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Berichten van 29 oktober 2008

Claire Goll, Harald Hartung, Aleksandr Zinovjev, Matthias Zschokke, Zbigniew Herbert, Georg Engel, Mohsen Emadi, Dominick Dunne, Jean Giraudoux, André Chénier

De Duits – Franse schrijfster Claire Goll werd geboren op 29 oktober 1890 in Nürnberg. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2006 en ook mijn blog van 29 oktober 2007.

 

 

 

Alle Süßwasser

 

 

Alle Süßwasser fließen dir zu:

Die Wolken fallen vor dir in die Knie

Die Flüsse suchen dich durch die ganze Welt

Die Springbrunnen stellen sich auf die Zehenspitzen

Um dich besser zu sehen

Brunnen flüstern deine Lieder in allen Sprachen

Teiche erfinden neue Fische um dich zu nähren

Die Seen sind die zerbrochenen Spiegel deiner Träume

Ein Springquell steigt aus meinem Herzen:

Höher als die Säule des Trajan.

 

 

 

 

Zehn Jahre schon

 

 

Zehn Jahre schon daß du mich liebst

Zehn Jahre zehn Minuten gleich

Und immer seh ich dich zum ersten Mal:

 

Die Taschen voller Rosen

Künftige Tränen hinter der Brille

Wie Diamanten in Vitrinen

In deiner Brust eine Lerche

Und unter den schüchternen Handschuhn

die Zärtlichkeiten der Zukunft

 

Zehn Jahre schon daß du mich liebst

Daß auf allen Uhren

Die Zeit auf immer stillstand

 

 

 

 

 

Und wenn dein letzter Vers

 

 

Und wenn dein letzter Vers verklungen ist

Werden die Klagerosen kommen

In ihren durchnäßten Schals

Die Jungfrauen unter den Rosen

Mit den wächsernen Wangen

Immer in Weiß

Die Moosrosen, Dorfkinder mit Sommersprossen

Die die Baumschule schwänzen

Die fröstelnden Waisen

Mit ihrem Vormund aus Bambus

Und die alten Rosen krankend

Am Aussatz des Rosenstocks

 

Es werden die Rosen aller Maimonate kommen

Die Heckenrosen, Rosen des Volks

Und die mondänen Rosen der Schlösser

Die billigen Bastardrosen

An Straßenecken sich hingebend

Die Prinzessinnen aus Bengalien

Die Töchter des Hafis

Und du erste Rose aus der Hand des Geliebten

Konkurrentin der Himmelsrose!

 

Mit Tränen unter den Lidern

Werden sie zweimal blühen

Wie die Rose von Pästum

Oder immer aufs neue

Wie die von Jericho

 

Alle Rosen der Welt werden unsre Träume

In andern Gärten weiterträumen

 

 

 

 

 

golls_10000_dawns
Claire Goll (29 oktober 1890 – 30 mei 1977)

Boekomslag Clair en Yvan Goll

 

 

 

 

 

 

 

De Duitse schrijver,dichter en literatuurwetenschapper Harald Hartung werd geboren op 29 oktober 1932 in Heme. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2006.

 

 

Er wäre gerne böse gewesen

 

Ihr Vater (Konrad) war wie Adenauer

Molly die Mutter ja! wie Molly Bloom

Er (Charlie) träumte schon vom kleinen Ruhm

als er sie küßte auf der Gartenmauer

 

Sie trug ein Fähnchen aus Lavabel

Sie schaukelten im Stadtpark mit dem Kahn

und in dem Wäldchen an der Autobahn

erforschte er die Gegend um den Nabel

 

Sie fragte Gibt es einen Gott? Er lachte

Sie weinte und er sagte Ja Marie!

und fühlte sich wie Mackie Messer, wie

 

der lächelte und wie ers schließlich machte

Gisela W. aus Recklinghausen-Süd

seit wieviel Jahren bist du schon verblüht

 

 

 

 

 

Noch einmal Robinson


Daß er nicht sterben muß begreift er spät
nach Freitags Tod und in den großen Kalmen
die folgen. Älter als die meisten Palmen
ist er schon lange, doch aus Pietät

 

verzichtet er auf eine Nulldiät
läßt sein Gebiß gewissenhafter malmen
und murmelt zum Verdauen seine Psalmen
auch Selbstgereimtes denn Identität

 

ist etwas das auf Dauer sich verbraucht
Am Abend wenn er in die Ecke kraucht
singt sein Geschnarche davon noch ein Lied

 

Im Frühling (den es hier nicht gibt): zum Hut
trägt er die Feder rot vom eignen Blut
und träumt ein Auge das dies alles sieht

 

 

 

 

 

Hartung
Harald Hartung (Herne, 29 oktober 1932)

 

 

 

 

 

De Russische schrijver en wetenschapsfilosoof Aleksandr Aleksandrovitsj Zinovjev  werd geboren in Pachtino op 29 oktober 1922. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2006.

