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Berichten van 23 april 2011

Sipko Melissen, William Shakespeare, Andrey Kurkov, Pascal Quignard, Peter Horst Neumann

Bij Stille zaterdag

 

 

 

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Pietà,  Giovanni Bellini (1430 - 29 november 1516)

 

 

 

 

Stille zaterdag


Het regent nu en dat betekent niets
het regent in zoveel gedichten
het weerbericht voorspelde weliswaar
zacht voorjaarsweer maar dat betekent niet
dat ik de moed laat varen op dit plein

ik denk aan jou en dat betekent niets
je duikt zo vaak door mijn gedachten
weer geen bericht maar dat betekent niet
dat jij niet bezig bent met mij ook nu
het regent op dit godverlaten plein.

 

 

 

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Sipko Melissen (Scheveningen, 23 november 1944)

 

 

 

 

De Engelse dichter en schrijver William Shakespeare werd geboren in Londen op, vermoedelijk, 23 april 1564. Zie ook mijn blog van 23 april 2008,  mijn blog van 23 april 2007 en ook mijn blog van 23 april 2006 en ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

 

Uit: A Midsummer Night's Dream

THESEUS 
I must confess that I have heard so much,
And with Demetrius thought to have spoke thereof;
But, being over-full of self-affairs,
My mind did lose it. But, Demetrius, come;
And come, Egeus; you shall go with me,
I have some private schooling for you both.
For you, fair Hermia, look you arm yourself

To fit your fancies to your father's will;
Or else the law of Athens yields you up--
Which by no means we may extenuate--
To death, or to a vow of single life.
Come, my Hippolyta: what cheer, my love?
Demetrius and Egeus, go along:
I must employ you in some business
Against our nuptial and confer with you
Of something nearly that concerns yourselves.

EGEUS 
With duty and desire we follow you.

Exeunt all but LYSANDER and HERMIA

LYSANDER 
How now, my love! why is your cheek so pale?
How chance the roses there do fade so fast?

HERMIA 
Belike for want of rain, which I could well
Beteem them from the tempest of my eyes.

LYSANDER 
Ay me! for aught that I could ever read,
Could ever hear by tale or history,
The course of true love never did run smooth;
But, either it was different in blood,--

HERMIA 
O cross! too high to be enthrall'd to low.

 

 

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William Shakespeare (23 april 1564 – 23 april 1616)

The Globe Theatre in Londen

 

 

 

 

De Oekraïense schrijver Andrey Kurkov werd geboren op 23 april 1961 in Leningrad. Zie ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

Uit: Die letzte Liebe des Präsidenten (Vertaald door Sabine Grebing)

 

„Moskau. Januar 2013.

Zur Vierhundertjahrfeier der Romanow-Dynastie reisten wir in zwei Schnellzügen. Der erste war auf ganzer Länge in den Farben der ukrainischen Flagge gestrichen, der zweite in den Farben der russischen. Die Probefahrt beobachtete ich vom Hubschrauber aus und war begeistert: Zwanzig Kilometer weit fuhren zwei Züge wie zwei lange Flaggen, einer immer dreihundert Meter hinter dem anderen. Im Hubschrauber dachte ich, daß es sogar noch effektvoller wäre, sie auf parallelen Schienen laufen zu lassen, damit niemand mir mangelnde Achtung gegenüber der Russischen Föderation vorwerfen konnte, in der Art von: ›Bitte schön, wieso fährt die russische Flagge hinter der ukrainischen?‹ Aber Feinde sind auch dafür Feinde, daß sie aus jeder Situation einen Vorwand zur Provokation ziehen können.

