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J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 3

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TEIL 3

Archief

VERRAT

Wie dürres Holz fühlen sich die Gliedmaßen an                     
Der  Lebensflüssigkeit
Werden gewiss im gefrorenen Zustand sein
Und Adern sich nicht mehr tragen können
Wie kommunizierende Röhren
 

.....Eisenstäbe befinden sich in meinem Leib.....                                
 

Dort wird die Erstarrung ausgebildet                                      
Augenblicke von Unempfindlichkeit
Erschöpft von zwangsläufigem Denken
Ausgehöhlt von übermäßiger Leistung
Oder nur so unzählbare Male
Beschossen vom Leben
 

.....Kanonen machen die Ohren taub.....                                                     
 

Der Geist eingeschlossen im
Inneren der Magdeburger Halbkugeln
Unwissend noch, sich selber zu befreien
Sieht auch nicht mehr, dass das Licht besteht
Hat keine Ahnung vom Atmen durch den Bauch
Und gewiss nicht vom Bewusstsein seines eigenen Verrats
 

.....Elektroschocks, Elektroschocks, Schocks Schocks...sissssss.....
 
 
 
 
 
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 19:39

DAS MÄDCHEN

Nicht dass ich sie kennen würde
Denn nie zuvor sah ich ein Bild von ihr
Als mir unverhofft einige Worte
Ja, nur ein paar geschriebene Worte
Von ihr in die Hände fielen
 
In solch einem Augenblick erkenne ich
Dass ich nur ein irdisches Wesen bin
Male mir aus wie sie in Wirklichkeit sein könnte
Nur durch diese Buchstaben, die ich lese
 
Wie würde es Ihnen ergehen, an meiner Stelle
Würden Sie die Nerven behalten
Oder in ein schwarzes Loch fallen
Also, ich schaue still vorwärts
Und bin mir kurzfristig
Dieses Zeitvertreibes bewusst
 
Das Mädchen, wie ein Kryptogramm
Ein nicht alltägliches Ereignis
Ich bekomme das Gefühl
Meinen Verstand zu verlieren
Und wie so oft, beim ausbleibenden Erfolg
Beginne ich unzufrieden
Die leeren Zwischenräume auszumalen
 
Oh ja, sie zählt vierzehn Lenze
Sie hält mich für jemand anderen
Was nicht sehr schmeichelhaft ist
Für mich,  einen ergrauten Herrn
Aber das, was sie in Verse fasst
Sagt mir mehr, sehr viel mehr
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

WENN DAS LICHT TRITT HINEIN

 
 
Das Licht tritt träge herein
Möchte das Schwarz
Unaufgefordert vertreiben
Muss keinen Moment sich besinnen
Dehnt den Raum aus
Um ihn mit Beschlag zu belegen
 
Zuerst noch vereint den Weg gehend
Als unerwünschte Fremde
Mit stoßenden Schatten
Doch gierig wie es ist
Frisst es sich hinein in die Nacht
Aufbewahrend was verzehrt
In seiner alles umfassenden Hecke 
 
 
 

 
 
 
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 14:26

INNENHOF

Um viereckige grüne Erde
Inmitten Galarien von steinernen Säulen,
Die Luftfenster bilden            
 
Höre ich das schlurfende Schreiten
Der rauschenden schwarzen Kutten
In Kolonnen suchend nach Bindung
Um die Erhabenheit zu erfahren
Und Unruhe zu trennen von Entfremdung
 
Wenn die süßen Stimmen sich
Mit mir vermengen
Stirbt allmählich mein drückendes Denken
Damit nichts in mir die noch spürende Stille
Schädigen kann oder möglicherweise ablenken
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 18:03

DER ENGEL DER EINFACHKEIT

Noch früh und beim
Dämmrigen Tagesanbruch
Erschien mir der Engel
Der Einfachheit

Es war ganz unerwartet
Ohne vorausgehende Beratung
Das bewiesen später seine Worte
Auf eigene Faust wurde
Ich von ihm besucht

Sie, Julius, so sprach er mit Ehrfurcht,
Sind ein Muster von Eitelkeit
Noch nie habe ich den Himmel verlassen
Für einen Menschen
Welcher leidet an solcher
Blindheit für seine eigenen Fähigkeiten
Und Überschätzung seines Sein

Mindestens liegt das Fegefeuer in ihrer Perspektive
Obschon eine einfache Reise in die Höle
Bereits zu lesen ist im Kursbuch

Guter Freund, es gibt noch Hoffnung
Sagte er mit gedämpfter Stimme
Höre gut meine Rat
Und suche die Stille

Aber bleibe noch kurz du selber
Es gibt dann noch eine gute Chance
Daß wir zusammen Spaß erleben
Ich sitze nähmlich in der Klemme
Mit meiner Bescheidenheit


 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

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