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Berichten van 22 december 2012

Margit Schreiner, Felicitas Hoppe, Hugo Loetscher, F.T. Marinetti, Jean Racine, Kenneth Rexroth

De Oostenrijkse schrijfster Margit Schreiner werd geboren op 22 december 1953 in Linz. Zie ook alle tags voor Margit Schreiner op dit blog.

 

Uit: Heißt lieben

 

“Am Ende bringen wir unsere Mütter um, weil wir nicht mehr lügen wollen.
Es beginnt bereits im November. Wir fühlen uns nicht wohl und wissen nicht, warum wir uns nicht wohl fühlen. Wir schieben es auf den Nebel oder den Schneeregen. In Wirklichkeit haben wir Angst vor Weihnachten. Sobald wir die ersten Schokoladeweihnachtsmänner im Kaufhaus sehen, beginnt die Angst. Und steigert sich dann, Tag für Tag.
Wir fühlen uns immer schlechter, haben ständig kalte Füße und Kopfschmerzen, beginnen zu husten und versuchen, den Weihnachtsbesuch bei unseren Müttern abzusagen. Da unsere Mütter erfahrungsgemäß Krankheiten ignorieren, wenn sie ihnen nicht in den Kram passen, beginnen wir zu lügen. Wir sprechen von unaufschiebbaren beruflichen Terminen, und da auch das nichts nützt, schieben wir unsere Kinder vor. Wir erfinden ansteckende Kinderkrankheiten wie Masern oder Scharlach.
Am Ende bringen wir unsere Mütter um, weil wir nicht mehr lügen wollen. Unsere Bedenken, wir könnten sie zu Weihnachten anstecken, so daß sie dann geschwächt sind und womöglich hinfallen und dann später infolge des Sturzes ins Pflegeheim müssen und dort an einem Organzusammenbruch sterben werden, tun sie lachend ab.
Die Mütter tun unsere Bedenken ja immer mit einem Lachen ab. Einerseits haben sie selbst vor allem und jedem Angst und warnen uns ununterbrochen: vor dem Straßenverkehr, vor schlechter Gesellschaft, vor Drogen, dem anderen Geschlecht, verdorbenen Mahlzeiten, Hundekot auf den Straßen, den Folgen von Masern, dem Lesen bei schlechtem Licht, Mangel an Frischluft und so weiter und so fort, andererseits akzeptieren sie nicht die geringsten Einwände unsererseits. Wir sollen uns unseren Müttern mit Haut und Haar ausliefern. Darauf läuft alles hinaus”

 

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Margit Schreiner (Linz, 22 december 1953)

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Felicitas Hoppe werd geboren op 22 december 1960 in Hameln. Zie ook alle tags voor Felicitas Hoppe op dit blog.

 

Uit: The Best Place In the World (Vertaald door Edward Vance Humphrey)

 

“As you can see, when it comes to ordeals of body and soul, I have never been particularly squeamish. But despite all the practice, it still demands all my courage to board a train from Berne to Visp and ride through the tunnel up to Valais. I have travelled the whole world, but I’m afraid to come up into the mountains to receive an award, with a view of a valley that I’ve never seen before and which I may not want to see at all, because I’ve dreamed of nothing else my whole life and would like to keep dreaming on until the end.

Because this is the best place in the world, where in the mornings they pour the light from tall jugs down into the valley, where they look for shade at midday behind wooden shutters and sit in the evenings on little verandas in order to gauge the distances between heaven, mountain peaks and earth, between the Weisshorn and the Schwarzhorn, between the thirtieth and the fortieth floor, without ever coming to a conclusion. The people here measure things by the decilitre and in two or three languages, so that the guest can easily lose track. And when the rest have long since left for home, I still sit there, calculating, next to the man with the light footgear who drives through the unremitting snow and extols the environs in glowing colours, as though he would like, with his talk, to briefly cause the snow to melt.

