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J. Dreyfsandt zu Schlamm : Deutsche Gedichte 3

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TEIL 3

Archief

STILLE STRAßEN

Durch stille Straßen irre ich herum
Hinter einer verblendeten Sehnsucht jagend
Suchend nach etwas, das ich nie fand
In meinen zarten Kinderliedern:

Tanzen zum Morgen
Lachen zu Vögeln
Lediglich himmlische Sorgen
Ich brauchte nur
Schöne Träume zu fangen

An Türen gehe ich vorbei
Zähle sie alle, eine nach der anderen
Dahinter sehe ich Gesichter
Am Tisch sitzend rundum
Erwärmt von sprechendem Licht

Ich weiß bestimmt
Einmal werde ich irgendwo läuten
Nein, sie werden mich herein rufen,
Erzählen von Berührungen
Und vom Springen in Gassen

Ja, so muss es gehen
Und die Leere wird
Mich nicht mehr quälen

 

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

ICH UND DIE OHNMACHT

 

 

 

Ich erzähle von einer inneren Platz,

Von dem die, die wissen, sagen

Dass dort das  Paradies zu finden ist

Von üppigem Lieben mit einer Schönheit,

Unvorstellbar dargeboten

 

Ich öffne scheu meine Türen,

Bekleidet von einem dicken Fell,

Begebe mich auf den Pfad in die

Vorgeschriebene Richtung

Jedoch bei jedem Schritt vergrössert sich

Ein weinerlicher Ton,

Es zeigt sich meine Seele

Schreiend nach einiger Erleichterung

 

Überwältigt von Erbarmen

Möchte ich zu ihr kommen, reiche meine Arme

Aufrichtig und zärtlich weit vorwärts

Würde nichts lieber als wachen wollen über ihr

 

Ich kann es nicht,

Es gibt zu viel Schmerz

Welcher sie umschließt

 

 

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

SCHLIEßE DEINE AUGEN

 
 
Während du schläfst
Versuche ich
Über dich zu wachen
 
Schließe deine Augen
Heute Nacht
Im betrauten Schutz
 
Ich verjage
Die Träume die
Du offensichtlich erwartest
 
Und während ich
Über dein schutzloses
Gesicht blase
 
Wird meine Zärtlichkeit
Rein und leicht
Deinen natürlichen Charme
Verstärken
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

BILDER MEINES TRAUMES

 
 
Ich forme im dunklen Licht
Die Bilder meines Traumes
Sie sind gezielt auf Vollkommenheit
Während ich sie umrande mit Freude
 
Meine Hände geraten gehetzt
Wenn sie nach dem schwarzen Lehm suchen
In welchem die Gedanken geschichtet werden
Bis ich sie ihr gleich geformt habe
 
Ich wage es nicht ihr
Den Morgen zu schenken
Vielleicht sehe ich dann mich selber
 
Werde nur dem Mond kurz zuwinken
Ehe ich mich bei Morgenröte
In Enttäuschung vergrabe
 
Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

SCHWARZE STARE

 

 

Schwarze Stare kreischen die Bäume voll

Grüne Blätter verdampfen in grosser Zahl

Sie wissen jedesmal zu hausen in dem Geäst

Ohrenbetäubend ihre Anwesenheit zu bekunden

Und Stille mir rundum zu vertreiben

 

Sie haben lange Zeit, ich rede von Jahren

Ihre feste Stelle in meinem Gesichtskreis

Prangerte gelegentlich den ungefragten Besuch an

Nicht ewig werde ich sie beobachten, doch

Oft ist es so, daß ich ihr Schreien verfluche

 

Jeden Winter beseitige ich ihre Plätze

In der Erwartung, daß ich ihre Gewohnheiten durchbreche

Aber beim letzten Hauen zerbricht etwas in mir

 

Offenbar berühre ich meinen eigenen Frühling

Nehme  ihnen und mir die jährliche Hoffnung?

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

DAS LIED VON DER STILLE

 

 

 

Wenn ich das Lied dichte von der Stille

Bewegt sich die Hand auf pulsierenden Schlägen

Werden meine Finger spielerisch gehoben

Und tragen Tinte in das Weltall der endlosen Wege

 

Kein einziges Wort wird aufs Papier geraten

Denn wie zumindest soll ich schreiben

Von einem sanften Baumsäuseln in meiner Vorstellung

Oder davon mit dir in der Vollheit der Leere zu bleiben

 

Wenn ich das Lied von der Stille dichte

Singt die Nacht ihre nicht greifbaren Träume

Und ich höre mir an, was die Finsternis mir andichtet

Es sind schöne Verse, welche uns zugedacht sind




Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

LUFT UND LICHT

 

 

Schaue doch um dich hin

Und sehe meinen Geist

Zaudern und verirren

Er geht und kommt

Und lass dir erzählen        

Von verborgener Schönheit

Von Luft und Licht

Von Lachen

Von Sucht und Sicht

Er nimmt dich mit

Zu hohen Spitzen

Regelmäßig zu

Unbekannten Flops 

Aber meistens

Zu Wärme und Liebe

So tief und gerne

In sauberem Komfort

Schwebe mit, mein Mensch

Treibe mit in den Wolken,    

Wer kennt nicht den Wunsch

Zu strudeln im Genuß

Er führt dich an deiner Hand

Mein Geist verfehlt keinen        

O, von Herrlichkeit übermannt

Verbleiben wir miteinander

 

Geschreven door julius dreyfsandt zu schlamm om 00:00

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