässern auf

vom verdörrten Land aus

wo die angeschlagene See

noch immer salzgefärbt ist

umgeben mit vergänglichem Ried

 

meine Zeit scheint dort verwirkt

die Strömung singt küssend

sowohl zur linken als rechten Seite

die streichelnde Überseite

 

flüstert sanft über dem Grün

das wartet in weiter Ferne

Kühle verliert eine

undurchschaubare Membran

es ist das Sonnenlicht

welches ertragreiche Wärme

mir nun anreichen kann

 

unzählbare flatternde Flügel

verbreiten die Düfte

welche immer mehr nach der Weite riechen

und wo die Morgenstund auf mich wartet

mit hellblauen Lüften

 

morgen, morgen so hoffe ich

wirst du mich mit zärtlichen Blicken

aus Tausend Tropfen hochheben

und ohne viele Worte

für mich ein neues Leben weben

 

 

Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 18:01

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Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Das Glück



Glück ist unterworfen
durch Raum, Licht und Zeit
ist selten überreichlich
wird getragen von
Zerbrechlichkeit
 
ich denke noch an 
die vergangene Jugendzeit
wo Zukunft stand für Morgen
blind auf der Suche
nach unbekannter Freude;
 
 
die immerwährende Liebe
ohne Sorgen
 
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Le paradis du coeur (Das Paradies des Herzes)

 
 
 
noch schlimmer
als das Sterben
ist während des Lebens
Verlassenheit erben
 
und Chaos 
dich saugt in einen Kolk
wo die Seele leckt
an einem scharfen Dolch

*dans le paradis du coeur*

die Leine in
den Himmel scheint entbunden
der Oberhirte ist,
nicht angekündigt,
verschwunden
 
es ist nicht nötig jemand
zu erzählen
wie Menschen
Menschen schälen

*dans le paradis du coeur*
 
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Der Leidensweg




an mir ziehen oft Züge vorbei
ich möchte eher reden
von Schweigemärschen
mit verbundenen Augen 
gehen verdrängene Monster vorüber
einander festhaltend in einer Reihe,
Seite an Seite,
 
gewöhnlich sind sie auch gehüllt in Schatten
kaum sichtbar für meine Augen,
da die Seele sicher nicht betrogen wird
denn diese ist schon mit
zu vielen Spagaten gefüllt

 
sie singen das alt bekannte Lied
und wahrhaftig noch auf die eine Weise;
wie gebe ich noch Gefühle preis
so daß der bekannte Fremde es nicht genießt

 
ich selbst pfeife einige Noten aus einer Sonate;
es hat einen Gang wie theatralisches Vergnügen;
 
ich will nicht daß den letzten Läufer, der Drachen
lyrisch wird von zuschauenden Straßen
 
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Memoiren


ich pflückte eine
verlassene Sommerblume 

welche sich noch sehnte nach
einem leisen Summen Summen

etwas süßen Saft hatte
sie noch zu bieten 
an diese gelbschwarzen Wesen  
 
in meiner Handinnenfläche 
brach der Stiel 

ich dörrte sie
in deinen Memoiren:
das letzte Kapitel
 
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Voll der Gnade




unter einem lebensbogen

mit goldglänzenden trompeten

steht mit weit gespreizten armen

GEKLEIDET IN EIN TUCH VOLL WEIßER ROSETTEN

DIE LIEBENSWÜRDIGE JUNGFRAU,

fortwährend BELEUCHTET VON EINER FACKEL IN JEDER HAND

ES IST IHR GELUNGEN EIN VERSENKTES GITTER 

ZU ÖFFNEN AM HIMMELSRAND

 

sie streicht mit warmem honig

über eine schwarz geloderte seele

und  befruchtet aufs neue den Sinn

der bereits früh in finsternis verfiel

da die erde zerstörend

GEWÜTWET hatte im engelskind                                                    

mittels des teuflischen geistes
 
welcher nur den eigenen Atem liebt

 

bevor das gras auf wurzelN deuten kann,

stürzen ruinen noch tausendmal hinein

 
und schneidet das schwert in balsamierte fundamente

von schmerz und höllengewinn

jedoch allmählich in Fortgang und leichter Abnahme            

nährt das süßE EIN ZÄRTLICHES GEFÜHL

SO DAß NICHT DER TOD VIKTORIA SCHREIT

ABER DAS LEBEN SICH SELBST ERKENNT als ZIEL                                                 



Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Perpetuum mobile





wenn auch die Asche schwelt und ist Feuer wie der Tod
wacht da doch eine Aufwallung von purem Purpurrot
über verzweigten Pfaden durch Unsichtbarkeit
damit keine Träne sich dort verbrennt an Sterblichkeit


 
auch wenn meine Hand einen Himmel trägt ohne Gewicht
und die Augen verirrt oder versperrt sind in Aussicht
wo auch noch Phrasen gestählt sind von geprüften Bräuchen
wie erkläre ich dir, um Himmels willen,
daß meine Rosen nach Rosa seufzen

 
oder in Weiß gebaut sind auf leicht flutendem Strahl
welcher zieht über heitere Gipfel und ein niedergedrücktes Tal
wie das Wasser das Schlagen gegen Ufer kennt
doch sich in unbefangener Hingabe an Fortgang gewöhnt

 

 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Die Verführung einer Gottin





verführe mich nicht 
oder gerade doch
zu denken der ich bin
oder verbanne meine Gedanken,
gelegentlich 
nach einem himmlischen Paradies


wo ich nur diese eine Frau kenne
entblößt von Sitten und Kleidung

jedoch geschmückt mit
zärtlichem und betörendem Fleisch   
dass versauerte Äpfel
noch erpicht so süßlich speist 

 
sie ringelt meine Haare entlang
klebrig vom Wirbel bis zur Sohle
umgibt mich mit schwülen Gebärden
damit ich noch lauter treibe auf Saat
welcher keine Geburt jemals erklären wird

 
am Ende reiße ich mit aller Macht
verroste Gitter auf;
Stäbe mit eingebauten,
verstorbenen Rosetten
welche wieder ein Ausweg bieten
aus der herrlichen Hölle
und Verdammnis

*
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Ich kenne Sie



wenn ich bin, gleich 
dem Durchschnittmensch

und das bin ich

weiche ich nicht ab
von ihrem Gut und Böse
oder Freud und Leid
in Faulheit und verbotener Tat


 
wenn ich Mensch bin, gleich allen
kenne ich Sie
                                und spiele auch Theater                                  
mit geöffnetem Bühnenvorhang

 
sehe dann in den Saal hinein
gefüllt mit ihren Seelen
doch durch die Beleuchtung
erstellt sich ein schemenhafter Anblick 
                                   

oh, natürlich, auch ich 
stehe scheinheilig auf den Bühnen
mit weitem Blick und vollem Mund,
aber ich bin nicht schlecht


seht meine Sonne
und der Geist 
im Schatten zeigt sich echt

die Schöpfung ist
wie sie sich an den Tag legt

sie hat immer
auf diese Weise 
unter uns gewohnt


Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Meer van J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 5

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