But the snow did not melt, instead growing thicker, muting the man’s lively voice, which gradually went into a higher register and seemed to become ever softer, until it transmuted in the distance into the voice of my deceased aunt, something that hardly surprised me, because my aunt was the only one in my family before me who dared to travel by herself from the North German flatlands up into the Valais mountains.”

 

 

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Felicitas Hoppe (Hameln, 22 december 1960)

Weihnachtsmarkt in Hameln 

 

 

 

 

De Zwitserse schrijver Hugo Loetscher werd geboren op 22 december 1929 in Zürich. Zie ook alle tags voor Hugo Loetscher op dit blog..

 

 

MIT DER SPIELBAHN

 

„Komm, wir nehmen die Eisenbahn,
und wenn der Zug am Stuhlbein hält
steigen wir in Schlumpfstock aus,
(dann mag die Lokomotive verschnaufen,
zwar keuchen wir und gar nicht sie,
doch bringt sie die Murmeln
hindurch unterm Tisch,
hinüber zum Stellwerk Kastentür,
und falls der Bär am Dampfhahn dreht,
pfeifen wir
und rattern auf Schienen an uns vorbei)
schauen wir hinaus
durchs zitternde Fenster,
was auf dem Teppich an Blumen blüht.
Und schieben die Wagen die Alpen hinauf
und lassen sie los die Täler hinunter,
verladen die Zündholzschachtel
hinter dem Fluss der Fransen
auf dem Abstellgeleis von Santa Fe.
Wir befehlen den Weichen,
uns gehorcht das Signal,
wir fahren von einem Ende der Welt
auf weiten Kurven
in die andere Ecke des Zimmers."

 

 

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Hugo Loetscher (22 december 1929 – 18 augustus 2009)

Hier voor een zelfportret uit 1972

 

 

 

 

De Italiaanse dichter, schrijver en futuristisch kunstenaar Filippo Tomasso Marinetti werd geboren op 22 december 1876 in Alexandrië. Zie ook alle tags voor F.T. Marinetti op dit blog.

 

Uit: Manifest des Futurismus (Vertaald door Jean-Jacques)

 

„Wir hatten die ganze Nacht gewacht, meine Freunde und ich, unter den Lampen der Moscheen, deren Kupferkuppeln, die ebenso durchbrochen waren wie unsere Seele, doch elektrische Herzen hatten. Und indem wir in unserer angeborenen Faulheit auf üppige Perserteppiche traten, stritten wir an den äußersten Grenzen der Logik und bedeckten das Papier mit wahnsinnigen Schriftzeichen.

Ein unendlicher Stolz dehnte unsere Brust, uns allein stehen zu sehen, wie Leuchttürme oder wie weiter vorgeschobene Vorposten, gegenüber dem Heer feindlicher Sterne, die in ihrem heimatlichen Biwak kampieren. Allein mit den Mechanikern in den höllischen Herzräumen der großen Schiffe, allein mit den schwarzen Fantomen, die den roten Leib der Lokomotiven füttern, allein mit den Trunkenen, die mit ihren Flügeln gegen die Mauer schlagen.

Und plötzlich werden wir durch das Rollen der zweistöckigen Straßenbahnen abgelenkt, die hüpfend und buntscheckig vor lauter Licht vorüberfahren, wie der aus seinem Bett getretene Po plötzlich die Weiler überfällt und entwurzelt, um sie mit sich über Kaskaden und Wirbel bis ans Meer zu ziehen.

Dann wurde das Schweigen noch tiefer, drückender. Da wir dem abgezehrten Gebet des Kanals und dem Knirschen der Gebeine der todkranken Paläste in ihrem Bart von Grün lauschten, brüllten unter unserem Fenster plötzlich die hungrigen Automobile.