In die of⁄zielle ukrainische Delegation wurden nur die Ausdauerndsten aufgenommen. Den ganzen Dezember über trainierten sie abends in Kontscha-Saspa. Dank der militärischen Abschirmung fanden die Trainingseinheiten der Delegation tatsächlich von der freien Presse unbemerkt statt. Es ging jedoch nicht ganz ohne Opfer ab. Die Wassertemperatur betrug plus eins, die Lu∫temperatur minus

zehn. Nach dem dritten Training begab sich der Staatssekre tär für Gesundheit zuerst ins Krankenhaus, und dann reichte er sein Rücktrittsgesuch ein. (Ich merkte mir das gleich und beschloß, für alle hochrangigen Ämter eine verbindliche Prüfung im Eisschwimmen einzuführen. Ein hervorragender Anlaß, ambitionierte Gestrige medizinisch begründet auszusondern!) Die übrigen durchliefen den Kurs ›Junges Walroߋ für junge Eisschwimmer erfolgreicher. Ich selbst war längst ein bewährtes ›Walroߋ, ehe ich mein Staatsamt antrat. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich in

die Delegation nur Mitglieder des ›Vereins der Freunde des Eisschwimmens‹ aufgenommen, aber wie schon in alten sowjetischen Zeiten bestand der Verein aus vernün∫igen, aller dings Politik und Politiker verabscheuenden Menschen. Inzwischen konnte ich sie gut verstehen.“

 

 

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Andrey Kurkov (Leningrad, 23 april 1961)

 




De Franse schrijver
Pascal Quignard werd geboren op 23 april 1948 in Verneuil-sur-Avre. Zie ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

Uit: Sur le jadis

 

„En 1640, dans la province de Nagoya, il se trouva qu’un fils se présenta devant la cabane de son père le jour de ses soixante ans.
Il le salua. Il lui tourna le dos. Son père s’agrippa à ses épaules. Le fils soutint avec les doigts les maigres cuisses de son père et ils pénétrèrent dans la forêt épaisse qui recouvrait la montagne.
Tandis que son fils gravissait la pente le père se 101 dit : « Je crains que mon fils ne se perde au retour. » Alors il eut l’idée de casser des branches mortes et de les jeter derrière lui.
Parvenu dans une petite clairière, le fils aperçut deux roches plates qui formaient une espèce d’abri. Il aménagea une litière de feuilles pour que son père pût s’étendre sous les roches. Puis il se tourna vers son père et lui dit :
— Mon père, je vous dis adieu.
Le père inclina la tête et dit :
— Mon petit, comme j’ai craint que tu ne te perdes au retour, j’ai répandu sur le chemin des branches cassées. Tu n’as qu’à suivre ces fragments...
Alors le fils éclata en sanglots.
Il reprit son père sur son dos et il rentra avec lui, de nuit, avec prudence, jusqu’au village. Toujours protégé par l’obscurité de la nuit il saisit un épieu. Il creusa un trou derrière sa cabane où il enfouit son père, le dissimulant sous les ronces d’un buisson.
Personne du pays ne pouvait déceler qu’il avait gardé son vieux.
Il lui apportait à manger trois fois par jour.
Il se trouva qu’un jour le seigneur du lieu dit à ses gens :
— Apportez-moi une belle corde de cendres ou bien je mettrai le feu à vos huttes.
Les villageois ne comprenaient pas ce que demandait leur maître. Ils s’interrogeaient entre eux. Le fils pieux alla trouver son père et dit audessus du trou où il l’avait serré :
— Mon père, le seigneur a dit : Apportez-moi une belle corde de cendres ou bien je mettrai le feu au village.“

 

 

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Pascal Quignard (Verneuil-sur-Avre, 23 april 1948)

 

 

 

 

De Duitse dichter, essayist en literatuurwetenschapper Peter Horst Neumann werd geboren op 23 april 1936 in Neisse. Zie ook mijn blog van 23 april 2008 en ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

 

Die Hände, die Augen

Die Stunde (wann
war das) als ich zu sehen
begann, und waren
denn vorher blind
meine Augen?

Du sagtest, daß zwei
nicht genügen,
ein drittes wär nötig,
ein Auge hinter den Augen,
doch das eigene
müsse es sein.

Aber die Hand, die dritte,
die einem andern gehört,
die ich mit beiden Händen
ergriff, die gesehene Welt
zu begreifen.

