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Gestern schaute ich hinter meinen Spiegel im Flur,
musste ihn nur ein wenig verschieben
und sah an der Wand verschwommene Bilder von mir selbst,
die zu einem einheitlichen Kohlebrei verschmolzen waren.
Es sah aus wie ein Gewölbe aus Seelen.
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Es waren keine jubelnden Flächen zu sehen,
bis ich sozusagen eine Träne entdeckte, die sich neblig zeigte,
weit unten, fast in einem verlorenen Zustand.
Ich wusste sofort, dass dort meine Vergangenheit wohnte.
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Sie versuchte, den Schmerz zu verbergen, kindlich,
ein unsicheres Bild von sehnsüchtiger Liebe,
wie die Zukunft so oft vor Erwartungen sprüht,
aber Worte noch nicht bewusst sein können.
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Sehnsüchtig nach einer Antwort von außen, die auch mich innerlich lieben würde.
Sicher, es gab starke Wurzeln in meinem Wesen, von Gott gegeben.
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Dennoch konnte ich mich selten auf das Bedingungslose konzentrieren.
Atmen und weitermachen, davon konnte ich lange leben.
Die Erfahrung der Liebe schwebte lange Zeit in einem Nebel.
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