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juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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Traumnebel

plötzlich werde ich mir wieder bewusst
vom leisen Rauschen des Windes,
ein Staunen, das sich hebt wie ein alter Klang,
den ich so oft als Musik geliebt habe.
.
wie Blätter, die den geliebten Sommer verlassen,
als wäre er ihnen nun ein Fremder,
lösen sie sich von seiner Wärme,
sinken hinab in den Grund der Erwartung,
wo sie sich mit dem Irdischen verweben.
.
auch Menschen müssen oft ihr Zuhause verlassen,
fliehen vor Naturgewalt oder vor barbarischer Hand,
und tragen die Ungewissheit, ob andere sie dulden werden —
jene, die in Freiheit leben, wo Wohlstand zählt.
.
dieses kehrende Gezeiten kennt seine Stürme,
auch jetzt wieder, noch immer aus ferner Richtung,
mit Männern, Frauen, Kindern, die umherziehen:
viele suchen aufrichtig unsere Gastfreundschaft,
doch unser Land versagt darin, sich Ehre zu erwerben.
.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:52 Reageer op dit bericht
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Über Licht und Dunkel

Über Licht und Dunkel
.
Mein Lachen birgt
die Tiefe des Schwarz,
verbirgt gleichsam
die Lebensseite des Schmerzes.
.
Meine Stimme spricht nicht
von verlorener Eigenwürde;
denn wie ließen sich
die verdorrten Wurzeln
meines Daseins
verstehen.
.
Wer vermag denn
sein eigenes Sterben zu erfassen
oder ohnmächtig neues Leben
reifen zu lassen.
.
Ich greife noch immer
nach täglichen Halmen,
nach menschlichen Gesten;
man wird mich nicht zaudern sehen,
solang ich in meinen Augen
noch ein wenig Licht und Luft
sammeln darf
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:52 Reageer op dit bericht

Kerendes Gezeiten

plötzlich werde ich mir wieder bewusst
vom leisen Rauschen des Windes,
ein Staunen, das sich hebt wie ein alter Klang,
den ich so oft als Musik geliebt habe.
.
wie Blätter, die den geliebten Sommer verlassen,
als wäre er ihnen nun ein Fremder,
lösen sie sich von seiner Wärme,
sinken hinab in den Grund der Erwartung,
wo sie sich mit dem Irdischen verweben.
.
auch Menschen müssen oft ihr Zuhause verlassen,
fliehen vor Naturgewalt oder vor barbarischer Hand,
und tragen die Ungewissheit, ob andere sie dulden werden —
jene, die in Freiheit leben, wo Wohlstand zählt.
.
dieses kehrende Gezeiten kennt seine Stürme,
auch jetzt wieder, noch immer aus ferner Richtung,
mit Männern, Frauen, Kindern, die umherziehen:
viele suchen aufrichtig unsere Gastfreundschaft,
doch unser Land versagt darin, sich Ehre zu erwerben.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 17:14 Reageer op dit bericht

Kunstwerk (nahe einem Rathaus)

plötzlich fiel mir eine schlanke Gestalt auf,
nahe einem Eingang, deren Kopf gen Himmel wies,
in einer Ecke, losgelöst
von moderner, strenger Architektur.
.
obwohl es für mich an diesem Ort wirkt
wie eine Zusammenfassung dessen,
wie sich Beklemmung zeigt
und wo man den Atem anhält,
bevor man durch irgendeine funktionale Tür eintritt.
.
eine fast nackte, doch bekleidete Neutralität,
ohne Aussicht auf Hände oder Füße,
ohne Augen, die mich ansehen, mir trauen könnten.
.
ist dies das Vorportal der Gemeinsamkeit,
wie eine Stadtverwaltung an Zusammenhalt bauen will?
.
losgelöst von der Umgebung
stelle ich mir vor, was ich selbst fühle:
hier steht Einsamkeit,
in gefangenen Schichten.
.
oh gewiss, ein Kunstwerk von großer Allüre,
es schenkt einem Menschen eine gewisse Verbindung,
doch erstarrt, ohne warme Ausdruckskraft.
wo die Konturen sterben,
liegt eine offene Grenze.
.
wie wird sich diese Ausstrahlung zeigen
im bürgerlichen Regieren?
gib ihm einen Sonnenhut oder eine Bauernmütze,
dann ähnelt es wenigstens einem gewöhnlichen Menschen.
spürst du nun meinen inneren Schmunzel?
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:39 Reageer op dit bericht

Urlaub

 

ich gehe leise auf Reise

in meinem inneren Raum

wo Wege sich sacht krümmen Strände

auftauchen wie Erinnerungslicht

und irgendwo wird stilles Wetter versprochen

.

