Naar de inhoud

Romenu

Over literatuur, gedichten, kunst en cultuur
seniorennet.beseniorennet.be

Berichten van 12 februari 2017

Barbara Honigmann, Detlev Meyer, Lou Andreas-Salomé, Sabahattin Ali, Friedrich de la Motte-Fouqué, Joachim Meyerhoff, John Hennessy

De Duitse schrijfster Barbara Honigmann werd geboren op 12 februari 1949 in Oost-Berlijn. Zie ook alle tags voor Barbara Honigmann op dit blog.

Uit: Chronik meiner Straße

„Wenn wir sagen, daß wir in der Rue Edel wohnen, antwortet man uns meistens, ach ja, da haben wir am Anfang auch gewohnt.
Unsere Straße scheint also eine Straße des Anfangs und des Ankommens zu sein, bevor man nämlich in die besseren Viertel umzieht, die ruhiger sind und in deren Häusern nur zwei, drei Parteien wohnen, Häuser, die von kleinen oder größeren Gärten umgeben sind und in der Nähe von Parks liegen oder des Europa Parlaments, oder aus deren Fenster man einen Blick auf die Kathedrale hat oder auf die Ill, die ein Nebenfluß des Rheins ist und die Altstadt von Straßburg einschließt.
Von alldem hat unsere Straße gar nichts, Bäume oder Sträucher oder sonst etwas Grünes gibt es in unserer Straße nicht, keine Gärten, keine Parks in unmittelbarer Nähe, kein Europa Parlament, keine Kathedrale und keine Ill, dem Blick bietet sich nichts als die baumlose Straße und die gegenüberliegenden Häuser, von denen einige sehr häßliche Betonklötzer sind, schnell in eine Baulücke gesetzt; eine Freundin, die mit ihren Eltern hier auch am Anfang gewohnt hat, erinnert sich noch, daß sie als Kind in einer solchen Lücke Ball spielte.
Als wir einzogen, am Anfang, vor langer Zeit, sagten wir ja auch, das Haus ist häßlich, die Straße triste, die Gegend öde, nahe dem öden Neubauviertel, wir ziehen jetzt nur schnell ein, damit wir erst einmal einen Platz für uns und die Kinder und unsere Kisten und Kartons haben und unsere Koffer auspacken können, nach Wochen, in denen wir in provisorischen Unterkünften nur aus dem Koffer gelebt haben, und danach, bald, in den nächsten Monaten, werden wir in Ruhe eine neue Wohnung in einer anderen, schöneren Gegend suchen. Und haben nur das Nötigste ausgepackt, Küchengerätschaften und Kleider und Spielsachen und Bücher. Vieles andere ließen wir in den Kisten und Kartons liegen, wo es zum Teil immer noch liegt, denn wir sind hier nie ausgezogen und wohnen heute noch in der Straße, in der man eigentlich nur »am Anfang« wohnt.“

 

 2007672-f2291fc37593f215a966150b02e6a6f1.jpg
Barbara Honigmann (Oost-Berlijn, 12 februari 1949)

 

 

De Duitse schrijver en dichter Detlev Meyer werd geboren op 12 februari 1950 in Berlijn. Zie ook alle tags voor Detlev Meyer op dit blog.

Uit: Das Sonnenkind

„Mensch, Papa, das sollte die Überraschung sein, du solltest doch raten, wen wir getroffen haben.
Georg Scholze nimmt den Jungen in den Arm und sagt: Und Grandseigneur hast du dir wieder gleich gemerkt, wie ich dich kenne.
Klar, Papa, das mach ich ja immer.
Vor einiger Zeit hatte die Großmutter im Kreise ihrer Damen, schlichtere Seelen würden sagen:
beim Kaffeeklatsch, durchblicken lassen, ihr Max sei in seinen frühen Jahren ein Filou gewesen.
Jeder wisse das, und vor dem Kind wolle sie das nicht näher ausführen. Wieder erstattete Carsten um gehend Bericht: Opa war früher ein Filou, Papa.
PG war er auch - früher, dein feiner Herr Großvater, sagt Georg Scholze, aber darüber wird im
Hause Wollin ungern gesprochen.
Eine Erklärung dieses komischen Wortes folgt nicht. Der Vater sagt, so etwas könne ein kleiner
Junge noch nicht verstehen. Und im übrigen möge Carsten das für sich behalten. Kein Wort über PG. Versprochen?
Ich schwöre, Papa!
Mein Gott, denkt der Junge abends im Bett, was man sich alles merken muß. Grandseigneur
darf man sagen, PG darf man nicht sagen. Hoffentlich bringe ich das nicht durcheinander.
Quatsch, sagt er laut, ich doch nicht! Andere Kinder vielleicht.
Und dann denkt er noch, daß er schon wieder mehr weiß als gestern. Vielleicht muß er gar nicht warten, bis er erwachsen ist, vielleicht weiß er schon als großer Junge alles. Die Städte und Länder, die Flüsse und die Präsidenten.“

 

 2007672-bea3972b28af337281bc7ccc2d2f0b1c.jpg
Detlev Meyer (12 februari 1950 – 30 oktober 1999)
Cover

 

 

De Russisch-Duitse dichteres en schrijfster Lou Andreas-Salomé werd geboren op 12 februari 1861 in Sint Petersburg. Zie ook alle tags voor Lou Andreas-Salomé op dit blog.

