Warten auf einen Zug
wann kommt ein Zug vorbei?
er darf natürlich kurz stoppen
wenn ich rede von einem Gedanken
welcher passiert und mich zu
einigen Bewegungen
meiner Fingerspitzen bringt
oder ein Bildnis, welches sich
sanft hinlegt zu mir
woraus ich Einsicht habe
auf hinreichende Buchstaben
welche Worte bauen können
aus einem schaffenden Brei
und Zeilen zieht
über weißes Papier
welche kundtun
ein reimendes
oder prosaisches Ereigniss
wo in etwa auch
ein Gefühl entgegnet wird
mit dementsprechenden Farben
in der Hoffnung, dass in allem zusammmen
auch etwas musikalisch erweckt wird,
nicht zum Entwerfen eines Gitters
doch dass die Phantasie von manch einem
mühelos ausgeweitet werden kann
Nach Wert schätzen
was ich schreibe
geht dich nichts an
du wirst es ja
doch nicht berühren
du sollst meine
Gedanken
nicht verstehen
können,
wenn ich erzähle
von meinem Traum;
das Suchen
nach Gefühl
dann kann ich
noch so viel deuten
du bleibst immer ahnungslos
von dem, was ich meine
aber sag mir,
was bewegt dich
ich weiß,
es geht mich
nichts an,
nur du kennst
den wahrhaften Wert
wenn du dann doch
deine Worte seufzst,
verdampfen sie
gleich Tropfen
und fahren später nieder
wie verwässerte Phrasen
zurück zur Erde
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Ein Schlager von Julius: Durch zärtliche Lüfte
Mädchen,
ich glaube an dich
du, von so weit her
la la tra la la la
ich denke
über unsichtbare Grenzen
denn du hörst nicht,
was ich sage
von unserem Zweck
tra tra tra la la la la
aber meine Gedanken rasen
durch zärtliche Lüfte
umhüllend
rühren sie dich an
la la
du empfindest mithin
doch in Herz und Seele
dass ich, ja gerade ich,
mit dir die Welten teile
lalalala tralalala
küsslala
Der Gongschlag
des Himmlischen Friedens
strecken sich tausende
Arme nach rechts
Die Köpfe linksgerichtet
so befiehlt es der Gongschlag
in seinem schallenden Flehen
Man hört die Muskeln spannen
wenn das Spiegelbild befohlen wird
im Echo der bronzenen Klänge
Den Rhythmus der Schläge
erkennt man im Atmen der Steine
Der herabhängende Zirkel
mit Geräusch erzählt,
dass der chinesische Tag
nach der ewigen Tradition
angefangen hat.
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Das Hohe Lied
in meinem Hohen Lied
über Liebe
sprüht es gewaltig
Trompetgeschall
Stimmen brüsten sich
mit Klängen
rauh gestöhnt von meiner
voce particolare
der eine mit Glotzaugen
der andere mit starren Augen
erfahren wir die Liebe
"Hosianna gehört dazu"
wie können wir das erklären
die ewige Gier,
die andauernden Bauchkrämpfe
das Füttern der unsichtbaren
Schmetterlinge
und der fortfahrende Durchfall
sind nicht nur allein von heute
so jauchzen wir wegen
das zärtliche Gefühl
reisen in der Welt herum
können Bäume ausreißen
und Wüsten durchkreuzen
wir lassen alles stehen
und liegen
*
an der Straßecke
sehe ich die Frauen
mein Hohes Lied, meine Gier
könnte ich sie
doch einmal erreichen
warum bleibe ich
für meine grosse Liebe
nur entweichende Ballonluft
Sich umsehen nach Morgen (2)
Ich sehe mich um
Nach Morgen
Wo das Licht
Noch fleckenlos ist
Fühle mich dann
In der Zukunft
Geborgen
Eine Erwartung
Ohne Not
Was ich dir wünsche
ich möchte dir
gerne schenken
das Wunder
in dich selber
unantastbar,
nicht zu kränken
geh deinen Weg
in milder Stille
ohne ein belastetes
Gewissen
doch mit einem
friedfertigen Willen
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Einbildung
