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juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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Archief

Kerendes Gezeiten

plötzlich werde ich mir wieder bewusst
vom leisen Rauschen des Windes,
ein Staunen, das sich hebt wie ein alter Klang,
den ich so oft als Musik geliebt habe.
.
wie Blätter, die den geliebten Sommer verlassen,
als wäre er ihnen nun ein Fremder,
lösen sie sich von seiner Wärme,
sinken hinab in den Grund der Erwartung,
wo sie sich mit dem Irdischen verweben.
.
auch Menschen müssen oft ihr Zuhause verlassen,
fliehen vor Naturgewalt oder vor barbarischer Hand,
und tragen die Ungewissheit, ob andere sie dulden werden —
jene, die in Freiheit leben, wo Wohlstand zählt.
.
dieses kehrende Gezeiten kennt seine Stürme,
auch jetzt wieder, noch immer aus ferner Richtung,
mit Männern, Frauen, Kindern, die umherziehen:
viele suchen aufrichtig unsere Gastfreundschaft,
doch unser Land versagt darin, sich Ehre zu erwerben.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 17:14 Reageer op dit bericht

Kunstwerk (nahe einem Rathaus)

plötzlich fiel mir eine schlanke Gestalt auf,
nahe einem Eingang, deren Kopf gen Himmel wies,
in einer Ecke, losgelöst
von moderner, strenger Architektur.
.
obwohl es für mich an diesem Ort wirkt
wie eine Zusammenfassung dessen,
wie sich Beklemmung zeigt
und wo man den Atem anhält,
bevor man durch irgendeine funktionale Tür eintritt.
.
eine fast nackte, doch bekleidete Neutralität,
ohne Aussicht auf Hände oder Füße,
ohne Augen, die mich ansehen, mir trauen könnten.
.
ist dies das Vorportal der Gemeinsamkeit,
wie eine Stadtverwaltung an Zusammenhalt bauen will?
.
losgelöst von der Umgebung
stelle ich mir vor, was ich selbst fühle:
hier steht Einsamkeit,
in gefangenen Schichten.
.
oh gewiss, ein Kunstwerk von großer Allüre,
es schenkt einem Menschen eine gewisse Verbindung,
doch erstarrt, ohne warme Ausdruckskraft.
wo die Konturen sterben,
liegt eine offene Grenze.
.
wie wird sich diese Ausstrahlung zeigen
im bürgerlichen Regieren?
gib ihm einen Sonnenhut oder eine Bauernmütze,
dann ähnelt es wenigstens einem gewöhnlichen Menschen.
spürst du nun meinen inneren Schmunzel?
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:39 Reageer op dit bericht

Urlaub

 

ich gehe leise auf Reise

in meinem inneren Raum

wo Wege sich sacht krümmen Strände

auftauchen wie Erinnerungslicht

und irgendwo wird stilles Wetter versprochen

.

Geld trage ich keines der Transport

ist ein Geschenk der Stunde

ich schließe die Augen wie ein sanftes Zuklappen

und träume von meinem leisen Elektrofahrrad

.

der Akku sammelt Atem sein Kreis bleibt klein

darum bleibe ich im Stuhl verwurzelt

die Steckdose summt ihr Nachtlied

ein Dichter spürt den Hinweis

.

so, ein Wortchen wieder

schmal und doch mein

ich lege es dem Tag hin

wie ein kleines Einverständnis

hatte ohnehin nicht viele Töne im Gesang

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 20:38 Reageer op dit bericht

Ein Tag

Heute versuche ich zu entkommen
Dem Grauen, das dieser Tag verheißt.
Komm, da muss man einfach drüber hinweggehen,
Sagt man mir von allen Seiten.
.
Ich zwinge mich zu einer Wahl,
Doch dort beginnt erst das wirkliche Entscheiden.
Tu, was dir Freude macht, heißt die Parole,
Pack deine Sachen und hör auf zu hadern.
.
Es gilt, eine Dualität zu übersteigen:
Suche ich nach meiner Liebsten,
Oder jage ich im Wald nach Atem und Strecke –
Manches wurzelt in unbequemer Behaglichkeit.
.
Diesmal wähle ich eine Reise mit dem Zug,
Auf der Suche nach einem Widerhall für meine Seele.
Ich fülle mich mit Eindrücken, ja, davon gibt es genug.
Doch entkomme ich nicht der Erkenntnis,
dass ich mich doch oft in alte Fluchtlinien verliere
.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 22:19 Reageer op dit bericht

In Anlauf .



Was ich Euch im Wesen bringe, könnt Ihr nicht lesen.

