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juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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Archief

das enthauptete autorität

das enthauptete autorität

.

die kirche war tot keine seele zu erkennen auch nicht in den gewölben das gottlämpchen ist erloschen oder aus sich selbst heraus verglimmt

.

die nase riecht nur eine muffige atmosphäre eine, die längst jenseits der gegenwart liegt nicht mehr lebend, atmend, geschweige denn noch fähig, diesem einen menschen zuzuhören wohl aber der schwarzen tropfkerze aus einer letzten messe

.

ja, es bleibt irgendwo doch belebt mit vielen leeren bänken als würden sie schreien, den raum füllen zu wollen; aus der kanzel ist eine ruine geworden, aus dem beichtstuhl verbreiten sich saure und verfaulte schwaden

.

so zeichne ich das menschenbild und die erde ringsum mit einer allseits entkleideten autorität, dekadent und geblendet

.

draußen schreien demonstranten, zum feuer bereit weil jener eine flüchtling hier einen platz findet wo wird noch aus dem schwarz die hoffnung auf vernunft verführt

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 11:18 Reageer op dit bericht

Lot

auch wenn sie dem Tod gleicht
und unnahbar bleibt,
hält die Erinnerung stand
wie tägliches Brot, so dünkt es
.
selig jene, die trinken
aus dem Kelch der Liebe
getröstet seien die,
die sich noch an das Kommende
zu binden vermögen:
die Zeit macht den Menschen
für einen Augenblick wieder gewisser und weicher
.
überwinden heißt oft überleben
indem man über die Wirrnis hinschwebt
um dann die frische Luft
von neuem zu lieben
.
wie — das kann einzig das Geschick ersinnen
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:25 Reageer op dit bericht

Komponieren

ich gehe durch meine Landschaft
und fülle die Klänge ein, die mich erreichen
vielgestaltige Naturmonumente
groß und klein, es ist noch Frühling
und ich versuche, auf lauter und leiser Note zu eichen
.
was ich gewahr werde, füllt meine Seele und Gedanken
und ich spüre das Gewühl nach der rechten Ordnung und Kraft
ein Ringen um den Platz, wo jedes Bild verweilen will
um sich anzuschließen an die Weise, die kommt, in ihrer Langsamkeit,
laut oder verstummt, im Schatten des Sanften
.
und ich erfahre schon den Weg, der in eine Richtung weist
natürlich mit dem, was ich rieche an Bäumen mit Regenduft
oder den Geräuschen, die in meinem Gefühl aufspielen wollen
wenn ich allmählich dann und wann die Augen summend schließe
.
ich bin unterwegs, in meinem willigen Herzen
gefüllt mit einem erwachenden Klang,
zu den Tasten, die gleichsam gemeißelt sind
in Weiß und Schwarz, abwechselnd gelegt
auf einer noch unberührten horizontalen Linie
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:26 Reageer op dit bericht

mein niedriges Land .

mein niedriges Land

 

noch hinter dem Deich,

jenseits der niedrigen, triefenden Felder,

schürft der Strom

an übervollen Linien.

.

manchmal maßlos,

doch auch im Hastschritt

ein sanftes Wiegen.

..

unterworfen

einer undeutlichen Macht,

vom Land gehalten.

.

doch oft ebenso,

wenn das Wasser

seine Kraft erhebt,

während das Wetter,

unberechenbar,

den Kampf

schwer übermannt.

.

und wenn die Berührungsflächen

ineinander sinken,

wird der Grund weich,

entkleidet der Festigkeit,

aus quälendem Schlick geboren.

..

fortwährend,

kommend wie gehend,

ringen sie um die Last,

die den Weg,

wenn auch nur kurz,

zu größerem Besitz bahnt.

