Naar de inhoud

J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 5

Teil 5
akke.beakke.be

Archief

HEIßT DER TOD GOTT

 
 
 
Wenn ich meinen Schritt
Immer mehr in Zeit
Und Raum verzögere,
Mein Gang Rhododendren
Entlang führt    
Und ich mich am Ende
Beschränke auf einen   
 
Dann denke ich
Gewiss weniger                
Und ist meine Umgebung
Nur noch eine fast
Gedankenlose Hecke.
 
Nähere ich mich nun
Einer göttlichen
Atmosphäre   
 
Wenn mein Atemzug
Wünscht zu stoppen gemäß
Dem irdischen Schicksal  
 
Werde ich dann aufgenommen
In solch farbigen Knospen
Und in der endlosen
Großartigkeit vom Tod,
 
Ist das die Vollständigkeit
Gekannt in dem Namen Gott  
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 00:00

DIE EISIGE NACHT





Wenn ohnmächtige Gedanken
Lauter rufen
Als meine Lippen sich bewegen
Und mein Ohr die kurze Berührung
Des Windes nicht vergessen möchte.
 
Ist die Stille noch
Am meisten geneigt
Mich verweilen zu lassen
Im Wandel der verlorenen Zeit,
Suchend nach unbestechlichem Wachen.
 
Es ist dann nicht so,
Dass  ich mich verberge
Um Widerstand zu vermeiden.
Manchmal gerät die Seele
In Trance,
Wird sie von einem
Klangüberfluss erfasst.
 
Wenn das irdische Glockenspiel,
Nicht voraussagbar,
Seine Glocken läutet und mich
In dem Irrgarten begleitet
Welcher gefüllt ist
Mit grauen Nebelbänken
Denen Verstörtheit
Zugeschrieben wird,
 
Dann ist es doch nur
Die Einsamkeit,oft so
Beschuldigt von Finsternis,
Worin der Pfad nach außen
Vorbereitet wird.
Und meistenteils, ein früher Morgen
die eisige Nacht abschließt.
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 20:00

BEGEGNEN

 
Es ist heute
Sieben und zwanzig April
Der Tag is jung
Das Gefühl alt
 
Spazierend durch dem Park
Frage ich mich ab
Was macht mein Herz stille
 
Ist es ein neues Kind das kommt
Oder die Blumen welche
Sich sehen lassen, bald
 
Guten morgen Frau Kühle
Sagte ich gegen
Das Kleid und Hund
 
Ich sehe sie jeden Tag
Wir drehen uns immer
Mit zurückhaltenden Worten herum,
 
Die Pfade sind für uns zwei
Mumelte ich vor mich hin
Meine Lippen in Bewegung zeigen
Wäre so früh, noch zu intim
 
Ja, ich muß wieder weiter.
Einen schoenen Tag
Herr zu Schlamm
 
Sie setzte ihren Weg fort
Kopf im Himmel
Ihre Haltung stramm
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 15:40

STILLE BEICHTE

 
Bleich,
Im sterbendem Licht
Des frühen Abends
 
Zeigt sich das schmale Gesicht
Im Schatten an der Wand
Ihre Lippen, mich küssend
In einer unsichtbaren Leiste
 
Weil ich in Gedanken
Mit meinen Fingern
Durch ihre Haare streiche
 
Und so die erste Strophe
Eines ungeschriebenes Gedichtes
In aller Stille beichte
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 15:38

DER WECHSEL

 
 
 
Mein Zimmer kennt zwei Fenster
Doweit ich nun überschauen kann
Ich sehe heute vorn nach außen
Und erblicke den Schwanz eines Geiers
 
Noch hängend in der  Luft
Wie ein raubendes Gespenst
Einen Angriffsplan anzettelnd
Auf dem sterbenden Leib
Einer zu frühen Ameise
 
Gestern sah ich durch
Die Scheibe an der Hinterseite
Gelbe Narzissen
Sie hatten schon früh
Meinen Garten hinter
Dem Haus besetzt
Auf malerische Weise
 
In den sich verwischenden
Jahreszeiten
Wollten sie, freilich unbewusst,
Was jemals das Frühjahr bedeutete
 
Den Nachwehen eines Winters
Entgegentreten,
Befreien von Finsternis
 
Um das Kommen und Gehen
Zu betrachten
Bin ich ausgerüstet mit Augen
 
Und sehe, dass die Natur durch
Das  Zeigen von zwei Gesichtern
Den Schatten und das Tageslicht küsst
Ohne sich vor Scham zu beugen
 
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 15:35

DAS LICHT DES TODES (philosophisch)

 
 
 
Ich lebe nahe bei dem Tod,
So Dichter eigen,
Werde nicht beherrscht
Von einer Drohung
Oder bin in wirklich
Unverhohlener Not
 
Aber sei nun offen
Was ist morgen
Scheint das so begehrenswert
Das, was Zukunft heißt
Weiß man sich darin geborgen
 
Fügt sich noch Einblick hinzu
Denn es sind alte Tage
Welche wie neu versprochen wurden
Aber von denen man bereits gestern
Die Erfahrung erlebt hat,
Schon in die Ewigkeit getragen
Und oft von der Vernunft gespaltet
 
Versündige ich mich an einem Gebot,
Das mich zum Hoffen zwingt
Verleugne ich das
Vorgezeichnete Schicksal
Das auch mich nötigt
 
Mich festzuklammern am laufenden Band
Mit einem zarten Vorhaben der Liebe
Oder den Lüsten eines
Weit entfernten Strandes
Wo der Himmel vorgetäuscht wird
 
Das Licht des Lebens
Zeigt sich am besten
Dort wo in Finsternis
Der irdische Durst
Nicht gelöscht wird
Oder wo die Sicht
Fast ewig ausgetestet wird
 
Am Grab eines Geliebten
Schreit das Licht nach Luft
Dort heult durch alles der Verlust
In der nicht zu beantwortenden Frage:
Was ist es, das übrig bleibt,
Will ich noch wohl teilnehmen
An einem umfangreichen Mahl
 
Ich lebe nahe bei dem Tod,
So Dichter eigen,
Werde nicht beherrscht
Von einer Drohung
Oder bin in wirklich
Unverhohlener Not
 
 
 
 
Geschreven door Julius Dreyfsandt zu Schlamm om 12:15

Meer van J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 5

↑ Terug naar de berichten