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juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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Archief

Über Felder

Über Felder

.

Ich gehe über glänzende,

sanft geschwungene Felder,

an Blumen, Bäumen und Blättern vorbei,

wo duftende Rosen atmen

und schmeichelnde Sträucher stauben.

.

Ich atme den weichen, warmen Hauch,

der meinen Leib belebt und frei erfüllt mit Freude,

um mich mit dem wahrhaften Wesen zu verweben.

.

Ich sehe eine läuternde, schwebende Sonne,

unter der freundliche Vögel fliegen und Löwen brüllend blasen

in meinem himmlischen Garten des Heute.

.

Ich begegne meinem schönen Mitmenschen

mit einem lobenden, lieblichen Lächeln

und verweile zart und zufrieden

durch diesen träumerisch dichtenden Tag.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 13:04 Reageer op dit bericht

Sinnvoll

Sinnvoll
.
Es ist lange her,
dass ich dir schrieb —
man möchte fast sagen:
durch ein gedankenlos
verwehtes Gestern.
.
Es sind nur
umherwirbelnde Gedanken,
die ich dir
zusende.
.
Vielleicht
hast du unnötig
warten müssen
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:49 Reageer op dit bericht

Nah dem Vorübergegangenen

 

.

Ich streckte meine Hand aus, und sie,

sie legte ihre Zart‑Zerbrechlichkeit

in die tragende Fläche meiner Hand

und offenbarte Adern von greiser,

würdevoller Schönheit.

.

Der hohe Sitz, darin sie ruhte,

mit Wölbungen zu beiden Seiten auf Haupteshöhe,

und Kissen, die sie trugen, doch kaum zu stützen vermochten

(sie war von statthafter Art, so dass sie nicht lehnte),

zeigte, was noch berührbar war.

.

Ihr Leib trug den Vorboten der Dürre,

doch ihre Stimme war kräftig und rein im Klang.

Ihre Augen aber sprachen in unserem Begegnen von Ergebung,

Sanftmut und geduldigem Dank.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:42 Reageer op dit bericht

Gehen .

Gehen

.

Auch wenn ihre Seele

mich aus nächster Nähe streift,

wo Augen sich mir zuwenden,

.

ist sie keinen Herzschlag lang bei mir,

noch will sie mir irgendein Zeichen senden.

.

Sie wohnt in ihrem Blick,

am äußersten Saum des Daseins,

schaut eher nach innen; was wir,

im Leben, nimmer zu deuten vermögen.

.

Es ist die Sterblichkeit,

die sie unablässig ruft,

während sie verweilt 

in einer zerbrechlichen Würde.

.

Darin harrt ein einziger Hauch, der diese Hinscheidende über ihre letzte Schwelle geleitet.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:41 Reageer op dit bericht

Mein Feelein

Mein Feelein
.
Noch eh’ ich mein Ohr
an das Kissen meiner Träume lege,
grüße ich dich leis’;
denn längst weiß ich, dass morgen
ein Feelein zu mir kommen wird.
.
Dies wollt’ ich nur noch kundtun,
denn es geschieht ja wahrlich nicht alle Tage,
dass ein Fräulein aus dem Zauberreich
mein Herz mit süßer Speise füllt,
bei hellem Tageslicht, wohlgemerkt,
und mit dem Geschmack von Schokoladeneis.
.
Und wenn mein Blick dann ihre Erscheinung trifft,
wird der Morgen voll Erwartung;
und während der Tag sich weiter füllt
mit erhellter, schäumender Seelenrahm,
gerate ich in Trance (ich leiste keinen Widerstand),
die mich ganz umhüllt und selig erfüllt.
.
Und mit einem letzten Abendhauch
werd’ ich nun von einer alten Frucht befreit;
der Tag ist müd’ und ich entlasse ihn.
So habe ich meinen Schlaf
mit wachsendem Lächeln eingeleitet.
.
Es ist wahrhaftig, was ich erzähle.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:26 Reageer op dit bericht

Quartet von Julius — Vier Miniaturen .