Geld trage ich keines der Transport

ist ein Geschenk der Stunde

ich schließe die Augen wie ein sanftes Zuklappen

und träume von meinem leisen Elektrofahrrad

.

der Akku sammelt Atem sein Kreis bleibt klein

darum bleibe ich im Stuhl verwurzelt

die Steckdose summt ihr Nachtlied

ein Dichter spürt den Hinweis

.

so, ein Wortchen wieder

schmal und doch mein

ich lege es dem Tag hin

wie ein kleines Einverständnis

hatte ohnehin nicht viele Töne im Gesang

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 20:38 Reageer op dit bericht

Ein Tag

Heute versuche ich zu entkommen
Dem Grauen, das dieser Tag verheißt.
Komm, da muss man einfach drüber hinweggehen,
Sagt man mir von allen Seiten.
.
Ich zwinge mich zu einer Wahl,
Doch dort beginnt erst das wirkliche Entscheiden.
Tu, was dir Freude macht, heißt die Parole,
Pack deine Sachen und hör auf zu hadern.
.
Es gilt, eine Dualität zu übersteigen:
Suche ich nach meiner Liebsten,
Oder jage ich im Wald nach Atem und Strecke –
Manches wurzelt in unbequemer Behaglichkeit.
.
Diesmal wähle ich eine Reise mit dem Zug,
Auf der Suche nach einem Widerhall für meine Seele.
Ich fülle mich mit Eindrücken, ja, davon gibt es genug.
Doch entkomme ich nicht der Erkenntnis,
dass ich mich doch oft in alte Fluchtlinien verliere
.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 22:19 Reageer op dit bericht

In Anlauf .



Was ich Euch im Wesen bringe, könnt Ihr nicht lesen.

Es ist ein Sich‑Verbilden in einem blassen,
viereckigen Schweigefeld.
.
.
.
.
.
.

Was Ihr nicht zu fühlen vermögt,
ist der Schlag meines Herzens.
Unberührbar bin ich,
und atme entlang der Umrisse
eines tauenden Winterlochs.

Auch mein Horchen
ist eine Brücke zu fern;
es trägt einen Fehlbeginn,
denn meine Stimme weilt anderswo:
an Weg und Steg,
ich wohne nah bei Hier und Dort.

Meine Gedanken kennen noch keine Worte,
das fordert Zeit,
oft Geduld oder ein Verharren;
Ohnmacht hält zuweilen Wacht.

Mitunter summe ich es
in gähnenden Akkorden;
meine Finger rühren dann
das Schwarz und Weiß.
Sie tasten lind,
als hielte ich ein Zeichen fest
bis in das nächtliche Dunkel.

Dann erwähle ich die Ruh,
unter einem weißen Linnen,
als schwebendes Sommerdecken.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 20:19 Reageer op dit bericht

Ausgelassen gehe ich

Ausgelassen gehe ich,
durch diese lange, leere Allee,
wo der Tag wie ein müder Vogel hängt
und mein Schritt sich nicht mehr zurückmeldet.
.
Das Grau — ich trage es selbst,
nicht im Stoff, sondern im Atem.
Mein Haar: gekürzt auf Bürgermaß,
mein Herz: ungebunden,
ein stillgelegtes Gleis
im Abendverkehr der Welt.
Die Liebe hat ihren Dienst eingestellt,
und ich gehe wie eine alte Hausschoh,
die niemand mehr sucht.
.
Mein kleiner Gefährte
am anderen Ende der Leine
liest die Welt mit seiner Nase,
Strauch für Strauch,
als wären es vergessene Briefe.
Ich streife nur
die hohen Bäume am Weg,
diese schweigenden Wächter
meiner täglichen Runde.
Holz küsse ich nicht —
ich gebe nur ein leises Berühren,
ein Gruß aus früheren Jahren.
.
Und dann erscheint sie wieder,
die Frau der guten Morgen,
guten Mittag, guten Abend —
ein höfliches Ritual,
aus Kindertagen mitgeschleppt.
Ich nicke, verberge mein Sehnen,
denn das Alter verlangt
andere, langsamere Wege,
die sich wie feine Risse
durch den Tag ziehen.
.
So gehe ich weiter,
ausgelassen,
aber nicht befreit,
ein Mann im Zwielicht
seiner eigenen Allee.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:56 Reageer op dit bericht

