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juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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Sanfte Hingabe

Sanfte Hingabe


ich, umherirrend,
mit beinahe geschlossenen Augen,
halb wahrnehmend,
bei ihrer verletzlichen
Gestalt.

Unbestreitbar hat sie mich
aufgenommen
in ihr verbleibendes Dasein,
umhüllt
von hellen, vielschichtigen Gewändern.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:29 Reageer op dit bericht

Ein Schatten

 

Ein Schatten


ich bewegte noch einmal
mein handwarmes Glas,
blickte mit Wehmut
durch das beblätterte Fenster.
Der Rahmen begrenzte mich
durch das, was gewesen war.

Tief hinten in meinem Garten,
beim baufälligen Pavillon,
sah ich noch ihren Schatten,
langsam sich lösend
in einem dunklen Saum der Ferne.

Ich wandte mich ab,
nahm einen letzten Schluck
unter der toten Dämmerlampe,
vergrub dort mein gefasstes Gesicht.
Meine Zukunft war wieder
auf die Vergangenheit gerichtet.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:26 Reageer op dit bericht

Verzückung (stilistisch überarbeitet)

Verzückung (auf Deutsch stilistisch überarbeitet)

Verzückung –
sie reizt meinen Geist,
diese dunklen Gedanken.
Ach, wie sehr ich mich hingezogen fühle
zu dem, was wächst,
was sich erhält,
zu allem, was mir lieb
und leuchtend erscheint.

Sie berührt meine Seele,
kennt keine Grenzen,
keinen Maßstab
für meine irdische Sehnsucht.
Geh nur vorüber,
sage ich mir,
ich nehme, was mir zufällt,
und teile, was ich zu geben vermag,
zu meiner eigenen Würde,
in fremderen Räumen.

Oh, welch stilles Vergnügen,
dieses aufrichtige Verhaftetsein:
Formen, die sich zeigen,
Zeichen des Menschlichen,
Spuren des Ursprungs.
Auch das Sanfte,
das kaum Benennbare,
ist überall zu finden –
im Ganzen
wie im Leeren.

Ach, so fordere ich mich selbst heraus,
mit wachem Bewusstsein,
mich zu binden
an das Irdische.


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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 12:16 Reageer op dit bericht

Gestern

 

gestern habe ich sie getroffen
und ihre Schnauze entwirrt
ein Mädchen, das man nur grüßt
hinter einer stillen Scheibe
ich hörte keinen einzigen Laut:
ihr Mund sprach Bände
und Lippen machten die Stille zur Beute

während ich in jenem Augenblick nur
Blättchen meiner großen Liebe
den Spargel streicheln wollte
ja, ich bin ein Liebhaber
künstlicher d‑Action
doch dann mit feingliedrigen Blättchen
aufgehängt an Gardinenschienen
erscheinen sie in sattem Grün
und wachsen immer
ohne Wasser und warme Sonne

schließlich, auf dem Land
wo nur Kühe brüllen
und Glocken manchmal den Takt zählen
erwies ich mich als unfähig
über die vage Passantin
ein Urteil zu fällen.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 16:05 Reageer op dit bericht

Saugende Spannung

Saugende Spannung

saugende Spannung
in einem weichen Schatten

das Tuch ist ausgebreitet
über junges, flaumiges Moos,
auf einem Mantel aus Scharlach
ruht sie in einem lieblichen Frühlingswald,

auf einer von mir
ersonnenen irdischen Haut
und lässt meinen Blick
ihre Stille berühren

ihre glatte Kontur umschließt
eine scheue, anmutige Haltung,
während mein Empfinden
von Verlangen singt
und meine Arme sich
nach ihr ausstrecken wollen;

sie, ein Bouquet
aufblühender weißer Rosen,
sie schafft einen Raum
in einem jungfräulichen Bild,
in dem verführerische
Formen wachsen
und ihre Anmut mir langsam
die Glut des Herzens entzieht

allmählich öffnen sich
ihre Augen weiter,
suchend nach
wesentlicher Verbindung,
und reift die Spannung
in ihrem Wesen
zu einer sichtbaren,
saugenden Spannung

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 18:19 Reageer op dit bericht

Die Verlockung

Die Verlockung

nicht dass ich so viel
laut in Worte sagte
oder so nachdrücklich
Aufmerksamkeit erregte,
nein, sie sah mich,
sog mich zu sich heran
wie ein Aasgeier
mit greifenden Klauen

mein Widerstand
war schnell gebrochen,
als hätte er je bestanden,
als ihre Gegenwart
wie ein Schirm
mich bedeckte
und ich schon im Voraus
versank
in einem umgekehrten Becken

