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Berichten van 8 juni 2014

Der Nachtigall Pfingstgesang (Friedrich Rückert)

 

Prettige Pinksterdagen!

 

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Pinksteren door Giorgio Vasari, 16e eeuw

 

 

Der Nachtigall Pfingstgesang

Zu Pfingsten sang die Nachtigall
nachdem sie Tau getrunken;
die Rose hob beim hellen Schall
das Haupt, das ihr gesunken!

O kommt ihr alle trinkt und speist,
ihr Frühlingsfestgenossen,
weil übers ird`sche Mal der Geist
des Herrn ist ausgegossen.

Die Himmelsjünger groß und klein
sind von der Kraft durchdrungen,
man hört sie reden insgemein
zu wunderbaren Zungen.

Und da ist kein Zung` am Baum
Kein Blatt ist da so kleines,
es redet auch mit drein im Traum
als sei`s voll süßen Weines.

Oh, Ihr Apostel gehet aus
Und predigt allen Landen
mit Säuselluft und Sturmesbraus
von dem, der ist erstanden!

Legt aus sein Evangelium,
auf Frühlingsau`n geschrieben,
daß er uns lieben will darum,
wenn wir einander lieben.

Wer liebend sich ans nächste hält
Und will nur das gewinnen,
umfaßt darin die ganze Welt,
und Gott ist mitten drinnen!

 

 

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Friedrich Rückert (16 mei 1788 - 31 januari 1866)
Schweinfurt (De geboortestad van Rückert)

 

 

Zie voor de schrijvers van de 8e juni ook mijn vorige blog van vandaag.

Geschreven door Romenu om 08:39 Reageer op dit bericht

Marguerite Yourcenar, Ulf Stolterfoht, Gwen Harwood, Gerald Bisinger, Udo Kawasser, Levin Westermann, Sina Klein, Michael Basse

De Belgisch-Amerikaanse, Franstalige schrijfster Marguerite Yourcenar werd geboren in Brussel op 8 juni 1903. Zie ook alle tags voor Marguerite Yourcenar op dit blog.

Uit: Memoirs of Hadrian (Vertaald door Grace Frick, in samenwerking met de schrijfster)

“Little by little this letter, begun in order to tell you of the progress of my illness, has become the diversion of a man who no longer has the energy necessary for continued application to affairs of state; it has become, in fact, the written meditation of a sick man who holds audience with his memories. I propose now to do more than this: I have formed a project for telling you about my life. To be sure, last year I composed an official summary of my career, to which my secretary Phlegon gave his name. I told as few lies therein as possible; regard for public interest and decency nevertheless forced me to modify certain facts. The truth which I intend to set forth here is not particularly scandalous, or is so only to the degree that any truth creates a scandal. I do not expect your seventeen years to understand anything of it. I desire, all the same, to instruct you and to shock you as well. Your tutors, whom I have chosen myself, have given you this severe education, well supervised and too much protected, perhaps; from it I hope that eventually great benefit will accrue both to you and to the State. I offer you here, in guise of corrective, a recital stripped of preconceived ideas and of mere abstract principles; it is drawn wholly from the experience of one man, who is myself. I am trusting to this examination of facts to give me some definition of myself, and to judge myself, perhaps, or at the very least to know myself better before I die. Like everyone else I have at my disposal only three means of evaluating human existence: the study of self, which is the most difficult and most dangerous method, but also the most fruitful; the observation of our fellowmen, who usually arrange to hide their secrets from us, or to make us believe that they have secrets; and books, with the particular errors of perspective to which they inevitably give rise.I have read nearly everything that our historians and poets have written, and even our story-tellers, although the latter are considered frivolous; and to such reading I owe perhaps more instruction than I have gathered in the somewhat varied situations of my own life. The written word has taught me to listen to the human voice, much as the great unchanging statues have taught me to appreciate bodily motions. On the other hand, but more slowly, life has thrown light for me on the meaning of books.

