Naar de inhoud

juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

dreyfsandtdeutsch
akke.beakke.be

Archief

ohne Herbst keine Blüte

ohne Herbst keine Blüte

ohne Herbst keine Blüte
.
rede mir das Fallen der Blätter
nicht ein, wenn ich über meinen Herbst spreche
.
mein Denken ist darauf gerichtet,
Einsicht zu erlangen,
wie sich die Schöpfung nährt
und wie das All unaufhörlich neue Verbindungen gewinnt
.
alles, was schwarz erscheint, kennt auch einen hellen Rand,
manchmal unsichtbar oder abwesend in deinem klopfenden Herzen
.
lass mich doch, denke ich dann,
meinen eigenen Weg fortsetzen,
dein Pfad ist nicht der meine,
er liegt auf einer anderen Seite
.
suche dort nach den Sternen,
die verborgen sind
im noch Unbekannten,
sie sind da, wirklich,
.
und strecke gedankenlos deine Arme aus,
nimm den auf,
der auf einer deiner Schultern landet
.
rede mir das Fallen der Blätter
nicht ein, wenn ich über meinen Herbst spreche
.
frage mich lieber,
wo kann ich deine Gladiolen finden,
um Liebe und Streitbarkeit zu gewinnen,

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 09:09 Reageer op dit bericht

Der Lebensbogen

Der Lebensbogen

Der Lebensbogen –
je mehr meine Zeit verrinnt
und ich zu altern scheine,
desto deutlicher wird mir,
dass alles, was sich um mich gesammelt hat,
nach und nach davonsegeln will
und mir immer weniger gehört.

Obwohl ich immer mehr geworden bin,
stockt der Zeiger der Zukunft;
immer weniger erweist sich als mein Eigen,
und nicht ich, sondern die Schöpfung
tritt hervor.

Wo meine Wurzeln sich einst senken mussten,
um zu wachsen zu dem, der ich bin,
dringt nun immer stärker zu mir durch,
dass nicht mein Ich,
sondern das Leben mich geboren hat.

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:55 Reageer op dit bericht

Oratorium des Homo sapiens

Oratorium des Homo sapiens

Oratorium des Homo sapiens,
ich spreche vom Menschen,
Andro, dem Geworfenen.
Er erblickte das Licht,
unvertraut mit einem
gewählten oder bewussten Wunsch,
gefallen wie ein Kind.

O Andro, du wirst ein Held,
du bekämpfst das Leben,
doch wirst durch das heilige Sterben
letztlich gefällt.

Gezeugt durch Genuss
und treibend in einer Frau,
bis die Natur entschied
über einen verkrampfenden Tau
und Andro, wesenbloß,
in ein armseliges Heldentum goss.

O Andro, du wirst ein Held,
du bekämpfst das Leben,
doch wirst durch das heilige Sterben
letztlich gefällt.

Sieh hier den Geworfenen,
willenlos, von Trieben
vorwärtsgetrieben,
um einen Weg zu gehen
entlang saugender Brüste
und schützender Hände,
aus dem ewigen Nichts
zu einem stofflichen Leib gewoben.

O Andro, du wirst ein Held,
du bekämpfst das Leben,
doch wirst durch das heilige Sterben
letztlich gefällt.

Wenn du dann zum Denken
verurteilt wirst,
auf das Schlachtfeld
von Gut und Böse,
von Licht und Dunkel
und zeugendem Samen,
kreuzt du die Degen,
spaltest du deine eigene
und fremde Seele,
schon durchbohrt von
vermeintlichem Lebensrat.

O Andro, du wirst ein Held,
du bekämpfst das Leben,
doch wirst durch das heilige Sterben
letztlich gefällt.

Ziellos dahinrasend,
gesattelt auf dem Pferd
des freien Willens,
vom Höchsten Wesen
ungefragt geerdet,
wächst dein Heldentum
durch stürmischen Herzschmerz
und absterbende Glieder,
manchmal zur Kunst erhoben,
verfeinert, feinsinnig.

O Andro, du wirst ein Held,
du bekämpfst das Leben,
doch wirst durch das heilige Sterben
letztlich gefällt.