Uit: Aus fremder Seele

„Als sie auf die Dorfstraße trat, holte ein andres Mädchen sie ein und schob die Hand in ihren Arm.
»Laß die Mannsleute reden, Trudel, - deinem lieben Himmelspastor geschieht nichts«, sagte es tröstend und hob das blatternarbige Gesicht zu ihr auf, »aber wahr ist s schon: die Kathrine hat Unrecht getan. Man muß doch seinen Stolz haben und etwas auf sich halten.«
»Mag sein. Aber es gibt mancherlei Versuchungen, das kannst du glauben!« bemerkte Gertrud einsilbig.
»Wo denn, Trudchen? wenn man brav ist? Ich war auch im Dienst.«
»Ja, - du!« ein halb mitleidiger, halb geringschätziger Blick streifte die Gefährtin; »übrigens ist das gewiß auch verschieden. Aber das sage ich dir: wenn er nicht wäre, - wenn unser Pastor nicht wäre, - und so gut, und so eindringlich -, dann - weiß Gott! Man will doch leben!« -
Durch die Seitentür der Sakristei, wo er sein Ornat abgelegt, hatte Pastor Arnsfeldt sich auf den Heimweg begeben. Er ging raschen Schrittes an den beiden Mädchen vorüber, ihren Gruß nur mit freundlichem Nicken erwidernd, denn ihm blieb keine Hand frei: die Rechte wie die Linke waren von je einem kleinen Mädel erwischt worden, und andre Kinder folgten noch dicht hinterdrein. Das war meistens so, wenn er sich auf der Dorfstraße zeigte.
Die Kleine an seiner Rechten, die sich vergeblich abmühte, Schritt mit ihm zu halten, sagte bedenklich: »Wenn du so läufst, Herr Pastor, dann bist du schon gleich zu Hause.«
»Das will ich auch, Gretchen. Ich eile sehr. Denn denk doch: zu Hause ist ja mein Junge angekommen. Kurt ist angekommen! Und ich hab’ ihm noch kaum guten Tag sagen können."

 

 2007672-2f32e11469d93b2fe153f82cad60d75f.jpg
Lou Andreas-Salomé (12 februari 1861 – 5 februari 1937)
Cover 

 

 

De Turkse dichter en schrijver Sabahattin Ali werd geboren op 12 februari 1906 in Gümülcine, tegenwoordig, Komotini, Griekenland. Zie ook alle tags voor Sabahattin Ali op dit blog.

Uit: The Madonna in the Fur Coat (Vertaald door David Gramling en Ilker Hepkaner)

„I replied: “Nowhere… Just around, then I saw an exhibition of modern artists.”
The people in the dining room promptly took to conversing about modern art, and I took the next opportunity to go up to my room.
While undressing, a newspaper leaf fell from my pocket onto the floor. When I picked it up and put it on the table, my heart flushed. It was the newspaper that I had bought that morning, in which I had seen the article about the exhibition. I tore open the pages to see what this article had to say about the painting and its artist. Even I was taken aback by how excited such a slow and intractable man like me could become, given the situation. I skimmed the article from top to bottom. By the middle of the article, my eyes were fixed on the words I had seen: Maria Puder…
The piece talked at length about this young artist, whose paintings were being exhibited for the first time. The author of the article spoke of the great expressive talents of this woman, who wished to follow in the footsteps of the classicists. Apparently, the painter was not inclined toward the kind of beautification, nor toward the deliberate uglification, that was common among many self-portraitists. After a couple of technical digressions, the author claimed that, thanks to a strange equivalence of posture and facial expression, the woman looked so much like the depiction of Mother Mary in Andreas del Sarto’s painting Madonna delle Arpie that the resemblance could give someone the chills. Then, with a rather tongue-in-cheek turn of phrase, the author wished this “Madonna in a Fur Coat” great success, and moved on to another artist.“

 

 2007672-5a40e37ca14cc33895599790b71546a7.jpg
Sabahattin Ali (12 februari 1906 – 2 april 1948)
Cover 

 

 

De Duitse schrijver Friedrich Heinrich Karl Freiherr de la Motte-Fouqué werd geboren in Brandenburg an der Havel op 12 februari 1777. Zie ook alle tags voor Friedrich de la Motte-Fouqué op dit blog.

Uit: Undine

„Der weiße, nickende Mann ward nämlich urplötzlich zu einem ihm längst wohlbekannten Bächlein, das schäumend aus dem Forste hervorrann und sich in den Landsee ergoß. Wer aber das Geräusch verursacht hatte, war ein schön geschmückter Ritter, der zu Roß durch den Baumschatten gegen die Hütte vorgeritten kam. Ein scharlachroter Mantel hing ihm über sein veilchenblaues goldgesticktes Wams herab; von dem goldfarbigen Barette wallten rote und veilchenblaue Federn, am goldnen Wehrgehenke blitzte ein ausnehmend schönes und reichverziertes Schwert. Der weiße Hengst, der den Ritter trug, war schlankeren Baues, als man es sonst bei Streitrossen zu sehen gewohnt ist, und trat so leicht über den Rasen hin, daß dieser grünbunte Teppich auch nicht die mindeste Verletzung davon zu empfangen schien. Dem alten Fischer war es noch immer nicht ganz geheuer zumut, obwohl er einzusehn meinte, daß von einer so holden Erscheinung nichts Übles zu befahren sei, weshalb er auch seinen Hut ganz sittig vor dem näherkommenden Herrn abzog und gelassen bei seinen Netzen verblieb. Da hielt der Ritter stille und fragte, ob er wohl mit seinem Pferde auf diese Nacht hier Unterkommen und Pflege finden könne? – »Was Euer Pferd betrifft, lieber Herr«, entgegnete der Fischer, »so weiß ich ihm keinen bessern Stall anzuweisen als diese beschattete Wiese und kein besseres Futter als das Gras, welches darauf wächst. Euch selbst aber will ich gerne in meinem kleinen Hause mit Abendbrot und Nachtlager bewirten, so gut es unsereiner hat.« – Der Ritter war damit ganz wohl zufrieden, er stieg von seinem Rosse, welches die beiden gemeinschaftlich losgürteten und loszügelten, und ließ es alsdann auf den blumigen Anger hinlaufen, zu seinem Wirte sprechend: »Hätt ich Euch auch minder gastlich und wohlmeinend gefunden, mein lieber alter Fischer, Ihr wäret mich dennoch wohl für heute nicht wieder losgeworden, denn, wie ich sehe, liegt vor uns ein breiter See, und mit sinkendem Abende in den wunderlichen Wald zurückzureiten, davor bewahre mich der liebe Gott!« – »Wir wollen nicht allzuviel davon reden«, sagte der Fischer und führte seinen Gast in die Hütte.“

