

Ein alter Tag
sicher, dieser Tag naht
seinem Ende
murmelt meine Stimme
unterdessen das Gebet
von was war
von heute
also fast das alte Dasein
ich bin nun und hier
in Gedanken versunken
doch auch, in der Tat,
bereits schwebend auf
dem Wege nach oben
und vergolde
einen Balsam von Ruhe,
wie Stille rundum die Seele
aber ich werde
durch die Jahre hin
immer mehr verstrickt
im weiter Sehen
manchmal gleich wie Starren
mein Wunsch bleibt doch,
in der Regel, dass ich
an den Morgen glauben will
um zum anderen Mal
Licht zu gewahren
Resonanz
und noch tiefer
sehe dann Augen,
suche Lippen
erwarte Hände
mit zärtlichen Fingern
sehne mich nach einem Blick
von tröstend Berühren
ich spüre jedoch
hohle Stengel
welche Töne
von Stille schweigen
Die Bewunderung
welche in Sprache
neugeboren wird
kann meine
Bewunderung
erfahren
sie gebärt
sich selbst
durch
Metaphern
welche noch
immer
Wehen erklären
FOTO
Wenn der Schatten fällt
mich überfiel
blieb mir noch übrig
das Tasten und Seufzen
als ob ich auch
vor diesem Tag
flüchten müsste
ich stieß
gegen eine Mauer
doch
plötzlich sah ich
wieder das Licht
ein Einbauschalter
war meinem Zeigefinger
erlegen
Höllenfeuer
deine Schultern
tragen
eine Winterdecke
darunter
treibt ein gekreuzigter Leib
unaufhaltsame Tränen aus
zur Lösung von Schmerzen
meine Hände
verleugnen
so sind
auch meine Áugen
zugeschlagen
denn,
ich bin es selbst,
welcher das Feuer
herbeigetragen hat
+
manchmal bin ich
hungrig und blind,
wenn meine Leere
eine bereits gestorbene
Zukunft findet
+
FOTO
Warten auf einen Zug
wann kommt ein Zug vorbei?
er darf natürlich kurz stoppen
wenn ich rede von einem Gedanken
welcher passiert und mich zu
einigen Bewegungen
meiner Fingerspitzen bringt
oder ein Bildnis, welches sich
sanft hinlegt zu mir
woraus ich Einsicht habe
auf hinreichende Buchstaben
welche Worte bauen können
aus einem schaffenden Brei
und Zeilen zieht
über weißes Papier
welche kundtun
ein reimendes
oder prosaisches Ereigniss
wo in etwa auch
ein Gefühl entgegnet wird
mit dementsprechenden Farben
in der Hoffnung, dass in allem zusammmen
auch etwas musikalisch erweckt wird,
nicht zum Entwerfen eines Gitters
doch dass die Phantasie von manch einem
mühelos ausgeweitet werden kann
Nach Wert schätzen
was ich schreibe
geht dich nichts an
du wirst es ja
doch nicht berühren
du sollst meine
Gedanken
nicht verstehen
können,
wenn ich erzähle
von meinem Traum;
das Suchen
nach Gefühl
dann kann ich
noch so viel deuten
du bleibst immer ahnungslos
von dem, was ich meine
aber sag mir,
was bewegt dich
ich weiß,
es geht mich
nichts an,
nur du kennst
den wahrhaften Wert
wenn du dann doch
deine Worte seufzst,
verdampfen sie
gleich Tropfen
und fahren später nieder
wie verwässerte Phrasen
zurück zur Erde
FOTO
Ein Schlager von Julius: Durch zärtliche Lüfte
Mädchen,
ich glaube an dich
du, von so weit her
la la tra la la la
ich denke
über unsichtbare Grenzen
denn du hörst nicht,
was ich sage
von unserem Zweck
tra tra tra la la la la
aber meine Gedanken rasen
durch zärtliche Lüfte
umhüllend
rühren sie dich an
la la
du empfindest mithin
doch in Herz und Seele
dass ich, ja gerade ich,
mit dir die Welten teile
lalalala tralalala
küsslala
Der Gongschlag
des Himmlischen Friedens
strecken sich tausende
Arme nach rechts
Die Köpfe linksgerichtet
so befiehlt es der Gongschlag
in seinem schallenden Flehen
Man hört die Muskeln spannen
wenn das Spiegelbild befohlen wird
im Echo der bronzenen Klänge
Den Rhythmus der Schläge
erkennt man im Atmen der Steine
Der herabhängende Zirkel
mit Geräusch erzählt,
dass der chinesische Tag
nach der ewigen Tradition
angefangen hat.
FOTO
Das Hohe Lied
in meinem Hohen Lied
über Liebe
sprüht es gewaltig
Trompetgeschall
Stimmen brüsten sich
mit Klängen
rauh gestöhnt von meiner
voce particolare
der eine mit Glotzaugen
der andere mit starren Augen
erfahren wir die Liebe
"Hosianna gehört dazu"
wie können wir das erklären
die ewige Gier,
die andauernden Bauchkrämpfe
das Füttern der unsichtbaren
Schmetterlinge
und der fortfahrende Durchfall
sind nicht nur allein von heute
so jauchzen wir wegen
das zärtliche Gefühl
reisen in der Welt herum
können Bäume ausreißen
und Wüsten durchkreuzen
wir lassen alles stehen
und liegen
*
an der Straßecke
sehe ich die Frauen
mein Hohes Lied, meine Gier
könnte ich sie
doch einmal erreichen
warum bleibe ich
für meine grosse Liebe
nur entweichende Ballonluft
Sich umsehen nach Morgen (2)
Ich sehe mich um
Nach Morgen
Wo das Licht
Noch fleckenlos ist
Fühle mich dann
In der Zukunft
Geborgen
Eine Erwartung
Ohne Not
Was ich dir wünsche
ich möchte dir
gerne schenken
das Wunder
in dich selber
unantastbar,
nicht zu kränken
geh deinen Weg
in milder Stille
ohne ein belastetes
Gewissen
doch mit einem
friedfertigen Willen
FOTO
Einbildung
wie trocken waren meine Lippen
wenn ich, letzten Endes, durstig
kostete von verstaubter Weisheit
zähneknirschend ging
mein Weltbild in die Brüche
von leeren Blasen zugedeckt
suchte wiederum,
ähnlich dem Mensch,
ein anderes Schattenbild
welches auch in meiner
verspiegelten Vitrine
verweilte
ich war der Zeuge
meiner Schöpfung
und konnte wieder
den Gesichtskreis
erklären
Der schönste Tag
ich war jung
und suchte die Zukunft
nicht im Heute
jetzt suche ich
den schönsten Tag
in meiner Vergangenheit,
nun, da ich grauer bin
oder wird der Jüngste Tag
eine Schönheit bringen,
welche ich noch nicht kenne
wenn ich alle Glücksaugenblicke
sammle,
würde ich dann einen
Zeitraum von vierundzwanzig Stunden
völlig füllen
oder werde ich eher
die Momente von Liebe
hegen und umhüllen