Ich erblicke dich, Andro,
nun ausgestreckt als Leichnam,
die Hände gekreuzt,
in einem ungleichen Kampf
das Leben verloren,
gekämpft für die freie,
totgeborene Wahl.
Wie kann dein Tod
mich nun so betören?

O Andro, du wirst ein Held,
du bekämpfst das Leben,
doch wirst durch das heilige Sterben
letztlich gefällt.

Sieh hier den Helden, Andro,
mit offenen Augen gestritten
und das sterbende Leben
überwunden und bekannt.
Held – du warst Mensch,
einfach aus der Ewigkeit,
einfach nur für einen Augenblick.

O Andro, du wirst ein Held,
du bekämpfst das Leben,
doch wirst durch das heilige Sterben
letztlich gefällt.

AI Beschreibung:

Hier folgt eine philosophisch‑existenzielle Interpretation auf Deutsch des Gedichts
„Oratorium des Homo sapiens“, in einem Stil, der sich an Existenzphilosophie und philosophischer Anthropologie orientiert (ohne explizite Theorieexegese zu betreiben).


Philosophisch‑existenzielle Interpretation

„Oratorium des Homo sapiens“

Das Gedicht entwirft eine umfassende existentielle Dramaturgie des Menschseins, dargestellt in der Figur Andro, die exemplarisch für den homo sapiens steht. Bereits der Oratoriums‑Charakter verweist auf eine feierliche, fast liturgische Grundhaltung: Das individuelle Leben wird als universales Schicksal inszeniert, als Gesang über Ursprung, Dasein, Kampf und Tod des Menschen.

Zentral ist das Motiv der Geworfenheit. Andro erscheint nicht als autonomer Urheber seiner Existenz, sondern als Wesen, das ohne Wahl, ohne bewusste Entscheidung ins Leben fällt. Geburt ist hier kein Anfang im emphatischen Sinn, sondern ein Hineingeraten in eine bereits vorgängige Ordnung von Trieben, Naturgesetzen und Endlichkeit. Der Mensch ist von Beginn an einem Geschehen ausgeliefert, das er nicht initiiert und nicht kontrolliert.

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:52 Reageer op dit bericht

Die Ebene der Einsicht

Die Ebene der Einsicht

Die Ebene der Einsicht,
heute bin ich genötigt,
den Turm der Aussicht
zu erklimmen.

Ich reise mit Koffern voll
von Fragen und Gedanken
zur Ebene der Einsicht,
um die Weisheit
zu sehen, zu lieben.

Ich ersteige tausend Stufen,
jede belegt mit einem
glühenden Spruch,
doch oben, ganz außer Atem,
angekommen,
stelle ich die grundlegende Frage:

Ist die Suche nach dem Heiligen Sinn
nicht endloses Bohren
mit einer verrosteten Säge?

Ich blicke hinaus über eine weite Ebene,
gefüllt mit vollkommener Leere,
nur tief am Horizont
erblicke ich einen erleuchteten Text:

„Du strengst dich zu sehr an,
kehre zurück zu deinem Pflug,
das Leben erledigt den Rest.“

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:42 Reageer op dit bericht

Der Weg, den ich gehe

Der Weg, den ich gehe

Der Weg, den ich gehe,
in zwingender Fortdauer,
suche ich die Symbiose meiner Vergangenheit,
Flucht vor der wesenhaften Einsamkeit.

Ich bin geworfen, habe nicht gewählt,
mein Gang ist erfüllt von schattiger Tragik,
stürze immer wieder in den schmalen Fangkorb
der allumfassenden, nebligen Liebe,

in der ich für einen Augenblick
den Hauch von Geborgenheit wittere.
Obwohl ich auf ewige Seligkeit hoffe,
ist es plötzlich wieder der Staub, der schneidet

und mich unabwendbar treibt
in das Netz der Sterblichkeit.

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:39 Reageer op dit bericht

Der Philosoph

Der Philosoph

Er blickt mich
wesenlos an
über den Rand
seiner herabgesunkenen
alten Brille
mit
milchigen Gläsern.

Der Zeigefinger
gerade vor der Nase,
als wiese er
zum Himmel
und wollte sagen:
Mich
kriegen sie noch nicht.

Der Ort,
von Rauch umwölkt,
umfasst
sein denkendes Dasein.

So viel geschwiegen,
selbst ganz nah
am Tiefsten gestanden.