 

 2007672-cff478aea0a5acad29fe1a848a73aec8.png
Friedrich de la Motte-Fouqué (12 februari 1777 – 23 januari 1843)
Cover

 

 

Onafhankelijk van geboortedata

De Duitse schrijver, acteur en regisseur Joachim Philipp Maria Meyerhoff werd geboren in 1967 in Hamburg. Zie ook alle tags voor Joachim Meyerhoff op dit blog.

Uit: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

„Es wurde ein Platz für sie gesucht, und da blieben sie dann für immer. So als hätte die freie Stelle geduldig auf genau diesen Gegenstand gewartet.
Das Haus war immer blitzeblank-sauber. Da jedoch die Putzfrau, Frau Schuster, immer dieselbe blieb, die Bügelfrau alt und taub wurde, Herr Moser, der ebenfalls betagte Gärtner und Alleskönner, irgendwann nur noch im Schneckentempo den Rasenmäher kreuz und quer durch den Garten schob, schlichen sich Unebenheiten ein, die aber meine Großeltern durch ihr eigenes Noch-Älter-Sein nicht bemerkten. Wollmäuse in den Ecken, heruntergefallene Nüsse, schiefe Bügelfalten, ungemähte Raseninseln. Die Putzfrau wurde vergesslich, ließ überall ihr Zeug liegen und vollbrachte sogar einmal das Kunststück, den Staubsauger ohne ihn auszuschalten in den Schrank zurückzustellen. Stundenlang saugte er dort verzweifelt vor sich hin, bis mein Großvater sagte: »Spinn ich, oder brummt da was?«
Meine Großeltern waren immer sehr gut gekleidet, sehr gepflegt, sahen blendend aus. Sie waren auf fast schon exotische Weise kultiviert. Doch in dieser Kultiviertheit auch ein wenig weltfremd und aus der Zeit gefallen.
Meine Großmutter war Schauspielerin, hatte aber das Theaterspielen schon Mitte der Sechzigerjahre aufgegeben. Zu abgeschmackt sei alles geworden. Dieses Wort benutzte sie gerne, wenn sie über das heutige Theater sprach: abgeschmackt. Dabei hatte sie sich seit Jahren schon nichts mehr angesehen. Und sowenig sie sich, will man ihren Beteuerungen Glauben schenken, jemals auf eine Bühne zurückgesehnt hatte, so sehr war das Theatralische, ja, Dramatische in ihr alltägliches Dasein hinübergerutscht. Selbst wenn sie von den profansten Dingen sprach, verliehen ihre Sprechweise, ihre Kopfhaltung, ihre Gestik dem Gesagten etwas Grandioses.
Wobei meine Großmutter nie schrill oder gar operettig wirkte. Nein, ihre gesamte Persönlichkeit tendierte zielsicher in Richtung großes Drama.“

 

 2007672-1fe89d7dd57657a09262b826581603c7.jpg
Joachim Meyerhoff (Hamburg, 1967)

 

 

De Amerikaanse dichter John Hennessy werd geboren in 1965 in New Jersey. Zie ook alle tags voor John Hennessy op dit blog.Zie ook alle tags voor John Hennessy op dit blog.

 

Netflix Green Man

Netflix the Green Man and any screen
becomes a vineyard. Episodes cluster
and climb, trellis narrative. Between
the corn and lichen, creepers muster

nine lives. They grow, divide, and splice,
steal scenes by running fox grape, bittersweet,
return on any handheld device
as moonseed, woodbine, dodder, buckwheat — 

false buckwheat — note, though star- and heart-shaped.
He trucks some mascot for our kids, glad-hands
a sidekick dressed to burrow, root, and take
them through their lessons rattling dad’s

bouzouki nerves, mom’s percussive bones.
Return, that ritual button, pressed like wine
in HD, when end credits jolt. Stop time,
we’re keyed up. Eternal return? Eternal jones.

 

 2007672-2c94154460ee10562fec75a3c5b48019.jpg
John Hennessy (New Jersey, 1965)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 12e februari ook mijn twee vorige blogs van vandaag.

Geschreven door Romenu om 11:25 Reageer op dit bericht

Janwillem van de Wetering, Hans Dieter Baroth, Otto Ludwig, Michel de Saint Pierre, R. F. Delderfield, George Meredith

De Nederlandse schrijver Janwillem Van de Wetering werd geboren in Rotterdam op 12 februari 1931. Zie ook alle tags voor Janwillem van de Wetering op dit blog.

