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De Oostenrijkse schrijver Antonio “Tonio” Schachinger werd geboren op 29 januari 1992 in New Delhi, India. Zie ook alle tags voor Tonio Schachinger op dit blog.
Uit: Echtzeitalter
„Der Waldplatz ist nicht einmal Teil der Tour, dieser hinterste und schlechteste aller Fußballplätze, der keine Ban-den und keine Netze hat, in dessen Mitte ein einzelner Baum steht, der gleichzeitig aber auch der beste Platz ist, weil man sich nirgendwo sonst auf dem Schulgelände weiter von allem anderen entfernen kann und weil direkt dahinter, beim Theater Akzent, in Sichtweite der Nuntiatur, der päpstlichen Botschaft, die beste Stelle liegt, um über die Mauer zu klettern. Wenn die Kinder wieder nach Hause kommen und ihre Eindrücke mit den Eltern besprechen, das Marianum mit anderen Schulen vergleichen, Pro-und-Kontra-Listen anfertigen, um eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen, erwähnt kein Einziger von ihnen die Mauer. Auch Till nicht, ein kleiner rothaariger Junge, dem sie sehr wohl aufgefallen ist, der sie angeschaut, sie wahrgenommen hat, im Gegensatz zu vielen anderen Kindern, für die sie nicht mehr war als eine altmodische Theaterkulisse, ein in grauen Pastelltönen zum Horizont führender Übergang. Es wäre aber falsch, Tills abweichenden Eindruck mit einer besonderen Auffassungs- oder Beobachtungsgabe zu begründen, ihm die Hellsichtigkeit zu attestieren, jetzt schon zu erkennen, was den anderen erst mit 14 oder 15 wirklich ins Auge stechen wird, nämlich dass sie, anders als andere Jugendliche aus anderen Schulen, hier eingesperrt sind und dass die Mauer dabei eine sehr pragmatische Rolle spielt. Es liegt auch nicht daran, dass Till sich schon bei der Aufzählung der Fußballplätze, erst recht aber bei ihrer Besichtigung langweilt, keinen Elfmeter schießen will, noch weniger, als er dazu gedrängt wird, Probier es doch einmal! Trau dich!, so wie immer alle zum Fußball gedrängt werden, als gäbe es nichts anderes auf der Welt, bis er sich schließlich doch fügt, weil das Warten der anderen hinter ihm einen Druck erzeugt, den er von Sprungtürmen und Wasserrutschen im Schwimmbad kennt, wo umzudrehen und gedemütigt abzusteigen irgendwann gleich unmöglich ist, wie zu springen. Seine Beine werden beim Anlaufnehmen so lang, dass er Höhenangst bekommt, während das Tor immer weiter schrumpft und die Arme des Tormanns in die Breite wachsen, und er stolpert schließlich über seine eigenen Füße, ohne den Ball zu berühren. Till steht auf und denkt keine Sekunde darüber nach, ob das gerade peinlich war. Es ist Samstag, und als seine Mutter ihn mit einem «So, jetzt müssen wir aber wirklich los!” aus seinem Zimmer geholt und die paar Hundert Meter zu der Schule gebracht hatte, lagen schon drei Stunden Assassin’s Creed hinter ihm, weshalb er sich noch immer in diesem angenehmen, von der realen Welt losgelosten Zustand befindet, den das Eintauchen in andere Welten erzeugt.“
 Tonio Schachinger (New Dehli, 29 januari 1992)
De Duitse dichter en schrijver Günter Eich werd geboren op 1 februari 1907 in Lebus an der Oder. Zie ook alle tags voor Günter Eich op dit blog.
Belastingaangifte
Verrotte paperassen (- intussen zijn de woordsplitsing en de spelling veranderd -) wij verzamelen alles –
telefoonnummers dwaze afspraken, vliegenpoten.
Hier wachten we op de monnik van Heisterbach, op zijn ronde gezicht, dat wij ooit hadden. ‘Ach, de balans!’ Hij komt buiten adem. Zijn wij het? Wij herkennen hem niet meer.
