Wolf Wondratschek (Rudolstadt, 14 augustus 1943)
De Duitse dichter en schrijver Wolf Wondratschek werd geboren op 14 augustus 1943 in Rudolstadt en groeide op in Karlsruhe. Hij studeerde literatuur, filosofie en sociologie in Heidelberg, Göttingen en Frankfurt am Main. In 1968 won hij de Leonce-und-Lena-Preis van Darmstadt. Het jaar daarop verscheen zijn eerste verhalenbundel Früher begann der Tag mit einer Schußwunde met het beroemde Mittagspause. Hij bleef proza en gedichten schrijven, ook toen hij gedurende de jaren tachtig langere tijd in de VS en Mexici verbleef. Na zijn terugkeer vestigde hij zich eerst in München, later in Wenen. Wondratschek schrijft ook hoorspelen en draaiboeken.
In den Autos
Wir waren ruhig,
hockten in den alten Autos,
drehten am Radio
und suchten die Straße
nach Süden.
Einige schrieben uns Postkarten aus der Einsamkeit,
um uns zu endgültigen Entschlüssen aufzufordern.
Einige saßen auf dem Berg,
um die Sonne auch nachts zu sehen.
Einige verliebten sich,
wo doch feststeht, daß ein Leben
keine Privatsache darstellt.
Einige träumten von einem Erwachen,
das radikaler sein sollte als jede Revolution.
Einige saßen da wie tote Filmstars
und warteten auf den richtigen Augenblick,
um zu leben.
Einige starben,
ohne für ihre Sache gestorben zu sein.
Wir waren ruhig,
hockten in den alten Autos,
drehten am Radio
und suchten die Straße
nach Süden.
Am Quai von Siracusa
Die Möven lassen sich durch Winde fallen,
die Schiffe liegen wie auf Grund.
Das Meer steht still zu dieser Stund,
der dunkelsten von allen.
Kein Gast bewohnt im Grand-Hotel die Räume.
Verlassen stehn die Kaufmannshäuser da.
Hier ist die Schönheit ganz dem Ende nah
und ohne Trost selbst deine Träume.
Den Löwen sitzt schon Moder im Gebiß.
Die Katzen gebären in leeren Palästen. Und
durch das Lächeln der Madonna geht ein Riß.
Eroberer sind hier an Land gegangen.
Die Fischer halten ihren Fang. Die Stadt,
Vergangenheiten überhangen, von Anfang an.