 

Uit: The Madhouse

 

„Including mine. I cannot do anything without engaging in a hard-fought polemical battle with myself. It's bloody exhausting. That's why I try not to do anything. But a decision not to do anything often requires its own justification as well, so that I still have to engage in these internal polemics. I'm damned if I do and I'm damned if I don't. For example:

'It's about time I had a woman,' I say to myself.

'Good idea,' I agree, not without a certain innuendo.

'Well, who would it be best with today? One of the "regulars", or one from the "waiting-list" or should I try the street?'

'Regulars' are women with whom I've been 'associating' regularly for some months. The 'waiting-list' consists of those with whom I've not yet 'associated' but for whom the ground, as it were, has been prepared and who are ready either to come to my place or to admit me to theirs (!)

'Trying the street', of course, is self-explanatory. Actually, this term does require comment, because it takes a fair amount of experience and a grounding in some quite rigorous theory to tempt your Russian whore, no matter how unlovely and clapped out she might be. Even after five years a friend of mine had still not learned how to take a woman in the street, although he must have collected about two hundred slaps in the face.

'Not the street! The weather's lousy. And anyway, it's risky. The most obvious effect of increasing cultural ties with the West has been the spread of venereal disease.'

'You don't call negroes and Arabs the "West", do you?' 'Listen, even the Chinese are Western, as far as we are concerned.' 'In that case, choose someone from the "waiting-list".' 'It's not quite as simple as that. First you have to "sweet-talk" them into it, you need to lay out for drink, and "zakuski". You have to go and meet them. And take them home again.

Maybe you even have to pay for a taxi. And they don't surrender first time. They play hard to get. They of course, are not like all the others!

And they put on airs, sometimes. And they know absolutely nothing about making love. You have to teach them everything from square one.

And you're no great shakes as a teacher yourself.'

'OK. One of the "regulars", then? Where's my "book-for-bedtime"?

Who'll I choose?'

'You surely haven't forgotten that one of your "regulars" tore it up? At first she threatened to take it to the local Party authorities and she tried to blackmail you into marrying her.'

 

 

 

 

alexander_zinoviev
Aleksandr Zinovjev  (29 oktober 1922 - 10 mei 2006)

 

 

 

 

 

 

De Zwitserse dichter, schrijver en filmmaker Matthias Zschokke werd geboren op 29 oktober 1954 in Bern. Na het bezoek van de toneelschool in Zürich kreeg hij een aanstelling aan het Schauspielhaus Bochum. Sinds 1980 leeft hij als zelfstandig schrijver en filmmaker in Berlijn.Op zijn naam staan o.a. acht toneelstukken, drie films en verschillende romans en verhalenbundels.

 

Werk o.a: ErSieEs, 1986, Piraten, 1991, Der dicke Dichter, 1995, Das lose Glück, 1999,  Ein neuer Nachbar, 2002

 

 

Uit: Maurice mit Huhn (2006)

 

„Wir reden, wie man in unserem Alter, unserer Region, unserem Milieu halt so redet. Denken und fühlen tun wir womöglich anderes, aber es gelingt uns nicht, unser Denken und Fühlen in eigene Worte zu fassen. Diejenigen, die sich bemühen, in eigene Worte zu fassen, was sie denken und fühlen, halten wir für ausgemachte Einfaltspinsel. Manchmal steigt das gärende Gemenge aus meinem Innern hoch und würgt mich im Hals. Ich möchte dann blöken wie ein Schaf, muhen wie ein Rind, winseln wie ein Hund, um dem Empfinden, das mich plagt, Ausdruck zu verleihen. Aber ich tue es nicht. Und wenn ich Flavian in die Augen schaue - was man nicht tun sollte, einem guten Bekannten oder gar einem Freund in die Augen schauen, weil man dabei oft furchtbar erschrickt -, sehe ich, daß auch er schier an sich erstickt und nicht weiß, wie sich ausdrücken. Er sehnt sich wie wir alle nach einem Zustand, in dem sein Inneres mit seinem Äußeren im Einklang ruht. Er denkt, vielleicht sei so ein Zustand woanders zu finden, in Burma beispielsweise. Er weiß nichts von Burma. Gegen Mitternacht wird er fragen: Trinken wir noch ein Glas zum Abschluß? Und ich werde sagen ja, gern.