Vertaald door Jan Gielkens
 Günter Eich (1 februari 1907 – 20 december 1972)
Onafhankelijk van geboortedata
De Oostenrijkse schrijfster Margit Mössmer werd geboren in 1982 in Hollabrunn. Mössmer studeerde theater-, film- en mediastudies, evenals Spaanse studies in Wenen. Ze was redacteur en afdelingshoofd bij het onafhankelijke tijdschrift FM5. Vanaf 2007 werkte ze bij quartier21 in het MuseumsQuartier Wenen, waar ze verantwoordelijk was voor communicatie en verspreiding .Ze is getrouwd met de schrijver Tonio Schachinger. Na talrijke literaire en journalistieke publicaties in diverse tijdschriften zoals EIKON, corpus, VICE, schau Kunstmagazin en betonblumen, verscheen in het voorjaar van 2015 Margit Mössmers debuutroman, *Die Sprachlosigkeit der Fische* (De sprakeloosheid van de vis). Fragmenten uit de roman hadden in 2010 al een prijs gewonnen bij de WÖRTER.See literaire wedstrijd van de Oostenrijkse radiozender Ö1 en werden uitgezonden op Ö1. De losjes met elkaar verbonden episodes draaien om de protagonist Gerda, die zich door tijd en ruimte beweegt. Zo werkt ze in de ene episode als au pair in Londen, terwijl ze in een andere episode haar pensioen doorbrengt in Ecuador. Ze wordt ook afgebeeld als burgemeester van een Siciliaanse stad en als de geliefde van een stierenvechter in Madrid. Irmi Wutscher omschreef de roman in een segment op de Oostenrijkse radiozender FM4 als “magisch realisme gemaakt in Oostenrijk”. In de zomer van 2015 verscheen de tweede editie van de roman, die een extra verhaal bevatte. Het boek is nu verkrijgbaar in een derde, uitgebreide editie. Margit Mössmer werd, samen met vier andere Duitstalige auteurs, genomineerd voor de Franz Tumler Literatuurprijs, die in september werd uitgereikt. In 2020 was Margit Mössmer fellow aan het Bundesländeratelier voor Schrijvers in Paliano bij Rome en fellow aan het Praagse Literatuurhuis.
Uit: Das Geheimnis meines Erfolgs
“Dag dag dag, tschewi tschewi dag! Mit dein Ruf der Am-sel musste ich einsehen, dass ich kein Bandit war. Ich er-hob mich von meinem Sessel, riss Henry Fonda von der Wand, schlüpfte aus der Hose, nahm endlich den Hut ab, zog die falschen Stiefel aus und kickte sie mit dem Fuß unter den Schreibtisch, wo der falsche Revolver lag. Ich spürte die Butterkeksbrösel unter meinen nackten Sohlen. Sie erinnerten mich daran, wie lange die Nacht gedauert, wie sehr sie aus Stunden, Minuten und Sekunden bestanden hatte. Butterkeksbrösel, wenn man nahe genug he-rangeht, sehen aus wie Himmelskörper. Sie können von Raum und Zeit berichten. Sie sind Zeugen von Vergangenheit und Gegenwart. Leben und Tod. Ich ging quer durchs Zimmer über die roten Spuren auf dem Boden. Sie sahen aus wie kleine Flugzeuge. Vor dem Fenster blieb ich stehen, zog das Hemd aus, machte einen großen Schritt auf den Stapel IKEA-Kataloge, lehnte mich mit dem Oberkörper hinaus und blickte zur Amsel in die Wiese hinunter, senkrecht. Es ist nicht weiter bemerkenswert, dass mein Fenster offen stand, auch wenn draußen der Schnee lag. Mir war heiß, heiß wie an jedem Tag. Die Amsel wendete ihren Kopf und sah zu mir nach oben. Sie beobachtete mich dabei, wie ich mich auf das Fensterbrett setzte, wie ein nackter Reiter auf sein Pferd. Wie ich schließlich auch mein linkes Bein über den Rücken des Pferdes schwang, sodass beide Beine in der Luft hingen. Die Amsel war eine gewöhnliche Amsel und hatte daher auf die angenehmste Weise nichts dazu zu sagen. Sie wippte dreimal mit ihrem Schwanz auf und ab und flog in den blätterlosen Holunderbusch. Ich blickte an meinen Zehen vorbei in die Tiefe. Der Schnee dort unten war Februarschnee, wässrig und von der frühen Morgensonne beschienen. Ich rutschte mit meinem Hintern einen Zentimeter nach vorn. Meine Fingerkuppen waren noch dagegen und hefteten sich ans Mauerwerk. Unten in der Küche war Nina schon mit dem Herrichten des Frühstücks beschäftigt. »Nina!«, rief ich. »Nina!« »Was?« »Kannst du mir helfen?« »Ich habe zu tun!« »Nina!« Sie ging endlich die Treppe hinauf. Unsere Treppe bestand aus zwölf knarzenden Holzstufen, also konnte ich ihren Weg nach oben mitzählen. Eins, zwei, drei, vier, bei fünf zitterten meine Arme vor Anstrengung, mein halber Kör-per hing schon in der Luft.”
 Margit Mössmer (Hollabrunn, 1982)
Zie voor de schrijvers van de 29e januari ook mijn blog van 29 januari 2022 en ookj mijn blog van 29 januari 2019 en ook mijn blog van 29 januari 2018 en ook mijn blog van 29 januari 2017 deel 2 en eveneens deel 3.
29-01-2026 om 00:00
geschreven door Romenu 
Tags:Günter Eich, Jan Gielkens, Margit Mössmer, Romenu, Tonio Schachinger
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