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juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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Vorstellungskraft

Noch eine Weile
sprechen meine Augen,
noch nicht fähig,
zur Ruhe zu neigen;
denn sie blickt mich immerfort an.
.
Ob sie mich wohl mögen,
ob sie mit mir
schlafen gehen möchte?
.
Gewiss wird sie duften
nach späten Herbstrosen,
und ihre Brüste
wollen eine Frühlingsblüte zeigen.
.
Es sind meine Lippen,
die nach Zärtlichkeit dürsten;
könnte sie doch
in mir wohnen.
.
So trägt mein Grau
noch immer eine Jugend in Händen,
auch wenn das Atmen
nicht mehr so tief gefärbt ist.
.
Dennoch wird meine Liebe
in ihrem himmlischen Schoß gelangen;
denn es ist der ewige Traum,
den jeder wahrhaft Liebende liebt.
.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 11:48 Reageer op dit bericht

Tropfen

Tropfen
.
Das Wasser im See schimmert hell,
als tanzten funkelnde Sternchen darauf.
Es ist die frühe Sonne, noch ohne Wärme,
die nach Tropfen für ein Gedicht sucht.
.
Eine Ente steigt plötzlich auf, ganz nah,
aufgeschreckt vom Rascheln im Schilf.
Mit klatschendem Flügelschlag tönen die Federn,
sie sucht einen Ort in der Ferne.
.
Die Kreise zwingen das Wasser zu Wellen,
angestoßen von einer leichten Brise.
Doch das Echo des frühen Morgens verstummt,
oder bin ich es selbst, der dies erwählt.
.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:41 Reageer op dit bericht

Nutzloses Jammern

Das Licht zeigt sich an diesem Tag so stürmisch,
es war doch immer eine Freude für die Seele.
Die Sonne stimmte den Menschen heiteren Mutes,
wo oftmals selbst der Schatten innen wich.
.
Doch ist die Sonne keineswegs nur Segen,
das Wetter geht dabei auf anderen Wegen.
Schelmisch verfährt das Klima mit dem Regen,
die Erderwärmung führt ein giftig scharfes Schwert
.
Der Homo sapiens, ja, das sind wir alle,
sehend blind und hörend taub.
Anders vermag ich es nicht auszusprechen,
im Laub erkennen wir den Schöpfer immer weniger geliebt.
.
Ich und der andere können nur noch hoffen,
an ein Wunder von oben zu glauben.
.
Es scheint mir kaum möglich, dem eingeschlagenen Weg
zu entrinnen, doch auch ich habe mich aus Schwäche
und Verführung von manchem Teufel allzu sehr bekochen lassen.
.
Es sei gesagt.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:39 Reageer op dit bericht

zeitlos

zeitlos
.
du liest dies mit klopfendem Herzen,
so ist zu hoffen,
mehr noch.
.
du lebst gewiss in meinem Gedicht,
ich schenke dir Atem und Morgenlicht,
mein innerer Geist ist in dich gewandert.
.
Es war ein Suchen,
nach dem Rhythmus deines Daseins,
durch Lauschen, Fühlen und Schauen.
.
Augen erzählen am meisten,
heißt es oft,
doch eben jenen Blick zu fassen
in seinem funkelnden Wesen,
.
erkennt man erst unter Gleichen,
in einer beinahe zeitlosen Sehnsucht,
ohne jede verborgene Scham.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 20:17 Reageer op dit bericht

.. so ist es

.. so ist es
.
Wenn Zuneigung keine Bindung findet,
verirrt man sich in der Wüste, zwischen Sandkörnern.
.
Dann lebe ich von wiederkehrenden,
kommenden Augenblicken für sich,
nicht von Dauer erfüllt,
denn das ewige Atmen
steht nicht auf meiner Seite.
.
Je mehr Jahre sich addieren dürfen,
umso gewisser findet man wohl
ein Glück von mehreren Tagen,
das heilt und wärmt
und sich in die Seele färben lässt.
.
Die wahre Liebe
hat sich selbst angemeldet.
.
Nichts Neues bringe ich, wenn ich behaupte,
dass mancher Mensch, oft alt an Jahren,
wenn die Schöpfung sich so zeigt,
auf seinen eigenen, eingerichteten Seelenraum
angewiesen ist.
.
Was gewiss nicht als Strafe von oben
zu erklären wäre,
sondern von der Natur bestimmt wird,
bald grob, bald matt,
und manchmal zart.
.
Doch
.
nun weiß ich auch,
dass alles nach Relativität riecht
und man in den Jahren des Alleinseins versucht,
sich an das zu binden,
was gereicht wird, was man findet
oder eben wieder verliert.
.
Was bleibt,
ist die einzigartige süße Erinnerung.
Ich weiß es ganz gewiss,
seit du gegangen bist.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:43 Reageer op dit bericht