.

so ist mein niedriges Land:

unvorhersehbar beweglich,

immer tastend

nach einem sicheren Gegenstrand.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 11:16 Reageer op dit bericht

Liebe..

bei dem einen stirbt das Glück,
einen irdischen Tod,
der andere stirbt an der Liebe
bei lebendigem Leben.
.
manchmal steht das Licht auf Grün,
oder es springt auf Rot
und treibt euch auseinander.
es überkommt dich
oder wird dir verwehrt.
.
sie wird dir gegeben
und schenkt intime Wärme,
doch auch
oft wiederkehrende Kälte.
.
lieben heißt, am anderen zu leiden,
heißt, Glück miteinander zu teilen.
im Kontrast
fand und verlor ich
meinen Mitstreiter.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 13:10 Reageer op dit bericht

Wortglanz

Wortglanz

nach einem rechten Wort
zu suchen
ist oft ein Balancieren
auf einem unsichtbaren Seil

.

es ist ein Wählen
zwischen Wahrheit
und Dämmerung,
Aussicht
und Bewahrungsdrang,
zwischen Schweigen
oder einem Gleiten
im Vogelflug

..

dabei spielt
auch das Gemüt seine Rolle
und wird zu einer
unvorhersehbaren Stunde
mitbestimmen:

..

sind alle Worte
hart oder süß,
lebendig oder tot,

.

und weiß ich
die Sammlung
aufzufädeln
zu einem Kranz
von Perlen

\*

ein Gedicht heißt:
etwas Bemerkenswertes schaffen,
das zuvor
noch „unterbelichtet“ war 

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 22:07 Reageer op dit bericht

Süß sauer

Süß sauer
.
obwohl ich im Alter wohne, mit wenig Später,
bin ich noch immer durstig an Geist und frei;
mit den Lippen am Becher — ich bin begehrt,
mein eigener Wirt. bis die Seele ruft, oder der Hauch
nur noch an der Versuchung nippt.
.
komm, stell dich an meine Seite, lass uns trinken
auf unsere beider Frucht, die durch die Jahre
nicht in Sturm und Streit, doch immer noch
in den blauen Ozean unserer Liebe sinken will;
wir trinken Feuchtigkeit aus Plastik,
mit Süßstoff bereitet.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:47 Reageer op dit bericht

Fortgang .


.
meine Mutter ist nicht mehr,
seit einer Weile.
.
Sie hat lange gelebt,
war brüchig im Geist,
doch im Überleben geübt.
.
geerdet im mageren Sand,
mit gläubiger Furcht
unter strengem Geheiß.
.
meine Mutter ist nicht mehr,
seit einer Weile.
.
Sie hat mich genährt,
getrocknet,
wach über mich gelegen,
fürchtete die Worte von draußen.
.
lange vor dem Ende
musste sie vor toten Scheiben
in Einsamkeit
ohne Aussicht wandeln;
vom Alten zum Jungen,
zur lebenden Vergessenheit.
.
meine Mutter ist nicht mehr;
ein Teil von ihr
ist mein Leben.

.


.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:57 Reageer op dit bericht

der schwarze gähnende Schlund

der schwarze gähnende Schlund
.
sumpfig ist der Grund…
im ersten, tastenden Licht…
.
manchmal weich…
wie Treibsand…
der schweigt…
bevor er zieht.
.
früh schon…
schwere Wolken…
schieben sich durch den Raum…
wo Tapeten
Bücher spiegeln…
.
und die ersten Seufzer…
nicht kreisen…
sondern jagen…
der Unordnung nach…
.
bis das Keuchen…
den Blick ermüdet…
und die Stille…
schief hängt.
.
hinter den Hügeln…
ruht die erlösende
Unfassbarkeit…
.
Wälder…
die beim Steigen
den Blick
dem Herzen lassen…
wie eine alte Pflicht.
.
ein dunkler Pfad…
den die Morgenstunde kennt…
wie einen vertrauten Schmerz.
.
das Licht…
versucht zu färben…
doch die Zeit…
die ihm bleibt…
ist eine träge Symphonie…
.
grau getönt…
falsch gestimmt…
.
und sie stößt…
gegen die Innentüren…
wie schweigende Vorhänge…
.
die den Schritt…
Tag für Tag…
verlangsamen.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 18:33 Reageer op dit bericht

Tropfen

Tropfen
.
das Wasser im See glänzt hell
als würden kleine Sterne funkelnd tanzen
es ist die frühe Sonne, noch nicht warm
die nach Tropfen für ein Gedicht sucht
.
eine Ente steigt plötzlich ganz nah auf
gestört durch Rascheln im Schilf
mit schlagenden Flügeln erklingt ihr Geräusch
sie sucht einen Platz in der Ferne
.
die Kreise zwingen das Wasser zu Wellen
angetrieben von einer leichten Brise
doch das Echo des frühen Morgens verstummt
es ist das Selbst, das sich dafür entscheidet
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:07 Reageer op dit bericht

Meer van juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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