Rolf Schneider, Cynthia Ozick, Helen Meier, Anton Wildgans

De Duitse schrijver Rolf Schneider werd geboren op 17 april 1932 in Chemnitz. Zie ook mijn blog van 17 april 2009.
Uit: Das Mittelalter
“Das römische Imperium umfasste in Zeiten seiner größten Macht und Ausdehnung sämtliche Gebiete, die an das Mittelmeer grenzten, man darf von einem Weltreich sprechen. Die Zahl der von
Rom beherrschten Völkerschaften war entsprechend groß, und immer wieder gab es Erhebungen, auch kam es häufig zu militärischen Überfällen von außerhalb. Im vierten nachchristlichen
Jahrhundert erfolgten derlei Angriffe bevorzugt durch germanische Stämme, die sich auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten befanden, denn ihr überwiegend in südliche Richtungen erfolgender
Wanderzug berührte meist römische Territorien.
Das Herkunftsgebiet der Germanenvölker lag an der Ostsee. Der Name der südschwedischen Insel Gotland hält die Erinnerung an zwei dieser Stämme wach : Ost- und Westgoten. Außer Goten waren Wandalen unterwegs, Langobarden, Sachsen, Franken, Burgunder.
Von einer gemeinsamen germanischen Identität kann jedoch kaum die Rede sein. Jener Sammelbegriff kam durch römische Historiker auf, und sieht man von einigen religiösen Parallelen ab, wiesen allenfalls die Sprachen größere Gemeinsamkeiten auf. Alle Germanen benutzten eine verwandte Grammatik und einen ähnlichen Wortschatz, die – vielleicht – auf einen gemeinsamen Urdialekt zurückgingen. Ansonsten waren sich die einzelnen Stämme eher fremd, im Konfliktfall feindlich gesinnt, und nicht einmal innerhalb einer einzelnen Völkerschaft hielt man dauerhaft zusammen, vielmehr konnte sie in Untergruppierungen zerfallen, die sich blutige Gemetzel lieferten.
Die Ursachen für die im vierten Jahrhundert anhebenden Wanderbewegungen (an der durchaus nicht alle Germanen teilnahmen) waren vielfältig. Sie wurden durch eine Veränderung des Klimas ausgelöst, wohl auch durch Bevölkerungswachstum, vor allem aber durch den Einfall der Hunnen.”

De Amerikaanse schrijfster Cynthia Ozick werd geboren op 17 april 1928 in New York. Zie ook mijn blog van 17 april 2007 en ook mijn blog van 17 april 2008 en ook mijn blog van 17 april 2009.
Uit: The Din in the Head
“When Susan Sontag died in the winter of 2004 — at seventy- one, far too soon for her powers to have been exhausted or her intellect slaked — she left a memorable and mottled trail. Much of her life will endure in photographs— but cameras, she argued, do not so much defeat transience as render it “more acute.” Still, here she is on the back cover of my browning paperback copy of The Benefactor, a first novel published in 1963, when she was thirty: dark-haired, dark-browed, sublimely perfected in her youth. The novel, which reads like an audacious, sly, somewhat stilted translation from the French of a nineteenth-century philosophical memoir, ends with “a photograph of myself” — the self of the old narrator, who is contemplating his death. How distant death must have seemed to the young novelist then! In another photograph, dated 1975, she is lying on her back, hands under her head, with strongly traced Picasso eyelids and serene lips less curled than Mona Lisa’s: beautiful at forty-two. Like any celebrity, she could be watched as she aged. Ultimately there came the signature white slash through the blackened forelock, and the face grew not harder but hardier (despite recurrent illness, throughout which she was inordinately courageous). She had a habit of tossing back her long loose hair when it fell, as it did from moment to moment, over her eyes: the abrupt shake of the head, once girlish, turned incongruous in the sexagenarian. She was tall and big- shouldered. She dominated any room, any platform; her voice was pitched low, mannish, humorous, impassioned, impatient. Shewas more than a presence: it was as if she had been inscribed in a cartouche — a figure who had, in effect, founded the culture in which she moved. And wherever she moved, the currents flowed with her.