 

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Marguerite Yourcenar (8 juni 1903 – 17 december 1987)
Stanbeeld bij de Villa Adriana, Tivoli

 

 

De Duitse dichter, schrijver en vertaler Ulf Stolterfoht werd geboren op 8 juni 1963 in Stuttgart. Zie ook alle tags voor Ulf Stolterfoht op dit blog.

 

fachsprachen IV (1) [eröffnet lebhaft]

eröffnet lebhaft: sätze gibt es. schließt behauptet:
wörter füllen sie auf. das sei dann auch schon alles.
im oberton ein lediglich wie was gewiß gemeinhin ist:
die gute wahrnehmung des obsts - sie mag für
manches andre stehen. die ganze wahrnehmung des
guten obsts - hier wie sie funktioniert:

wie äpfel augen und. von birnen ganz zu schweigen.
vermeint gemäß bekräftens: der apfel sieht sich
selber nicht. darin ist er dem auge gleich. dem
einen ist nicht anzusehen (die bitte dies als satz
zu sehen) daß ihn ein zweites sieht. "die bitte dies als
satz zu sehen" als gleichfalls einen satz zu sehen usw.

"will sagen" findet statt. aspekte satt. man schuldet/
dankt/vermuß. "soll heißen" legt sich quer. auch
"später mehr" gehört hierher. ein starkes glücksgefühl
durch obst. ein neueres. ein besseres. ein heiteres
vielleicht. vielleicht strukturen nur doch dafür grob
und pur. führt von bedarft zu ungefähr. das wort

vom obst im auge des betrachters. der pfahl als
balken oder splitter. der satz vom angestammten
ast. das wort vom stamm ein zwitter. mal so: das
falsche obst am rechten platz. dann so: der baum als
wort - ein guter satz. dann wenn nicht alles täuscht
der ganze baum als stärkster zweig zur linken.

 

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Ulf Stolterfoht (Stuttgart, 8 juni 1963)

 

 

De Australische dichteres en librettiste Gwen Harwood werd geboren op 8 juni 1920 in Taringa, Queensland. Zie ook alle tags voor Gwen Harwood op dit blog.

 

Daybreak

The snails brush silver. Critic crow
points his unpleasant beak, and lances.
Resumes his treetop, darts below
his acid-bright, corrosive glances.

In the hushed corridors of sleep
Professor Eisenbart plots treason.
Caretaker mind prepares to sweep
the dusty offices of reason.

Eisenbart mutters, wakes in rage
Because crow’s jarring c-a-a-r-k-s distress him.
His mistress grins, refers to age
and other matters which oppress him.

He scowls purse-lipped. She yawns, and throws
Her arms in scarecrow crucifixion.
Clear of the hills, light’s wafer shows
In world-without-end benediction.

She makes him tea. He sips and calms
His Royal Academic temper,
While Life and Day outside shout psalms
In antiphon ... Et nunc et semper.

 

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Gwen Harwood (8 juni 1920 - 5 december 1995)

 

 

De Oostenrijkse dichter en vertaler Gerald Bisinger werd geboren op 8 juni 1936 in Wenen. Zie ook alle tags voor Gerald Bisinger op dit blog.

 

Wortmaterial

So also bewege ich Wortmaterial in
meinem Bewußtsein schreib auf nichts
ohne Struktur in diesem türkischen
Beisl am Brunnenmarkt dunkelviolette
pralle Melanzane hab nicht ich gekauft
auch kein Stück von den aufgeschnitte-
nen Wassermelonen sichtlich saftstrotzen-
den frischen Knoblauch sah ich mit Freude
es liegt solcher zu Haus auch in der Kü-
che ein Stück Gorgonzola erwarb ich
schreib jetzt schau auf die Armbanduhr
ob noch Zeit bleibt zum Kauf eines Kilos
Tomaten ehe die Stände abgebaut werden
doch weiß ich wie lang ich noch brauche
dieses Gedicht zu beenden das Bier auszu-
trinken das in vollem Glase vor mir steht