Uit: Inspector Saito’s Small Satori

„Inspector Saito felt a bit better when the constable had switched off the Datsun’s siren, but just a trifle better for his headache throbbed on. Once more he felt sorry about having visited the Willow Quarter the night before, and about the sixth jug of sake. He should have remembered his limit was five jugs. But it had been a good bar and there had been good people in the bar. And the difference between six jugs and five jugs is only one jug, yet that one small jug had caused the headache, which even after sixteen hours showed no sign of abating.
He forced himself to walk over to the uniformed sergeant, a middle-aged man in a crisp green uniform waiting under the large ornamental gate. The sergeant bowed. Saito bowed back. “In that direction, sir, in the alley next to the temple.” Saito grunted. There was a corpse in the alley, a female corpse—a gaijin body, white, limp, and lifeless. This much he knew from Headquarters. It was all very unfortunate, a miserable conglomeration of circumstances, all of them bad. He shouldn’t have a hangover, he shouldn’t have been on the night shift, and he shouldn’t be trying to solve a murder case. But he had had too much to drink the night before, his colleague was ill, and there had been a murder. And the three events now met in the person of Saito, only a short distance from an alley between two temples in Daidharmaji, the most beautiful and revered of all temple complexes in the holy city of Kyoto.”

          

 2007668-d9853b4cb0ac4f716c37e4112a288016.jpg
Janwillem van de Wetering (12 februari 1931 – 4 juli 2008)

 

 

De Duitse schrijver Hans Dieter Baroth werd geboren op 12 februari 1937 in Oer-Erkenschwick. Zie ook alle tags voor Hans Dieter Baroth op dit blog.

Uit: Aber es waren schöne Zeiten

„Ein Gleichnis habe ich nicht vergessen. Er hatte aus der Bibel über die Probleme des Zweifels am Glauben gelesen. Natürlich hatte das niemand verstanden, bei unserer Ausdrucksarmut verständlich. Der Rektor, der Schwarzhaarige mit den Goldzähnen und der Drohgebärde, der Mann mit der gewaltigen Stimme, machte uns klar, wie es mit dem Zweifel bestellt sei.
Vor der Kirche war an dem Sonntag eine Kirmes aufgebaut. Also kam in seinem Gleichnis eine Kirmes vor. Der Herrscher, der König also, befahl, ein Glas Wasser randvoll über die Kirmes zu tragen und keinen Tropfen zu vergießen. Herrscher und König waren seine Lieblingsbeispiele. Der Knabe aber widersprach dem König und Herrscher, es sei Kirmes und da werde er abgelenkt durch die Buden und Lustbarkeiten. Dabei könne er sich nicht auf das Glas Wasser konzentrieren, er könne den Auftrag nicht erfüllen. Da sei der König und Herrscher streng geworden, so der Rektor, er habe gesagt, wenn er auch nur einen Tropfen des vollen Glases verschütte, so lasse der König und Herrscher ihm den Kopf abschlagen. Und der König und Herrscher sei für seine Strenge bekannt. Daraufhin habe sich der Knabe mit dem vollen Glas Wasser über den Kirmesplatz bewegt und dort hätten viele versucht, ihn abzulenken. Die Gaukler, die Glücksspieler und ähnliche Figuren des Vergnügens. Doch der Knabe habe sich nicht ablenken lassen, er habe auf sein Glas geschaut, ganz konsequent. Er habe weder nach rechts noch nach links geschaut. Er sei ganz konzentriert gewesen.
Seht ihr, so hat der Rektor argumentiert, so sei es auch mit dem Glauben: Gott der Herrscher sei streng und hart, er sei der Richter. Scharfrichter hat er nicht gesagt. Wer sich von seinem Glauben ablenken lasse, der verliere das ewige Glück, wie der Knabe seinen Kopf verloren hätte. Und dann hatte er mit theatralisch erhobener Hand wiederum gedroht: “So sei euer Glaube, laßt euch davon nicht abbringen, denkt an den Knaben, schaut unbeirrt auf euren katholischen Glauben und schaut nicht nach rechts oder links. Laßt euch nicht von den Verführern ablenken, denn am Ende steht die ganze Strenge des Herrn.” Die Orgel spielte, Punktum, die Predigt des Kindergottesdienstes war beendet.“

 

 2007668-0a4623ee59ebef86f32c4f8b5f445fa2.jpg
Hans Dieter Baroth (Oer-Erkenschwick, 12 februari 1937)
Cover CD

 

 

De Duitse schrijver Otto Ludwig werd geboren op 12 februari 1813 in Eisfeld. Zie ook alle tags voor Otto Ludwig op dit blog.