Ach, sagte er flüsternd,
hör nicht auf mich.
Ich war ein Denker,
doch das Glück – nein –
das kam nicht vorbei.

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:30 Reageer op dit bericht

Das Collectaneum eines Menschen Teil III – Finale

Das Collectaneum eines Menschen

Teil III – Finale

Hingabe.
Schön.
Doch schwer.

Dem Pulsschlag des Lebens
gibt es kein Aber,
nur das Erleben.

Wenn ich mich darauf
verlassen darf
und nicht
vom Staub des Wahns
bedeckt werde,
erst dann bin ich fähig
zu glauben.
Erst dann –
ein unbekannter Psalm –
erst dann.

Wenn Du meine gealterte Hand,
verwittert,
von Adern durchzogen,
entgegennimmst
im stillen Raum Deines Schoßes,
wenn Du sie annimmst,
nimmst Du auch
meine schweren Tage an.


Wenn ich sterben dürfte,
sähe ich jedes Warum,
Freude und Schmerz
eng verschlungen
im Herzen,
in Liebe.

Treibsand Mundart

– eigene Zunge

Ich denke meines Schmerzes,
meiner Herzensliebe.
Sie schenkte mir
Kummer und Wärme;
ich danke dir
so gern.

Seht, meine Jungen,
mühsam blickend,
ungleich,
und doch so reich.
Wahrlich eine Gabe
ist es,
Seelen zu leben.

Meine Freunde,
ach, so zart,
mir gleich
in Mut und Müdigkeit:
macht mich noch weicher.
So gern
würde ich
dem Leben
eine neue Wendung geben.

Wenn ich sterben dürfte
und alles Warum erkennte,
lasst mich die Stille leben,
gleich den Toten,
die Ruhe suchen.

Wo blieben dann die Schmerzen
im Herzen
und in der Liebe der Meinen?
Ich grüße dich innig,
meine Ganzgeliebte,
so zart.


Julius – Vitanova, Kapitel 1, Vers 5

Ich wünsche mir
einen neuen Frühling,
dass der Winter stirbt.

vivat gladiolus

auf dass du ihn erbst.

Das Collectaneum eines Menschen

Synthese klassischer und moderner geisteswissenschaftlicher Perspektiven

Das Collectaneum eines Menschen lässt sich als offene, reflexive Textform beschreiben, die sich bewusst einer linearen Narration und einer teleologischen Sinnstruktur entzieht. Der Begriff des Collectaneums fungiert dabei zugleich traditionsbezogen und poetologisch: Er verweist einerseits auf die historische Praxis der Sammlung, andererseits auf eine ästhetische Strategie der Fragmentierung und Offenheit.

Im Zentrum des Textes steht ein denkendes Subjekt, das sich nicht als stabiler Erkenntnisträger präsentiert, sondern als reflexive Instanz im fortwährenden Prozess der Selbstbeobachtung. Denken erscheint weder als instrumentelles Mittel noch als systematische Erkenntnisproduktion, sondern als existenzielle Praxis. Damit knüpft das Werk an klassische Vorstellungen von Innerlichkeit und Bildung an, radikalisiert diese jedoch durch den Verzicht auf abschließbare Sinnstiftung.

Ein zentrales thematisches Feld bildet die Erfahrung von Zeit. Der Text entwickelt ein Verhältnis zur Zeit, das durch Verlangsamung, Wiederholung und Verweilen gekennzeichnet ist. Diese Haltung kann sowohl als Fortführung einer kontemplativen Tradition wie auch als implizite Kritik moderner Beschleunigungslogiken gelesen werden. Zukunft erscheint dabei primär als Erwartungsraum potenzieller Sorge, während Gegenwärtigkeit als entlastende Form existenzieller Selbstverortung etabliert wird.

Der Weltbezug des Textes ist konsequent auf Wahrnehmung statt Handlung ausgerichtet. Natur‑ und Alltagselemente besitzen keine mimetische, sondern eine relationale Funktion: Sie fungieren als Resonanzräume innerer Zustände. Auf diese Weise wird die Grenze zwischen Innen‑ und Außenwelt nicht aufgehoben, wohl aber durchlässig gemacht.