 

 

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Peter Horst Neumann (23 april 1936 – 27 juli 2009)



Zie voor nog meer schrijvers van de 23e april ook mijn vorige blog van vandaag en eveneens mijn eerste blog van vandaag.
Geschreven door Romenu om 12:17 Reageer op dit bericht

Richard Huelsenbeck, Friedrich von Hagedorn, Max Bolliger, J. P. Donleavy, Maurice Druon

De Duitse dichter, schrijver, essayist en psychoanaliticus Richard Huelsenbeck (Hülsenbeck) werd geboren op 23 april 1892 in Frankenau. Zie ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

Uit: Erste Dadarede in Deutschland

 

„Meine Damen und Herren!
Der heutige Abend ist als Sympathiekundgebung für den Dadaismus gedacht, eine neue internationale "kunstrichtung", die vor zwei Jahren in Zürich gegründet wurde. Unter den Initiatoren dieser schönen Sache waren Hugo Ball, Emmi Hennings, der Maler Slodki, die Rumänen Marcel Janco und Tristan Tzara, zu guter letzt ich selbst, der ich heute die Ehre habe, an dieser Stelle für meine alten Kamaraden und unsere alten-neuen Ansichten Propaganda zu machen. Hugo Ball, ein großer Künstler und größerer Mensch, ein gänzlich unsnobistischer, unliterarischer Mensch, gründete 1916 in Zürich das Cabaret Voltaire, aus dem sich mit unserer Hilfe der Dadaismus entwickelte. Der Dadaismus war notgedrungen ein internationales Produkt. Man mußte etwas Gemeinsames zwischen den Russen, Rumänen, Schweizern und Deutschen finden. Es gab einen Hexensabbath, wie Sie ihn sich nicht vorzustellen vermögen, ein Trara von morgens bis abends, ein Taumel mit Pauken und Negertrommeln, eine Ekstase mit Steps und kubistischen Tänzen. Die Rumänen kamen von Frankreich, liebten Apollinaire, Max Jacob, wußten viel von Barzun, Poème et Drame und den Kubisten. Aus Italien schrieb Marinetti, Palazeschi, Savignio. Wir Deutschen standen ziemlich harmlos da. Ball war tatsächlich der einzige, der die Probleme der futuristischen und kubistischen Richtungen in sich aufgenommen und verarbeitet hatte. Vielleicht befinden sich einige unter Ihnen, die ihn im Jahre 1915 hier in Berlin auf dem Expressionisten-Abend reden hörten, den ich mit ihm veranstalten konnte. Das sind in der Tat die expressionistischsten Gedichte gewesen, die Deutschland jemals gehört hat.“

 

 


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Richard Huelsenbeck (23 april 1892 -  20 april 1974)

 

 

 

 

De Duitse dichter Friedrich von Hagedorn werd geboren op 23 april 1708 in Hamburg. Zie ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

 

Der erste May

Der erste Tag im Monat May
Ist mir der glücklichste von allen.
Dich sah ich, und gestand dir frey,
Den ersten Tag im Monat May,
Daß dir mein Herz ergeben sey.
Wenn mein Geständniß dir gefallen,
So ist der erste Tag im May
Für mich der glücklichste von allen.

 

 

 

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Friedrich von Hagedorn ( 23 april 1708 – 28 oktober 1754)

Monument in het Eichenpark van Harvestehude

 

 

 

 

De Zwitserse schrijver Max Bolliger werd geboren op 23 april 1929 in Schwanden / Braunwald, Kanton Glarus. Zie ook mijn blog van 23 april 2009.

 

Uit: Von einem Engel eingeladen

 

Es waren auch Gaukler nach Bethlehem gekommen, ein Mann, eine Frau und ein Junge. Sie zeigten auf Straßen und Plätzen und vor den Herbergen ihre Kunststücke.

Der Junge tanzte auf dem Seil, während die Mutter, als Clown verkleidet, Trompete spielte. Mit einem Hut in der Hand sammelte der Vater die Münzen ein, die man ihm zuwarf.