wie trocken waren meine Lippen
wenn ich, letzten Endes, durstig
kostete von verstaubter Weisheit
zähneknirschend ging
mein Weltbild in die Brüche
von leeren Blasen zugedeckt
suchte wiederum,
ähnlich dem Mensch,
ein anderes Schattenbild
welches auch in meiner
verspiegelten Vitrine
verweilte
ich war der Zeuge
meiner Schöpfung
und konnte wieder
den Gesichtskreis
erklären
Der schönste Tag
ich war jung
und suchte die Zukunft
nicht im Heute
jetzt suche ich
den schönsten Tag
in meiner Vergangenheit,
nun, da ich grauer bin
oder wird der Jüngste Tag
eine Schönheit bringen,
welche ich noch nicht kenne
wenn ich alle Glücksaugenblicke
sammle,
würde ich dann einen
Zeitraum von vierundzwanzig Stunden
völlig füllen
oder werde ich eher
die Momente von Liebe
hegen und umhüllen
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Ad Tempus (Zeitweilig)
ich fühlte Ruhe
als Geflüster
die Ohren entlang
blies und fragte:
gehst du mit
mit mir
nur so
fliegend entfliehen
*
erstaunlich,
dass es mich
beruhigte mit
Vergänglichkeit
ich wusste nicht,
dass es mein
Inneres war
welches sich selber
ein Lebewohl küsste
Ich kann dich nicht ausstehen
ich kann dich nicht ausstehen
heute fasel ich nicht herum
habe keinen Schwung, das zu tun
nicht, dass es mich kümmert,
wenn ich einigen Unfrieden höre
da gerät auch nichts in Verlust
zerbricht keinen Bohrer oder
hat ein verschlicktes Ohr
nein, meine Gedanken sind unflätig
und dann muss man schweigen
keine ellenlangen Reimchen auffädeln
von Seufzen oder einmal schnaufen vor Aufregung
damit gehe ich nicht deine Seele bedrohen
mein Beitrag ist deswegen kurz
sozusagen ein leerer Teller
vor dem ein Schwein nicht grunzt
o ja, das kann ich sicher sagen
ohne mein Gewissen zu quälen
"ich kann dich nicht ausstehen",
das hört sich vielleicht etwas krude an
es musste einfach raus
in der Hoffnung, dass du dich nicht ärgerst
Gegensätzlich
ich entdeckte
einen Schritt zur Seite
gleich
etwas neues
während der Schlamm
mich aufsog
bei Ebbeströmung
Jasper van der Sandt
in meinem Land herrscht
das Grau
Früher
Winter genannt
der Schöpfer dachte
ich sende dem alten Dichter
einen Enkelsohn
Jasper ist sein Name,
es geschah gestern
Alte Liebe
erzähle nicht weiter die Worte, bei denen ich schweige
sie sind vermisste Gedanken von damals
sie streifen ständig von Fühlen zum Tun
möchte sie in gesalzener Feuchtigkeit offenbaren
wozu ich so ab und zu
oder eigentlich, doch ja häufig neige,
um einen beleuchteten Schatten
nachträglich mit Speichel zu erklären
ich würde von der Birke mit folgsamen Ranken
die geerdeten Wurzeln zärtlich küssen,
als ob Sehnsucht das schwelende Feuer
mit trockenen Lippen beschwichtigen kann
und die Rinde nicht die Partitur adern wird
von loderderden dumpfen Klängen
höre nicht die Augenblicke, von denen ich schweige
sie tragen die Flanken, welche eine alte Liebe erben
Femme Fatale
stramm streckt sich
der Schleier
ihren dürren Leib entlang
wo Raum
schrumpft bis an
eine schmale Enge
und Knochenbeine
eine lange Wiedergabe sind
einer verwundbaren Länge
eine Frau mit
entsprießenden Brüsten
in einer schlichten Grazie
mit nackten Füßen
wer möchte nicht
ihren hervorquellenden
quengeligen erhabenen
Augen begegnen
doch,
in einem
vorbeigehenden Moment
wird mancher Mann
sich selber
zusammemkrampfen sehen
und nicht sie,
doch sich selbst
beschimpfen