Poetologisch verweigert sich das Collectaneum normativen Vorstellungen literarischer Produktivität und Autorität. Schreiben wird nicht als Repräsentation oder Leistung, sondern als ordnende Praxis der Selbstorganisation verstanden. Das Werk entfaltet damit eine Poetik der Unabgeschlossenheit, in der Subjektivität nicht fixiert, sondern als fortlaufender Prozess gedacht wird.

Zusammenfassend lässt sich Das Collectaneum eines Menschen als literarisch‑philosophische Selbstbeschreibung lesen, die klassische Denkfiguren von Innerlichkeit und Verstehen mit einer modernen Sensibilität für Fragmentarität, Zeitkritik und Prozessualität verbindet. Das Werk entwirft den Menschen als bewusst verlangsamtes, reflexives Subjekt, dessen Existenz sich im Denken selbst vollzieht.

 (zusammengestellt von AI 365 copilot)

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:28 Reageer op dit bericht

Das Collectaneum eines Menschen – Teil 1: Schöpfung

Das Collectaneum eines Menschen – Teil 1: Schöpfung

Das Collectaneum eines Menschen ist in diesem Fall eine Zusammenfügung meiner Gedichte, die auf bestimmte Weise Einsicht in mein (mein eigenes) Leben gibt.
Es besteht aus drei Teilen: Schöpfung, Interbellum und Finale.

*

Das Collectaneum eines Menschen – Teil 1

1. SCHÖPFUNG

geboren aus dem Paradies
von Wärme und Überfluss,
durch den Verlust der wesentlichen
Verbundenheit
bin ich abhängig
und umsorgt geworden.

Meine Seele ist getrennt,
die Ganzheit verloren.


Julius: Vitanova – Kapitel 3, Vers 2

Ich bin der Herr, dein Hirte.
Meine Weisheit ist wie Wasser
und rinnt an allen Seiten aus.
Sie hilft mir nur dann weiter,
wenn du mir fortan
blindlings glauben wirst –
erst dann lehre ich dich,
auf dem Trockenen zu schwimmen. (2)


Ich berichte heute
vom ungeheuer Großen:
im Schreiben –
eine umfassende menschliche Tat:
die Schöpfung der Welt
mit all ihren Verzweigungen,
ein Wunder geschehen lassen
ohne jeden Verrat.

Nur ich bin dazu,
in Bescheidenheit,
fähig.

Es ist dem Geringen
wahrhaft Gnade gegeben,
aus dem allumfassenden
Nichts
ein Ganzes zu formen,
in dem auch noch
der dürftige Mensch
leben darf
und Raum ist
für kriechende Würmer.

Aus meinem, von Liebe
gesättigten Herzen
entspringt
ein in Regenbogenfarben
aufblühendes Lilienblatt,
geschmückt als Wasserquelle,
aus der Tropfen
glänzend und jubelnd
über
eine dürre irdische Matte
sich verbreiten.

Es ist allein an mir,
zu sagen:
gut, ja gut
ist diese wundersam
schöne Tat,
unbedingt
aus meiner Sanftheit geboren.

Sie ist überschaubar
nach menschlichem Maß.

Die kostbare Flüssigkeit
bläst unzählige
zauberartige kristallene Blasen,
die sich in alle Richtungen verteilen
und beim sanften Niedergehen
auf den empfangenden Boden
singend und springend
dir – ja dir – verkünden:
du darfst sein,
hier und jetzt,
suche nicht länger.

So geschah
die Schöpfung von dir
und den anderen.

Erschaffe nun selbst das Bild
von Meer und Luft und Tieren,
wir dürfen hier und dort
etwas Sichtbares verändern.

Ich sah noch einmal –
es war sehr gut,
es so zu zieren.


Julius: Vitanova – Kapitel 2, Vers 5

Nur gegenüber deinem Schöpfer
bist du zur Geringheit verpflichtet;
denn du bist
in Größe erschaffen.

Bleibe daher nicht verborgen
vor deinen Mitmenschen,
denn dann richtet sich
Bescheidenheit
zu sehr nach innen
und deine Talente
neigen sich mehr
den irdischen Sorgen zu. (5)



Das Collectaneum eines Menschen

Teil I – Schöpfung (poetisch)

Geboren aus dem Paradies
von Wärme und Überfluss,
verlor ich
die wesentliche Verbundenheit.