Es ist ein Sich‑Verbilden in einem blassen,
viereckigen Schweigefeld.
.
.
.
.
.
.

Was Ihr nicht zu fühlen vermögt,
ist der Schlag meines Herzens.
Unberührbar bin ich,
und atme entlang der Umrisse
eines tauenden Winterlochs.

Auch mein Horchen
ist eine Brücke zu fern;
es trägt einen Fehlbeginn,
denn meine Stimme weilt anderswo:
an Weg und Steg,
ich wohne nah bei Hier und Dort.

Meine Gedanken kennen noch keine Worte,
das fordert Zeit,
oft Geduld oder ein Verharren;
Ohnmacht hält zuweilen Wacht.

Mitunter summe ich es
in gähnenden Akkorden;
meine Finger rühren dann
das Schwarz und Weiß.
Sie tasten lind,
als hielte ich ein Zeichen fest
bis in das nächtliche Dunkel.

Dann erwähle ich die Ruh,
unter einem weißen Linnen,
als schwebendes Sommerdecken.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 20:19 Reageer op dit bericht

Ausgelassen gehe ich

Ausgelassen gehe ich,
durch diese lange, leere Allee,
wo der Tag wie ein müder Vogel hängt
und mein Schritt sich nicht mehr zurückmeldet.
.
Das Grau — ich trage es selbst,
nicht im Stoff, sondern im Atem.
Mein Haar: gekürzt auf Bürgermaß,
mein Herz: ungebunden,
ein stillgelegtes Gleis
im Abendverkehr der Welt.
Die Liebe hat ihren Dienst eingestellt,
und ich gehe wie eine alte Hausschoh,
die niemand mehr sucht.
.
Mein kleiner Gefährte
am anderen Ende der Leine
liest die Welt mit seiner Nase,
Strauch für Strauch,
als wären es vergessene Briefe.
Ich streife nur
die hohen Bäume am Weg,
diese schweigenden Wächter
meiner täglichen Runde.
Holz küsse ich nicht —
ich gebe nur ein leises Berühren,
ein Gruß aus früheren Jahren.
.
Und dann erscheint sie wieder,
die Frau der guten Morgen,
guten Mittag, guten Abend —
ein höfliches Ritual,
aus Kindertagen mitgeschleppt.
Ich nicke, verberge mein Sehnen,
denn das Alter verlangt
andere, langsamere Wege,
die sich wie feine Risse
durch den Tag ziehen.
.
So gehe ich weiter,
ausgelassen,
aber nicht befreit,
ein Mann im Zwielicht
seiner eigenen Allee.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:56 Reageer op dit bericht

In guten Tagen

In guten Tagen
liebe ich dich, Mitmensch.
Nur dann.
.
Mein Gemüt hebt sich,
gibt,
weil es kann.
.
Kommt der Gegenwind,
der wirkliche,
der mich auf den Boden zwingt,
halte ich fest:
durch dich,
durch dich
werde ich getragen.
.
Doch ich weiß:
auch das
ist brüchig.
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:42 Reageer op dit bericht

Widerstand

Widerstand

das Licht fällt ein,
doch das Tuch ist mürbe,
franst aus,
trennt nur nog aus gewoonte.
.
der Raum,
gespalten,
zwei Schatten,
angefressen,
kriechend zum Schwarz,
wo das Klavier,
vom Staub bewohnt,
einen letzten matten Schimmer trägt.
ein Eigen‑Sein,
das gegen die Wand haucht,
als wäre auch der Klang
schon halberblich.
.
das Volk,
neben dem Zupfer,
wie Reliquien,
Pflanzen verdorrt,
Hängewerk aus Kunststoff,
Hanf‑Sein am Nagel,
nein, keine Schalldämpfer,
.
Nur Sein,
Mehr Nicht.
.
ein Wind bricht herein,
durch Türen,
deren Holz sich spaltet,
Vorhänge erdschwer,
auf Jagd nach Hitze,
die selbst die Backsteine
nach innen seufzen lässt.
nein, das sonnwehrende Plastik
kommt erst nächste Woche,
und draußen wird man sich spiegeln
in einer Haut,
die schon Risse trägt,
und der hängende Passant
sieht dann nur sich selbst.
.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 10:23 Reageer op dit bericht

Zeitvertreib

Zeitvertreib
.
was wirst du
noch beginnen,
fragt das Heute
hinüber ins Künftige
.
ich fühle mich alt,
ich harre nicht länger
auf das Später
.
sie haucht es
dem ungeborenen
Morgen‑Tag zu
.
und das Gestern
ist müd bis in den Grund,
es mag nicht mehr
für mich sorgen
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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:49 Reageer op dit bericht

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