William Shakespeare, Peter Horst Neumann, Adelheid Duvanel, Marion Titze, Andrey Kurkov

De Engelse dichter en schrijver William Shakespeare werd geboren in Londen op, vermoedelijk, 23 april 1564. Zie ook mijn blog van 23 april 2008, mijn blog van 23 april 2007 en ook mijn blog van 23 april 2006.
Uit: Romeo and Juliet, scene II
ROMEO
She speaks:
O, speak again, bright angel! for thou art
As glorious to this night, being o'er my head
As is a winged messenger of heaven
Unto the white-upturned wondering eyes
Of mortals that fall back to gaze on him
When he bestrides the lazy-pacing clouds
And sails upon the bosom of the air.
JULIET
O Romeo, Romeo! wherefore art thou Romeo?
Deny thy father and refuse thy name;
Or, if thou wilt not, be but sworn my love,
And I'll no longer be a Capulet.
ROMEO
[Aside] Shall I hear more, or shall I speak at this?
JULIET
'Tis but thy name that is my enemy;
Thou art thyself, though not a Montague.
What's Montague? it is nor hand, nor foot,
Nor arm, nor face, nor any other part
Belonging to a man. O, be some other name!
What's in a name? that which we call a rose
By any other name would smell as sweet;
So Romeo would, were he not Romeo call'd,
Retain that dear perfection which he owes
Without that title. Romeo, doff thy name,
And for that name which is no part of thee
Take all myself.

William Shakespeare (23 april 1564 – 23 april 1616)
De Duitse dichter, essayist en literatuurwetenschapper Peter Horst Neumann werd geboren op 23 april 1936 in Neisse. Zie ook mijn blog van 23 april 2008
Mein Vater
Er war nicht im Krieg,
schickte aus Frankreich
keine Pakete, erfror nicht
vor Stalingrad und war
auch in Warschau
nicht dabei (falls ihr
noch wißt, was ich meine).
Weil er den Schuh
sich nicht selber binden konnte:
ein Klumpfuß seit Kindesbeinen.
Als ich erfuhr, daß Ödipus
Klumpfuß heißt, war's
für Komplexe zu spät und
das Morden der Väter vorbei.
Jeden Morgen saß er
vor meinem Bett, im Halb-
schlaf kreuzte ich ihm
den Senkel zwischen den Ösen
und über die Schleife
schlug ich für eines Tages
Halt und Dauer meinen Knoten.
Gestern, nach vierzig Jahren,
bin ich von seiner Stimme
erwacht mit meinem Namen
im Ohr, und heute (wen's
interessiert) hab ich ihn
tanzen gesehn.
Stundenglas
Wie Mehl, vom feinsten,
eine Handvoll Sand,
der tausendmal hin und zurück
durchs nadelfeine Öhr
fiel, tausendmal zu malen
eine Stunde, bis es zerbrach,
das Glas, die Zeit aus ihrer Haft
zurücksprang in die Ewigkeit
und mir, in Versen,
diese Handvoll Sand verblieb -
die schenk ich dir.

Peter Horst Neumann (Neisse, 23 april 1936)
De Zwitserse schrijfster Adelheid Duvanel werd geboren op 23 april 1936 in Basel. Zie ook mijn blog van 23 april 2008,
Uit: Die Brieffreundin
„Vroni liegt auf dem Bett eines Hotelzimmers und sieht in der Ferne fingerdick über dem untern Fensterrand eine halbe Baumkrone, ein halbes langgezogenes Dach und eine Hügelkette unter dem goldenen Himmel. Als Florin jung war, wurde er nicht müde, Vroni zu lobpreisen wegen ihres langen, dunklen Haares mit der violetten Schleife; sie trug manchmal auch eine violette Schleife am linken Hand- und Fussgelenk. Florin musste ihr vor der Hochzeit kein Schielauge operieren lassen, auch mussten keine faulen Zähne durch falsche ersetzt werden. Aber sie litt an Alpträumen und erzählte Florin, nachdem sie Zutrauen gefasst hatte, wie entsetzlich es sei, nach jedem Alptraum das Aufwachen nur zu träumen; nach mehreren Alpträumen hintereinander und dem dazwischen geträumten Erwachen in eine fremde Welt könne sie jeweils endlich schreien und wirklich erwachen.”

