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juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

dreyfsandtdeutsch
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Himmlisch.

ich war zuhause in mir,
am Nachmittag unter uns,
nah an einem stillen Gewölbe.
.
mein Schritt ein Schweben,
Kunst funkelte ohne Wege.
.
Blicke trafen sich leicht,
offen, unverlangt,
genug für ein einziges Jetzt.
.
die Atmosphäre berührte mein Herz,
schuf einen Ort ohne Abwägen
und ließ ein leises Lächeln entstehen.
.
im Wandeln der Schönheit
spiegelte sich meine Seele im Anderen,
und Begegnung wurde
ein kleines, helles Zeichen.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 22:29 Reageer op dit bericht
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Die Klatschmohnblüte

der Morgen stand in vollendeter Herrlichkeit,
zu beiden Seiten meines Blicks ein stilles Fest,
ein roter Flor weit über die Felder gelegt,
getragen von den feingesaiteten, zarten Rosen.
.
sie alle grüßten mich,
doch eine am innigsten;
ihr leises Klappen war vernehmbar,
und es geschah mit einer sanften Zärtlichkeit.
.
sie rief: Sieh mich, ich stehe hier und blühe,
nur für dich, du mit dem grauen Haar.
doch ihre Stimme weckte das ganze Feld,
und ich sah nun alle in freudiger Regung wachsen.
.
die Menge tat sich weiter auf,
und jede zeigte eine eigentümliche Gebärde —
.
und ich sah Liebe aus ihrer Anmut fließen.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:56 Reageer op dit bericht

“In Zwischenzeit”

einen Pfad nach außen zu ersinnen,
durch den Schleier
des Gegenwärtigen und des Einst,
ist ein mühsam langsames Wandeln;
und selbst, wo milde Wärme hält,
liegen noch manch volle Tagesläufe vor dem Schritt.
.
doch was ans Licht gebracht sein will,
schmerzt — und ist doch fern von Fehl;
alles, was dir oder mir widerfährt,
verdichtet sich zuweilen zu einem Knoten des Geschickes,
wo Bewusstheit dünn wie Abendluft wird
und ein brennendes Begehren samt der Vernunft
den Atem in stummes Halten zwingt.
.
zurückzuschauen
und das Gewesene erneut zu durchschreiten
ist ein eigensinniger, schwerer Steg,
keinem Menschen zu wünschen,
doch meinem Dasein urvertraut;
ich vermöchte nicht zu sagen,
dass die Trauer mich je verschonte.
.
und dennoch
treibt mein Wesen in einem sanften Strom,
zumeist vorwärts,
doch in träumender Biegung und leisem Mäandern,
wo Hoffnung, wie ein fernes Licht,
mich an Erinnerung und Aufhellung rührt.

 

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 11:34 Reageer op dit bericht

Ode an mich selbst

Ode an mich selbst
.
ich kann mich selbst
Euch wahrlich nicht enthalten
zuweilen dichte ich ein verdunkeltes Ende
aufgehend im Nichts des ganzen Seienden
eine Leere, gekrönt cum laude
.
doch wenn ich dann sehe, wie Ihr
ohne mich in herber Kälte leben müsst
nehme ich das Brettchen mit Brie,
streiche mich aus
und von demütiger Liebe getrieben
spiele ich zugleich auf einer falschen Kinderflöte
.
ich ergötze die Schar
kann mir ein Stück gesunder
Überheblichkeit nicht versagen
denn wie soll ich gebären,
meine Größe erklären,
wenn die Bescheidenheit ohne Lotse
den Hafen ausfahren würde
.
sagt nun selbst, das wäre doch der Tod
den man sich an die Seite lädt
darum strecke ich meinen dicken Hals
noch einmal kräftig Euch entgegen
was würdet Ihr denn beginnen
sänke ich hinab in den Dreck
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 17:04 Reageer op dit bericht