In guten Tagen

In guten Tagen
liebe ich dich, Mitmensch.
Nur dann.
.
Mein Gemüt hebt sich,
gibt,
weil es kann.
.
Kommt der Gegenwind,
der wirkliche,
der mich auf den Boden zwingt,
halte ich fest:
durch dich,
durch dich
werde ich getragen.
.
Doch ich weiß:
auch das
ist brüchig.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:42 Reageer op dit bericht

Widerstand

Widerstand

das Licht fällt ein,
doch das Tuch ist mürbe,
franst aus,
trennt nur nog aus gewoonte.
.
der Raum,
gespalten,
zwei Schatten,
angefressen,
kriechend zum Schwarz,
wo das Klavier,
vom Staub bewohnt,
einen letzten matten Schimmer trägt.
ein Eigen‑Sein,
das gegen die Wand haucht,
als wäre auch der Klang
schon halberblich.
.
das Volk,
neben dem Zupfer,
wie Reliquien,
Pflanzen verdorrt,
Hängewerk aus Kunststoff,
Hanf‑Sein am Nagel,
nein, keine Schalldämpfer,
.
Nur Sein,
Mehr Nicht.
.
ein Wind bricht herein,
durch Türen,
deren Holz sich spaltet,
Vorhänge erdschwer,
auf Jagd nach Hitze,
die selbst die Backsteine
nach innen seufzen lässt.
nein, das sonnwehrende Plastik
kommt erst nächste Woche,
und draußen wird man sich spiegeln
in einer Haut,
die schon Risse trägt,
und der hängende Passant
sieht dann nur sich selbst.
.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:23 Reageer op dit bericht

Zeitvertreib

Zeitvertreib
.
was wirst du
noch beginnen,
fragt das Heute
hinüber ins Künftige
.
ich fühle mich alt,
ich harre nicht länger
auf das Später
.
sie haucht es
dem ungeborenen
Morgen‑Tag zu
.
und das Gestern
ist müd bis in den Grund,
es mag nicht mehr
für mich sorgen
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:49 Reageer op dit bericht

auch jetzt ist es morgen

ich zwinge kein Morgen aus meinem Willen
vielmehr lasse ich das Kommende leise entstehen
man kann ruhig sagen: der Tag hebt sich sanft
und denke an das stille, sichere Wachsen der Bäume
.
gewiss, ein Weitergehen bleibt notwendig
doch im Grunde trägt das Innere alles
kann es auf Vertrauen ruhen, wird „Drängen“ unnötig
und ich spüre, wie die Einsicht allmählich
zu einem freieren Atem findet; sie kann, vielleicht will sie
wieder bauen an einem helleren Zuhause
.
etwas in mir meldet sich, ungefragt doch willkommen
dass der heutige Tag immer mehr das Morgen in sich trägt
es ist kein Vorhersagen, nur ein sanftes Bewegen
wie ein stilles Schwingen, rhythmisch, leicht geschichtet
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:20 Reageer op dit bericht

Ich, als ein Liebenswerter/Prosa

.
Ich suche eine Zärtlichkeit, die ohne Worte auskommt. Ein stilles, warmes Wissen, dass jemand da ist und mich sieht, wie ich wirklich bin: ein Mensch mit vielen Seiten, manchmal im eigenen Sein, mit seinen leisen Gegensätzen. Und doch bleibt es entscheidend, dass ich mich selbst kenne und mich nicht verliere.
.
Der Weg durchs Leben fühlt sich oft an wie ein Reitparcours. Man berührt die erste Stange, manchmal die hohe, die für einen Moment wie etwas Besonderes wirkt. Und dann ist es die letzte Querlatte, die das Verlangen einfach in die Luft entgleiten lässt, als wäre es zu leicht geworden für die Erde.
.
Ich habe gelernt, dass Freude kommt und wieder vergeht. Die Wirklichkeit führt mich, mal sanft, mal hart, und zeigt mir ihre Wahrheit, sofern sie überhaupt besteht. Sie hat viele übersehene Seiten, und manchmal wirkt sie wie ein stilles Los, das dich begleitet, ohne sich aufzudrängen.
.
Es kommt darauf an, mit sich selbst Freundschaft zu schließen. Das Sanfte um einen herum aufzunehmen, zu bewahren, nicht zu vergessen. Die Steine auf dem Weg muss man selbst tragen. Und man muss lernen, das Ganze im Herzen zu lieben, auch durch die Schichten hindurch, die sich sträuben und dennoch bleiben die man langsam lernt zu halten, wie alte Lagen von sich selbst ohne Hast, ohne Urteil.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 13:27 Reageer op dit bericht