Adelheid Duvanel (23 april 1936 – 8 juli 1996)
De Duitse schrijfster Marion Titze werd geboren op 23 april 1953 in Lichtenwalde/Chemnitz. Zie ook mijn blog van 23 april 2008
Uit: Niemandskind
“Ich begriff nicht sofort, wovon er eigentlich sprach. Während ich ihn hereinbat, hatte ich damit zu tun, meine Verlegenheit zu überwinden. Denn das ›Sie‹ war ja komisch, nachdem wir Verwandte waren, das ›Du‹ aber auch, weil wir uns bis vor wenigen Minuten noch gar nicht kannten, aber zwanzig Jahre Gelegenheit gehabt hätten, uns kennenzulernen. Wenn da nicht diese Seite der Familie gewesen wäre, meine. Wir haben nichts mit der Verwandtschaft am Hut, hatte es bei uns stets geheißen.
Trotzdem hatte ich meinem Cousin nahegestanden. Wir waren eine Zeitlang auf derselben Schule gewesen, ich in der Sprachklasse, er auf dem naturwissenschaftlichen Zweig. A-Zweig und B-Zweig, so wurden wir einsortiert an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Mein Cousin war schon viel erwachsener als ich. Wenn Mitschüler bemerkten, daß ich die Cousine war, entfuhr ihnen ein langgezogenes Wa-a-a-s?, da ich nicht annähernd so attraktiv war wie Thomas, mein schöner Cousin. Hätte Martin ihm ähnlich gesehen, wäre mir das Erkennen nicht schwergefallen.
Er mußte erraten haben, woran ich dachte. Denn er sagte, er käme nach seiner Mutter.
»Die Locken Ihres Vaters«, sagte ich daraufhin, »hätte ich auch gern gehabt. Aber leider. Auch meine Kinder haben sie nicht. Die Haare wollten sich einfach nicht ringeln.«
»Wie alt sind Ihre Kinder?« fragte er.”

Marion Titze (Lichtenwalde, 23 april 1953)
De Oekraïense schrijver Andrey Kurkov werd geboren op 23 april 1961 in Leningrad. Hij groeide op in Kiev en volgde er een opleiding aan het instituut voor vreemde talen. Hij werkte o.a. als redacteur, gevangenisbewaarder en cameraman. Sinds 1998 leeft hij van tijd tot tijd in Londen. Behalve romans schrijft hij ook draaiboeken voor documentaires en films. Kurkov schrijft inhet Russisch.
Uit: Die Hommingberger Gepardenforelle
“Hommingberger: Hänsel, noch ein Glas Branntwein, und meß christlich.
Wirt. Du bist der Nimmersatt.
Gepardenforelle: (leise zu Hommingberger: Erzähl das noch einmal vom Berlichingen! Die Bamberger dort ärgern sich, sie möchten schwarz werden.
Hommingberger: Bamberger? Was tun die hier?
Gepardenforelle: Der Weislingen ist oben auf'm Schloß beim Herrn Grafen schon zwei Tage; dem haben sie das Gleit geben. Ich weiß nicht, wo er herkommt; sie warten auf ihn; er geht zurück nach Bamberg.
Hommingberger: Wer ist der Weislingen?
Gepardenforelle: Des Bischofs rechte Hand, ein gewaltiger Herr, der dem Götz auch auf'n Dienst lauert.
Hommingberger: Er mag sich in acht nehmen.
Gepardenforelle: (leise). Nur immer zu! (Laut.) Seit wann hat denn der Götz wieder Händel mit dem Bischof von Bamberg? Es hieß ja, alles wäre vertragen und geschlichtet.
Hommingberger: Ja, vertrag du mit den Pfaffen! Wie der Bischof sah, er richt nichts aus und zieht immer den kürzern, kroch er zum Kreuz und war geschäftig, daß der Vergleich zustand käm. Und der getreuherzige Berlichingen gab unerhört nach, wie er immer tut, wenn er im Vorteil ist.
Gepardenforelle: Gott erhalt ihn! Ein rechtschaffener Herr!”

Andrey Kurkov (Leningrad, 23 april 1961)
Zie voor nog meer schrijvers van de 23e april ook mijn vorige twee blogs van vandaag.