Ihr vergessen ich

Ihr vergessen ich
.
sie geht,
doch so langsam,
mit wechselnder Klarheit,
hin zu den immer größeren
Leerstellen
des Jetzt,
sterbend tot.
.
wo Zukunft
nur ein schwindend
Vergangen kennt:
ein ungefragtes
Gnadenbrot.
.
seelendürftig
schreitet sie weiter
in nackender Not,
bis selbst das Kind
in ihr
kein Wissen mehr trägt
vom Sein
oder vom Geliebt‑werden.
.
sie schaut — so scheint’s —
noch tief in sich,
hungert nur,
zehrt am völligen Nichts.
.
so ist ihr Ich gegangen,
noch harrend
auf Atemnot,
hin zu entblößtem Sein.
.
die Natur
nimmt „ihre“ Zeit;
ein Mensch
wird schon im Leben
zur Ewigkeit
geführt.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:45 Reageer op dit bericht

lieben im Schatten

lieben im Schatten
.
von der Seite sehe ich sie immer,
damit der Schatten fern von mir bleibe.
ach ja — ich will ihr Herz nicht stören,
nur darf die Haltung nicht verwehen,
solange ich noch zu ihrem Blick gehöre
.
Worte treiben dann leise voraus,
regeln die Zartheit einer Laute.
ja, die Schönheit der Liebe hat Grenzen;
in diesem Weitblick habe ich sie still gesagt,
mit gedämpften Linsen in meinen Augen.
.
so träume ich weiter, ein Warten,
der Dichter geht doch voran, nah bis ins Endlose.
das ist der Reiz, wenn ich an eine offene Tür klopfe:
ein‑ und ausgehen kann ich dann.
frei übe ich meine Einbildungskraft,
.
niemand ruft mir zu: bis hierher —
oder: du Träumer, halt
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 19:23 Reageer op dit bericht

sichtbar

sichtbar
.
ich sterbe an meiner haut,
wo du noch mit blüten flirtest.
meine augen dämmern immer mehr,
der glanz von innen scheint zu ermatten.
.
du hingegen entwirfst
eine ewig wogende fiederpracht.
in diesem augenblick, den du mit mir teilst,
beuge ich mich weiter, während du lachst
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:18 Reageer op dit bericht

Aktiv

Aktiv
.
die Buchstaben, die ich schreibe, schauen mich an
und begegnen mir selbst im Bild
ich weiß, dass sie von links nach rechts wandern
und dafür sorgen, dass mein Geist sich nicht langweilt
.
obwohl tief und spontan die Schübe kommen
und meine Finger sie in Anschläge verwandeln
(mein Körper bleibt passiv, teils noch im Traum)
scheint sich doch etwas Sinniges herauszulösen
.
„ich dichte, ohne mein Hemd zu lüften“
ein Spruch, den man bis zum Überdruss wiederholt
und zurückwirft an jene, die behaupten zu dichten
sie wissen jedoch um das Wort: „er oder sie mahlt nur“
.
nun gut, die vierte Strophe habe ich doch erreicht
und sehe sie klar vor mir, ausgerichtet im Schwarz
ich dachte nicht an eine andere Farbe, die vielleicht schöner wäre
doch sie blieb zurück in meinem ruhig tickenden Herz
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:13 Reageer op dit bericht

Dankbar

Dankbar
.

ich habe mich kürzlich selbst ein wenig verwöhnt
nicht, weil andere mir das verwehren würden
doch es war ein Tag, an dem ich nur langsam aus dem Bett fand
und lieber noch ein wenig „liegen“ geblieben wäre

.

dieser Morgen geschah in einem neuen Jahr
eine Art Silvester mitten im Sommer
ein Moment, in dem mir dämmerte: ich habe Geburtstag
und wie bekannt, gehöre ich zu den sogenannten Babyboomern

.

diesmal wieder deutlich gesagt: „Leute, ich feiere nicht.“
das hatte natürlich die gewünschte bremsende Wirkung
dennoch fanden Liebende den Weg, wie man es jedes Jahr sieht
und so hatte ich die Ruhe, mich mit allen „an Deck“ zu verständigen

.

oh, es ist nicht so, dass ich mich einfach davonstehle
nein, die Nachkommenschaft ist zahlreich und vielfältig
also wenn die Blätter fallen und alle zurück sind vom Ferienvergnügen
essen wir dort gemeinsam, wo jeder für sich
seinen eigenen Geschmacksweg findet, der zur gewünschten Sättigung führt.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 09:30 Reageer op dit bericht

"Das Deutsche Requiem" von Julius Dreyfsandt zu Schlamm

REQUIEM — Deutsche Vortragsfassung 

                                   -    Text ; julius dreyfsandt zu schlamm

                                   -     Musik: johannes Revisius

                                    Zu hören: youtube page : julius dreyfsandt zu schlamm

 