- Los, meine Freunde, sagte ich. Gehen wir! Endlich sind die Mythologie und das Ideal überwunden. Wir werden der Geburt des Zentauren beiwohnen, und bald werden wir die ersten Engel fliegen sehen! - Wir werden die Pforten des Lebens erschüttern müssen, um ihre Angeln und Riegel zu prüfen!... Gehen wir! Seht die erste über die Erde aufgehende Sonne!...“

 

 

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F.T. Marinetti (22 december 1876 – 2 december 1944)

 

 

 

  

De Franse dichter en schrijver Jean Racine werd geboren op 22 december 1639 in La Ferté-Milon. Zie ook alle tags voor Jean Racine op dit blog.

 

 

Ode

tirée du Psaume XVII

(Fragment)

Déjà, dans mon âme éperdue,
La mort répandant ses terreurs,
Présentait par tout à ma vue
Et ses tourments et ses horreurs :
Ma perte était inévitable ;
J'invoquai ton nom redoutable,
Et tu fus sensible à mes cris :
Tu vis leur trame sacrilège,
Et ta pitié rompit le piège
Où leurs complots m'avaient surpris.

Tu dis : et ta voix déconcerte
L'ordre éternel des éléments ;
Sous tes pas la terre entrouverte,
Voit chanceler ses fondements.
Dans sa frayeur le ciel s'abaisse ;
Devant ton trône une ombre épaisse
Te dérobe aux yeux des vivants ;
Des Chérubins, dans le silence,
L'aile s'étend ; ton char s'élance
A travers les feux et les vents.

Au devant des pâles victimes
Que poursuit ton glaive perçant,
Prête à sortir de ses abîmes,
La mer accourt en mugissant ;
Intéressés à ta vengeance,
Tous les fléaux, d'intelligence
S'unissent pour leur châtiment :
Du monde, près de se dissoudre,
Le chaos en proie à la foudre,
N'est plus qu'un vaste embrasement.[...]

 

 

 

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Jean Racine (22 december 1639 - Parijs, 21 april 1699)




De Amerikaanse dichter
Kenneth Rexroth werd geboren in South Bend (Indiana) op 22 december 1905. Zie ook alle tags voor Kenneth Rexroth op dit blog.

 

 

Falling Leaves and Early Snow

 

In the years to come they will say,
“They fell like the leaves
In the autumn of nineteen thirty-nine.”
November has come to the forest,
To the meadows where we picked the cyclamen.
The year fades with the white frost
On the brown sedge in the hazy meadows,
Where the deer tracks were black in the morning.
Ice forms in the shadows;
Disheveled maples hang over the water;
Deep gold sunlight glistens on the shrunken stream.
Somnolent trout move through pillars of brown and gold.
The yellow maple leaves eddy above them,
The glittering leaves of the cottonwood,
The olive, velvety alder leaves,
The scarlet dogwood leaves,
Most poignant of all.

In the afternoon thin blades of cloud
Move over the mountains;
The storm clouds follow them;
Fine rain falls without wind.
The forest is filled with wet resonant silence.
When the rain pauses the clouds
Cling to the cliffs and the waterfalls.
In the evening the wind changes;
Snow falls in the sunset.
We stand in the snowy twilight
And watch the moon rise in a breach of cloud.
Between the black pines lie narrow bands of moonlight,
Glimmering with floating snow.
An owl cries in the sifting darkness.
The moon has a sheen like a glacier.

 

 

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Kenneth Rexroth (22 december 1905 – 6 juni 1982)



Zie voor nog meer schrijvers van de 22e december ook
mijn vorige blog van vandaag.

Geschreven door Romenu om 14:39 Reageer op dit bericht

E. A.Robinson, Lulu Wang, Christoph Keller, Johan Sebastian Welhaven, Ulrich Bräker, Rudolf Krämer-Badoni, Thomas Higginson

De Amerikaanse dichter Edwin Arlington Robinson werd geboren op 22 december 1869 in Head Tide, Maine. Zie ook alle tags voor E. A. Robinson op dit blog.