Seitenraum (messenger)

Seitenraum (messenger)
.
ich sprach mit ihr
leise, fast ohne Gewicht
ihr Akzent: nirgends zu fassen
nur Zeichen, die sich
behutsam zurückzogen
.
es störte nicht
es waren Lettern im Seitenraum
halb im Licht, halb im eigenen Schweigen
und mit Ikonen kommt man weit
ein kaum hörbarer Glanz
.
die Hitze stand schon im Äther
drum wirkt hier vieles
wie unter einer dünnen Schicht Frost
ach, sie schrieb: bis ein andermal
und ich nickte nur
still
ich bin keiner, der sich aufdrängt
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 11:35 Reageer op dit bericht

Die Indische Weisheitslehre des erhabenen Rhamie des Verschlossenen (Prosa)

Die Indische Weisheitslehre des erhabenen Rhamie des Verschlossenen
.
Heute habe ich die seltene Ehre, einem wahrhaft edlen Menschen zu begegnen. Obwohl klein von Gestalt, umgibt ihn – ja, es ist tatsächlich ein er – jene stille Ausstrahlung, die nur wenigen Auserwählten zuteil wird: Weisheit mit einem großen, beinahe königlichen W.
.
Nach Jahren des vergeblichen Bemühens, ein Gespräch mit dieser rätselhaften Persönlichkeit zu führen, ist es – durch die gütige Vermittlung Ihrer Majestät – endlich gelungen, ihn hier im Atrium seines asketischen, fast schon heiligen Wohnsitzes zu treffen.
.
Ich präsentiere Ihnen: den weltberühmten Weisen Rhamie den Verschlossenen aus Indien.
Julius:
Mit welchem Titel darf ich Sie anreden, erhabener Meister?
.
Rhamie:
Sag einfach Schlösschen. Ich halte viel von Einfachheit.
.
Julius:
Dann falle ich gleich mit der Tür ins Haus: Wie sind Sie zu jener erhabenen Gestalt geworden, die ich hier vor mir sehe?
.
Rhamie:
Ich habe meine Brille abgesetzt und angefangen zu denken.
Dann habe ich aufgehört zu denken und einfach in die Ferne gestarrt.
Da ging das Licht an. Ich sah plötzlich alles, was ich nicht brauchte, und ließ einen Gebrauchtwarenladen meine Besitztümer abholen.
Ich vertraue der Kreislauf‑Philosophie: Wenn ich etwas vermisse, kehrt es schon zurück.
Seitdem sorgen meine zahllosen Schüler für mich.
Du siehst sie dort – wie sie mich mit sehnsüchtigen Augen anstarren. Wunderschön, nicht?
.
Julius:
Verehrtes Schlösschen, die Frage, die die Menschheit seit Urzeiten bedrückt, lautet: Was ist der Sinn des Lebens?
Muss man glauben, was die Religionen uns vorsetzen?
Ich bitte um Ihre erleuchtete Meinung.
.
Rhamie:
Lieber Julius, diese Frage hätte ich von dir nicht erwartet – aber gut.
.
Julius:
Ich sitze hier nicht für mich, sondern für unsere große Schar unwissender Leser.
.
Rhamie:
Dann will ich beginnen.
Und damit packe ich den Stier gleich bei den Hörnern: Man geht an den Start.
Man steckt den Schlüssel in die Steckdose und das Auto springt an – meistens.
Sobald wir geboren sind, starten wir, hängen ein paar Jahre an Mutters Rockzipfel, lernen dann alles, was wir nicht brauchen, verlernen es später wieder, um unserem Leben doch noch etwas abzugewinnen – und dann kommt sie, die große Frage:
.
Was ist der Sinn des Lebens?
.
Doch das Wort Sinn ist ein Chamäleon:
.
A) Ich habe Lust auf einen Apfel
B) Ein Satz mit Wörtern
C) Ich habe keine Lust
D) „sein“ wird im Dialekt manchmal als „zunne“ ausgesprochen
E) sinn‑los gibt es auch
.
Du siehst: Das kleine Wort ist ein ganzes Universum.
.
Die Frage lautet also nicht Was ist der Sinn des Lebens?
Sondern: Welche Bedeutung des Wortes „Sinn“ wählt man?
.
Die Hedonisten entschieden sich für: Ich habe Lust auf einen Apfel – genießen also… wie die Brabanter und ein einzelner Zeeländer.
.
Deine weiblichen Leser werden sich eher im Satz wiederfinden: Ich habe keine Lust.
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Andere behaupten, es gebe keinen Sinn im Leben. Das ist töricht.
Frag einen Buschmann: Was ist der Sinn des Lebens? – er antwortet sofort: Würfeln.
Er macht da kein Theater.
.
Das eigentliche Problem begann mit dem Denken.
Denken hat selten Sinn.
Schau auf eure Betuwe‑Bahnlinie: Jeder Experte mischte sich ein – und nun kostet sie doppelt so viel.
.
Nein, der Sinn des Lebens ist einfach.
Ich schreibe ihn selbst – in Form eines Verses:
.
wacht nicht bis ein anderer
der für euch den Sinn bestimmt
schreibt ihn selbst und
haltet euch daran fest
und solltet ihr doch daran tragen
geht zu einem Dichter
der schreibt euch einen Sinn
und euer Leben wird leichter
denn er kann euch sagen
in einem Satz gefasst
dass der Sinn des Lebens
in eurem Traum zusammengefasst ist
.
Julius:
Ich bin überwältigt, Meister Schlösschen… sprachlos…
Sie lösen hier etwas, das niemand vor Ihnen gewagt hat auszusprechen.
Ich danke Ihnen aus tiefstem Herzen.
.
Rhamie:
Ja, mein Traum ist es, viel Geld zu verdienen – siehe meinen Beitrag zur Armutsbekämpfung.
Ich schicke dir die Rechnung für diese Audienz.
.
(2006
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:54 Reageer op dit bericht