In orientalischen Dampfbädern, in denen man dem Vernehmen nach von Bademeistern eingeseift, geschrubbt, geknetet und gewalkt wird, soll sich, wie ich gelesen habe, der Türsteher am Ausgang vom frisch Gereinigten mit der Redewendung verabschieden: Werde gesund schmutzig. So irgendwo verabschiedet zu werden würde mir gefallen. Ich mag öffentliche Badehäuser. Einmal habe ich mich in der Adresse vertan und geriet in eine Art dämmriges Schlachthaus, wo etwa fünfzig nackte ältere Herren, zum Teil übereinander, in verschieden warmen Bottichen lagen und gemeinsam irgendein Firmenjubiläum zu feiern schienen. In der kleinsten, heißesten Wanne sah es geradezu aus, als steckten die Kollegen vor lauter Platzmangel ineinander drin. Ich wußte kaum, wohin mit mir, und blieb, erstarrt wie ein verschämtes Schulmädchen, am Eingang stehen. In der Hoffnung, in der Dampfstube etwas mehr Raum für mich zu finden, suchte ich die auf. Doch dort, im dichten Dunst, war das Gedränge noch größer, so daß einem nichts anderes übrigblieb, als sich beherzt zwischen der vielen schlüpfrigen Haut durchzuzwängen, um von der einen Ecke in die andere zu flutschen und in die Sauna zu gelangen, wo es den meisten offenbar zu trocken und zu heiß war. Da setzte ich mich auf eine Pritsche und tropfte verwirrt vor mich hin. Neben mir saß ein bejahrter Einzelgänger, wohl der Prokurist der Firma, der kurz vor seiner Pensionierung zu stehen schien, und musterte traurig unsere beiden Bäuche, während ihm die Hitze mehr und mehr zu Kopf stieg. Als er blau anzulaufen drohte, wurde mir unheimlich zumute, und ich machte mich, um nicht fremdem Sterben beiwohnen zu müssen, aus dem Staub. Seither frage ich mich, ob das möglicherweise einer dieser berüchtigten Sexclubs gewesen war, von denen man manchmal liest, und ob ich wohl die einmalige Gelegenheit verpaßt habe, an einer sodomitischen Orgie teilzunehmen. Falls ja, muß ich gestehen, daß ich mir diese immer irgendwie prickelnder vorgestellt habe. Das fiel mir eben ein zum »Werde gesund schmutzig «, erzählt Maurice seinem langjährigen Freund zum Abschied, nachdem sie beide müde, ja zu Tode erschöpft sind von der Erkenntnis, leer und nichtssagend zu sein. Flavian nimmt ihn in seine Arme und sagt gerührt, du auch, mein Lieber, mein Allerliebster, du auch, werde gesund schmutzig.“

 

 

 

 

Zschokke
Matthias Zschokke (Bern, 29 oktober 1954)

 

 

 

 

 

 

De Poolse dichter, schrijver en essayist Zbigniew Herbert werd geboren op 29 oktober 1924 in Lemberg. Herbert studeerde rechten, economie, filosofie en kunstgeschiedenis in Krakow, Thorn en Warschau. Hij werkte aanvankelijk als bankemployé en redacteur van een handelstijdschrift. In 1956 publiceerde hij zijn eerste gedichtenbundel en in 1962 zijn eerste essaybundel. In 1964 ontving hij een stipendium van de Ford Foundation en in 1970 werd hij hoogleraar moderne Europese literatuur aan de California State University in Los Angeles. In 1981 keerde hij terug naar Polen. In 1983 verscheen Rapport uit een belegerde stad en andere gedichten. Achttien gedichten uit deze cyclus verschenen in Polen bij een ondergrondse uitgeverij.

 

 

KLAPPER

Es gibt leute die im kopf
gärten züchten
und ihre haare sind pfade
zu sonnigen weißen städten

sie schreiben leicht
schließen die augen
und schon fließen von ihren
stirnen
bilderlawinen

meine vorstellungskraft
ist ein stück brett
mein instrument
ein kurzes hölzchen

ich klopfe ans brett
und es antwortet mir
ja – ja
nein – nein

 

 

Nothing Special

  

nothing special

boards paint

nails paste

paper string

 

mr artist

builds a world

not from atoms

but from remnants

 

forest of arden

from umbrella

ionian sea

from parkers quink

 

just as long as

his look is wise

just as long as

his hand is sure -

 

and presto the world -

 

hooks of flowers

on needles of grass

clouds of wire

drawn out by the wind

 

 

 

Home

  

A home above the year's seasons

home of children animals and apples

a square of empty space

under an absent star

 

home was the telescope of childhood

the skin of emotion

a sister's cheek

branch of a tree

 

the cheek was extinguished by flame

the branch crossed out by a shell

over the powdery ash of the nest

a song of homeless infantry

 

home is the die of emotion

home is the cube of childhood

 

the wing of a burned sister

 

leaf of a dead tree

 