So wurde ich abhängig,
umsorgt,
gewiegt.

Meine Seele trat auseinander,
die Ganzheit
ging mir verloren.


Julius – Vitanova

Kapitel 3, Vers 2

Ich bin der Herr,
dein Hirte.
Meine Weisheit ist Wasser –
sie rinnt nach allen Seiten davon.

Sie trägt mich nur weiter,
wenn du mir künftig
blind vertraust.
Erst dann lehre ich dich,
auf trockenem Boden
zu schwimmen.


Heute erzähle ich
vom Unermesslichen,
vom Schreiben
als großer menschlicher Tat:
die Welt erschaffen
mit all ihren Verzweigungen,
ein Wunder geschehen lassen
ohne Verrat.

Nur ich vermag dies,
in Bescheidenheit.

Denn dem Geringen
ist Gnade verliehen:
aus dem allumfassenden
Nichts
ein Ganzes zu formen,
in dem auch
der karge Mensch
leben darf
und Raum bleibt
für kriechende Würmer.

Aus meinem von Liebe
gesättigten Herzen
bricht hervor
ein Lilienblatt,
aufschlagend
in Regenbogenfarben,
geschmückt wie ein Brunnen.

Tropfen
springen glitzernd,
jubelnd auseinander
und breiten sich aus
über die dürre Erde.

Und mir allein
ist es gegeben zu sagen:
gut,
ja gut
ist diese wundersam
schöne Tat –
bedingungslos
aus Sanftheit geboren.

Sie bleibt überschaubar,
dem Menschenmaß gemäß.

Das kostbare Nass
haucht zahllose
zauberhafte Kristallblasen,
die in alle Richtungen treiben
und beim sanften Niedergehen
auf den empfangenden Boden
singend und hüpfend
dir –
ja dir – verkünden:

Du darfst sein.
Hier. Jetzt.
Suche nicht länger.

So geschah
die Schöpfung von dir
und den anderen.

Nun forme selbst
das Bild
von Meer und Luft und Tier.
Wir dürfen hier und dort
das Sichtbare wandeln.

Ich blickte noch einmal –
es war sehr gut,
so geschmückt.


Julius – Vitanova

Kapitel 2, Vers 5

Nur deinem Schöpfer gegenüber
bist du zur Geringkeit verpflichtet.
Denn in Größe
bist du erschaffen.

Verbirg dich also nicht
vor deinen Nächsten.
Zu sehr nach innen gewendete
Bescheidenheit
lässt deine Talente
in irdische Sorgen sinken.

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 14:04 Reageer op dit bericht

Interbellum – Abschnitt 1

Interbellum – Abschnitt 1

(Text in eigener Zunge – Treibsand‑Sprache)

Hast du noch Sinn,
mit mir zu gehen,
mit mir hinauszugehen,
zu suchen
nach unserem Inneren,
um einen Tag neu zu beginnen?

Es soll uns tragen,
tief in Seele und Herz,
und das Herz soll singen,
mein liebes Gegenüber.

So ich dir dies sage,
gehe mit mir den Weg.
Vertrau mir doch –
ich sehe dein Licht,
gleich der Sonne,
die aufsteigt.

Du weißt es gewiss:
Die Weisheit kommt
mit den Jahren.


Julius – Vitanova

Kapitel 3, Vers 3

Geht hin,
vermehrt euch
in Wort und Tat,
kehrt zurück
und vereinfacht euch
auf dem Weg
zu eurem bescheidenen Maß.


Ich zeichne dir hier
ein Porträt
eines schattenreichen Mannes.

Meine dunkle Seite
kennt einen blinden Fleck;
nur abgeklärte Neurotiker
erkennen diesen Ort,
denn sie sind meine
Schicksalsgefährten.

Du, der du mich ansiehst,
siehst einen selbstgewissen Menschen,
als trüge er
ein elitär anmutendes Gewicht.
Doch die Wahrheit,
gestellt zwischen Ebbe und Flut,
ist im Leben oft
zersplittert.

So erschaffe ich
mein Universum.
Ja – du blickst auf mein Porträt:
Ich bin ein Mann voller Schatten,
in einem unsichtbaren Rahmen
dir hingestellt.