 

 

An Old Story

 

Strange that I did not know him then.
That friend of mine!
I did not even show him then
One friendly sign;

But cursed him for the ways he had
To make me see
My envy of the praise he had
For praising me.

I would have rid the earth of him
Once, in my pride...
I never knew the worth of him
Until he died.

 

 

Dear Friends

 

Dear Friends, reproach me not for what I do,
Nor counsel me, nor pity me; nor say
That I am wearing half my life away
For bubble-work that only fools pursue.
And if my bubbles be too small for you,
Blow bigger then your own: the games we play
To fill the frittered minutes of a day,
Good glasses are to read the spirit through.

And whoso reads may get him some shrewd skill;
And some unprofitable scorn resign,
To praise the very thing that he deplores;
So, friends (dear friends), remember, if you will,
The shame I win for singing is all mine,
The gold I miss for dreaming is all yours.

 

 

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E. A. Robinson (22 december 1869 – 6 april 1935)

Op 19-jarige leeftijd

 

 

 

 

De Nederlandse schrijfster Lulu Wang werd geboren op 22 december 1960 in Beijing. Zie ook alle tags voor Lulu Wang op dit blog.

 

Uit: The Lily Theater (Vertaald door Hester Velmans)

 

Trees were in full bloom, birds were busy courting, and the funny blotches were spreading all up and down my arms. I got up and rubbed the affected areas with the sticky, smelly brown ointment, just as I did every day. I felt lonesome and sad. Never again would I have clean sheets and clean underwear like other children--the ointment made everything filthy.
That morning, at the start of her weekend home leave, Mother took a bath, then put on her best clothes, the ones she used to wear before she was detained. How different she looked, suddenly, after months of slouching around in nothing but rags! I couldn't believe my eyes.
Mother drew a fine leather handbag from the wardrobe and filled it with delicacies that she had bought for a song from the peasants who lived around the labor camp. We were going to visit a former colleague of Father's, a dermatologist. He was retired, so that when the rest of the hospital staff was evacuated he had been allowed to stay home. Unlike Father, who had been exiled to the Gansu desert for six months now.
The dermatologist's wife was ecstatic when she saw the chestnuts and the pickled eggs. "We haven't tasted those in years! What are you bringing us this kind of extravagant present for? Aren't Lian's father and my husband good friends?"
The specialist examined me and then had a talk with Mother, in private. Half an hour later Mother dragged me back home. Her eyes shone with unusual determination and her feet smacked boldly on the pavement.
For weeks now Mother had been writing letters of petition to the various leaders of her university--the Teachers' University of Beijing--in hopes of persuading them that it was essential to have me live close by, so that she could keep an eye on my rapidly worsening condition.

 

 

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Lulu Wang (Beijing, 22 december 1960)

 

 



De Zwitserse schrijver
Christoph Keller werd geboren op 22 december 1963 in St. Gallen. Zie ook alle tags voor Christoph Keller op dit blog.

 

Uit: Mobutu lebt

 

