In Kreisen leben
In Kreisen leben
Es ist Frühling, ja –
doch die Sonne steht am Wendepunkt.
Die Vorhänge bleiben noch zu.
Das Zarte nehme ich nicht
als verlässliche Münze.
In mir: ganz sicher
ein kaltes Dasein.
Das Winterkleid abzustreifen
ist mir noch nicht erlaubt.
Die Gezeiten lassen sich Zeit.
In mir wohnen sie –
kein Vorwurf darin.
Die Natur malt schließlich
nicht immer sofort Weiß in den Kopf;
sie folgt oft dem nebligen Grau.
Ich kenne es nicht anders.
So war es immer,
so bin ich geprägt.
Über das Vergangene hinweg
arbeitet die Erwartung
an einer Hoffnung ohne Narben.
Das Gemüt ist unterwegs
zu einer neuen Taufe –
dessen gewiss –, und der Frühling
wird sich durch Düfte heben
zur Achtung des Menschen.