Als die Sonne hinter dem Horizont untergegangen war, kam die Nacht plötzlich und kalt. Die Gaukler suchten Zuflucht in einem Hof oder unter einem Dach, aber niemand duldete sie, denn es waren viele und vornehme Leute gekommen, die Unterkunft begehrten.

Mit ihrem knarrenden Gefährt, das von einem Esel gezogen wurde, fuhren sie zur Stadt hinaus. Es begegnete ihnen niemand außer einem Mann und einer Frau, die hochschwanger war. Sie stellten den Wagen in den Schutz eines Baumes und legten sich zur Ruhe. Der Junge fand keinen Schlaf.

 

 

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Max Bolliger (Schwanden, 23 april 1929)

 

 

 

 

De Amerikaans-Ierse schrijver James Patrick Donleavy werd geboren op 23 april 1926 in New York. Zie ook mijn blog van 23 april 2009.

 

Uit: A singular man (Interview door John McEntee in The Independent)

 

"There was a time," he said, catching his breath, "when I was down to fight against Norman Mailer who was also handy with his fists. The match was going to be televised. Mailer was in training and I think he got to hear about me being photographed throwing seven punches in a second. The match never took place. I did meet him at a party in New York. He came up to me and joked that I was too tough for him."

The twice-married Donleavy lived alone until recently when his son Philip, 59, by his first spouse, Valerie, returned from New York to look after him and his business affairs. His second wife, Mary, remarried into the Guinness family. They were divorced in 1989. Increasingly, he has returned to his first love, painting, and made his last public appearance at a Dublin gallery exhibition of his work two years ago. Largely forgotten, not a single copy of his seminal work was on sale in any of the three thriving bookshops in nearby Mullingar.

"People tend to steal the book rather than buy it," he remarked as he shuffled down the peeling hall heading kitchenwards with the remains of the picnic salmon. His silent son Philip who had provided chairs and cutlery for the picnic as well as the makeshift table reappeared.“

 

 

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J. P. Donleavy (New York, 23 april 1926)

 

 

 

 

De Franse schrijver en politicus Maurice Druon werd geboren op 23 april 1918 in Parijs. Zie ook mijn blog van 23 april 2009.

 

Uit: Les Rois Maudits

 

" L' homme est une unité pensante qui agit sur les autres hommes et transforme le monde. Et puis, soudain, l' unité se désagrège, se délie et qu' est - ce alors que le monde, et que sont les autres ? L' important en cette heure, pour Monseigneur de Valois, ce n' étaient plus les titres, les possessions, les couronnes, les royaumes, les décisions du pouvoir, la primauté de sa personne parmis les vivants. Les emblèmes de son lignage, les acquisitions de sa fortune, même les descendants de son sang qu' il voyait autour de lui rassemblés, tout cela pour lui avait perdu valeur essentielle. L' important, c' était l' air de septembre, les feuillages encore verts, . . ., mais l' air surtout, l' air qu'il respirait. . .                

    "Et quand tout serait éteint, dissous, délié, quand la cathédrale se serait emplie d'ombre, qu'allait-il découvrir ce très pauvre homme, de l'autre côté? Trouverait-il ce que lui avaient appris les enseignements de la religion? Mais qu'étaient-ils, ces enseignements, sinon d'immenses, d'angoissantes incertitudes? Serait-il traduit devant un tribunal; Quel était le visage du juge? Et tous les gestes de la vie, en quelle balance seraient-ils pesés? Quelle peine peut-être infligée à ce qui n'est plus? Le châtiment ... Quel châtiment ? Le châtiment consistait peut-être à garder la conscience claire au moment de franchir le mur d'ombre."

