Die gläserne Zeit
Die gläserne Zeit
Obgleich überwölbt und getragen
von Himmel und Erde,
beschirmt zudem
von vier zierlichen Säulen,
ist der Läufer der Zeit,
dem Äußeren nach
in das Gold der Arme gehüllt,
an einem mir unbekannten Tage
innegehalten worden,
die fortschreitenden Minuten
bedächtig zu sammeln.
Ich sehe ihn seelenlos stehen
zwischen Vergangenem mancherlei Art,
und frage im Stillen:
warum nun verworfen,
wie lässt sich
seine Gegenwart hier erklären.
Gewiss, der gläserne Leib
ist dem Auge entzogen,
zu irgendeiner Stunde
zerschellt.
Doch wo das Geeichte
durch Jahrhunderte,
an bewegten Handgelenken,
zur Schönheit erhoben schien,
ist ihm nun,
unter zufälligen Überlebenden,
eine vorletzte Ruhestätte
zuerkannt worden.