Untergeordnet

manchmal ist man genötigt
in der Hitze des Gefechts
sich wie ein Chamäleon zu verhalten
und sich folglich zu verbergen
.
um sich den Schattenlagen anzupassen
damit man ganz gegen das helle Feuer am Himmel
mit seiner umgebenden Atmosphäre ausweichen kann
.
nun kommt der Tag völlig zum Stillstand
nicht weil es gesagt wird, sondern weil ich
auch von einem sättigenden, durchsichtigen,
schwülen Dunst überwältigt werde
.
und mich nicht hinaus wage, anders gesagt:
ich überlasse mich der Natur;
eigentlich mit einem widerspenstigen Seufzer
.
Wasser trägt dazu bei, das Dämpfen zu fördern
um den Lebensrhythmus etwas zu verlangsamen
und heute legt uns die Natur ihren Willen auf
damit wir wieder wissen, wie wir uns
auf das Höhere einzustimmen haben
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:46 Reageer op dit bericht

Transformation - (Prosa)

Transformation
.
In der Zwiefalt des sogenannten Seins
öffnet sich mir das Eigene in seinen vielen Gestalten.
Wenn ich es im Herzen bewahre,
folge ich jener leisen Stimme,
die nicht spricht, sondern sich zeigt
wie ein innerer Klang.
.
Es bedeutet keine Gewöhnung,
auch wenn es aus dem natürlichen Gefüge stammt.
Ich trage es mit mir,
als Weise, wie Welt und Selbst
einander berühren.
Und ich lerne, in diesem Mit‑Erscheinen
zu verweilen,
wie in einem Atemzug,
der mich führt.
.

So steht auch die Menschheit
in einer Epoche des Nicht‑Wahrnehmens.
Wir erschöpfen die Natur
und damit die Weise,
wie Welt uns entgegenkommt.
.
Doch einst wird die Welt sich wandeln,
und unser herrschendes Gebaren
wird, so ahne ich,
dem bloßen Willen entwachsen
und sich fügen
unter ein sich wandelndes, übergreifendes Gewölbe,
in dem Sein selbst
wie ein neuer Ton
durch uns hindurchklingt.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:46 Reageer op dit bericht

Meer van juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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