Julius – Vitanova

Kapitel 3, Vers 1

So sage ich dir:
Ich füge dem nichts hinzu.
Kein anderer als du selbst
kennt meinen Wortschatz
wie gewölbte Hallen.

Nimm mich nicht zu ernst –
ich falle
so oft
auf mich selbst zurück.

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 13:50 Reageer op dit bericht

Das Collectaneum eines Menschen Teil II – Interbellum Abschnitt 2

Das Collectaneum eines Menschen

Teil II – Interbellum
Abschnitt 2

Ich schlendere –
stellen Sie sich das vor –
und gehe so meines Weges,
oft tief versunken
in Gedanken.

Das gehört sich auch so:
Ein Huhn nimmt sich schließlich
auch Zeit
für das Ei.

Ich habe ein Auge
für ernste Dinge,
nicht dass ich notwendig
zu größerer Weisheit gelangte.
Nein – ich denke,
weil ich bin,

wie ein Weiser
einst gesagt hat.

Ich bin ein Schlenderer,
einer von der Art:
Wenn es heute nicht gelingt,
wird es morgen vollendet sein –
wie in der Ordnung
jeder Jahreszeit.

So denke ich noch an gestern:
Der Tag war noch nicht rund,
obwohl es auch sein kann,
dass mein jetziges Grübeln
genährt wird
von undeutlichen Worten
aus Ihrem Mund.

Sie verstehen nun mein Tempo:
beladen mit schwerem Kopf
und ergrauten Schläfen
muss ich mich nicht beeilen.

Sind Sie denn ein berühmter Dichter,
nachdem Sie sich
mit ungezügelter Leidenschaft
so verausgabt haben?
Ihre Worte sind morgen Luft,
von Verdunstung angegriffen,
Ihre Kritiken verglommen,
Ihre Gedichte
umso leichter.

Es möge deutlich sein:
Ich ordne meine Gedanken,
erschaffe ein Bild
von gestern und davor.
Ich fahre mir durch das Haar,
runzle mein bebrilltes Gesicht.

Ich bin ein Schlenderer,
ein Träumer auf der Straße.
Durch inneres Schauen
erschaffe ich mein Leben
langsam,
damit ich niemanden störe.

Ich nähere mich meiner Bank
in einem verfallenen Park,
umgeben von wilden Sträuchern.
Hier komme ich zur Ruhe,
hier kann ich wirklich
untertauchen.

Plötzlich mache ich mir Sorgen –
und das ist neu –
um den Tag von morgen.
Wie Sie wissen,
ist das eine Last.

Sollte ich denn doch
durch das Erwarten
angetastet werden?
Nein, niemals,
spukte es mir im Kopf.
Werde ich am Ende
meiner Langsamkeit beraubt?
Angesteckt
vom Müssen?

Nein, dafür ist
mein Lebensgang zu träge.
Zufrieden
drehe ich mir einen Shaggy;
das lenkt mich ab
von der letzten Frage.

Damit will ich
weder Sie
noch mich selbst belasten.

Ich blase den Rauch
gerade vor mich hin –
Sie werden es verstehen:
Dies sind die Augenblicke,
in denen ich meinen Kopf befreie
und meine Welt entlaste,
bis die Dämmerung in mir
eingeläutet wird.

Wenn die Sonne verschwindet,
nach langer Pose,
hinter den Wipfeln
der Lindenbäume
und die Stille erscheint,
ruht mein Blick
auf einem letzten sichtbaren Vogel.

Als wollte er näherkommen –
zwei Fremde beieinander,
doch still verbunden
im Scheiden des Tages.
Er berührt eine wesentliche Saite:
das Verstehen
ohne Münder.

Das kannte ich schon,
erzählt ein zartes Lächeln.

Ich mache mich
auf den Weg zurück –
doch sehen Sie diese Worte
nicht bloß als Schluss.

So gehe ich
in bedächtigem Schritt,
der mich immer schon bezaubert hat
und dem ich mich niemals
widersetzt habe.


Julius – Vitanova

Kapitel 3, Vers 4a

Ich träume so oft
meine Träume
im Licht des Alltags,
von meiner Liebe
und fernem Glück,
dass es mich vermag,
ohne allen Schmuck
Dir näherzukommen.

Hoe vind je dit bericht?
Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 13:35 Reageer op dit bericht

Meer van juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

↑ Terug naar de berichten