.
1. Am Strand
.
ich spähe
auf die gleichschlagende uhr
.
sie wälzt sich
nackt und weit geöffnet
im heißen, bröckelnden sand
.
trotz der hohen schutz‑zahl
brennt das fleisch
im nu
zu rotem schweigen
.
und ich,
ich lecke das salz
von meinen lippen
nach einem tag
voll digitalem
zerschneiden
.
2. Die Tropen abstreifen
.
warmes wasser ergießt sich
über meinen mantel
den mir die jahre
wie ein prunkgewand
auf die schultern gelegt haben
.
schichten aus sand
und klebrigem schlamm
glitzern darin
als wären sie die reste
eines versunkenen festmahls
.
mein rücken
ein ausgeleiertes
zebrastreifen‑panorama
vom leben selbst
hingeworfen
.
ich nährte das tier
das mich suchte
und schmücke nun
meine eigene befreiung
.
und ich richte mich auf
als hätte ich
die welt
für einen augenblick
neu erfunden
.
3. Foto im Takt
.
nicht einfach so
drehe ich mein gesicht
dir zu
doch heute
ohne glas
zwischen uns
.
ich ertappe mich
bei einem schiefen lächeln
als würde ein kleines licht
mir zublinzeln
.
sie sagt streng:
ich brauche auch
ihre ohren
das gesetz will es so
.
meine fantasie
wirft den schal
in die ecke
und meine pose
steht nun da
ein bisschen trotzig
ein bisschen frei
.
4. Die Schleifen
.
nicht einfach so
beuge ich mich hinab
als würde ich
vor einem unsichtbaren publikum
mein gesicht
dir erneut zuwenden
.
die schnürsenkel
wie erschöpfte theaterseile
nach der letzten vorstellung
.
ich ergreife sie
mit der geste
eines bariton
der ein ganzes orchester
in zwei dünne fäden
zusammenfasst
.
ein knoten
ein zweiter
ein ornament
das tut
als wäre es
für die ewigkeit gedacht
.
und ich richte mich auf
mit der ruhe
eines helden
der die welt
für einen augenblick
zurücksingt
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:46 Reageer op dit bericht

Spähen



ich spähe
auf die gleichschlagende uhr
.
sie wälzt sich
nackt und weit geöffnet
im heißen, bröckelnden sand
.
trotz der hohen schutz‑zahl
brennt das fleisch
im nu
zu rotem schweigen
.
und ich,
ich lecke das salz
von meinen lippen
nach einem tag
voll digitalem
zerschneiden

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:02 Reageer op dit bericht

Jagen und Hetzen

.
Ich dürste nach Weite und Ruh’
und rede von Leib und Gliedern;
auch in meinem Haupte ein Muss –
zu lange wich ich dem Schweigen aus.
.
Gewiss, es ist mir selbst anzulasten,
doch lenkt das Leben mit an meinem Pfad.
Vielleicht ist’s ein stilles Sich‑Abschleifen –
je nachdem, wohin ich meinen Akzent setz’.
.
Bei mir ist’s ein Jagen und ein Hetzen,
obgleich niemand meiner harrt.
Ja, es ist das Müssen zu mildern,
das mir seinen eigenen Druck auferlegt.
.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:30 Reageer op dit bericht

Melpomene

.
„ik houw een standbeeld
uit vruchtbare gedachten“
.
Ich haue ein Standbild
aus fruchtbaren Gedanken,
vom Herzen her geboren,
und ziehe mit schlanken Linien
jene Worte, die dem Stein
ein sanftes Leben einhauchen.
.
Ich färbe es mit weiten Tönen,
wie die Natur sie uns unablässig schenkt.
Es ist schöner als das bloß Entblößte,
weil Echtheit einzig
um Schönheit weiß
und keine Gewöhnung an Dunkelheit kennt.
.
Doch wie sehr ich auch das Bild
zur Reinheit schleifen will,
es mit Zärtlichkeit vergolden —
nach jeder Berührung scheint das Gold
in eine grundlose Tiefe zu sinken.
.
... Melpomene: Muse der Tragödie

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 20:33 Reageer op dit bericht

Himmlisch.

ich war zuhause in mir,
am Nachmittag unter uns,
nah an einem stillen Gewölbe.
.
mein Schritt ein Schweben,
Kunst funkelte ohne Wege.
.
Blicke trafen sich leicht,
offen, unverlangt,
genug für ein einziges Jetzt.
.
die Atmosphäre berührte mein Herz,
schuf einen Ort ohne Abwägen
und ließ ein leises Lächeln entstehen.
.
im Wandeln der Schönheit
spiegelte sich meine Seele im Anderen,
und Begegnung wurde
ein kleines, helles Zeichen.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 22:29 Reageer op dit bericht

Meer van juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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