INTROÏTUS — langsam, weit, mit langem Atem

schreite ein…  du zu Staub… verfallener Mensch…

lege dich nieder…  vor den Altar… des Lebens…

ich grüße dich…  mit Weihrauch…   und mit Licht…

ich segne dich…  mit Wasser… aus dem Jordan…

der Geist…  schwebe über dir…   ewig…

und hier…  singen alle…   von deinem Lebenslied…

sie stehen…  um dich her…  dir innig… zugetan…

feiere… dein ewiges Leben… schreite ein…  du zu Staub… verfallener Mensch…

KYRIE — etwas schneller, doch weiterhin getragen

ich höre euch rufen…  nach meinem Namen…

fühlet…  ich bin… allzeit…   mit euch verbunden…

lasst uns…  gemeinsam…   die Schöpfung tragen…

ich bin bei euch…  bis wir…   die Ewigkeit… vernehmen…

die Irdische Liebe…  höret euch an…  und teilet… ihr lichtes Bild…

lasst uns…  das Licht…   gemeinsam schauen…

Er ist es…  der dem Menschen…   die gnadenvolle Hoffnung… schenkt…

GLORIA — breiter, dunkler, mit schleppendem Fall

wenn ich jauchze…  mit verdorrten Zweigen…  hinwinkend…   zu meinem Ursprung…

wenn ich… gezwungen…  noch nach Halt… mich strecke… und doch…  abdrifte…   zu erstorbenen Wassern…

ich kann…  nicht mehr…   rein gedenken…

obgleich…  mein Herz spricht…   blicke auf… zum Herrn…

doch ich bin…  ein toter Mensch…  der sein Vergangenes… verlor…

ich kann es…  nicht mehr…

ich wollte…  meine Hände heben…  zu himmlischen Gaben…

doch mein Fleisch…  erstorben…  verharrt…   im machtlosen Winken…

CREDO — langsam, schwer, mit tiefen Pausen

der Herr…  von Leben…   und von Sterben…

kennt…  als Hüter…  das Vertrauen…   des leidenden Menschen…

und ewig…  trauert Er…   um zerrissene Herzen…

es ist…  die Verzweiflung…  der endlosen…   schwarzen Nächte…

die den Menschen…  das Leben…   verachten lässt…

das Scheiden…  alles Geschaffenen… zerschlägt…  den Felsen…   von Glaube… und Hoffnung…

und füllt…  die Taufbecken…   mit uferlosen Tränen…

wie betäubt…  wie geblendet… scheint der Geist…  unnahbar…

und wird…  zum irdischen Dämon… der die Empfänglichkeit…  im schweigenden…   Höllenfeuer…    vergehen lässt…

da ruft…  die Menschenseele…   machtlos…

wozu… dient die Liebe… warum…  ist mein Blut…   verflossen…

AGNUS DEI — sanft, langsam, beinahe flüsternd

deine Irdische Liebe…  zum Sterben bereit…

an totes Holz…  geschlagen…

doch selbst…  in der Verlassenheit…   vertrauend…

wird bei uns sein…  wenn das Zerbrechliche…   verführt…

deine Irdische Liebe…  uns nahe…   wenn der Schatten… lockt…

empfange…  den Menschen…   der gegangen ist…

verleihe ihm…  den Frieden…   im himmlischen Sein…

IN PACEM — sehr langsam, wie ein letzter Atemzug

https://www.youtube.com/watch?v=tGddpJvkcK4

lebt wohl…  ihr Freunde…   um mich versammelt…

ich fühle…  eure warme Liebe…   noch immer…

ich trage sie…  mit mir…  alles bleibt…   in meinem Herzen…

sie stärkt…  den Weg…   zum Unvergänglichen…

dort…  wird der Schöpfer…   mich erwarten…

und Engel…  vom Geist durchglüht…   fein besaitet…

werden eure Trauer…  mit erhellten Flügeln…   lindern…

noch einmal…  weine ich…   mit euch…

und rühre…  mit meiner Seele…   an große Herzen…

die zarte Ruhe…  erzählt mir schon…   von der Stille…

sie lehrt mich…  die irdischen Schmerzen…   abzulegen…

singt mit mir…  das Lied…   des ewigen Friedens…

damit eure Tränen…  zu einem Gewebe…   werden…

die Göttliche Freude…  wird neu…   in euch geboren…

nun darf ich gehen…  und ich höre…   die Cherubim… rufen…

sie wollen mich…  auf Händen tragen…   zum Herrn…

lebt wohl…  bis ich…   zu euch…    wiederkehre…

.

