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juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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Archief

Die Klatschmohnblüte

der Morgen stand in vollendeter Herrlichkeit,
zu beiden Seiten meines Blicks ein stilles Fest,
ein roter Flor weit über die Felder gelegt,
getragen von den feingesaiteten, zarten Rosen.
.
sie alle grüßten mich,
doch eine am innigsten;
ihr leises Klappen war vernehmbar,
und es geschah mit einer sanften Zärtlichkeit.
.
sie rief: Sieh mich, ich stehe hier und blühe,
nur für dich, du mit dem grauen Haar.
doch ihre Stimme weckte das ganze Feld,
und ich sah nun alle in freudiger Regung wachsen.
.
die Menge tat sich weiter auf,
und jede zeigte eine eigentümliche Gebärde —
.
und ich sah Liebe aus ihrer Anmut fließen.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:56 Reageer op dit bericht

“In Zwischenzeit”

einen Pfad nach außen zu ersinnen,
durch den Schleier
des Gegenwärtigen und des Einst,
ist ein mühsam langsames Wandeln;
und selbst, wo milde Wärme hält,
liegen noch manch volle Tagesläufe vor dem Schritt.
.
doch was ans Licht gebracht sein will,
schmerzt — und ist doch fern von Fehl;
alles, was dir oder mir widerfährt,
verdichtet sich zuweilen zu einem Knoten des Geschickes,
wo Bewusstheit dünn wie Abendluft wird
und ein brennendes Begehren samt der Vernunft
den Atem in stummes Halten zwingt.
.
zurückzuschauen
und das Gewesene erneut zu durchschreiten
ist ein eigensinniger, schwerer Steg,
keinem Menschen zu wünschen,
doch meinem Dasein urvertraut;
ich vermöchte nicht zu sagen,
dass die Trauer mich je verschonte.
.
und dennoch
treibt mein Wesen in einem sanften Strom,
zumeist vorwärts,
doch in träumender Biegung und leisem Mäandern,
wo Hoffnung, wie ein fernes Licht,
mich an Erinnerung und Aufhellung rührt.

 

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 11:34 Reageer op dit bericht

Ode an mich selbst

Ode an mich selbst
.
ich kann mich selbst
Euch wahrlich nicht enthalten
zuweilen dichte ich ein verdunkeltes Ende
aufgehend im Nichts des ganzen Seienden
eine Leere, gekrönt cum laude
.
doch wenn ich dann sehe, wie Ihr
ohne mich in herber Kälte leben müsst
nehme ich das Brettchen mit Brie,
streiche mich aus
und von demütiger Liebe getrieben
spiele ich zugleich auf einer falschen Kinderflöte
.
ich ergötze die Schar
kann mir ein Stück gesunder
Überheblichkeit nicht versagen
denn wie soll ich gebären,
meine Größe erklären,
wenn die Bescheidenheit ohne Lotse
den Hafen ausfahren würde
.
sagt nun selbst, das wäre doch der Tod
den man sich an die Seite lädt
darum strecke ich meinen dicken Hals
noch einmal kräftig Euch entgegen
was würdet Ihr denn beginnen
sänke ich hinab in den Dreck
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 17:04 Reageer op dit bericht

Ihr vergessen ich

Ihr vergessen ich
.
sie geht,
doch so langsam,
mit wechselnder Klarheit,
hin zu den immer größeren
Leerstellen
des Jetzt,
sterbend tot.
.
wo Zukunft
nur ein schwindend
Vergangen kennt:
ein ungefragtes
Gnadenbrot.
.
seelendürftig
schreitet sie weiter
in nackender Not,
bis selbst das Kind
in ihr
kein Wissen mehr trägt
vom Sein
oder vom Geliebt‑werden.
.
sie schaut — so scheint’s —
noch tief in sich,
hungert nur,
zehrt am völligen Nichts.
.
so ist ihr Ich gegangen,
noch harrend
auf Atemnot,
hin zu entblößtem Sein.
.
die Natur
nimmt „ihre“ Zeit;
ein Mensch
wird schon im Leben
zur Ewigkeit
geführt.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:45 Reageer op dit bericht