Wortmaterial beweg ich in meinem Bewußt-
sein am Wirtshaustisch hier zwing ichs in
eine Struktur vereinzelt und nicht schrift-
lich fixiert bleibt es angesichts bunter
Fülle von Obst- und Gemüsesorten an denen
vorbei auf dem Markte ich gehe die Namen
von Käsesorten muß ablesen ich oft von der
Beschilderung viele fallen nicht ein mir
spontan beim Anblick der Ware manche kannte
bisher ich nicht einen Schluck Bier trink
ich gelegentlich und hör auf jetzt mit dem

Schreiben an diesem Gedicht

 

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Gerald Bisinger (8 juni 1936 – 22 februari 1999)

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

De Oostenrijkse dichter, vertaler, danser en choreograaf Udo Kawasser werd geboren in 1965 in Vorarlberg. Zie ook alle tags voor Udo Kawasser op dit blog.

 

leibeigene geschichten (ein kanon)


I. mont ventoux

als ich mit petrarca vom gipfel fiel
die wand hinab und er meine hände

sah und ich seine augen sah und er
meine augen schützend und ich

seine augen schützend im freien
fall von einer felsspitze vom rumpf

getrennt wurden und ein vorstehender grat
unsere beiden arme am gelenk kappte

und nur mehr unsere hände unsere augen
bedeckend die steilwand durchmaßen

ganz für den anderen waren und minuten
später schließlich im schnee aufschlugen

und unsere hände auseinanderrollend
die unversehrten augen des andern freigaben

 

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Udo Kawasser (Vorarlberg, 1965)

 

 

De Duitse dichter Levin Westermann werd in 1980 in Meerbusch, Nordrhein-Westfalen, geboren. Zie ook alle tags voor Levin Westermann op dit blog.

 

irgendwannstand hier mal ein tisch
und irgendwann sass man hier auf stühlen,
wurden worte angeordnet für den morgen,
faltete man träume für den späteren gebrauch
bei dunkelheit und/oder nacht. hantierten finger
mit dem guten herend, reflektierten hohe fenster
ihre menschen und das licht, das sie umgab.
galt es, sich die schuhe auszuziehen
und die hände gut zu waschen – die hände
gut zu waschen! – vor dem essen. das heisse wasser
auf der roten haut und harz unter den nägeln,
von irgendeinem baum im freien.

 

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Levin Westermann (Meerbusch, 1980)

 

 

De Duitse dichteres Sina Klein werd geboren in 1983 in Düsseldorf. Zie ook alle tags voor Sina Klein op dit blog.

 

auftakt

im lauf die hufe potenziert:
die schafe wollen mir entfliehen.
ihr blöken, ein gewohntes ziehen,
ist in die schläfen eingraviert.

ein tagtraum sich in nacht verliert:
ich hatte ihn mir nur geliehen,
denn alle grellen phantasien
sind in der nacht mit ruß beschmiert,

benebelt und verstaubt – ich wache
schon länger als ich zählen kann
am feuer, das ich selbst entfache

und schlafe selten, dann und wann,
nur wenn im spiegel eine schwache
kontur schon zeugt vom sensenmann.

 

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Sina Klein (Düsseldorf, 1983)

 

 

De Duitse dichter, schrijver en vertaler Michael Basse werd geboren in 1957 in Bad-Salzuflen / Nordrhein-Westfalen. Zie ook alle tags voor Michael Basse op dit blog.

 

Der gegenwärtige stand der liebe

Soviele falsche wörter
partnerin
freundin
gefährtin
geliebte
lauter falsche wörter

der pfeifenputzer ist unser baby
die beiden grapefruits sind unsere sunshines
(die echten aus florida)
ansonsten halten wir uns zurück
benutzen nur augenblitze
ab & zu konsonanten
und ein paar kehlige laute

so imitieren wir natur
ganz ohne anleihen
kommen auch wir nicht aus

 

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Michael Basse (Bad-Salzuflen, 1957)