„Maître Enrico Monfrini ist ein Genussmensch, und er ist ein Mann mit Prinzipien.
Der Rechtsanwalt mit gediegener Praxis an der Place du Molârd in Genf zündet sich fürs Gespräch eine Zigarre an, konzentriert sich. Nichts lässt er im Ungefähren stehen, nimmt in Anspruch, in dieser Sache das letzte Wort zu haben, mit gutem Grund. Denn kaum ein gestürzter Despot, der sich nicht in Maître Monfrinis Aktenverzeichnis befindet – er hat dafür gesorgt, dass die nigerianische Regierung das Geld des Despoten Sani Abacha zurückerhielt, er vertritt die Republik Haiti gegen die Familie des Despoten François Duvalier. Kein anderer hat in den letzten zwanzig Jahren so viele Fälle von Potentatengeldern behandelt wie Enrico Monfrini, und kein anderer hat so tiefen Einblick gekriegt ins Innenleben nigerianischer oder haitianischer Kleptokraten. Niemand weiss besser, wie Despotenclans staatliches Geld ab-zweigen und über Umwege auf den Bankenplätzen dieser Welt parkieren.
So fällt es ins Gewicht, wenn Maître Monfrini sagt, «die Nachkommen des verstorbenen Mobutu Sese Seko bilden eine kriminelle Vereinigung im Sinne des Strafrechts». Maître Monfrini, seit vergan-genem Herbst mit der Wahrung der Interessen der Demokratischen Republik Congo gegen die Familie Mobutu beauftragt, doppelt nach und sagt, er wundere sich, «warum die Schweizer Strafverfolgungs-behörden den notorischen Umstand noch nicht zur Kenntnis genom-men haben, dass der zaïrische Diktator Mobutu Sese Seko zwar tot ist, dass aber das System des Mobutismus nach wie vor besteht.»

 

 

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Christoph Keller (St. Gallen, 22 december 1963)

St. Gallen, kathedraal 

 

 

 

De Noorse dichter en criticus Johan Sebastian Welhaven werd op 22 december 1807 in Bergen geboren. Zie ook alle tags voor Johan Sebastian Welhaven op dit blog.

 

Der Wegweiser singt

 

Der Kuckuck mich lockt nach Bergeshöhn,

Die goldig im Abendroth funkeln.

Komm mit hinauf du, mein Mädel schön,

Den Tag noch kannst auf der Alm du seh'n,

Thäler schon ruh'n im Dunkeln.

 

Es liegt am Wege ein stiller Hain,

Wo Elfen so heimlich hausen:

Dort musst du mein Mädel, stille sein,

Der Nix selber lässt dort leis' und fein

Saiten der Harf' erbrausen.

 

Ein Echo vom Felsen süss erklang,

Wie Töne von Saiten aus Golde,

Es läuten Glöcklein zum Lockgesang,

Und tändelnd sitzt auf dem Felsenhang,

Schätzchen, das schöne holde.

 

 

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Johan Sebastian Welhaven (22 december 1807 – 21 oktober 1873)

 

 

 

 

De Zwitserse schrijver Ulrich Bräker werd geboren op 22 december 1735 in Näppis (Scheftenau), Toggenburg, Kanton St. Gallen. Zie ook alle tags voor Ulrich Bäker op dit blog.

 

Uit: Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg

 

“Um diese Zeit waren alle Lebensmittel wohlfeil; aber wenig Verdienst im Lande. Die Theurung und der Zwölferkrieg waren noch in frischem Angedenken. Ich hörte meine Mutter viel davon erzählen, das mich zittern und beben machte. Erst zu End der Dreyßigerjahre ward das Baumwollenspinnen in unserm Dorf eingeführt; und meine Muter mag eine von den ersten gewesen seyn, die Löthligarn gesponnen. (Unser Nachbar, A. F. trug das erste um einen Schilling Lohn an den Zürchsee, bis er eine eigne Dublone vermochte. Dann fieng er selber an zu kaufen, und verdiente nach und nach etlich tausend Gulden. Da hörte er auf, setzte sich zur Ruhe, und starb.) In meinen Kinderjahren sind auch die ersten Erdapfel in unserm Ort gepflanzt worden.

Sobald ich die ersten Hosen trug, war ich meinem Vater schon lieber. Er nahm mich hie und da mit sich. Im Herbst d. J. brannte er im Gandten, eine halbe Stunde von Näbis entfernt, Salpeter. Eines Tags nahm er mich mit sich; und, da Wind und Wetter einfiel, behielt er mich zu Nacht bey sich. Die Salpeterhütte war vor dem Tenn, und sein Bett im Tenn. Er legte mich darein und sagte liebkosend, er wolle bald auch zu mir liegen. Unterdessen fuhr er fort zu feuern, und ich schlief ein. Nach einem Weilchen erwacht' ich wieder, und rief ihm – Keine Antwort. – Ich stund auf, trippelte im Hemdli nach der Hütte und um den Gaden überall herum, rief – schrie! Nirgends kein Vater. Nun glaubt ich gewiß, er wäre heim zu der Mutter gegangen. Ich also hurtig, legte die Höslin an, nahm das Brusttüchlin übern Kopf, und rannte in der stockfinstern Regennacht zuerst über die nächstanstossende lange Wiese.”

