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Über Licht und Dunkel
Verschiedene Deutsche Gedichte von J. Dreyfsandt zu Schlamm
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Deutsche Gedichte von J. Dreyfsandt zu Schlamm 1
(usw)
Kerendes Gezeiten
plötzlich werde ich mir wieder bewusst
vom leisen Rauschen des Windes,
ein Staunen, das sich hebt wie ein alter Klang,
den ich so oft als Musik geliebt habe.
.
wie Blätter, die den geliebten Sommer verlassen,
als wäre er ihnen nun ein Fremder,
lösen sie sich von seiner Wärme,
sinken hinab in den Grund der Erwartung,
wo sie sich mit dem Irdischen verweben.
.
auch Menschen müssen oft ihr Zuhause verlassen,
fliehen vor Naturgewalt oder vor barbarischer Hand,
und tragen die Ungewissheit, ob andere sie dulden werden —
jene, die in Freiheit leben, wo Wohlstand zählt.
.
dieses kehrende Gezeiten kennt seine Stürme,
auch jetzt wieder, noch immer aus ferner Richtung,
mit Männern, Frauen, Kindern, die umherziehen:
viele suchen aufrichtig unsere Gastfreundschaft,
doch unser Land versagt darin, sich Ehre zu erwerben.
Kunstwerk (nahe einem Rathaus)
Urlaub
ich gehe leise auf Reise
in meinem inneren Raum
wo Wege sich sacht krümmen Strände
auftauchen wie Erinnerungslicht
und irgendwo wird stilles Wetter versprochen
.
Geld trage ich keines der Transport
ist ein Geschenk der Stunde
ich schließe die Augen wie ein sanftes Zuklappen
und träume von meinem leisen Elektrofahrrad
.
der Akku sammelt Atem sein Kreis bleibt klein
darum bleibe ich im Stuhl verwurzelt
die Steckdose summt ihr Nachtlied
ein Dichter spürt den Hinweis
.
so, ein Wortchen wieder
schmal und doch mein
ich lege es dem Tag hin
wie ein kleines Einverständnis
hatte ohnehin nicht viele Töne im Gesang
Ein Tag


In Anlauf .
Was ich Euch im Wesen bringe, könnt Ihr nicht lesen.
Es ist ein Sich‑Verbilden in einem blassen,
viereckigen Schweigefeld.
.
.
.
.
.
.
Was Ihr nicht zu fühlen vermögt,
ist der Schlag meines Herzens.
Unberührbar bin ich,
und atme entlang der Umrisse
eines tauenden Winterlochs.
Auch mein Horchen
ist eine Brücke zu fern;
es trägt einen Fehlbeginn,
denn meine Stimme weilt anderswo:
an Weg und Steg,
ich wohne nah bei Hier und Dort.
Meine Gedanken kennen noch keine Worte,
das fordert Zeit,
oft Geduld oder ein Verharren;
Ohnmacht hält zuweilen Wacht.
Mitunter summe ich es
in gähnenden Akkorden;
meine Finger rühren dann
das Schwarz und Weiß.
Sie tasten lind,
als hielte ich ein Zeichen fest
bis in das nächtliche Dunkel.
Dann erwähle ich die Ruh,
unter einem weißen Linnen,
als schwebendes Sommerdecken.
Ausgelassen gehe ich
In guten Tagen
Verschueren Orgel. St. Martinus Kirche Sint-Oedenrode (Niederlande)


Orgel gespielt von Julius.
Kompositionen von Johannes Revsius.
(Verschueren-Orgel)
YouTube : julius dreyfsandt zu schlamm
https://www.youtube.com/watch?v=xHZEEC07Pyg&list=RDdprnx5Vs5Jw&index=2
Widerstand
Widerstand
das Licht fällt ein,
doch das Tuch ist mürbe,
franst aus,
trennt nur nog aus gewoonte.
.
der Raum,
gespalten,
zwei Schatten,
angefressen,
kriechend zum Schwarz,
wo das Klavier,
vom Staub bewohnt,
einen letzten matten Schimmer trägt.
ein Eigen‑Sein,
das gegen die Wand haucht,
als wäre auch der Klang
schon halberblich.
.
das Volk,
neben dem Zupfer,
wie Reliquien,
Pflanzen verdorrt,
Hängewerk aus Kunststoff,
Hanf‑Sein am Nagel,
nein, keine Schalldämpfer,
.
Nur Sein,
Mehr Nicht.
.
ein Wind bricht herein,
durch Türen,
deren Holz sich spaltet,
Vorhänge erdschwer,
auf Jagd nach Hitze,
die selbst die Backsteine
nach innen seufzen lässt.
nein, das sonnwehrende Plastik
kommt erst nächste Woche,
und draußen wird man sich spiegeln
in einer Haut,
die schon Risse trägt,
und der hängende Passant
sieht dann nur sich selbst.
.
Zeitvertreib
Spruch
"Heute Ist Auch Morgen"
julius dreyfsandt zu schlamm
auch jetzt ist es morgen
Ich, als ein Liebenswerter/Prosa
Seitenraum (messenger)
Die Indische Weisheitslehre des erhabenen Rhamie des Verschlossenen (Prosa)
Untergeordnet
Transformation - (Prosa)
Transformation
.
In der Zwiefalt des sogenannten Seins
öffnet sich mir das Eigene in seinen vielen Gestalten.
Wenn ich es im Herzen bewahre,
folge ich jener leisen Stimme,
die nicht spricht, sondern sich zeigt
wie ein innerer Klang.
.
Es bedeutet keine Gewöhnung,
auch wenn es aus dem natürlichen Gefüge stammt.
Ich trage es mit mir,
als Weise, wie Welt und Selbst
einander berühren.
Und ich lerne, in diesem Mit‑Erscheinen
zu verweilen,
wie in einem Atemzug,
der mich führt.
.
So steht auch die Menschheit
in einer Epoche des Nicht‑Wahrnehmens.
Wir erschöpfen die Natur
und damit die Weise,
wie Welt uns entgegenkommt.
.
Doch einst wird die Welt sich wandeln,
und unser herrschendes Gebaren
wird, so ahne ich,
dem bloßen Willen entwachsen
und sich fügen
unter ein sich wandelndes, übergreifendes Gewölbe,
in dem Sein selbst
wie ein neuer Ton
durch uns hindurchklingt.