Uit: Das Fräulein von Scuderi

“Miossens: Meister Serons,
Daß Eu'r Vertrauen ich zu schätzen weiß,
Beweist, daß ich es argwohnlos erwidre.
Denn hier beschützt mich die Geburt so wenig,
Als Euch der Ruf von Eurer Meisterschaft
Als Arzt. Den Pair des Reichs, den Grafen trennt
Kein Vorrecht mehr von dem gemeinen Pöbel.
Die Kammer ist's nicht mehr der Pairs, die ihre
Mitglieder richtet. Vor ein königlich
Tribunal wie den Bürger und den Bauer
Schleppt man den Herzog, Grafen und Baron.
Dem König konnte nichts gelegner kommen
Als dies Verbrechen, das dem neuen Griff
In unser Recht erwünschten Vorwand lieh.
Ein Stückchen Staatskunst, das dem schlauen Schüler
Des schlauen Lehrers Ehre macht. Das ist
Ein Kunststück noch aus Mazarinis [Fußnote] Schule.
Damit bricht er des Adels Ansehn vollends,
Und sichert sich zugleich des Pöbels Gunst,
Und spielt uns dieses Werkzeug aus den Händen,
Und wie erst wir es gegen ihn gebraucht,
Wird er's zu brauchen wissen gegen uns.
Der Ananas lebt von gemeinem Dünger –
Und dieser große Ludwig ward so groß,
Weil er es nicht verschmäht, so klein zu sein,
Dem Kote schön zu thun an seinen Sohlen.Alt,
uralt ist die Wahlverwandtschaft zwischen
Der Hefe und dem Schaum.
Serons: Und wirklich war es nur des Volkes Gunst,
Was dies Tribunal möglich machen konnte,
Das sich herausnimmt, was der König selbst
Nicht wagt, und seine Eifersucht heraustrotzt,
Die keine Macht im Staate sonst mag dulden,
Als die wie Strahlen von der einen Sonne
Ausgeht allein vom Königsdiadem.
Doch schon beginnt die leichtgeschürzte Gunst
Des Volks den alten Günstling zu verlassen.”

 

 2007668-e81d680e56e8f3d137099735b17d34ff.jpg
Otto Ludwig (12 februari 1813 – 25 februari 1865)
Borstbeeld in het theater van Meiningen

 

 

De Franse schrijver Michel de Saint Pierre werd geboren op 12 februari 1916 in Blois. Zie ook alle tags voor Michel de Saint Pierreop dit blog.

Uit: Les nouveaux aristocrates

«Vous êtes pire qu'au Moyen Age, pire qu'au Moyen Age! Et j'en ai assez, moi, vous entendez? J'ai vingt-cinq ans. Je sais ce que j'ai à faire! Mais vous êtes là, toujours, comme une espèce d'ombre sur moi. Et vous ne comprenez pas que j'en ai assez, non? Que j'étouffe? Oh, je devine bien ce que vous allez encore trouver pour m'avoir à votre merci : vous me renverrez de Maubrun pour toujours si j'épouse Conti. Même cela, vous entendez, je suis prête à le subir pour vous échapper!... Tout le monde commence à en avoir marre, ici...»
(…)

“Le révérend père Raphaël Menuzzi, dit " La Tigresse ", faisait sa ronde matutinale.
Dans les corridors déserts, il allait, fantôme grassouillet et noir. Le père Menuzzi, préfet des études et de discipline au collège Pierre-Favre, aimait beaucoup son métier. " Autorité, ponctualité, information ", tels étaient ses maîtres-mots. Il eût fait un extraordinaire meneur de jeu dans un réseau d'espionnage - et rien de ce qui se passait entre les hauts murs du collège ne lui était étranger. Petit, dodu, il roulait en silence le long des couloirs. Dans son visage au teint de suif, les yeux de fauve, qui ne cillaient jamais, reflétaient un calme sans pitié. Il devait son surnom à ce regard - à sa tête de chat, toute ronde, aux oreilles bizarrement pointues et velues - et à sa voix souple, volontiers ronronnante, qui parfois mêlait de grondantes menaces à l'on ne savait quelles intonations féminines. Les enfants le redoutaient.
" Un collège de huit cents élèves, disait-il, s'administre comme une ville et se mène comme une armée."

 

 2007668-a2be537e83bfa35172e956263019f638.jpeg
Michel de Saint Pierre (12 februari 1916 – 19 juni 1987)

 

 

De Engelse schrijver Ronald Frederick Delderfield werd geboren op 12 februari 1912 in Bermondsey, London. Zie ook alle tags voor R. F. Delderfield op dit blog.

Uit:God Is an Englishman

“They stormed out ofthe dustcloud in a solid, scurrying mass, horse and foot in about equal proportions, but in no sort of formation; a mob of armed fugitives, with nothing in mind but to escape the hangman, or the bayonets of the Highlanders who had nished the town at first light and had now fought their way as far as the Ranee’s palace.
Swarm, sitting his horse a few lengths in front of the extended squadron, recognised the badges and uniforms of the foremost, men of the 12th Native Infantry and the 14th Irregular Cavalry, the murderers of women who had entertained him here when he had ridden over from Allahabad less than a year ago. But before he could use his spurs the leading mounted man was bearing down on him and Swarm noticed that he was encumbered by a curved-topped casket, balanced on the bow ofhis saddle.
The casket registered as an incongruity. It seemed ridiculous that a man flying for his life should encumber himself with luggage but this man had, so much so that his tulwar swung loose from his wrist on its sword-knot, and before he could find its hilt, Swann had sent him tumbling from the saddle with a single, backhanded slash.
The box went flying, and even in that terrible uproar Swann heard the splintering crack of shattered wood as it bounced across the ground. Then he was engulfed, horse and foot streaming past himon either side, and his bay pivoted and was carried forward, gyrating and bucketing as her rider threw his weight this way and that parrying the random thrusts of sepoy bayonets and the sweep of the horsemen’s swords”.

 

 2007668-e67a3634eab7b3cbedae79a74b816690.jpg
R. F. Delderfield (12 februari 1912 – 24 juni 1972)
Cover

 

 

De Engelse dichter en schrijver George Meredith werd geboren op 12 februari 1828 in Portsmouth. Zie ook alle tags voor George Meredith op dit blog.