Tropfen von Spannung
übersetzten meine Triebe,
entkräftet,
ausgeliefert an
aufwallende
Orkane des Drängens

ich war besiegt,
ohne dass sie
einen Seufzer
an mich richtete,
sie winkte nur
mit zwingenden Augen

untergetaucht
in blinder Hingabe
vergaß ich die Nacht,
den Morgen
und mich selbst

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 18:11 Reageer op dit bericht

Abschied

Abschied

Jedes Mal,
wenn ich gehe
und sage
meine Zeit ist da,
schließt du
schnell die Augen.

als ob
ein Knopf
umgelegt wird,
du nach innen
hineingezogen wirst.

Tiefe versandet dann
in einem erkalteten
Abschied,
verkleinert alles,
was gesagt wurde.

Ist es der Schmerz
des Getrenntseins,
den du in
vermiedene Worte
legst?

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 18:05 Reageer op dit bericht

Unterwegs nach Nowgorod

Unterwegs nach Nowgorod

Der eiserne Hammer
besiegelt das letzte Los
und stürzt wie ein Donnerschlag
immer wieder nieder
auf die Kammer der Toten.

Sechs hölzerne Planken,
bedeckt von einem blauen Tuch,
umschließen
das verlassene Leben.

Ein Mann mit Geschichte,
nun durch Nägel
ins Dunkel gezwungen.

Der Priester singt hindurch
durch dichten Weihrauch
vom Jüngsten Gericht,
das sich an unserm
nichtigen Dasein nährt.

Die Träger nehmen,
für einen Augenblick,
die Last auf ihre Schultern:
jenen, der uns
in die Ewigkeit
vorausgegangen ist.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:38 Reageer op dit bericht

Mein warmes Herz

 

Mein Herz neigt sich der Liebe zu,
wärmend, offen.
Aus gelebter Erfahrung weiß ich:
Ein Leben lang habe ich sie gespürt,
oft nur ahnend,
nie ganz umrandet mit Worten.

Auch dort, wo der Tod
eine Spur jäh abriss,
hat sich – nach vielen Jahren –
die Liebe neu erhoben.
Denn nach langem Schatten
fällt Licht,
verändert zwar,
doch durch ein himmlisches Dach.

Der Reichtum des Erlebten,
so zeigt sich,
ist an die Seele gebunden.
Er trägt,
er stillt,
er schenkt mir Ruhe.

Ich weiß auch: Verlassenheit,
anders gefühlt, anders getragen,
wird mit der Zeit
in friedlicher Hingabe
sanft besänftigt.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 15:17 Reageer op dit bericht

Hurra (Hello)

Hurra

ich jub­le Ihnen zu,
heute juble ich.
ich jub­le Ihnen zu,
hurra hurra hurra,
dreimal hurra.

so oft tue ich das nicht,
das gehört nicht
zum denkenden Menschen
oder zu ernsten Dichtern wie Ihnen allen,
die das Leid der Erde kennen.
Freude ist eine Abweichung,
nur im Blick der Anderen.

noch einmal,
ein dreifacher Jubel
für den Leser, der Sie sind.
es lebe Sie,
lange, so lange,
vielleicht zu lange,
doch solange Sie
bei guter Gesundheit gedeihen.

auch scheint heute die Sonne,
das liegt daran,
dass sie vorhergesagt wurde.
nichts kann das Vergnügen
noch trüben,
denn heute werden auch
die Enkelkinder nicht
an meiner Haustür zerren.

so hat jeder
auf seine Weise
einen Feiertag vor sich,
eine Form von Glück aus Hoffnung.
die Fahne geht daher
hoch bis in die Spitze,
befestigt mit einem
dreifachen,
windfesten Pfadfinderknoten.

Sie sehen,
das ist wahrlich ein Vergnügen:
kein Leid, kein Mangel, einfach nichts,
kein Schweiß, kein Gejammer
und kein Mühen.
heute blicke ich einmal voraus,
das ist äußerst praktisch
auf meinem Heimtrainer.

es lebe der König,
es lebe die Königin
(nach Wahl),
hurra hurra hurra.

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Geschreven door Dreyfsandt Deutsch om 00:00 Reageer op dit bericht

Meer van juliusdreyfsandtzuschlammprosa 3 (Deutsch)

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