lieben im Schatten

lieben im Schatten
.
von der Seite sehe ich sie immer,
damit der Schatten fern von mir bleibe.
ach ja — ich will ihr Herz nicht stören,
nur darf die Haltung nicht verwehen,
solange ich noch zu ihrem Blick gehöre
.
Worte treiben dann leise voraus,
regeln die Zartheit einer Laute.
ja, die Schönheit der Liebe hat Grenzen;
in diesem Weitblick habe ich sie still gesagt,
mit gedämpften Linsen in meinen Augen.
.
so träume ich weiter, ein Warten,
der Dichter geht doch voran, nah bis ins Endlose.
das ist der Reiz, wenn ich an eine offene Tür klopfe:
ein‑ und ausgehen kann ich dann.
frei übe ich meine Einbildungskraft,
.
niemand ruft mir zu: bis hierher —
oder: du Träumer, halt
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 19:23 Reageer op dit bericht

sichtbar

sichtbar
.
ich sterbe an meiner haut,
wo du noch mit blüten flirtest.
meine augen dämmern immer mehr,
der glanz von innen scheint zu ermatten.
.
du hingegen entwirfst
eine ewig wogende fiederpracht.
in diesem augenblick, den du mit mir teilst,
beuge ich mich weiter, während du lachst
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:18 Reageer op dit bericht

Aktiv

Aktiv
.
die Buchstaben, die ich schreibe, schauen mich an
und begegnen mir selbst im Bild
ich weiß, dass sie von links nach rechts wandern
und dafür sorgen, dass mein Geist sich nicht langweilt
.
obwohl tief und spontan die Schübe kommen
und meine Finger sie in Anschläge verwandeln
(mein Körper bleibt passiv, teils noch im Traum)
scheint sich doch etwas Sinniges herauszulösen
.
„ich dichte, ohne mein Hemd zu lüften“
ein Spruch, den man bis zum Überdruss wiederholt
und zurückwirft an jene, die behaupten zu dichten
sie wissen jedoch um das Wort: „er oder sie mahlt nur“
.
nun gut, die vierte Strophe habe ich doch erreicht
und sehe sie klar vor mir, ausgerichtet im Schwarz
ich dachte nicht an eine andere Farbe, die vielleicht schöner wäre
doch sie blieb zurück in meinem ruhig tickenden Herz
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:13 Reageer op dit bericht

Dankbar

Dankbar
.

ich habe mich kürzlich selbst ein wenig verwöhnt
nicht, weil andere mir das verwehren würden
doch es war ein Tag, an dem ich nur langsam aus dem Bett fand
und lieber noch ein wenig „liegen“ geblieben wäre

.

dieser Morgen geschah in einem neuen Jahr
eine Art Silvester mitten im Sommer
ein Moment, in dem mir dämmerte: ich habe Geburtstag
und wie bekannt, gehöre ich zu den sogenannten Babyboomern

.

diesmal wieder deutlich gesagt: „Leute, ich feiere nicht.“
das hatte natürlich die gewünschte bremsende Wirkung
dennoch fanden Liebende den Weg, wie man es jedes Jahr sieht
und so hatte ich die Ruhe, mich mit allen „an Deck“ zu verständigen

.

oh, es ist nicht so, dass ich mich einfach davonstehle
nein, die Nachkommenschaft ist zahlreich und vielfältig
also wenn die Blätter fallen und alle zurück sind vom Ferienvergnügen
essen wir dort gemeinsam, wo jeder für sich
seinen eigenen Geschmacksweg findet, der zur gewünschten Sättigung führt.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 09:30 Reageer op dit bericht

"Das Deutsche Requiem" von Julius Dreyfsandt zu Schlamm

REQUIEM — Deutsche Vortragsfassung 

                                   -    Text ; julius dreyfsandt zu schlamm

                                   -     Musik: johannes Revisius

                                    Zu hören: youtube page : julius dreyfsandt zu schlamm

 

INTROÏTUS — langsam, weit, mit langem Atem

schreite ein…  du zu Staub… verfallener Mensch…

lege dich nieder…  vor den Altar… des Lebens…

ich grüße dich…  mit Weihrauch…   und mit Licht…

ich segne dich…  mit Wasser… aus dem Jordan…

der Geist…  schwebe über dir…   ewig…

und hier…  singen alle…   von deinem Lebenslied…

sie stehen…  um dich her…  dir innig… zugetan…

feiere… dein ewiges Leben… schreite ein…  du zu Staub… verfallener Mensch…

KYRIE — etwas schneller, doch weiterhin getragen

ich höre euch rufen…  nach meinem Namen…

fühlet…  ich bin… allzeit…   mit euch verbunden…

lasst uns…  gemeinsam…   die Schöpfung tragen…

ich bin bei euch…  bis wir…   die Ewigkeit… vernehmen…

die Irdische Liebe…  höret euch an…  und teilet… ihr lichtes Bild…

lasst uns…  das Licht…   gemeinsam schauen…

Er ist es…  der dem Menschen…   die gnadenvolle Hoffnung… schenkt…

GLORIA — breiter, dunkler, mit schleppendem Fall

wenn ich jauchze…  mit verdorrten Zweigen…  hinwinkend…   zu meinem Ursprung…

wenn ich… gezwungen…  noch nach Halt… mich strecke… und doch…  abdrifte…   zu erstorbenen Wassern…