 

The State Of Age

Rub thou thy battered lamp: nor claim nor beg
Honours from aught about thee. Light the young.
Thy frame is as a dusty mantle hung,
O grey one! pendant on a loosened peg.
Thou art for this our life an ancient egg,
Or a tough bird: thou hast a rudderless tongue,
Turning dead trifles, like the cock of dung,
Which runs, Time's contrast to thy halting leg.
Nature, it is most sure, not thee admires.
But hast thou in thy season set her fires
To burn from Self to Spirit through the lash,
Honoured the sons of Earth shall hold thee high:
Yea, to spread light when thy proud letter I
Drops prone and void as any thoughtless dash.

 

 

To A Nightingale

O nightingale! how hast thou learnt
The note of the nested dove?
While under thy bower the fern hangs burnt
And no cloud hovers above!
Rich July has many a sky
With splendour dim, that thou mightst hymn,
And make rejoice with thy wondrous voice,
And the thrill of thy wild pervading tone!
But instead of to woo, thou hast learnt to coo:
Thy song is mute at the mellowing fruit,
And the dirge of the flowers is sung by the hours
In silence and twilight alone.

O nightingale! 'tis this, 'tis this
That makes thee mock the dove!
That thou hast past thy marriage bliss,
To know a parent's love.
The waves of fern may fade and burn,
The grasses may fall, the flowers and all,
And the pine-smells o'er the oak dells
Float on their drowsy and odorous wings,
But thou wilt do nothing but coo,
Brimming the nest with thy brooding breast,
'Midst that young throng of future song,
Round whom the Future sings!

 

 2007668-d0ff13184e1edb7f594a3a75ecca8356.jpg
George Meredith (12 februari 1828 - 18 mei 1909)
Karikatuur door Max Beerbohm in Vanity Fair, september 1896

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 12e februari ook mijn vorige blog van vandaag.

Geschreven door Romenu om 11:24 Reageer op dit bericht

Thomas Campion, C. Barlaeus, Charles Duclos, Kazimierz Przerwa-Tetmajer, Theodor Plevier, Reinhard Federmann

De Engelse dichter, schrijver, componist en medicus Thomas Campion werd geboren op 12 februari 1567 in Londen Zie ook alle tags voor Thomas Campion op dit blog.

 

Integer Vitae

The man of life upright,
Whose guiltless heart is free
From all dishonest deeds,
Or thought of vanity;

The man whose silent days
In harmless joys are spent,
Whom hopes cannot delude,
Nor sorrow discontent;

That man needs neither towers
Nor armour for defence,
Nor secret vaults to fly
From thunder's violence:

He only can behold
With unaffrighted eyes
The horrors of the deep
And terrors of the skies.

Thus, scorning all the cares
That fate or fortune brings,
He makes the heaven his book,
His wisdom heavenly things;

Good thoughts his only friends,
His wealth a well-spent age,
The earth his sober inn
And quiet pilgrimage.

 

 

 2007663-7fba190a5316f04074f312ad580a3047.png
Thomas Campion (12 februari 1567 – 1 maart 1620) 
Cover 

 

 

De Nederlandse dichter, schrijver en predikant Casparus Barlaeus werd geboren op 12 februari 1584 te Antwerpen. Zie ook alle tags voor Casparus Barlaeus op dit blog.

 

De rooktabak spreekt

Men drinkt my nimmer, en nóchtans ik word gedronken:
’k Ben drank by ’t vólk genaamt, schoon ’k nooit wierd ingeschonken.
In ’t Westen werd ik veel gekaauwt, en ’k was nooit spys,
De dorst by die my drinkt, vermeerdert op die wys.
Slachtóffer van ’t Gemeen. Ik word geroost, doorsneeden,
Gepynigt, en voor ’t laatst verbrand met al myn leden.
’t Gezélschap zet zich nêer op ’t zien der Hemelgaaf,
En tot myn ondergang toont elk zich even braaf.
Dees kerft my fyn en gróf, die legt myn vogte blad’ren
Op ’t vuur: een ander doet me aan kaers of vlamme nad’ren.
Hy zoekt de ledigheid in my, die ’t meest haar mydt;
En voert, hoe zeer hy slooft, niets uit met al zyn vlyt.
’k Word door een zelven mond ontfangen en verlooren,
En weêr verdreven van die me insloot korts te vooren
Ja hy die myn banké t recht goed en smaak’lyk vondt,
Blaast my, eene yd’le rook, veracht’lyk uit den mond,
De Juffers, die voor my geen best salét verschoonen,
Zal ik voor al heur dank met spóg en quyl beloonen.

 

 2007663-73eb19f76984f7b65d3dee0c28cdadf4.jpg
Casparus Barlaeus (12 februari 1584 - 14 januari 1648)
Lithografie door W. P. Hoevenaar. 

 

 

De Franse schrijver Charles Pinot Duclos werd geboren op 12 februari 1704 in Dinan. Zie ook alle tags voor Charles Pinot Duclos op dit blog.