Im sanften Wind

Im sanften Wind höre ich dich,
du bist noch immer da.
Nicht sichtbar meinen Augen,
doch spüre ich dich wunderbar nah.
.
Verbunden gewesen in vergangenen Zeiten,
sagt nichts über das, was bleibt.
Ich sehe dein warmes Lächeln im Heute,
als wäre es mein Herz, das davon schreibt.
.
Doch stark ist die Sehnsucht im irdischen Wesen,
unausweichlich im flüchtigen Sein.
Dankbar, dass, wenn graue Wolken vorübergezogen sind,
die Liebe in ihrer Erscheinung niemals ging dahin.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 19:04 Reageer op dit bericht

Glück

Manchmal bemächtigt sich eine Euphorie meiner,
wenn das Licht sich plötzlich selbst offenbart.
Dann werde ich rasch übermütig
und hebe alte Buchstaben auf, in Schwarz und Weiß,
die ich einst schon auf andere Weise geboren hatte.
.
Nichts ist schöner, als wenn das Herz schneller schlägt
und vergessene Kräfte sich wieder geltend machen.
Dann halte ich einen Augenblick lang nicht inne zu bedenken,
dass ich mich täuschen lasse;
glücklicherweise wird die Wirklichkeit sich rechtzeitig melden.
.
Nun denn, offenbar ist dies meine Art zu leben.
Nicht, dass ich „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ verehre,
doch wenn mein Herz offensteht für Empfangen und Geben,
fühlt es sich an, als säße ich
in einem zügellosen Augenblick des Glücks.
.
.
(„Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ stammt aus Goethes Drama Egmont.)
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 11:01 Reageer op dit bericht

Zärtliche Sehnsucht

.
Du bist in mir,
berührst mit deinem Lächeln meine Seele.
Du kannst es nicht verhindern,
denn ein schöner Blick ist frei,
dringt durch Mauern,
lässt sich nicht gefangen nehmen.
.
Ich bin in dir,
nicht weil du es gewollt
oder erbeten hättest.
Ich spiegle in deinem Spiegel
ein Stück himmlisches Blau.
.
Manchmal geht das Licht seinen eigenen Weg,
lässt sich nicht fangen
und nicht vermischen mit dem, was ich sage.
Doch es begleitet uns
mit versöhnlichen Gesängen.
.
Hände vermögen nicht zu greifen
nach jener unverstandenen Sehnsucht,
verkannt durch irdische Schmerzen,
die dennoch immer da ist.
Sie wohnt in deinem Herzen
wie auch in dem meinen

 

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 19:28 Reageer op dit bericht

Bedrängnis

Bedrängnis
.
entlang der Äcker
der Scheu
schlendere ich
gegenwindige Schritte
.
zögernd, ziellos
in einen verwirrenden Traum
zu geraten
.
abwärts
gerichtete Augen
begrenzen als
beklemmende Bündel
.
aus schwarzem Licht
mehr und mehr
die atmende Brust
.
bis der knechtende Geist
die noch verbliebenen
Lebenssamen gedroschen hat
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 20:49 Reageer op dit bericht

einen Tag zu früh

.
am Tage zuvor,
da die Sonne sich verfinstern sollte,
ließ der Atem bereits verlautbaren,
daß ich just diesen Dienstag ermahnt habe,
dein Gebaren abermals zu vermessen
.
bisweilen gerät man in ein Gefüge,
worin man weder Teil noch Anteil trägt,
wohl über eine Tat hinweggeeilt,
doch der Kern der Sache zeigt sich welk und entseelt
.
ich streue Rätsel, wie du wohl erkennst,
dies pflegt sich mit nächtlichem Wandel zu verbinden,
fürchte nicht den Ernst, denn er weilt hier nicht,
selbst bei hellem Blick ward ich dereinst für untauglich befunden
.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:55 Reageer op dit bericht

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