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Dolce far niente
 Moeder en dochter door Bertha Wegmann, 1883
For a Parent on the Death of a Child
No one knows the wonder Your child awoke in you, Your heart a perfect cradle To hold its presence. Inside and outside became one As new waves of love kept surprising your soul.
Now you sit bereft Inside a nightmare, Your eyes numbed By the sight of a grave No parent should ever see.
You will wear this absence Like a secret locket, Always wondering why Such a new soul Was taken home so soon.
Let the silent tears flow And when your eyes clear Perhaps you will glimpse How your eternal child Has become the unseen angel Who parents your heart And persuades the moon To send new gifts ashore.
 John O’Donohue (1 januari 1956 – 4 januari 2008) De Petrus en Paulus kathedraal in Ennis, County Clare, de geboorteplaats van John O’Donohue
De IJslandse schrijfster Kristín Marja Baldursdóttir werd geboren op 21 januari 1949 in Hafnarfjörður. Zie ook alle tags voor Kristín Marja Baldursdóttir op dit blog.
Uit: Möwengelächter (Coletta Bürling und Renate Einarsson)
“Am Ostermorgen, als Agga mit der Aprilsonne im Nacken auf dem alten Steinpier stand und die Flundern im seichten Wasser am Ufer mit Steinen zu treffen versuchte, bekam sie dieses merkwürdige Prickeln im Bauch, das die Erwachsenen bekommen, wenn sie verliebt sind oder irgendein fürchterliches Gebräu getrunken haben. Allerdings hatte sie weder das eine noch das andere ausprobiert, und deshalb glaubte sie, das Gefühl sei ein Vorzeichen großer Ereignisse, denn genauso ging es Kidda in der Kellerwohnung immer, wenn Orkane oder Vulkanausbrüche im Anzug waren, und außerdem konnte diese plötzlich und unvermittelt Lemurengeruch wittern, was unweigerlich den Tod ankündigte. Agga schnupperte, konnte aber nichts anderes riechen als den penetranten Geruch von Seetang. Gelbe Strahlen erleuchteten die glatte, graue Meeresoberfläche im Hafenbecken, und im Ort herrschte Grabesstille. Nur der Rauch aus den Häusern, die zum Teil halb versteckt in den Lavamulden kauerten, deutete darauf hin, dass manche bereits auf den Beinen waren. Die Uhr am Kirchturm zeigte gut zehn, und bald würden sich die Männer mit Schlägermützen und in abgewetzten Sonntagsanzügen am Hafen einfinden und mit den Händen in den Hosentaschen die alte Leier über mageren Fischfang, Reaktionäre und die verdammten Kommunisten anstimmen. Die Möwen am Ufer kreischten laut an diesem Auferstehungstag des Gottessohnes, und Aggas Magen rumorte, als hätte sich dort ein Poltergeist eingenistet. Dass die Übelkeit von dem riesigen Schokoladenosterei herrühren könnte, das sie sich noch vor Sonnenaufgang einverleibt hatte, kam ihr nicht in den Sinn, sie glaubte eher an das Vorzeichen, spürte aber das Bedürfnis, aufzustoßen oder sich über einen Küchenhocker zu legen, um sich von Blähungen und Bauchschmerzen zu befreien. Sie trottete den alten Steinpier wieder zurück, über die Brücke, die über den Bach führte, und hielt sich bis nach Hause den Bauch. Unterwegs hörte sie aus einiger Entfernung das Klappern von hochhackigen Schuhen, war aber zu sehr mit ihren Bauchschmerzen beschäftigt, um es zu beachten. Es war ihr so egal, dass sie sich nicht einmal umdrehte, um zu sehen, wer schon so früh am Ostersonntag unterwegs war. Sie war bereits zu Hause am Gartentor angelangt, als ihr bewusst wurde, dass die Frau ihr die ganze Zeit auf den Fersen gewesen war. Da endlich drehte sie sich um.”
 Kristín Marja Baldursdóttir (Hafnarfjörður, 21 januari 1949)
Zie voor nog meer schrijvers van de 21e januari ook mijn blog van 21 januari 2024 en ook mijn blog van 21 januari 2022 en ook mijn blog van 21 januari 2019 en ook mijn blog van 21 januari 2018.
21-01-2026 om 00:00
geschreven door Romenu 
Tags:In Memoriam, John O'Donohue, Kristín Marja Baldursdóttir, Romenu
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