 

 

 

 

 

herbert
Zbigniew Herbert (29 oktober 1924 – 28 juli 1998)

 

 

 

 

 

 

De Duitse schrijver Georg Julius Leopold Engel werd geboren op 29 oktober 1866 in Greifswald. Zijn jeugd bracht hij door in Breslau. Na een studie filosofie en geschiedenis werkte hij in Berlijn als theatercriticus.Vanaf 1891 werkte hij als zelfstandig schrijver. In zijn roman Hann Klüth (1905) en in zijn verhalen schildert hij typisch Noordduitse karakers. Zijn toneelwerk is in de vergetelheid geraakt. Ten tijde van het nazi-bewind gold hij als „niet-arisch“.

 

Uit: Hann Klüth

 

»Mudding,« sagte der Kranke, »ich seh sie ganz deutlich. Es sind zwölf schwarze Käfer, die da auf dem Zifferblatt von der alten Uhr im Kreis laufen.«

»Ne, ne,« entgegnete die kleine Frau, und in ihre Stimme kam ein Stocken und Zittern, während sie nichtsdestoweniger unablässig an dem großen, grauen Strumpf, der schon fast bis auf die Erde herabhing, weiterstrickte. »Das is man dein Fieber. Und wenn das Fieber wiederkommt, sagte heut der Doktor, dann steht es schlimm.«

»Das kann sein,« meinte der Lotse Krischan Klüth, und das Reißen krümmte ihn in den rot und weiß gewürfelten Kissen noch etwas mehr zusammen. »Aber ich hab' die Käfers gezählt – hör', und nu brummt einer.«

An der schmalen Kastenuhr in der Ecke sank ein Gewicht. Es rollte dumpf.

»Sechs,« zählte die kleine Frau Klüth. Dann seufzte sie tief auf. »Ich soll wohl nun Licht anmachen?«

»Ja, ja, Mudding, es muß doch hell sein, wenn er kommt.«

»Ja, wenn er es tut,« meinte Frau Klüth bedenklich. »Denn sobald man ihn nich höflich einladet, dann kommt er nich.«

Von der roten Birkenkommode flackerte ein Talglicht auf. Der Kranke rückte sich in dem trüben Schein etwas höher im Bett zurecht und warf zuvörderst einen mißtrauischen Blick auf das Zifferblatt. Dann strich er beruhigter über die Decke. »Ja, ja – nu kriechen die verfluchtigen Biester nich mehr. Es is doch gut, wenn es hell is. – Mudding, halt mir das Licht dicht an die Finger. Mir is kalt. – So – sieh eins, wie dünn sie geworden sünd.« Er wurde wieder ungeduldig und schlug auf den Bettrand.

»Siehst du das Boot noch immer nicht?«

 

 

Engel_Boekomslag
Georg Engel (29 oktober 1866 – 19 oktober 1931)

Boekomslag, geen portret beschikbaar

 

 

 

De Iraanse dichter en vertaler Mohsen Emadi werd geboren op 29 oktober 1976 in Teheran. Hij publiceerde al in diverse tijdschriften, maar wilde, rebels als hij is, zijn gedichten niet bundelen. De eerste bundel van hem werd in het Spaans uitgegeven door Clara Janès in 2003 onder de titel La flor de los renglones. Emadi studeerde computerwetenschappen en heeft intussen wel op verschillende internationale poëzie festivals opgetreden.

 


Utopia

 

sited

face to face

no voice is comming out from our throats

over everything,  the snow

sited

face to face

stopped eye-lids    without shuddering

I shake the snow from my hairs

you shake the snow from your hairs

I lighten a match

and one by one I burn the words

which are floating their posibilites in the air.

 

sited face to face

footsteps on the snow

the snow on the street

and the light air of ruin

and the light air of impossible.

 


 

 


200px-Mohsen_Emadi

Mohsen Emadi (Teheran, 29 oktober 1976)

 

 

 

 

Zie voor onderstaande schrijvers ook  mijn andere blog van vandaag.

 

De Amerikaanse schrijver Dominick Dunne werd geboren op 29 oktober 1925 in Hartford, Connecticut. 

De Franse schrijver, toneelauteur en beroepsdiplomaat Jean Giraudoux werd geboren op 29 oktober 1882 in Bellac/Haute-Vienne. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2006.

De Franse dichter André Chénier (eigentlich André Marie Chénier ofde Chénier) werd geboren op 29 oktober 1762 in Galata bij Constantinopel.

Geschreven door Romenu om 21:02 Reageer op dit bericht

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