 

 

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Maurice Druon (23 april 1918 – 14 april 2009)

Een jonge Druon

Geschreven door Romenu om 12:01 Reageer op dit bericht

Christine Busta, Adelheid Duvanel, Marion Titze, Halldór Laxness, Egon Hostovský

De Oostenrijkse dichteres Christine Busta werd geboren op 23 april 1915 in Wenen. Zie ook mijn blog van 23 april 2009 en en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

 

Die Frühlingssonne

 

Unhörbar wie eine Katze

kommt sie über die Dächer,

springt in die Gassen hinunter,

läuft durch Wiesen und Wald.

 

Oh, sie ist hungrig! Aus jedem

verborgenen Winkel schleckt sie

mit ihrer goldenen Zunge den Schnee.

 

Er schwindet dahin wie Milch

in einer Katzenschüssel.

Bald ist die Erde wieder blank.

 

Die Zwiebelchen unter dem Gras

spüren die Wärme ihrer Pfoten

und beginnen neugierig zu sprießen.

 

Eins nach dem andern blüht auf:

Schneeglöckchen, Krokus und Tulpe,

weiß, gelb, lila und rot.

Die zufriedene Katze strahlt.

 

 

 

 

April

 

Tage wie Vögel und locker wie junges Haar.
Auf den Stufen hüpft Regen und malt seine flüchtigen Zeichen.
Er spielt mit der Sonne. Bald wird er dein Fenster erreichen
Und steigt dir ins Zimmer, das lange voll Schatten war.


 

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Christine Busta (23 april 1915 – 3 december 1987)

 

 

 

 

 

De Zwitserse schrijfster Adelheid Duvanel werd geboren op 23 april 1936 in Basel. Zie ook mijn blog van 23 april 2008 en ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

 

Der Nachmittag

 

Zwei Zeitungen fliegen wie abgerissene Flugel uber die Strase,

dann wirft der Wind einen Spiegel um, der vor einem Mobelgeschaft

gegen die Hauswand gelehnt steht; der Lehrling wischt

die Scherben zusammen. Der Nachmittag ist in diesem Cafe

und in der Strase und daheim in der Wohnung gefangen; uberall

halt man ihn fest und versucht, in ihm zu lesen wie in einem

Buch, doch sobald er kann, entgleitet er.

 

 

 

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Adelheid Duvanel (23 april 1936 – 8 juli 1996)

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Marion Titze werd geboren op 23 april 1953 in Lichtenwalde/Chemnitz. Zie ook mijn blog van 23 april 2008 en ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

Uit: Niemandskind

 

„Spätestens jetzt hätte ich ihm das Du anbieten müssen, aber ich verpaßte den Moment.
»Neunundzwanzig und zweiundzwanzig«, sagte ich, ohne selbst darüber zu staunen, wie ich es vor Jahren noch getan hatte. Auch die anderen staunten nicht mehr, man hielt es jetzt für möglich, daß ich so große Kinder hatte. Der Kummer hatte mich reif gemacht für mein richtiges Alter.
»Mädchen oder Jungs?« fragte Martin.
»Beides Jungs«, sagte ich.
»Ich habe auch einen Bruder«, sagte er. »Er ist zwanzig.«
»Und wie alt bist du?«
Er war erleichtert, daß ich ihn endlich duzte. Und ich war es auch, obwohl nun alles zu schnell ging. Mein Gefühl übersprang gleich die entfernte Verwandtschaft. Er wirkte jetzt wie ein Kind, das womöglich meins war, das man nur vergessen hatte, mir mitzugeben.
»Zweiundzwanzig«, sagte er. Daß er gerade zweiundzwanzig geworden sei.
»Wann gerade?« fragte ich.
»Gestern.«
»Darauf müssen wir doch anstoßen.« Ich ging in die Küche, um etwas zum Trinken zu holen.
Es war drückend heiß, Alkohol war jetzt wirklich nicht angebracht. Aber ich vergaß es, wie ich schon vergessen hatte, daß das nur ein Verwandter war, ein ganz entfernter, auf der Durchreise. Zwischenstopp in Berlin, den er nicht mal geplant hatte, wie er sagte. Ganz spontan war er aus dem Zug gestiegen. Er sei sowieso ganz spontan.“

