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J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 3

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TEIL 3

Archief

STERBEN IM TAGESLICHT

 
Ich habe dir
Meine Hand gereicht
Schon viele Male
Im Moment des Seins
 
Ständig stoße ich
Beim Sterben des Tages
Auf den Tod deiner Jugend
 
Deine Finger werden mich
Nie berühren können
Sie sind bereits gebrochen,
Nicht mehr zu heilen
 
Auch die Seele,
Getrübt von schwarzen Visionen,
Kann mich nicht mehr erfühlen
 
Alles was ich mit dir
Zu teilen wünsche
Verschwindet, im vorhinein,
Durch deine Kehle
Von Verzweiflung und Leere
 
*
 
Der Lichtblick haust
In undurchdringlichen
Atmosphären
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

SINT- OEDENRODE (NIEDERLANDE)



Schlendernd die Kornfelder entlang
Rieche ich die schwüle Luft

Getragen vom Brabanter Land,

 

Gehe ich über Sandpfade,

Die sich in staub verwandelten      

Und Wildblumen an jeder Seite

Wo das Kraut von Tüpfeljohannis

Noch immer ungewollt gewachsen 

In einer natürlichen Ordnung

 

Ich gewahre in der nahen Ferne

Stramm und stolz dem Turm mit dem Knopf

Schon ewig wachsam über Rodisch Gebiet               

Und bis heute über unser Dorf  sieht

 

Wo schwer klingende Glocken                         

Läuten über den Markt

Und alten schmale Straßen

Wo Menschen sich

Verbunden fühlen

Und freimütig miteinander reden

 

 

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

FREIEN IN DER FREMDE

 

 

 

Friedlich freiweg freien in der Fremde

Mit einer Freifrau ohne einzigen Skrupel,

Hängend am farbigen Ballon

Oder schwebend in Weidenbäumen

Von Schokolade gefüllt

 

Es ist Saugen an Sahne mit Erdbeeren

Unsinnig, verblendet und unbesonnen

Obschon das Sichhinlegen

Neben solch einer Schönheit

Bereits das Erfahren  von Gnade  ist

Ehe ich wirklich angefangen habe

Mit meiner Unbedachtsamheit

 

Ach, über unbekannte Grenzen hin

Kann ich so fein phantasieren

Es ist sicher wie Treiben auf den Wolken

Und die Liebe auf höchster Ebene verehren

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

DIE RUHE

Die Ruhe ruft mich, meine Liebe
Während ich treibe
Auf den Schatten von heute
Es fehlt mir wirklich das Genießen
Das Atmen macht tiefe Schnitte
 

Nicht, dass ich vom Sterben berührt bin
Oder bereits die Waken zähle für morgen,   
Von diesem oder jenem bemängelt werde
Nein, die Seele ist gezwungen, sich zu verbergen
 

Ich baue auf alte Steine
Sie formen das Bild mit Geduld
Um wieder etwas von der Zukunft zu leihen
Jedoch nun noch verhüllt von Nebeldunst
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 10:54

IM WALD VON MORGEN

 

 

Hebe auf die Blätter, mein Sohn

Im Wald von Morgen

Sie erzählen von dem, was gewesen ist

Aber insbesondere, von dem, was kommt

Und tragen die Vergänglichkeit,

Das Sterben,

Doch auch die Nerven                                             

Der Weisheit, welche befreit,

Während sich Erleichterung einstellt.

 

Verbeuge dich, mein Sohn

Vor der Erde in Blüte           

Verhalte deinen Schritt

Beim Fühlen von sanftem Moos

Denke dabei an die Menschen

Welche unverhältnismässig schwirren

Von unendlichem Verdruß

 

Schaue die Bäume an

Mit spitzen und breiten Wipfeln

Sie zeigen die Höhe,

Wachsen in die Luft

Um gelegentlich zu träumen

Wenn die Ruhe dich halten möchte

So dass du dich kurz erholen darfst

Ohne deine Pflicht zu versäumen

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 19:57

EIN BLAUER SCHMETTERLING

 
 
Ich bin ein blauer Schmetterling
Fühle mich frei in den Wolken
Nicht dass es mir immer so gut ging
Im Vergnügen sind auch mal  Kolken   
 

Dann drehe ich immer rund
In unerklärbaren Gedanken
Manchmal mit Feuer in dem Mund
Um  an der Dunkelheit zu ranken
 

Glaube mir nicht, wenn ich rede mit diesen Worten
Sie sind nur von weicher Kraft gemacht
Ich schwebe meistens an angeféuerten Orten
Bin nicht schlecht, hatte ich so gedacht
 
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 10:38

EIN LETZTER SCHREI

Rauh  schrie

Meine Kehle

Den letzten Schrei

  

Ihre Haare sind

Zerzaust vom Wind,

Wenn das Rad

Sie geleitet 

In die Ferne

 

Ich fühle

Mich wie

Ein Waisenkind

 

Sie möchte                          

Nicht mehr umkehren

Und sehen,  wie sie          

Mich im Schmerze

Zurückließ

 

Ich werde ihre Liebe

Entbehren

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 22:58

IN VOGELPERSPEKTIVE

In Vogelperspektive
Also unerforscht mit
Meiner anwesenden Sehnsucht
Flüchtet sie weg von
Meiner Zärtlichkeit
Sie lässt sich nicht
Fangen in meiner Seele

Und werden meine Worte
Allmählich verschwiegen,
Drängelnde Gedanke
Entfliehen dem Lärm
Während das mögliche
Messerscharf eingeschnürt wird
Und zu Boden geworfen von
Meiner eigenen Erwartung

Es sind so die Momente
Von denen man sagt
Dieser Frühling trägt
Keine Früchte
Deshalb werde ich selbst
In den Winter flüchten


 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 13:03

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