Buddy Wakefield, Marie Ndiaye, Ralf Thenior, Erasmus Schöfer, Yaak Karsunke

De Amerikaanse (slam) dichter Buddy Wakefield werd geboren op 4 juni 1974 in Shreveport, Louisiana. Zie ook mijn blog van 4 juni 2009.
WE WERE EMERGENCIES
A poet
can stick anything into the fog and make it look like a ghost.
But tonight let us not become tragedies.
We are not funeral homes
with propane tanks in our windows
lookin’ like cemeteries.
Cemeteries are just the Earth’s way of not letting go.
Let go.
Tonight, Poets, let’s turn our wrists so far backwards
the razor blades in our pencil tips
can’t get a good angle on all that beauty inside.
Step into this
with your airplane parts
and repeat after me with your heart:
I no longer need you to fuck me as hard as I hate myself.
Make love to me
like you know I am better than the worst thing I ever did.
Go slow.
I’m new to this
but I have seen nearly every city from a rooftop without jumping.
I have realized the moon did not have to be full for us to love it.
We are not tragedies
stranded here beneath it.
If my heart really broke every time I fell from love
I’d be able to offer you confetti by now
but hearts don’t break, y’all,
they bruise and get better.
We were never tragedies.
We were emergencies.
You call 9 – 1 – 1.
Tell them I’m havin’ a fantastic time.

De Franse schrijfster Marie Ndiaye werd geboren op 4 juni 1967 in Pithiviers. Zie ook mijn blog van 4 juni 2009.
Uit: Trois Femmes puissantes
„Et celui qui l’accueillit ou qui parut comme fortuitement sur le seuil de sa grande maison de béton, dans une intensité de lumière soudain si forte que son corps vêtu de clair paraissait la produire et la répandre lui-même, cet homme qui se tenait là, petit, alourdi, diffusant un éclat blanc comme une ampoule au néon, cet homme surgi au seuil de sa maison démesurée n’avait plus rien, se dit aussitôt
Norah, de sa superbe, de sa stature, de sa jeunesse auparavant si mystérieusement constante qu’elle semblait impérissable.
Il gardait les mains croisées sur son ventre et la tête inclinée sur le côté, et cette tête était grise et ce ventre saillant et mou sous la chemise blanche, au-dessus de la ceinture du pantalon crème.
Il était là, nimbé de brillance froide, tombé sans doute sur le seuil de sa maison arrogante depuis la branche de quelque flamboyant dont le jardin était planté car, se dit Norah, elle s’était approchée de la maison en fixant du regard la porte d’entrée à travers la grille et ne l’avait pas vue s’ouvrir pour livrer passage à son père — et voilà que, pourtant, il lui était apparu dans le jour finissant, cet homme irradiant et déchu dont un monstrueux coup de masse sur le crâne semblait avoir ravalé les proportions harmonieuses que Norah se rappelait à celles d’un gros homme sans cou, aux jambes lourdes et brèves. Immobile il la regardait s’avancer et rien dans son regard hésitant, un peu perdu, ne révélait qu’il attendait sa venue ni qu’il lui avait demandé, l’avait instamment priée (pour autant, songeait-elle, qu’un tel homme fût capable d’implorer un quelconque secours) de lui rendre visite.“

De Duitse dichter en schrijver Ralf Thenior werd geboren op 4 juni 1945 in Bad Kudowa.
Nur Bahnhof
Am Himmel steht
der große Bahnhof
neben dem kleinen Bahnhof.
Beide hell erleuchtet.
Ein roter Läufer.
Ein schwarzer Läufer.
Was zögerst du,
faules lyrisches Ich?
Welchen willst du wählen,
um in dieses Gedicht zu gehn?
Der rote Läufer
hat Schnupfen.
Er heißt übrigens Akim.
Der schwarze Läufer
findet diesen Namen scheiße.
Er ist ein »von«, genauer gesagt:
Olaf von Schwarze-Läuffer.
Ach, du Schande!
Jetzt hauen beide
in verschiedene Richtungen ab.
Die Bakkaluten
Die Bakkaluten sind schlapp und matschig.
Sie lesen kaum.
Sie beobachten sich ständig gegenseitig,
und wenn ein Bakkalute irgendetwas tut,
tun es ihm alle nach.
Einmal hat einer „O sole mio“ gesungen.
Es war ein grässliches Gekrächze.
Die Bakkaluten singen kaum.
Sie denken auch kaum.
Aber wenn ein Bakkalute doch einmal denkt,