 

 


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Marion Titze
(Lichtenwalde, 23 april 1953)

 

 

 

 

De IJslandse schrijver Halldór Laxness (eig. Halldór Guðjónsson) werd geboren in Reykjavik op 23 april 1902. Zie ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

Uit: Iceland's Bell (Vertaald door Philipp Roughton)

 

„There was a time, it says in books, that the Icelandic people had only one national treasure: a bell. The bell hung fastened to the ridgepole at the gable end of the courthouse at Pingvellir by Öxará. It was rung for court hearings and before executions, and was so ancient that no one knew its true age any longer. The bell had been cracked for many years before this story begins, and the oldest folk thought they could remember it as having a clearer chime. All the same, the old folk still cherished it. On calm midsummer days at iingvellir, when the fragrance of Bláskógar wafts in on gentle breezes from Súlur, the regent, the magistrate, and the executioner, the man to be hanged and the woman to be drowned assembled at the courthouse, and the chime of the bell could often be heard mingled with the murmur of Öxará.*
One year when the king decreed that the people of Iceland were to relinquish all of their brass and copper so that Copenhagen could be rebuilt following the war, men were sent to fetch the ancient bell at iingvellir by Öxará.
A few days after the dissolution of the Aljingi, two men with several packhorses approach from the western side of the lake. They ride down the ravine opposite the estuary, cross over the ford, and dismount at the edge of the lava field near the courthouse. One of the men is pale, with full cheeks and small eyes, wearing a tattered aristocrat's jacket much too small for his frame and walking with his elbows extended like a child pretending to be a nobleman. The other is dark, ragged, and ugly.

An old man with a dog walks over through the lava rocks and steps out onto the path before the travelers.
"And who might you men be?"
The fat one answers: "I am His Majesty's emissary and hangman."



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Halldór Laxness (23 april 1902 – 8 februari 1998) 

 

 

 

 

De Tsjechische schrijver Egon Hostovský werd geboren op 23 april 1908 in Hronov.Zie ook mijn blog van 23 april 2009 en ook mijn blog van 23 april 2010.

 

Siebenmal in der Hauptrolle (Vertaald door Markus Sedlaczek)

 

„Auf einem Fetzen linierten, aus einem billigen Notizbuch herausgerissenen Papiers steht, mit Bleistift geschrieben, der letzte Wunsch Josef Kavalskýs. Auf den grauen Umschlag hatte dieselbe zittrige Hand in drei auseinanderstrebenden Zeilen meinen Namen und meine letzte Adresse gekritzelt. Das ist alles, was vom nicht restlos gelüfteten Geheimnis, den verborgenen Geschichten, den langen Irrwegen und wahnhaften Abenteuern eines Menschen blieb, der im Reich der Lebenden wie im Reich ihrer erträumten Schatten Dutzende halsbrecherischer Schicksale geschaffen hatte, denen er folgte und die er doch nicht einholte.

Immer wieder, nun schon zehn Tage und Nächte lang, lese ich die letzte Botschaft dessen, der mich

durch die Glut phosphoreszierender Dunkelheiten in den Bann schlug und mit der Krankheit der toll

gewordenen Welt ansteckte, die gerade in Flammen aufgeht. Das große Schweigen haucht mich an, wann immer ich mir die Botschaft, die mein seltsamer Freund und Doppelgänger kurz vor seinem Tod verfaßte, noch einmal vergegenwärtige: Sowie es Dir möglich ist, teile meinen Tod bitte meiner Frau,

meiner Schwester Růžena, Doktor Kalina, Professor Marcel, dem Schauspieler Hrubín und Frau Irena mit.

Er starb in einem Armenkrankenhaus in der New Yorker Vorstadt, kurz bevor ich ihm an Amerikas

Küste nachreisen konnte. Sein Umschlag wurde mir noch auf dem Schiff vom Konsul übergeben.“

 

 

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Egon Hostovský (23 april 1908 – 7 mei 1973)

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