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J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 5

Teil 5
akke.beakke.be

Archief

Wenn ein Trost sucht






ich tränte die
Welt zum Stillstand
Füße klebten
am Sand und Ameisen

als ich den Schleier
sah von Grass
im Grün verströmt
durch Wimpern hin   
entlang Rändern
von sehenden Wäldern
 
und ich 
Gedanken fangen mußte
in einer Folge von Raum und
Gefühl

die Beine versteiften
während Rippen schüttelten
und der Bauch jagte
hinter Tiefen,
ausblasend bis an Kehle
und Augen

ich tränte die
Welt zum Stillstand
und fühlte die reichende Hand;
so entfernt nahe

mein Herz prallte
Trommeln voll von
üblen Feuchtigkeitsgeräuschen

sie senkten mich
um zu gedeihen,
suchend nach sich
wiederherstellenden
und trostbringenden Werten



Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Tarnen






jedesmal wenn
meine Tränen rinnen
friere ich sie ein
und forme 
Figuren aus Eis
 
sogar die Wärme
meines Atems
versuche ich zu versteinern

um danach alles auf
zu stapeln zu einem Standbild
von gefrorenem Wasser 
und kaltgebranntem Sand

mit Hammer und Flachmeißel
lege ich Falten                                   
zu einem Antlitz
der öden Existenz

am Fußenende
kratze ich noch
einige Schriftzeichen:
 
"sei nicht
   besorgt um ihn"
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Auf Schmetterlingsfächern

 
auf den Fächern
eines grünen Schmetterlings 
spreize ich die Arme weit

flattere mit 
von Blatt auf Zweig
im Garten nach hinten

wo ein
wohlriechender 
Seraphimenstrauch

Träume  verwöhnt mit
süßem und ewigem Licht 

um noch mehr
Busenduft zu zerstäuben
auf tanzende Seelen 
deren Federgewicht
angedichtet ist

 


Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

Ein alter Tag

so spät noch am Abend
sicher, dieser Tag naht
seinem Ende

murmelt meine Stimme
unterdessen das Gebet
von was war
von heute
also fast das alte Dasein

ich bin nun und hier
in Gedanken versunken
doch auch, in der Tat,
bereits schwebend auf
dem Wege nach oben

und vergolde
einen Balsam von Ruhe,
wie Stille rundum die Seele


aber ich werde
durch die Jahre hin
immer mehr verstrickt
im weiter Sehen
manchmal gleich wie Starren

mein Wunsch bleibt doch,
in der Regel, dass ich
an den Morgen glauben will
um zum anderen Mal
Licht zu gewahren




Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

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