Music: youtube Julius Dreyfsandt zu Schlamm  Komponist: Johannes Revisius

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 00:00 Reageer op dit bericht

Gerüche

Gerüche
.
mitunter bedarf ich keiner Worte
ich fühle, was in mir weiterwandelt
sieh meinen Blick — er senkt sich zu dir hin:
du bist mir nimmermehr zu viel
.
folge mir in die Lüfte, ein kaum vernommener Wink
ein Zeichen, das dich sanft berührt
ein Regenbogen, dir dargereicht wie ein stilles Pfand
.
er kennt die Farben alle
und jede trägt ihr eig’nes, leises Leuchten
mit Düften, die sich uralt verweben
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 19:29 Reageer op dit bericht

das enthauptete autorität

das enthauptete autorität

.

die kirche war tot keine seele zu erkennen auch nicht in den gewölben das gottlämpchen ist erloschen oder aus sich selbst heraus verglimmt

.

die nase riecht nur eine muffige atmosphäre eine, die längst jenseits der gegenwart liegt nicht mehr lebend, atmend, geschweige denn noch fähig, diesem einen menschen zuzuhören wohl aber der schwarzen tropfkerze aus einer letzten messe

.

ja, es bleibt irgendwo doch belebt mit vielen leeren bänken als würden sie schreien, den raum füllen zu wollen; aus der kanzel ist eine ruine geworden, aus dem beichtstuhl verbreiten sich saure und verfaulte schwaden

.

so zeichne ich das menschenbild und die erde ringsum mit einer allseits entkleideten autorität, dekadent und geblendet

.

draußen schreien demonstranten, zum feuer bereit weil jener eine flüchtling hier einen platz findet wo wird noch aus dem schwarz die hoffnung auf vernunft verführt

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 11:18 Reageer op dit bericht

Lot

auch wenn sie dem Tod gleicht
und unnahbar bleibt,
hält die Erinnerung stand
wie tägliches Brot, so dünkt es
.
selig jene, die trinken
aus dem Kelch der Liebe
getröstet seien die,
die sich noch an das Kommende
zu binden vermögen:
die Zeit macht den Menschen
für einen Augenblick wieder gewisser und weicher
.
überwinden heißt oft überleben
indem man über die Wirrnis hinschwebt
um dann die frische Luft
von neuem zu lieben
.
wie — das kann einzig das Geschick ersinnen
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:25 Reageer op dit bericht

Komponieren

ich gehe durch meine Landschaft
und fülle die Klänge ein, die mich erreichen
vielgestaltige Naturmonumente
groß und klein, es ist noch Frühling
und ich versuche, auf lauter und leiser Note zu eichen
.
was ich gewahr werde, füllt meine Seele und Gedanken
und ich spüre das Gewühl nach der rechten Ordnung und Kraft
ein Ringen um den Platz, wo jedes Bild verweilen will
um sich anzuschließen an die Weise, die kommt, in ihrer Langsamkeit,
laut oder verstummt, im Schatten des Sanften
.
und ich erfahre schon den Weg, der in eine Richtung weist
natürlich mit dem, was ich rieche an Bäumen mit Regenduft
oder den Geräuschen, die in meinem Gefühl aufspielen wollen
wenn ich allmählich dann und wann die Augen summend schließe
.
ich bin unterwegs, in meinem willigen Herzen
gefüllt mit einem erwachenden Klang,
zu den Tasten, die gleichsam gemeißelt sind
in Weiß und Schwarz, abwechselnd gelegt
auf einer noch unberührten horizontalen Linie
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:26 Reageer op dit bericht

mein niedriges Land .

mein niedriges Land

 

noch hinter dem Deich,

jenseits der niedrigen, triefenden Felder,

schürft der Strom

an übervollen Linien.

.

manchmal maßlos,

doch auch im Hastschritt

ein sanftes Wiegen.

..

unterworfen

einer undeutlichen Macht,

vom Land gehalten.

.

doch oft ebenso,

wenn das Wasser

seine Kraft erhebt,

während das Wetter,

unberechenbar,

den Kampf

schwer übermannt.

.

und wenn die Berührungsflächen

ineinander sinken,

wird der Grund weich,

entkleidet der Festigkeit,

aus quälendem Schlick geboren.