De Zwitserse schrijfster Helen Meier werd geboren op 17 april 1929 in Mels, Kanton St. Gallen. Zie ook mijn blog van 17 april 2009.
Uit: Schlafwandel
“Davide Signoretti war tot, und für Nora Korn, seine Geliebte, änderte sich das Leben und das Erinnern. Davides letzte zwei Lebensjahre, in denen er zu kränkeln begonnen hatte, hatten ihre Meinung verstärkt, durch die katholische Kirche eines wichtigen Teils ihrer Jugend beraubt worden zu sein. Ihr Zorn über Nichtgelebtes trieb sie, ein Stück über einen Papstmord zu schreiben, und das ohne jede Schreiberfahrung. Zu ihrer Überraschung wurde es angenommen. Nora saß einige Zeit danach mit dem Intendanten, der Dramaturgin Frau Claassen, der Regisseurin und einem Mann unbestimmter Aufgabe im Restaurant, das neben dem Theater in einem kleinen Park lag. »Erzählen Sie uns, was Sie sich beim Schreiben des Stücks gedacht haben«, sagte die Regisseurin. Nora, verwirrt, beschämt, daß sie sich nicht mehr genau erinnerte – hatte sie es in Trance oder Trauer hervorgewürgt, in einer Art von Tollheit oder Trotz hingeschmettert –, fing an, über die Vernichtung des Symbolträgers anstelle seiner Lehre zu stammeln, spürte die Dünne der Argumentation, verhaspelte sich, fühlte sich unbehaglich. Der Intendant runzelte die Stirn, schürzte die Lippen. »Frau Claassen«, sagte er, »erklären Sie uns das Stück, es hat einige schwache Stellen, aber es läßt sich daraus etwas machen.« Die junge Frau krauste ihr Näschen, Rosenröte überflutete sie, nervös strich sie die Haarwelle hinter das Ohr, begann zu sprechen, wurde ruhig, und Nora hörte etwas ganz anderes als das, woran sie je gedacht hatte. Das Stück erschien ihr wie neu geschrieben, geistreicher, dichter, es bekam Form, die einer Aufführung wert war. Die handelnden Personen wurden zu Menschen, zu Wütenden, zu Suchenden, Irrenden, zu Bajassen, zu Ho‡enden, Verzweifelten. Und von diesen Augenblicken der Betrachtung und Bewunderung der schönen Vortragenden, den Augenblicken der Bezauberung durch ihre Redegewandtheit, wachte in Nora das auf, was an jenem Nachmittag weder Gedanke noch Ahnung war.”

De Oostenrijkse dichter en schrijver Anton Wildgans werd geboren op 17 april 1881 in Wenen. Zie ook mijn blog van 17 april 2009.
Uit: Die alte Josefstadt
“Die Josefstadt meiner Kindheit war nicht mehr jener vormärzliche Vorort, der den Basteien der Inneren Stadt, etwa vom Schottentor bis zum Burgtor, gegenüberlag. Mit den Befestigungen waren auch jene weithingedehnten Wiesenflächen verschwunden, die man in dieser Gegend das Josefstädter Glacis nannte. Als ich, ein kaum Fünfjähriger, mit dem Vater von der Vorstadt Unter den Weißgärbern in die Josefstadt übersiedelte, umgab bereits der breite, prächtige Gürtel der Ringstraße die Innere Stadt, die Monumentalbauten zwischen Alsergrund und Bellaria standen längst vollendet und die herrlichen Gärten des Viertels um das neue Rathaus herum waren schon angelegt. Dem Kinde bot sich all die junge Pracht als das Gegebene dar, für Eltern und Großeltern jedoch war jedes Plätzchen des verwandelten Bodens voll der Beziehung auf das noch eben Gewesene, belebt von Erinnerungen und – bei allem Stolz auf den großstädtischen Aufschwung! – umwoben von der uneingestandenen Sehnsucht nach dem Vergangenen. Ihnen war ja noch auf dem Platze des heutigen Volksgartens die biedermeierische Fröhlichkeit und Eleganz des Paradeisgartl Wirklichkeit gewesen; Allerältesten wollte sogar noch Beethoven, von seiner letzten Wohnung im Schwarzspanierhause über das Glacis der Stadt zuschreitend, begegnet sein; Grillparzer, Raimund und Nestroy, die Protagonisten des alten Burgtheaters, Bauernfeld und Schwind, sie bevölkerten noch die Erlebniswelt der Minderalten, wurden dem Zuhörenden in unzähligen Anekdoten an bestimmten Straßenkrümmungen, an gewissen Fenstern graugewordener Zinshäuser und an den Stammtischen altväterischer Gasthäuser förmlich wieder leibhaftig und erfüllten die ehrfurchtwillige Phantasie des Kindes mit dem verklärten Abglanz jener gemütlichen Heroenzeit Alt-Wiener Kultur, die uns heute wie ein idyllisches Märchen anmutet, obwohl auch sie bekümmert war durch weltumwälzende Kriege und verheerende Seuchen, durch Not und Unzufriedenheit der Völker und durch das verhängnisvolle Ränkespiel der Mächtigen.






























































