De Duitse schrijver Erasmus Schöfer werd geboren op 4 juni 1931 in Altlandsberg bij Berlijn.
Uit: Winterdämmerung
“Der schmale Buchhändler stand etwas steif, sichtlich unsicher, neben dem niedrigen Podest, auf dem saß ein alter Mann an dem quadratischen Tisch mit Wasserglas und Leselampe, der mal zu ihm, mal in das Publikum schaute, das die wenigen Stuhlreihen in der kleinen Buchhandlung lückenlos besetzt hatte. Aufmerksam, neugierig, hörte der Weißhaarige seiner Begrüßung zu, lächelnd, als ihm zu seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag und seiner dennoch rastlosen Tätigkeit für eine lebbare Zukunft gratuliert wurde. Auch dafür gedankt, dass ihm, der zum Beispiel auf der Bonner Hofgartenwiese gegen die Raketenrüstung gesprochen hatte – er selbst einer der Hunderttausende Zuhörer – ein Abend seines Lebens für dieses notwendig begrenzte Publikum des BiBaBuZe nicht zu schade sei.
Versichern konnte ihm der Buchhändler, dass dieser fast versteckte Ort für die Düsseldorfer Linken, durch die hier täglich geführten Gespräche und die bereit gehaltenen Bücher und Zeitschriften, eine jener Zukunftswerkstätten, jener ins Offene gerichteten DenkStätten sei, die einzurichten er seit Jahren empfehle, als basisdemokratische Medizin gegen die versteinerten Verhältnisse in der herrschenden Politik und Wissenschaft. Grade für sie im Rheinland komme sein eben erschienenes Buch mit dem Titel Projekt Ermutigung und dem Untertitel Streitschrift wider die Resignation wie gerufen, da alle hier noch unter dem Schockerlebnis der Niederlage in dem Kampf stünden, den die, es müsse erlaubt sein zu sagen: heldenhafte Belegschaft des Rheinhauser Kruppstahlwerks, unter aktiver Mitwirkung großer Teile des Proletariats im Ruhrgebiet, ein halbes Jahr lang um den Erhalt ihrer Hütte geführt hat. Darf ich Sie nun direkt fragen, Herr Jungk – gehören Sie zu jener selten gewordnen Sorte Menschen, die man Optimisten nennt?”

De Duitse dichter en schrijver Yaak Karsunke werd geboren op 4 juni 1934 in Berlijn.
Uit: Ein Gedicht in einem Gewerkschaftshaus schreiben
“Von 1983 bis 1985 hatte ich das Vergnügen, dem kulturpädagogischen Beirat des DGB- Jugendprojekts „Jugendkulturarbeit" anzugehören (selbstverständlich: ehrenamtlich). Mitarbeiter des Projekts begleiteten drei Jahre lang die Arbeit mehrerer Kulturgruppen der Getwerkschaftsjur gend, die sich durchaus nicht alle mit dem Alismalen vorgegebener Schablonen zufrieden gaben. Im Abschlußbericht schrieb Michael Bauer über eine von ihm betreute Gruppe von Bergmechaniker-Lehrlingen: „Nur Reden und Theoretisieren liegt den Jugendlichen sehr fern. Wenn überhaupt, war Reflexion eher über den Weg der Verwunderung zu erreichen. Verwunderung, die bei der Anschauung des bereits Produzierten ausgelöst wurde: ,Was haben wir da fabriziert'? Was kann das bedeuten? Wie arbeiten wir weiter?'"
Der Weg der Verwunderung ist (hoffentlich) jedem Schriftsteller aus der eigenen Arbeit vertraut. Er führt auf manchmal spielerische, manchmal abenteuerliche Weise zu neuen Erkenntnissen, auch Selbsterkenntnissen - und damit auch zu mehr Selbs>Bewußtsein. Auf selbstbewußte und selbständige Mitglieder reagiert allerdings der Gewerkschaftsapparat - wie der jeder Großorganisation - mit Mißtrauen und verstärkter Kontrolle; in fast allen gewerkschaftlichen Kulturdebatten schwingt die Angst davor mit, die kulturelle Betätigung von Mitgliedern könne sich „verselbständigen" beziehungsweise „zum Selbstzweck werden", indem sie andere als von der Organisation erlaubte Themen behandelt (im schlimmsten Fall: von der Organisation tabuierte oder lieber verschwiegene). Bekanntlich macht Einigkeit stark, also soll niemand aus der Reihe tanzen.”

Zie voor de drie bovenstaande schrijvers ook mijn blog van 4 juni 2007 en ook mijn blog van 4 juni 2008 en ook mijn blog van 4 juni 2009.



















































