Uit: Mémoires sur la vie de Duclos, écrits par lui-même

« Celle de ma mère n’était pas si facile à tourner : elle réunissait des qualités qui vont rarement ensemble : avec un caractère singulièrement vif une imagination brillante et gaie , elle avait un jugement prompt, juste et ferme. Voilà déjà une femme assez rare; mais , ce qui est peut-être sans exemple , elle a en , à cent ans passés , la tête qu’elle avait à quarante. Qui que ce soit de ceux qui l’ont connue ne me contredirait. Une telle femme n’était pas faite pour sacrifier sa liberté à une vanité ridicule. Mais un autre motif que je ne pourrais pas taire sans ingratitudé , fut sa tendresse pour ses enfans. Elle déclara donc au dit marquis et autres , qu’elle avait autant d’enfans qu’elle en pouvait élever et établir honnêtement pour leur état , et ne voulait pas leur donner un beau-père qui avec les meilleurs sentimens , n’aurait pourtant jamais pour eux ceux d’un père. Dès ce moment , ceux qui l’avaient recherchée renoncizrent à leurs prétentions , restèrent ses amis , et plusieurs lui ont rendu service. Mon père qui , avec un bou esprit , reconnaissait la supériorité de celui de ma mère , lui avait toujours laissé diriger les opérations de commerce. Ainsi , maîtresse de tout duvivant de son mari, devenue veuve , elle n'eut rien à changer dans son plan de conduite.
Le commerce de St.-Malo était alors dans sa plus grande activité par celui de la mer du Sud, et par la course. Tout y était négociant ou corsaire, et souvent l’un et l’autre. Au milieu des malheurs de la guerre qui désolait, accablait et ruinait la France, les armateurs maloiu-s , etceuxqui s’y associaient, voyaient leurs entreprises réussir sur toutes sur toutes les mers. Je ne rappellerai point les Duguay-Trouin , les Magon , les Loquet , les Vincent les Purée , les Moreau , les Lefer et tant d’autres. La liste en serait trop longue, et je ne suis pas ici historiograplm , mais un petit particulier qui écrit ses souvenirs. On sait du moins que par le courage , l’habileté et l’opuleuce , jamais St.-Malo ne fut dans un état plus brillant."

 

 2007663-948218e565f9dbdbdf73e1db29348027.png
Charles Pinot Duclos (12 februari 1704 – 26 maart 1772)
Portret door Quentin de La Tour, 1e helft 18e eeuw

 

 

De Poolse dichter en schrijver Kazimierz Przerwa-Tetmajer werd geboren op 12 februari 1865 in Ludźmierz. Zie ook alle tags voor Kazimierz Przerwa-Tetmajer op dit blog.

 

The End Of The 19th Century

A curse?... But only savages in pain
abuse their god that’s hiding in the air.
An irony?... but how can you compare
most dreadful scorns with every day’s disdain?

Contempt?... but only fools despise the weight
that is too heavy for their feeble arms.
Despair?... so hearing danger’s grim alarms
just like a scorpion we end our fate?

Struggle?... but how an ant succeed in strife
when thrust upon a rail before the train?
Resignation?... but can there be less pain
when we acquiesce to the butcher’s knife?

The future life?... The stars who can explore,
and who can guess the ending of the world?
Joy?... but at the bottom of our souls lie furled,
those thoughts that mid enjoyment cry for more.

So what is left? In all the faiths of yore
we find no comfort. Things for us are clear.
What is your shield against the evil’s spear,
man of the fin-de-siècle?... He spoke no more.

 

Vertaald door Jarek Zawadzki

 

 2007663-ef8b89eaac163db3361885d54e689e4a.jpg
Kazimierz Przerwa-Tetmajer (12 februari 1865 – 18 januari 1940)

 

 

De Duitse schrijver Theodor Plievier werd geboren op 12 februari 1892 in Berlijn. Zie ook alle tags voor Theodor Plievier op dit blog.

Uit Stalingrad

“Guderian allein gegen Hitler, das ist zu ungleich. Guderian ist ein ausgezeichneter Truppenoffizier, ein Meister grosser Bewegungen, hat grosse Konzeptionen, beherrscht die moderne Panzertaktik souverän, doch darüber hinaus geht seine Phantasie nicht. Er ist ausserstande, einen Mann wie Hitler zu begreifen, er sieht ihn, als ob er ein Wilhelm II. oder ein Wilhelm III. wäre und klammerte dabei die ganze Einmaligkeit Hitlers, die zeitgebundene Problematik und die Dämonie seines Auftretens aus !
In der politischen Konzeption noch ein Weltkriegsoffizier wie viele andere. Auch unser Bomelbürg sagt sich : Ich muß mich doch darauf verlassen können, dass der Staat in Ordnung ist ! Der Inhalt ist nicht seine Sache, geht ihn nichts an, darum bekümmert er sich nicht !
Ja, das ist wohl unsere Tragik : von Politik verstehen wir nichts, doch wenn die Aussenpolitik eine Katastrophe herbeibeschwört, dann sollen plötzlich die Waffen das Ergebnis dieser falschen Aussenpolitik wieder in Ordnung brigen, und das geht nicht, das stellt sich immer wieder heraus. Im ersten Weltkrieg ist das Heer überfordert worden, und wir dürfen nur hoffen, dass es diesmal nicht wieder so sein wird.”

 

 2007663-dfa735b6c0688ae3a6b9fe4b57879791.jpg
Theodor Plievier (12 februari 1892 – 12 maart 1955)
Cover

 

 

De Oostenrijkse schrijver Reinhard Federmann werd geboren op 12 februari 1923 in Wenen. Zie ook alle tags voor Reinhard Federmann op dit blog.