 

 

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Ulrich Bräker (22 december 1735 – (begraven) 11 september 1798)

Bräkers woonhuis in Hochsteig

 

 

 

 

De Duitse schrijver Rudolf Krämer-Badoni werd geboren op 22 december 1913 in Rüdesheim als Rudolf Kramer. Zie ook alle tags voor Rudolf Krämer-Badoni op dit blog.

 

 Uit: Die Barbaren waren wir

 

“Wie, so frage ich Sie und mich, wie also sollen wir die Toten der zwei letzten Kriege feiern? Können wir sagen: Sie standen an den Thermopylen und kämpften bis auf den letzten Mann gegen die anstürmenden Barbaren? Wir können es nicht. Die Barbaren im letzten Krieg waren wir. Wir überfielen Völker mitten in Frieden, wir brachen in neutrale Länder ein, wir schlossen erst ein Bündnis mit Stalin und fuhren ihm dann an die Gurgel, wir führten Millionen Sklaven von überallher ins Reich, und in Kiew sah ich ein Wehrmachtsbordell, wohin eine junge polnische Adlige verschleppt war, die einen Selbstmordversuch nach dein anderen machte, bis es ihr schließlich gelang, ihrem Leben ein Ende zu machen.

Was soll ich von unseren Naziführern sagen, die nun fast alle tot sind - gefallen im Krieg oder freiwillig aus dem Leben geschieden beim Zusammenbruch ihrer Welt oder hingerichtet nach dem Krieg? Soll ich sie feiern? Soll ich Menschen feiern, die mit Genickschüssen, Knüppeln, Hunger, Vivisektion, Fleischerhaken und Krematorien gegen wehrlose Menschen vorgingen und Millionen von jüdischen Mitbürgern, ausländischen Juden, antinazistischen Mitbürgern und fremden Geiseln abschlachteten wie Berufsschlächter?”

 

 

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Rudolf Krämer-Badoni (22 december 1913 - 18 september 1989)

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver en strijder tegen slavernij Thomas Wentworth Higginson werd geboren op 22 december 1823 in Cambridge, Massachusetts. Zie ook alle tags voor Thomas Higginson op dit blog.

 

Uit: The Complete Civil War Journal and Selected Letters

 

“River opposite Beaufort

Monday. Nov 24 10 A M

Yesterday afternoon we steamed over a summer sea, the deck level as a parlor floor, no sail in sight, nor land, till at last one light house (Cape Romaine) & then a line of trees & two distant vessels and nothing more. The sunset, a great bubble of light, submerged in a vast line of rosy suffusion; it grew dark, after tea all were on deck, the ladies sang hymns, the moon set, a moon but two days old, a curved pencil of light, reclining backward on a radiant spot which rose from the ocean to meet it; it sank slowly & the last tip wavered and went down like the mast of a vessel of the skies. Toward morning the boat stopped & when I rose before six

 

    The watch lights filtered on the land

    The ship lights on the sea 7

 

Hilton Head lay on one side & the naval vessels on the other; all that was raw & bare in the low buildings of the new settlement softened into picturesqueness by the early light. Stars were still overhead, gulls wheeled and shrieked & above us the broad lagoon rippled towards Beaufort.”

 

 

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Thomas Higginson (22 december 1823 – 9 mei 1911
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Geschreven door Romenu om 14:32 Reageer op dit bericht

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