Geschreven door Romenu om 08:38 Reageer op dit bericht

Lutz Seiler

De Duitse schrijver Lutz Seiler werd geboren op 8 juni 1963 in Gera. Na een opleiding als bouwvakker, werkte hij als metselaar en timmerman. Gedurende de periode van militaire dienst in de NVA raakte hij geïnteresseerd in literatuur en in het zelf schrijven van gedichten. Tot 1990 studeerde hij Duits aan de universiteiten van Halle (Saale) en Berlijn. Van 1993 tot 1998 was hij redacteur van het literaire tijdschrift “Moosbrand”. Sinds 1997 is hij hoofd van het literaire programma in het Peter-Huchel-Haus in Wilhelmshorst. Sinds 2005 is hij lid van het PEN Centrum Duitsland, sinds April 2007 een volwaardig lid van de Academie van Wetenschappen en Letteren, Mainz, en sinds 2010 van de Beierse Academie voor Schone Kunsten. In 2007 ontving Seiler voor zijn verhaal “Turksib” de Ingeborg Bachmann-prijs. Zijn verhalenbundel “Die Zeitwaage” werd in 2010 genomineerd voor de Prijs van de Leipziger Buchmesse.

Uit: Turksib

“\Die Stöße der Gleise waren jetzt stärker und kamen unregelmäßig; mit ausgestreckten Armen hielt ich mich zwischen den Wänden der winzigen Kabine. Aus dem kotbespritzten Stahlpott dröhnte ein metallisches Winseln und Fauchen herauf, in dem sich ab und zu auch ein Gelächter Luft zu machen schien, das irgendwo im Abgrund, im Schotter des Bahndamms hocken mußte und mir wie ein verächtliches Semeysemey in den Ohren hallte. Lange konnte ich nicht mehr bleiben, ohne bei meiner Rückkehr etwas erklären zu müssen, das sich im Mund der Übersetzerin sofort verdoppeln und in den Kommentaren des Konsuls verzehnfachen würde.
Selbst in diesem Land war es, soviel ich inzwischen wußte, nicht verboten, einen Geigerzähler zu besitzen, im Gegenteil: Die europäischen Reiseführer empfahlen es, vor allem als ein Mittel zur Beruhigung des Reisenden, da, wie man mitteilte, die meßbaren Werte in den allermeisten Gebieten längst wieder unter den zulässigen Grenzen lägen. Ich hatte nie an den Erwerb solcher Technik gedacht oder auch nur an die Möglichkeit ihres privaten Besitzes geglaubt. Um so kostbarer und eigener erschienen mir jetzt das graugrüne, schon etwas abgegriffene Kästchen und die Umstände, unter denen ich es von einem der vermummten Händler, die vor Abfahrt des Zuges den Bahnsteig mit ihren Waren seltsamster Art blockierten, erstanden hatte. Fast alles, was mir dort als „Suhweniehrr!“ entgegengestreckt worden war, schien aus den Asservaten und Effektenkammern eines in vollständiger Auflösung begriffenen Reiches und seiner Armee zu stammen. Aber auch dunkle Berge von Fleisch, Tierhäuten, Rosinen, Brot und Nüssen hatte ich gesehen, die in halb geschlossenen Kinderwagen und oft im Dauerlauf über den schneebedeckten Bahnsteig geschoben wurden, hart bis unter die stählernen Tritte der Waggons. Am Ende kam niemand umhin, für irgend etwas zu bezahlen; der Zähler war mein Einlaß in den Zug gewesen.
Es hatte mit dem feinen Knattern, seinem Knister- und Schleifgeräusch zu tun, das er verhalten, aber stetig absonderte. Wenn ich ihn näher an mein Ohr brachte, war es mal eine Art melodisches Kratzen, dann wieder ein Schnarren und Wispern, das schwach wie eine dünne Gegenstimme im Fahrtlärm schwebte und jederzeit davon verschlungen zu werden drohte – augenblicklich schossen mir ein paar Tränen über die Wangen. Alle Widrigkeiten meiner winterlichen Reise verblaßten vor dem, was die Stimme des Zählers mir offenbar mitteilen wollte.“

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Lutz Seiler (Gera, 8 juni 1963)

Geschreven door Romenu om 00:00 Reageer op dit bericht

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