Uit: Die Stimme

“Leo erinnerte sich seiner Mutter nur als einer äußerst empfindlichen Dame, auf die man in jeder Weise Rücksicht zu nehmen hatte. Seit ihrer Scheidung von seinem Vater Dr. Heymerle lebte sie in Rom. Von dort aus sandte sie Leo zu Weihnachten und zu seinem Geburtstag kleine lila Kärtchen, die sie in ebensolche Kuverts steckte. Außer den jeweils indizierten Glückwünschen stand auf diesen Kärtchen mit geringfügigen Variationen stets das Folgende:
"Mein liebster Sohn! Ich hoffe, daß Du große Fortschritte machst und Deinem geplagten Vater keine Sorgen bereitest. Mir geht es hier im sonnigen Italien ausgezeichnet, die Leute sind alle so rücksichtsvoll. Mein einziger Kummer ist, daß ich Dich, mein liebster Sohn, nicht hier bei mir habe. Zu gerne würde ich Dir einmal das ewige Rom zeigen."
Sooft Leo diesen nichtssagenden Text zu Gesicht bekam, ärgerte er sich darüber. Manchmal sammelte er die Kärtchen, die in seiner Tischlade durcheinandergeworfen herumlagen, und betrachtete sie konzentriert.”

 

 2007663-b9cc1242b97d717509624b5929595fe0.jpg
Reinhard Federmann (12 februari 1923 – 29 januari 1976)

Geschreven door Romenu om 11:23 Reageer op dit bericht

Mariana Leky

De Duitse schrijfster Mariana Leky werd geboren op 12 februari 1973 in Keulen. Naast een opleiding voor het boekenvak studeerde Leky vanaf 1993 Duits en empirisch cultuurwetenschappen in Tübingen. Van 1994 tot 1996 bezocht zij het universitaire "Studio Literatur und Theater". Vanaf 1999 studeerde zij aan de universiteit van Hildesheim creatief schrijven en culturele journalistiek. Terwijl ze nog studeerde, won ze prijzen voor korte verhalen, o.a. bij de Allegra-Wettbewerb en bij de Niedersächsische Literaturwettbewerb Junge Literatur in Neder-Saksen. Zij debuteerde met de verhalenbundel "Liebesperlen" in 2001. In 2004 verscheen haar eerste roman "Erste Hilfe". In 2010 volgde haar tweede roman Die Herrenausstatterin“.

Uit:Erste Hilfe

»Ich liebe dich«, sagt Sylvester, und er sagt das, als würde ihn jemand dabei fotografieren. Wir sind in der Küche. Ich sitze auf der Spüle, Sylvester hat zerknittertes Geschenkpapier in der Hand. An dem Geschenkpapier hängt ein Kärtchen, »Alles Gute«, steht darauf.
Sylvester und ich sind kein Paar, und ich kann es nicht leiden, wenn Sylvester »Ich liebe dich« sagt. Vor allem, weil ich ihm dann »Ich liebe dich« zurücksagen soll, und zwar möglichst prompt.
Früher habe ich Sylvester gefragt, ob auch »Ich hab dich lieb« gilt, aber Sylvester behauptet, das gelte nicht. Früher habe ich Sylvester erklärt, dass »Ich liebe dich« sich abnutzt, je öfter man es sagt. Die Amerikaner beispielsweise, habe ich erklärt, sagen »Ich liebe dich« so oft, dass »Ich liebe dich« auf amerikanisch nicht mehr bedeutet als »Bis nachher«.
Es klingelt. Sylvester legt das glatt gestrichene Geschenkpapier auf den Kühlschrank, ich rutsche von der Spüle und gehe durch den Flur, in dem kleine Kartons mit Luftlöchern stehen. Sylvester geht mir hinterher, überholt mich und stellt sich vor die Wohnungstür. »Du willst also sagen«, sagt er, »dass du eine bist, die alles, was kostbar ist, verwahrt und aufspart für seltene Sonntagsbesuche.«
Um den Betrieb nicht aufzuhalten, weil es noch mal klingelt und seltene Sonntagsbesuche nach Kondensmilch klingt, sage ich Sylvester »Ich liebe dich« zurück, wie er es mir beigebracht hat, nicht zu laut, nicht zu leise, und Sylvester sagt: »Mit Namen.«
Ich sage: »Du hast auch nicht mit Namen.«
Sylvester sagt: »Natürlich habe ich mit Namen.«
Also sage ich: »Ich liebe dich, Sylvester«, wegen des Betriebes. Sylvester grinst, und ich frage: »Können wir dann jetzt bitte aufmachen?«
»Gern«, sagt Sylvester und öffnet die Tür.
Vor der Tür steht Matilda und sagt: »Guten Tag, es tut mir leid, dass ich so wenig gesagt habe.«
Matilda sagt aber eigentlich nie viel, und wenn, dann sagt sie es sehr leise. Wir haben uns daran gewöhnt und halten unsere Ohren nahe an ihr Gesicht. Nur manchmal sagen wir: »ein bisschen, nur ein bisschen lauter bitte, Matilda.«
»Ihr spinnt ja«, sagt Matilda dann, »ich schreie.« Wir sagen, sie schreie ganz und gar nicht, dann redet sie ein bisschen lauter, wir lehnen uns zwei Sätze lang zurück, bis Matilda wieder leise wird.“

 

 2080475-9ed2998d69d90bb18fa00fd6b8d3c138.jpg
Mariana Leky (Keulen, 12 februari 1973)

Geschreven door Romenu om 00:00 Reageer op dit bericht

Meer van Romenu

↑ Terug naar de berichten