..

fortwährend,

kommend wie gehend,

ringen sie um die Last,

die den Weg,

wenn auch nur kurz,

zu größerem Besitz bahnt.

.

so ist mein niedriges Land:

unvorhersehbar beweglich,

immer tastend

nach einem sicheren Gegenstrand.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 11:16 Reageer op dit bericht

Liebe..

bei dem einen stirbt das Glück,
einen irdischen Tod,
der andere stirbt an der Liebe
bei lebendigem Leben.
.
manchmal steht das Licht auf Grün,
oder es springt auf Rot
und treibt euch auseinander.
es überkommt dich
oder wird dir verwehrt.
.
sie wird dir gegeben
und schenkt intime Wärme,
doch auch
oft wiederkehrende Kälte.
.
lieben heißt, am anderen zu leiden,
heißt, Glück miteinander zu teilen.
im Kontrast
fand und verlor ich
meinen Mitstreiter.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 13:10 Reageer op dit bericht

Wortglanz

Wortglanz

nach einem rechten Wort
zu suchen
ist oft ein Balancieren
auf einem unsichtbaren Seil

.

es ist ein Wählen
zwischen Wahrheit
und Dämmerung,
Aussicht
und Bewahrungsdrang,
zwischen Schweigen
oder einem Gleiten
im Vogelflug

..

dabei spielt
auch das Gemüt seine Rolle
und wird zu einer
unvorhersehbaren Stunde
mitbestimmen:

..

sind alle Worte
hart oder süß,
lebendig oder tot,

.

und weiß ich
die Sammlung
aufzufädeln
zu einem Kranz
von Perlen

\*

ein Gedicht heißt:
etwas Bemerkenswertes schaffen,
das zuvor
noch „unterbelichtet“ war 

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 22:07 Reageer op dit bericht

Süß sauer

Süß sauer
.
obwohl ich im Alter wohne, mit wenig Später,
bin ich noch immer durstig an Geist und frei;
mit den Lippen am Becher — ich bin begehrt,
mein eigener Wirt. bis die Seele ruft, oder der Hauch
nur noch an der Versuchung nippt.
.
komm, stell dich an meine Seite, lass uns trinken
auf unsere beider Frucht, die durch die Jahre
nicht in Sturm und Streit, doch immer noch
in den blauen Ozean unserer Liebe sinken will;
wir trinken Feuchtigkeit aus Plastik,
mit Süßstoff bereitet.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:47 Reageer op dit bericht

Fortgang .


.
meine Mutter ist nicht mehr,
seit einer Weile.
.
Sie hat lange gelebt,
war brüchig im Geist,
doch im Überleben geübt.
.
geerdet im mageren Sand,
mit gläubiger Furcht
unter strengem Geheiß.
.
meine Mutter ist nicht mehr,
seit einer Weile.
.
Sie hat mich genährt,
getrocknet,
wach über mich gelegen,
fürchtete die Worte von draußen.
.
lange vor dem Ende
musste sie vor toten Scheiben
in Einsamkeit
ohne Aussicht wandeln;
vom Alten zum Jungen,
zur lebenden Vergessenheit.
.
meine Mutter ist nicht mehr;
ein Teil von ihr
ist mein Leben.

.


.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:57 Reageer op dit bericht

der schwarze gähnende Schlund

der schwarze gähnende Schlund
.
sumpfig ist der Grund…
im ersten, tastenden Licht…
.
manchmal weich…
wie Treibsand…
der schweigt…
bevor er zieht.
.
früh schon…
schwere Wolken…
schieben sich durch den Raum…
wo Tapeten
Bücher spiegeln…
.
und die ersten Seufzer…
nicht kreisen…
sondern jagen…
der Unordnung nach…
.
bis das Keuchen…
den Blick ermüdet…
und die Stille…
schief hängt.
.
hinter den Hügeln…
ruht die erlösende
Unfassbarkeit…
.
Wälder…
die beim Steigen
den Blick
dem Herzen lassen…
wie eine alte Pflicht.
.
ein dunkler Pfad…
den die Morgenstunde kennt…
wie einen vertrauten Schmerz.
.
das Licht…
versucht zu färben…
doch die Zeit…
die ihm bleibt…
ist eine träge Symphonie…
.
grau getönt…
falsch gestimmt…
.
und sie stößt…
gegen die Innentüren…
wie schweigende Vorhänge…
.
die den Schritt…
Tag für Tag…
verlangsamen.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 18:33 Reageer op dit bericht

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