ich kann…  nicht mehr…   rein gedenken…

obgleich…  mein Herz spricht…   blicke auf… zum Herrn…

doch ich bin…  ein toter Mensch…  der sein Vergangenes… verlor…

ich kann es…  nicht mehr…

ich wollte…  meine Hände heben…  zu himmlischen Gaben…

doch mein Fleisch…  erstorben…  verharrt…   im machtlosen Winken…

CREDO — langsam, schwer, mit tiefen Pausen

der Herr…  von Leben…   und von Sterben…

kennt…  als Hüter…  das Vertrauen…   des leidenden Menschen…

und ewig…  trauert Er…   um zerrissene Herzen…

es ist…  die Verzweiflung…  der endlosen…   schwarzen Nächte…

die den Menschen…  das Leben…   verachten lässt…

das Scheiden…  alles Geschaffenen… zerschlägt…  den Felsen…   von Glaube… und Hoffnung…

und füllt…  die Taufbecken…   mit uferlosen Tränen…

wie betäubt…  wie geblendet… scheint der Geist…  unnahbar…

und wird…  zum irdischen Dämon… der die Empfänglichkeit…  im schweigenden…   Höllenfeuer…    vergehen lässt…

da ruft…  die Menschenseele…   machtlos…

wozu… dient die Liebe… warum…  ist mein Blut…   verflossen…

AGNUS DEI — sanft, langsam, beinahe flüsternd

deine Irdische Liebe…  zum Sterben bereit…

an totes Holz…  geschlagen…

doch selbst…  in der Verlassenheit…   vertrauend…

wird bei uns sein…  wenn das Zerbrechliche…   verführt…

deine Irdische Liebe…  uns nahe…   wenn der Schatten… lockt…

empfange…  den Menschen…   der gegangen ist…

verleihe ihm…  den Frieden…   im himmlischen Sein…

IN PACEM — sehr langsam, wie ein letzter Atemzug

https://www.youtube.com/watch?v=tGddpJvkcK4

lebt wohl…  ihr Freunde…   um mich versammelt…

ich fühle…  eure warme Liebe…   noch immer…

ich trage sie…  mit mir…  alles bleibt…   in meinem Herzen…

sie stärkt…  den Weg…   zum Unvergänglichen…

dort…  wird der Schöpfer…   mich erwarten…

und Engel…  vom Geist durchglüht…   fein besaitet…

werden eure Trauer…  mit erhellten Flügeln…   lindern…

noch einmal…  weine ich…   mit euch…

und rühre…  mit meiner Seele…   an große Herzen…

die zarte Ruhe…  erzählt mir schon…   von der Stille…

sie lehrt mich…  die irdischen Schmerzen…   abzulegen…

singt mit mir…  das Lied…   des ewigen Friedens…

damit eure Tränen…  zu einem Gewebe…   werden…

die Göttliche Freude…  wird neu…   in euch geboren…

nun darf ich gehen…  und ich höre…   die Cherubim… rufen…

sie wollen mich…  auf Händen tragen…   zum Herrn…

lebt wohl…  bis ich…   zu euch…    wiederkehre…

.

Music: youtube Julius Dreyfsandt zu Schlamm  Komponist: Johannes Revisius

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 00:00 Reageer op dit bericht

Gerüche

Gerüche
.
mitunter bedarf ich keiner Worte
ich fühle, was in mir weiterwandelt
sieh meinen Blick — er senkt sich zu dir hin:
du bist mir nimmermehr zu viel
.
folge mir in die Lüfte, ein kaum vernommener Wink
ein Zeichen, das dich sanft berührt
ein Regenbogen, dir dargereicht wie ein stilles Pfand
.
er kennt die Farben alle
und jede trägt ihr eig’nes, leises Leuchten
mit Düften, die sich uralt verweben
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 19:29 Reageer op dit bericht

Meer van juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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