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In Düften und Farben
Lieben bleibt bestehen,
.
es reicht weiter als menschliche Grenzen,
denn etwas bleibt haften,
entsteht aus aufsteigenden Herzenswünschen.
.
nein, ich bringe nichts Neues,
doch wer tut das heute noch.
alles ist gesagt, und dennoch
habe ich diese Worte wiederum
auf jungfräulichem Papier niedergelegt.
.
nein, im Lieben wird niemand ausgeschlossen,
der mich je im Innersten berührt hat,
bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt.
Zärtlichkeit bleibt, weil ich es will
und weil sie von etwas Größerem behütet wird.
.
manchmal ist es schwer zu deuten,
wenn der Wind sich mystischen Dingen zuwendet
oder anders unerreichbar bleibt für meinen Verstand.
Das Gefühl weiß am Ende frei
eine spürbare, stille Übereinkunft zu schaffen.
.
Morgenfee
aufblick
es war unter dem Schleier
von aufgestiegenen Kunstwerken, ausgestellt
hängend, stehend, manchmal schwebend
jedes Objekt bittend
um die Gunst eines Blickes
.
Besucher in allen Farben und Gestalten
in teils verständlichen, teils fremden Sprachen
doch mit Liebe für das Aussehen
und manchmal mit dem Ruf nach eigenem Einsehen
.
sie schufen eine erhebende Atmosphäre
und berührten meine Seele im Kern der Kunst
um sie zu übersetzen oder zu erhellen
.
plötzlich sah ich sie, sie trug sich selbst
löste eine Schönheit in mir aus
die ich durch ein Kamerafenster festhalten wollte
.
es kostete mich ein einziges Lächeln
und klick — ich fing ihr Gesicht auf einer imaginären Platte
die meine Vorstellung, von Natur bekleidet,
sie in ein aufleuchtendes Gefühl setzte
um mich in einen ungestüm gefärbten Wald zu schicken
.
beim Entwickeln ihrer Erscheinung
in meinem verdunkelten Zimmer
erschrak ich, es traf mein Gemüt
sie entsprach im wachsenden Bild
ganz und gar nicht dem Gefühl, das ich genährt hatte
Gehend, Schritt um Schritt
Traumnebel
Über Licht und Dunkel
Verschiedene Deutsche Gedichte von J. Dreyfsandt zu Schlamm
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Deutsche Lyrik |
Deutsche Gedichte von J. Dreyfsandt zu Schlamm 1
(usw)
Kerendes Gezeiten
plötzlich werde ich mir wieder bewusst
vom leisen Rauschen des Windes,
ein Staunen, das sich hebt wie ein alter Klang,
den ich so oft als Musik geliebt habe.
.
wie Blätter, die den geliebten Sommer verlassen,
als wäre er ihnen nun ein Fremder,
lösen sie sich von seiner Wärme,
sinken hinab in den Grund der Erwartung,
wo sie sich mit dem Irdischen verweben.
.
auch Menschen müssen oft ihr Zuhause verlassen,
fliehen vor Naturgewalt oder vor barbarischer Hand,
und tragen die Ungewissheit, ob andere sie dulden werden —
jene, die in Freiheit leben, wo Wohlstand zählt.
.
dieses kehrende Gezeiten kennt seine Stürme,
auch jetzt wieder, noch immer aus ferner Richtung,
mit Männern, Frauen, Kindern, die umherziehen:
viele suchen aufrichtig unsere Gastfreundschaft,
doch unser Land versagt darin, sich Ehre zu erwerben.
Kunstwerk (nahe einem Rathaus)
Urlaub
ich gehe leise auf Reise
in meinem inneren Raum
wo Wege sich sacht krümmen Strände
auftauchen wie Erinnerungslicht
und irgendwo wird stilles Wetter versprochen
.
Geld trage ich keines der Transport
ist ein Geschenk der Stunde
ich schließe die Augen wie ein sanftes Zuklappen
und träume von meinem leisen Elektrofahrrad
.
der Akku sammelt Atem sein Kreis bleibt klein
darum bleibe ich im Stuhl verwurzelt
die Steckdose summt ihr Nachtlied
ein Dichter spürt den Hinweis
.
so, ein Wortchen wieder
schmal und doch mein
ich lege es dem Tag hin
wie ein kleines Einverständnis
hatte ohnehin nicht viele Töne im Gesang
Ein Tag


In Anlauf .
Was ich Euch im Wesen bringe, könnt Ihr nicht lesen.
Es ist ein Sich‑Verbilden in einem blassen,
viereckigen Schweigefeld.
.
.
.
.
.
.
Was Ihr nicht zu fühlen vermögt,
ist der Schlag meines Herzens.
Unberührbar bin ich,
und atme entlang der Umrisse
eines tauenden Winterlochs.
Auch mein Horchen
ist eine Brücke zu fern;
es trägt einen Fehlbeginn,
denn meine Stimme weilt anderswo:
an Weg und Steg,
ich wohne nah bei Hier und Dort.
Meine Gedanken kennen noch keine Worte,
das fordert Zeit,
oft Geduld oder ein Verharren;
Ohnmacht hält zuweilen Wacht.
Mitunter summe ich es
in gähnenden Akkorden;
meine Finger rühren dann
das Schwarz und Weiß.
Sie tasten lind,
als hielte ich ein Zeichen fest
bis in das nächtliche Dunkel.
Dann erwähle ich die Ruh,
unter einem weißen Linnen,
als schwebendes Sommerdecken.
Ausgelassen gehe ich
In guten Tagen
Verschueren Orgel. St. Martinus Kirche Sint-Oedenrode (Niederlande)


Orgel gespielt von Julius.
Kompositionen von Johannes Revsius.
(Verschueren-Orgel)
YouTube : julius dreyfsandt zu schlamm
https://www.youtube.com/watch?v=xHZEEC07Pyg&list=RDdprnx5Vs5Jw&index=2
Widerstand
Widerstand
das Licht fällt ein,
doch das Tuch ist mürbe,
franst aus,
trennt nur nog aus gewoonte.
.
der Raum,
gespalten,
zwei Schatten,
angefressen,
kriechend zum Schwarz,
wo das Klavier,
vom Staub bewohnt,
einen letzten matten Schimmer trägt.
ein Eigen‑Sein,
das gegen die Wand haucht,
als wäre auch der Klang
schon halberblich.
.
das Volk,
neben dem Zupfer,
wie Reliquien,
Pflanzen verdorrt,
Hängewerk aus Kunststoff,
Hanf‑Sein am Nagel,
nein, keine Schalldämpfer,
.
Nur Sein,
Mehr Nicht.
.
ein Wind bricht herein,
durch Türen,
deren Holz sich spaltet,
Vorhänge erdschwer,
auf Jagd nach Hitze,
die selbst die Backsteine
nach innen seufzen lässt.
nein, das sonnwehrende Plastik
kommt erst nächste Woche,
und draußen wird man sich spiegeln
in einer Haut,
die schon Risse trägt,
und der hängende Passant
sieht dann nur sich selbst.
.
Zeitvertreib
Spruch
"Heute Ist Auch Morgen"
julius dreyfsandt zu schlamm


